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"Behörden zum Zittern bringen": BaZ-Schlagzeilen aus jüngerer Zeit

Wessels, Pegoraro, Wüthrich und die Agenda der BaZ

Die "Basler Zeitung" richtet ihr Visier vermehrt auf lokale Spitzenpolitiker – eine gewagte Strategie


Von Peter Knechtli


Markus Somm, der Chefredaktor der "Basler Zeitung", sagte es im Interview mit OnlineReports vor mehr als zwei Jahren sonnenklar (Link zur Story): "Wir sollten die Behörden zum Zittern bringen und den Mächtigen das Leben schwer machen." Wer die "Basler Zeitung" liest, stellt fest: Teile der Lokalredaktion sind hingebungsvoll daran, die Chef-Devise umzusetzen. Die letzten Monate boten dazu reichlich Nahrung.

Das Visier richtet sich vorwiegend auf Linke und Grüne, zur Abwechslung aber auch mal auf Chefbeamte, Manager staatsnaher Unternehmen oder auch einzelne bürgerliche Regierungsräte. Lokalchef Raphael Suter verkündete Mitte Dezember nicht ohne eine Spur Jägerstolz eine "neue Rücktritts-Kultur", selbstredend angetrieben durch die führende regionale Tageszeitung. Fast schien es, als bereinige Suter zu Jahresende die Abschuss-Statistik.

In der Tat war es soeben innerhalb weniger Tage zu zwei spektakulären Rücktritten und einer fristlosen Entlassung gekommen. Erst war es die liberale Lichtgestalt Andreas Albrecht, die im Gefolge mehrerer bankinterner Fehlleistungen – wie die US-Schwarzgelder, der ASE-Skandal oder die Kursmanipulationen – als Bankratspräsident der "Basler Kantonalbank" (BKB) demissionierte. Diesen Abgang kann sich die BaZ allerdings nicht Zielquittung gutschreiben. Denn Albrecht gab den Rücktritt klugerweise überraschend schnell bekannt, bevor er weggeschrieben wurde. Gründe, den Sessel zu räumen, hatten sich zur Genüge angehäuft.

Dann begann das Reinemachen an der Spitze der Basler Verkehrsbetriebe (BVB), wo Präsident Martin Gudenrath aus Vorwürfen der Filz- und Vetternwirtschaft, erhoben durch die staatliche Finanzkontrolle, die Konsequenzen zog. Drei Tage später traf Direktor Jürg Baumgartner die fristlose Entlassung. Hier war die "Basler Zeitung" klar federführend, indem sie sexuelle Belästigungen durch den Firmenchef in Form kompromittierender Bilder und SMS an eine oder mehrere Mitarbeiterinnen enthüllte und auch anschliessend mit weiteren Aspekten hart an der Story dran blieb. Das war zwar äusserst unangenehm für die BVB-Führung und die politisch Verantwortlichen, aber klar abgedeckt durch den Informations-Auftrag der Medien.

 

"Hans-Peter Wessels wurde
zum Lieblings-Watschenmann der BaZ."


Die Dinge nahmen ihren Lauf. Nun geriet der Basler Bau- und Verkehrsdirektor Hans-Peter Wessels vor die Rohre der Buchstabenkanonen am Aeschenplatz. Der Sozialdemokrat, der mehrmals öffentlich sein Missfallen über Stil und Kurs der von Christoph Blocher dirigierten Zeitung äusserte, ist der oberste politische Verantwortliche über die ausgelagerten BVB.

Er war der Mann, der seinen Freund Gudenrath an die Spitze des ÖV-Unternehmens gehievt hatte und in der Krisen-Kommunikation nicht die beste Figur machte. Er glaubte anfänglich ernsthaft, den brisanten Bericht der Finanzkontrolle bis auf ein dürres Management Summary unter Verschluss halten zu können, ohne blitzartig das überwiegende öffentliche Interesse zu erkennen. Ob BVB, Baustellen, die Beschaffung von Spielplatz-Geräten oder das Verkehrsregime Innenstadt ("ein Desaster"), Wessels wurde – wieder einmal – zum Lieblings-Watschenmann der BaZ. "Ich stelle Ihre Denkweise infrage", musste sich der Departements-Chef vom regionalen ACS-Geschäftsführer vorwerfen lassen.

Auch wenn die Auflage der "Basler Zeitung" mit aktuell höchstens 68'000 Exemplaren lange nicht mehr ist, was sie einmal war: Sie entfaltet auch so noch eine bestimmende Wirkung und bringt sich ins Gespräch. "Hier ist die Hölle los", tönte es zum Höhepunkt der BVB-Wirren in staatlichen Chef-Etagen.

Häufiges Sperrfeuer in die eine politische Richtung trug der BaZ seit Somms Stellenantritt in breiteren Kreisen das Image ein, sie sei ein SVP-Blatt. Ich teile diese Meinung nicht in dieser Form. Wohl besteht offensichtlich eine symbiotische Beziehung zwischen dieser Zeitung und der SVP, die wohl bis zu thematischen Absprachen oder noch weiter geht: Kaum eine SVP-Interpellation ohne redaktionellen Flankenschutz der "Basler Zeitung". Es scheint, als dürften SVP-Politiker das Privileg der publizistischen Schutz- und Schonzone beanspruchen.

 

"Carlo Conti ging,
bevor er weggeschrieben wurde."


Demgegenüber geniesst aber auch die Schweizer SP-Ikone Helmut Hubacher als Kolumnist und auf vier Seiten durch den Chefredaktor Porträtierter Bedeutung, als hätte er soeben den Nobelpreis für sein politisches Lebenswerk gewonnen. Auch der phasenweise heftige BaZ-Kritiker und frühere Basler SP-Präsident Roland Stark, einer der schärfsten Polit-Kritiker, hat seit einigen Wochen als Kolumnist Gastrecht.

Linke und Grüne kommen auf diese Weise in der BaZ fallweise auch prominent zu Wort – zum Preis allerdings, als "Feigenblätter" bezeichnet zu werden. Mit dem Status des Autors auf der prominenten Meinungsseite ausgestattet sind aber vorwiegend ehemalige Akteure, die von ihrem Bekanntheitsgrad zehren, aber weder direkten politischen Einfluss noch Ambitionen haben. Rot-grüne Exekutivpolitiker dagegen bekommen bevorzugt den steifen Wind der grössten Basler Tageszeitung zu spüren. Die BaZ, die weniger prominent auch links-grüne Inhalte und Meinungen transportiert, ist kein SVP-Organ. Aber sie erzeugt die Wahrnehmung, die SVP-Politik gezielt zu begünstigen.

Deutlich schneller als früher spielt die Zeitung Christoph Blochers die Rücktritts-Karte – aber nicht immer schnell genug. Im Fall des Basler Regierungsrates Carlo Conti, der Unkorrektheiten beim privaten Inkasso von abgabepflichtigen Honoraren zugab und Anfang Jahr mit seiner überraschenden Demission allen Rücktrittsforderungen zuvorkam, war nicht die BaZ die treibende Kraft: Der CVP-Gesundheitsdirektor bestimmte das Ende seiner politischen Karriere aus einsamem persönlichem Antrieb – und im Niedergang clever.

Auch wenn eine Ständerats-Kandidatur für den bald sechzigjährigen Juristen nun vollkommen ausgeschlosssen ist, verschaffte Conti sich und seiner Partei mit seinem für ihn schmerzlichen Abgang nicht nur einen Reputationsgewinn, sondern beste Voraussetzungen, um in einer fälligen Ersatzwahl den Regierungssitz der Christdemokraten für mehrere Amtsperioden zu sichern. Wie es aussieht, wird CVP-Präsident Lukas Engelberger, der heute seine Kandidatur anmeldete, künftig am Sitz des Gesundheitsdepartements in der St. Alban-Vorstadt residieren.

Dass Conti mit seinem Schachzug der Rücktritts-Ankündigung eine Ersatzwahl provozierte, konnte weder der SVP noch dem ihr nahestehenden Blatt gefallen. Schon am Tag danach machte die "Basler Zeitung" den schon lange gehegten Anspruch der SVP schmollend zur Aufmacher-Schlagzeile auf der Frontseite: "SVP will endlich einen Sitz im Basler Regierungsrat". Diese Rechnung wird in der bevorstehenden Ersatzwahl nicht aufgehen: Die SVP wird, falls sie überhaupt gegen die CVP antritt, chancenlos bleiben. Da hilft auch nicht, dass die BaZ den abtretenden Gesundheitspolitiker als "Idioten" etikettierte.

 

"SVP-Exponenten räumen offen ihre Vorzugs-
behandlung durch BaZ-Redaktoren ein."


Auch der Baselbieter Bildungsdirektor Urs Wüthrich, der einen Teil seiner Universitätsrats-Honorare privat kassierte und dies noch wird rechtfertigen müssen, wurde schon weggeschrieben: "Die Luft wird dünn für Urs Wüthrich", titelte die BaZ. Doch der Sissacher SP-Politiker liess sich nicht zur Amts-Flucht verleiten, sondern machte nur öffentlich, dass er in anderthalb Jahren nicht zu einer weiteren Amtsperiode antreten werde.

Thematische Auswahl und stilistische Umsetzung im BaZ-Loktalteil offenbaren eine klare Botschaft: Die links-grüne Regierungsmehrheit in Basel-Stadt muss gebrochen und die bürgerliche Parlaments-Mehrheit konsolidiert werden. An Stelle einer in Lob und Kritik quer durch das Parteien-Spektrum offenen Informations-Bereitschaft ist eine klar erkennbare und auf Personen zielende Agenda-Publizistik getreten. SVP-Exponenten räumen denn auch offen ihre Vorzugsbehandlung durch BaZ-Redaktoren ein, halten diese aber für gerechtfertigt, "nachdem unsere Partei während Jahrzehnten schlecht gemacht wurde".

Mit der Strategie des "Personalisierens und Skandalisierens" (so ein bürgerliches Regierungsmitglied aus der Region Basel) schürt die "Basler Zeitung" bei den Betroffenen zwar Unmut, erzielt aber regional trotz massiv geschrumpfter Auflage einen höheren Aufmerksamkeitswert als in den Vor-Somm-Zeiten: Die BaZ produziert mit ihren Schlagzeilen Aufregung und bringt sich immer wieder ins Gespräch. Ob grotesk übertriebene Kritik – Somm bezeichnete die Baselbieter Regierung als "Korruptionsrat" – und die aktiv bewirtschaftete "Rücktritts-Kultur" dem Ziel der rechts-konservativen Systemveränderung und gleichzeitig der Auflagesteigerung und Rentabilität dienen, ist aber eine offene Frage.

Zweifel sind angebracht. Wer journalistischen Erfolg an der Beute erzwungener politischer Karriere-Abbrüche misst, begibt sich früher oder später in die Bedeutungslosigkeit. Denn kaum eine politische Forderung entwertet sich durch Wiederholung so schnell wie jene nach Rücktritten. Der sozialdemokratische Regierungsrat Hans-Peter Wessels geriet zwar im Zuge der BVB-Affäre vorübergehend unter starken Druck. Aber er wankte nicht.

Dabei wäre das Skandalisierungs-Potenzial noch nicht ausgeschöpft. Wessels Schwager arbeitet bei der Neuhausener Firma "Trapeze", die die Hard- und Software im Innern der teils immer noch verrückt spielenden digitalen BVB-Anzeigetafeln lieferte. Er hatte mit der Auftragsvergabe aber nicht nachweislich zu tun. Damit nicht genug: Wessels Generalsekretärin Caroline Barthes Bruder Michel arbeitet in Berlin beim kanadischen Tram-Hersteller Bombardier, der die neue "Flexity"-Tramstaffel der BVB liefert. Aber er ist als Marketing-Manager tätig und unter anderem für die Inhalte der Konzern-Website zuständig. Sie gebe ihr "Indianer-Ehrenwort", dass ihr Bruder mit der Tram-Beschaffung nicht im Entferntesten zu tun hatte, beteuerte Caroline Barthe gegenüber OnlineReports.

 

"Je inflationärer der Medien-Beschuss,
desto grösser die Rücktritts-Resistenz."


Dies alles schliesst nicht aus, dass Wessels erneut in Bedrängnis kommen könnte, wenn weitere Abklärungen bisher unbekannte gravierende Fehlleistungen zutage beförderten. Er ist und bleibt der oberste politische Verantwortliche der "Basler Verkehrsbetriebe" und kann sich letztlich eben nicht darauf berufen, es wäre aus Gründen der good governance falsch, wenn er sich allzu sehr um den inneren Zustand des ausgelagerten Betriebs kümmerte.

Doch je inflationärer Spitzenpolitiker unter Medien-Beschuss geraten, desto stärker können sich Rücktritts-Resistenz und Solidarität unter der Wählerschaft entwickeln. Ein Beispiel könnte die freisinnige Baselbieter Bau- und Umweltschutzdirektorin Sabine Pegoraro werden. Sie steht seit einigen Monaten unter zunehmender Kritik insbesondere von Parteifreund Christoph Buser, Landrat und Direktor der Wirtschaftskammer Baselland – ob zur Wirtschaftsoffensive, zum Rheinstrasse-Rückbau und neuerdings zur Honorar-Affäre. Buser ist aber auch Verwaltungsrat der "Basler Zeitung" und geniesst im Blatt nicht nur eine privilegierte Stellung als Gast-Kommentator, sondern auch auffällig häufige redaktionelle Präsenz.

Wer die "Basler Zeitung" in den letzten Monaten verfolgt hat, stellt fest, dass die bei den letzten Wahlen mit Spitzenresultat gewählte Regierungsrätin Pegoraro nicht mehr in der ungeteilten Gunst des Blattes und seines politischen Umfelds steht, obschon sie noch vor drei Jahren insbesondere aus Kreisen um die Wirtschaftskammer erfolgreich dazu bekniet wurde, von der abstrakten und kaum publizitätsträchtigen Sicherheitsdirektion in die gewerbepolitische relevante Schlüsselposition der Baudirektion zu wechseln.

Die Botschaft ist unverkennbar: Zu den Wahlen im Februar kommenden Jahres soll sie nicht mehr antreten, ihren Sessel nach drei Amtsperioden räumen und die Baudirektion schon nach vier Jahren in neue Hände legen. Die BaZ titelte "Bei der FDP wächst der Widerstand gegen Pegoraro" und "Schwere Zeiten für Sabine Pegoraro". Dabei berief sie sich auf Aussagen der Parteispitze und von Landräten, unter denen sich auch ambitionierte potenzielle Nachfolger befinden. Pegoraro dagegen, die schon im April letzten Jahres ohne wahrnehmbaren Protest ihre nochmalige Regierungs-Kandidatur ankündigt hatte und auch heute noch fest dazu entschlossen ist, will sich nicht von aussen aus dem Amt drängen lassen. Sie beruft sich auf gute Reaktionen an Sektionsversammlungen der FDP-Basis.

 

"Die grössten Honorar-Bezüger
wurden schonungsvoll behandelt."


Umgekehrt betrieb die BaZ in der Aufarbeitung der Affäre um nicht abgelieferte Honorare durch Regierungsräte offensichtlich Schonungs-Journalismus. Ins Zentrum der möglichen unrechtmässigen Bereicherung stellte die Zeitung samt Kollektiv-Foto die aktuelle Regierung und forderte eine "personelle Erneuerung". Dies, obschon mit grosser Wahrscheinlichkeit mindestens vier von fünf amtierendenn Regierungsmitglieder vom Honorar-Strudel gar nicht tangiert sind, und obschon der Exekutive zwei Mitglieder angehören, die erst wenige Monate im Amt sind. Hingegen fiel auf, wie pfleglich insbesondere zwei ehemalige Regierungsräte behandelt wurden, die laut dem Bericht der staatlichen Finanzkontrolle mit Abstand die höchsten umstrittenen Beträge privat einkassiert hatten: Adrian Ballmer (FDP) als Finanzdirektor und der verstorbene Peter Zwick (CVP) als Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektor.

Dies könnte mit einer personellen Verstrickung zu tun haben. Daniel Ballmer, der Sohn des ehemaligen Finanzdirektors und Leiter des BaZ-Ressorts Baselland, trat in den ersten Tagen als Autor zur Honorar-Affäre nicht in Erscheinung. Doch mittlerweile greift er auch zu diesem Thema wieder zur Feder ("Freisinnige sind mit Sabine Pegoraro nicht mehr glücklich"). Das ist hochproblematisch, weil die Unabhängigkeit nicht gewährleistet ist: Sein Vater ist potenziell von einer Strafanzeige betroffen, die durch die amtierende Regierung – und somit auch durch die Juristin Pegoraro – bei der Staatsanwaltschaft deponiert wurde. Auch wenn ihm dies hier nicht unterstellt sei, so bleibt ein Quäntchen Verdacht nie ausgeschlossen, der Journalisten-Sohn des Finanzdirektor-Vaters könnte bestimmte Interessen gegen Pegoraro verfolgen.

Die Unabhängigkeit der Journalisten von politischen und wirtschaftlichen Akteuren ist ein hohes Gut als Voraussetzung einer glaubwürdigen Information der Öffentlichkeit. Bewertungs- und Meinungsdifferenzen gehören zum alltäglichen demokratischen Diskurs. Die besten Leser spiegeln ihre Meinung gern in Kommentaren, die das Gegenteil ihrer eigenen Auffassung zum Inhalt haben. Wenn sich Abonnenten zahlungspflichtiger Tageszeitungen aber auf Dauer am Gängelband einer Partei-Generallinie oder als Publikum politischer Kampagnen fühlen, könnte die Treue zum Abonnement eines Tages ein Ende haben. Das hat die "Basler Zeitung" bereits schmerzlich erfahren müssen.

Das von Chef Somm geforderte forsche Auftreten einiger seiner Redaktoren hat aber einen positiven Nebeneffekt, von dem alle Rechercheure profitieren: Allzu selbstsichere Staatsdiener, die Medienschaffende primär als Sprachrohre ihrer Botschaften verstehen, werden sich zweimal überlegen, ob sie Journalisten bei unangenehmen Fragen einfach auflaufen lassen.

27. Januar 2014

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"So verliert ein Medium jede Spannung"

Peter Knechtli bringt es wieder einmal auf den Punkt! Der Beutezug gegen alles was nicht SVP-stimmig ist, wird die BaZ in der Bedeutungslosigkeit versinken lassen! Unbestritten, es ist eine Aufgabe der Medien, der sogenannten Vierten Gewalt im Staate, Missstände aufzudecken. Aber wenn es nur noch um eine Skandalisierung um des Skandals willen geht und wie im Text von Peter Knechtli beschrieben, eine groteske Einseitigkeit in der Berichterstattung dominiert, verliert ein Medium jede Spannung. Viele Samstagskolumnen von Markus Somm könnte ich schon am Freitag (be-)schreiben. Der Inhalt und die Färbung der Texte sind derart berechenbar und so wiederkehrend. Da fehlt jegliche Überraschung, Neues erfährt der Leser nicht. Es ist immer das gleiche neoliberal-nationalkonservative "Wort zum Sonntag"! Damit, und mit der ganzen Ausrichtung der BaZ, erfüllt Somm seinen Auftrag als "Statthalter Blochers", wie er sich selbst einmal bezeichnete. Und seine gleichgesinnten Journalistenkollegen folgen ihn treu ergeben. Sind das die "Querdenker" von Tito Tettamanti (MedienVielfalt Holding AG) und Blochers angekündigter Beitrag zur Medienvielfalt? Beides wohl eine Farce, man weiss heute in dieser Zeitung nicht mehr, was Recherche-Journalismus ist und was politische Propaganda. Das politische Return on Investment daraus war bisher allerdings dürftig. Werden die Todesanzeigen bei einer Zeitung zum meist beachteten Teil, ist sie selber auch morbide geworden. Und die Zukunft der BaZ ist denn auch ziemlich ungewiss. Spardruck und Kündigungen bestätigen dies. Morgens im Tram lesen 18 Leute "20 Minuten", 5 die "Basellandschaftliche Zeitung", 4 die BaZ (meist Ältere) und 20 Leute surfen mit ihren iPhones und Smartphones. Der Einfluss der BaZ wird so gesehen wohl überschätzt. Zu viel Aufregung über diese Zeitung ist müssig, das Zeitalter der neuen Medien wird sie überholen.


Otto Kunz-Torres, Basel




"Journalismus(s) sich nicht nur neu erfinden …"

… sondern auf die Qualitäten und vor allem auf die Berufsethik besinnen. Selten habe ich online eine solch umfassende und vor allem lange Abhandlung über die Vorgänge und deren möglichen oder faktisch belegbaren Beweggründe der BaZ gelesen. Bei dieser Analyse von Herrn Knechtli bleibt vor allem das Staunen, wie sehr sich Journalismus bei der BaZ – und nicht nur da – von den ursprünglichen Werten entfernt hat. Möglichst objektive Berichterstattung unabhängig von Partei- oder Familienzugehörigkeiten sollten eigentlich zum Berufsstandard gehören.

 

Umso mehr ist kritisches Hinterfragen bei den Leserinnen und Lesern notwendig – nicht erst seit heute. Nur wird es mit der gegebenen Situation der lokalen Medien noch wichtiger, Nachrichten und Hintergrundberichte zu analysieren. Dazu ist aber auch eine Vielfalt an Medienquellen notwendig, um der Einfalt Einhalt zu gebieten. Glücklicherweise sind die reinen Printmedien für Abonnenten heute nicht mehr meinungsbestimmend. Denn die Vielfalt – nicht zwingend Qualität – findet sich online. Nicht ausschliesslich, aber auch bei OnlineReports.ch. Guter Bericht, Herr Knechtli.


Christian Wehrli, Neubadmagazin, Basel




"Schade"

Schade, lese ich solche Artikel nicht in der TagesWoche.


Christian Müller, Basel




"Ist das nicht letztlich die Aufgabe der Medien?"

In den Grundzügen gebe ich Peter Knechtli recht: Die BaZ ist gegenüber den Behörden und den politisch Mächtigen deutlich härter geworden und sie übertreibt ab und zu auch klar. Nur: Ist das nicht letztlich die Aufgabe der Medien; eine Aufgabe, die Peter Knechtli selbst seit vielen Jahren gekonnt und zurecht wahrnimmt? Ich erinnere mich noch sehr gut an die Vor-Somm-Aera und an den heute noch zu oft praktizierten Mainstream eines Grossteils der Schweizer Tagesmedien: Man verstand (BaZ früher) und versteht sich nur zu gerne als Verstärker und Lautsprecher der Behörden und Politiker. Das ist ja auch so bequem und entbindet vom mühsamen Nachdenken, Hinterfragen und Recherchieren sowie ab und zu auch von unangenehmen Reaktionen aus den Amts- und Ratsstuben sowie Parteisekretariaten.

 

Vor Somm war die BaZ nicht einmal eine "20-Minuten-Zeitung", so schnell war man durch mit den meist nur offiziellen Communiqués, die als geschliffene Verlautbarungen aus den Federn von Heerscharen an Medienverantwortlichen in den Departementen, Direktionen und Parteisekretariaten den "lieben Journalisten-Kollegen" pfannenfertig auf den Tisch gespült worden waren – und immer noch zu oft werden.

 

So würde ich heute auch ohne grosse Skrupel wetten, dass unter anderem auch das ganze, weiss Gott üble BVB-Debakel in der früheren BaZ bestenfalls eine kurze Aufmacher-Geschichte ergeben hätte, die dann allerdings mit einem dürren Communiqué aus dem Grossraumbüro der aufgeblasenen BVB-Kommunikationsabteilung – Tenor: "alles im Griff" – blitzartig wieder aus der Tages-Agenda gestrichen worden wäre.

 

Die BaZ ist heute in vielerlei Beziehung eine echte Herausforderung durch die Vielfalt der Hintergrundinformation – von "need to know" bis "nice to know" – sowie dank der Meinungsvielfalt der internen und externen Kommentatoren und Kolumnisten. Viele von ihnen tragen nicht die von mir bevorzugte Parteifarbe – spannend und anregend sind sie dennoch. Ich brauche heute zum Lesen der BaZ locker eine bis eineinhalb Stunden pro Tag (ok, ok, als Rentner habe ich dafür heute auch etwas mehr Zeit als früher).

 

Es darf auch nicht vergessen werden, dass die frühere BaZ (und heute noch viele andere Medien) über lange Jahre ebenfalls ihre Lieblingsparteifarben und ihre politischen Lieblings-Zielscheiben gehätschelt und geprügelt hat – einfach mit umgekehrten Vorzeichen: "linksliberal" (wie es kürzlich eine OnlineReports-Kolumnistin als allgemeinverbindlichen Anspruch an die BaZ reklamierte) mit bevorzugter Zielrichtung ab politischer Mitte bis rechts. Dass das jetzt auch mal eher umgekehrt sein kann, ist doch eigentlich tröstlich.

 

Für mich ist denn auch der letzte Absatz von Peter Knechtlis Kommentar der entscheidende: Ich denke, es schadet Basel und seiner Politik nicht im Geringsten, dass die Basler Zeitung verschiedenen behördlichen und politischen Schlachtrössern sowie Moralrittern der "political correctness" etwas genauer und dezidierter auf die Finger schaut, selbst wenn sie dabei auch mal über die Stränge haut.


Edi Borer, Neuhausen D




"Medienbildung wird immer unverzichtbarer"

Hier liegt eine minutiös recherchierte Analyse der "Berichterstattung" der Basler Zeitung vor, eine pointierte Stellungnahme zum journalistischen Stil der BaZ. Solche Analysen sind die Qualitätsausweise des knechtlichen Journalismus. Ich teile die Meinung, dass die nationalen Finanziers der SVP kein Interesse mehr an der BaZ haben, die sich in Basel nicht nur in der Anzahl der Abos, sondern auch in der Qualität ihres Journalismus selber schwer verwundet hat. Es fragt sich nun, ob es den SVP-Grössen gelingen wird, eine Zeitung zu erwerben, die zu einem wohlangesehenen, nationalen Vorzeigeblatt erblühen könnte.

 

Was Peter Knechtli hier vorlegt, müsste jede Bürgerin und Bürger auf geringem Niveau auch tun können. Medienbildung wird immer unverzichtbarer. Würde man mit dem gleichen Interesse BZ, Regionaljournal und Telebasel und selbstverständlich auch OnlineReports analysieren. Man hätte eine Grundlage für eine spannende Medienanalyse. Chapeau, Peter Knechtli.


Xaver Pfister, Basel



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"Spezielle Konfi (…) in Freien Strasse"

BZ Basel
Titel in der Ausgabe
vom 12. November 2021
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Das Wort "der" ging im Dreistöcker nicht mehr rein. Dann lässt man es eben einfach weg.

RückSpiegel


Die Medienwoche verlinkt auf den OnlineReports-Kommentar über das Medienrechts-Urteil des Baselbieter Kantonsgerichts zum Fall Wirtschaftskammer Baselland vs. "Basler Zeitung".

Der Tages-Anzeiger geht in seinem Bericht über die neue Post-Strategie auf OnlineReports-Nachrichten über die Verteuerung der Vereinspostfächer und die allgemeine Kostenpflicht für Postfächer ein.

In ihrem Beitrag über den Prozess der Wirtschaftskammer Baselland gegen einen ehemaligen Journalisten der "Basler Zeitung" nahm die Medienwoche auf OnlineReports Bezug.

20 Minuten nahm die OnlineReports-Geschichte über einen FCB-Hooligan und vor Appellationsgericht erfolglosen DNA-Verweigerer auf.

Die BZ Basel, Telebasel, Bajour und Prime News nahmen zum Rücktritt des Basler Nationalrats Christoph Eymann Bezug auf ein OnlineReports-Interview.

Die BZ Basel zog die OnlineReports-News über die Polizei-Kontrolle von Rechtsextremen in Bubendorf nach.

Telebasel nahm den OnlineReports-Primeur über die Sichtung einer Waschbären-Familie in Gelterkinden auf.

20 Minuten nahm die OnlineReports-Meldung über die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens gegen den Basler Grossrat Eric W. auf.

20 Minuten, Telebasel und die BZ Basel nahmen die OnlineReports-News über die Durchführung der Basler Herbstmesse auf. Die Basler Zeitung kam einen Tag später und unterliess die Quellennennung.

Bajour nahm im Artikel über die Basler Nano-Forschung auf eine OnlineReports-Meldung Bezug.

Im Beitrag von Prime News über die "zunehmende Missachtung der Aufgabentrennung zwischen Staat und Medien" wird OnlineReports zitiert.

Telebasel und die BZ Basel nahmen die OnlineReports-News über den Grund des Tramunglücks vom Oktober 2019 auf.

Die OnlineReports-Erstmeldung über die zweite Beschwerde von ex ASE-Präsident Simon Müller vor Bundesgericht wurde von der BZ Basel aufgenommen.

Die Medienwoche nahm den OnlineReports-Leitartikel über die Förderung von Onlinemedien ohne Subventionen in ihr Monitoring auf.

Telebasel, 20 Minuten und Primenews nahmen die OnlineReports-Exklusivmeldung über den Ausnahmezustand im überfüllten Gartenbad St. Jakob auf.

Weitere RückSpiegel

 

In einem Satz


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24 Mitarbeitende der Baselbieter Polizei kommen auf Ersuchen der Genfer Regierung für Aufgaben bei der Durchführung der 12. WTO-Ministerkonferenz zum Einsatz.

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Als Nachfolger der in Pension gehenden Yvonne Aellen wird Simon Leuenberger per 1. März 2022 die Leitung der Abteilung Grünflächen-Unterhalt der Stadtgärtnerei Basel.

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Die Pharma-Firma Bachem AG hat am 11. November in Bubendorf den Grundstein für den Bau des bisher grössen Produktionsgebäudes gelegt, das bis zu 150 neue meist hochqualifizierte Arbeitsplätze bieten wird.

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Für die demissionierenden Daniela Dolci Reidemeister, Gottlieb A. Keller und Sibylle Schürch treten Bernhard Berger, Annette Luther und Hans-Peter Wessels in Basler Universitätsrat ein.

Für die erstmalige Besetzung des Stiftungsrats der neuen Wohnbaustiftung und die Amtsdauer vom 1. Dezember 2021 bis 30. November 2025 wählte die Basler Regierung Sarah Barth, Agnes Dormann (Präsidentin), Manuela Jessica Scarpellino, Jürg Steiner und Felix Suter.

Eine klare Mehrheit der Justiz-, Sicherheits- und Sportkommission des Basler Grossen Rates folgt der Regeirung und empfiehlt die kantonale Volksinitiative "Grundrechte für Primaten" ohne Gegenvorschlag zur Ablehnung

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Tom Wiederkehr und Andrea Schäfer erhielten von der Basler Regierung den Zuschlag für den Betrieb des Pavillon-Cafés im Schützenmattpark ab 2023.

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