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"Mit Kopf und Herz": Alt Bundesrätin Ruth Dreifuss

"Die Henker werden nicht das letzte Wort haben"

Alt Bundesrätin Ruth Dreifuss an der Erinnerungsfeier für den verschollenen Regenwaldschützer Bruno Manser


Von Peter Knechtli


Mit engagierten Ansprachen und persönlichen Reminiszenzen, musikalischen Einlagen und Filmausschnitten erinnerten heute Samstagnachmittag in der Basler Elisabethenkirche gegen 400 Freunde und Sympathisierende an den vor fünf Jahren verschwundenen Regenwald-Aktivisten und Menschenrechtler Bruno Manser. Als Rednerin trat auch die frühere Bundesrätin Ruth Dreifuss auf.


Die Offene Kirche Elisabethen war randvoll gefüllt, als Lukas Kundert, Präsident des Kirchenrates der evangelisch-reformierten Kirche Basel-Stadt, die Feier unter dem Motto "Verschollen - nicht vergessen" eröffnete. Der Basler Bruno Manser, dessen Spur sich am 23. Mai 2000 irgendwo im Regenwald von Sarawak auf der Insel Borneo verlor, vermag die Menschen heute fast noch mehr in seinen Bann als zu Zeiten, in denen er mit unzähligen spektakulären Aktionen und zum grössten Missfallen der malaysischen Regierung auf das existenzbedrohende Schicksal des Penan-Volkes aufmerksam machte.

"Seine Beziehung war eine Liebesgeschichte"

"Wir wissen, dass Verbrecher nach seinem Leben trachteten", drückte Kundert "Zorn und Empörung" darüber aus, was dem damals als hochkarätigen Staatsfeind geltenden Bruno Manser "vielleicht geschehen ist - sicher aber den Penan geschieht". Kundert, auf die Interessen der Holzkonzerne und der malaysischen Regierung anspielend: "Aber die Henker werden nicht das letzte Wort haben."

In der Schweiz und in andern Ländern pflege Manser schon fast freundschaftliche Beziehungen bis in die Ministerien hinein. Dies bezeugte auch alt Bundesrätin Ruth Dreifuss, die dem Anliegen des Verschollenen immer mit ungeschminkter Sympathie begegnete, sich anderseits im Bundeshaus immer wieder auf "unerwartete Besuche" Mansers gefasst machen musste. "Seine Beziehung zu den Penan war eine Liebesgeschichte", schilderte Dreifuss, wie er "mit Kopf, Herz und Humor", aber auch mit viel ethnologischem, biologischem und botanischem Wissen für die Sache der Indigenen kämpfte, ohne seine Selbstkritikfähigkeit zu verlieren.

Unterstützung durch den bürgerlichen Gewerbedirektor

Unterstützt wurde Manser auch vom liberalen Basler Gewerbedirektor Christoph Eymann (Bild), der heute auch als Regierungsrat für richtig hielt, wie er damals zusammen mit Manser aufgeschlossene Handwerker auf die Verwendung einheimischen Holzes einschwörte und ihnen die verheerenden Folgen der Regenwald-Abholzung bewusst machte. Eymann war auch Zeuge davon wie die Holzindustrie Manser beschimpfte, ohne dass dieser mit gleicher verbaler Münze zurückzahlte. "Da spürte ich seine Überlegenheit", sagte Eymann an der Feier.

Für den Kabarettisten Franz Hohler "ist 'verschollen' eines der unheimlichsten Adjektive, die ich kenne". Es gebe heute am Sachverhalt keinen Zweifel mehr: "Bruno Manser ist tot." Hohler blendete zurück an eine Begegnung mit dem später Verschwundenen am Sitz des Bruno Manser Fonds (BMF) am Basler Heuberg, als ihm der Penan-Erfahrene anvertraute, er schlafe "nicht gern in Häusern", sondern draussen in der Hängematte - sozusagen "vor- und ausserhäuslich". Hohler über Manser: "Er verstand die Sprache des Lebens."

Auf die Agenda der Schweizer Aussenpolitik

Die Grüsse und Dankbarkeit sowie ein Gedicht des Penan-Volkes überbrachte Mutang Urud (Bild links), ein langjähriger Begleiter Mansers. Persönliche Erinnerungen, sowie Gebete Bruno Mansers trug der Umweltschützer Martin Vosseler ("Wir brauchen seinen Mut") vor. Laut Mansers Schwester Monika Niederberger ist das Schicksal ihres Bruders nach wie vor ungewiss: "Wir wissen bis heute nicht, was passiert ist." Hingegen sei klar, dass Bruno nicht nur in seinen Tagebüchern "ein grosses Vermächtnis hinterlassen" habe.

Die Veranstaltung, durch die Manser-Beistand Kaspar Müller führte, machte aber deutlich, dass der Widerstand gegen die Abholzung der Regenwälder - nicht nur in Malaysia - keineswegs gebrochen ist und nun in die Breite geht. Ein Indiz dafür ist eine brisante Manser-Biografie des Basler Journalisten Ruedi Suter, die in den nächsten Monaten im Zytglogge-Verlag erscheinen wird. BMF-Geschäftsführer Lukas Straumann forderte die Bundesbehörden auf, den Schutz der Regenwälder und der indigenen Völker "zu einem vordringlichen Anliegen der Schweizer Aussenpolitik zu machen". Zwar werde weiterhin brutal gerodet, so Straumann, aber: "Es ist noch nicht zu spät."

21. Mai 2005

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https://www.onlinereports.ch/fileadmin/templates/pics/gelesen.gif
"Laut Walter Benjamin zerstört die Reproduzierbarkeit von Kunstwerken zerstört laut Walter Benjamin deren Aura."

Basler Zeitung
vom 14. Januar 2021
https://www.onlinereports.ch/fileadmin/templates/pics/gelesen.gif

Sie zerstört sogar Zeitungsberichte.

RückSpiegel


Die BZ nahm die OnlineReports-News über die Schliessung des Zeitungsladens "Press&Books" auf der Basler SBB-Passerelle auf.

Telebasel, das Regionaljournal und die Basler Zeitung nahmen in ihren Nachrufen auf Corina Christen auf OnlineReports Bezug.

Der OnlineReports-Primeur über den Rücktritt das Basler Grünen-Präsidenten Harald Friedl nahmen die BZ, Prime News, das Regionaljournal, die Basler Zeitung und Telebasel auf.

Die Medienwoche berichtete bezüglich einer "Weltwoche"-Falschmeldung über den Basler Regierungsrat Lukas Engelberger darüber, dass Mörgeli die humoristische Gedankenspielerei auf Onlinereports.ch für bare Münze nahm.

In ihrer Presseschau über die Basler Regierungsratswahlen zitierete die BZ ausführlich aus OnlineReports.

Die Basler Zeitung nahm die OnlineReports-News über einen geplatzten Baselbieter Strafprozess auf.

Die Wochenzeitung ging in ihrem Bericht über den Abbau in grossen Schweizer Zeitungsredaktion auch auf "kleinere Player" wie OnlineReports ein.

Die BZ zieht den OnlineReports-Report über den Verzicht auf das Muttenzer Multiplex-Kino der "Kitag AG" nach.

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Die BZ kritisierte den designierten Basler SP-Regierungsrat Beat Jans für seinen Twitter-Tweet: "Wieso muss man in unserer Region eigentlich 'Onlinereports' lesen, wenn man sich umfassend informieren, statt belehren lassen will?"

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Bajour schreibt, die Berichte von OnlineReports zur Baselbieter Velobahn-Affäre gefielen ihr "am besten".

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Die BZ nahm die OnlineReports-Story über eine umstrittene Eichen-Fällung auf.

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Weitere RückSpiegel

 

In einem Satz


Medbase und das Kantonsspital Baselland (KSBL) werden das "Regionale Gesundheitszentrum Laufen" im "Birs Center" betreiben und damit ein breites ambulantes Angebot mit Notfallversorgung anbieten.

Am 18. Januar reichte in Basel das überparteiliche Komitee seine Volksinitiative zur Abschaffung des Präsidialdepartements und Reduktion der Anzahl der Regierungs-Mitglieder von 7 auf 5 mit 3'524 beglaubigten Unterschriften ein.

Am 1. April 2021 tritt Thomas Wenk (48) die neu geschaffene Stelle des Leiters der zentralisierten Informatik des Erziehungsdepartements an.

Der Basler SP-Grossrat Christian von Wartburg übernimmt für das Jahr 2021 die Präsidentschaft des Oberrheinrats.

Über das Referendum gegen den Allschwiler Quartierplan ALBA wid am 13. Juni abgestimmt.

Seit dem 4. Januar werden die Schülerinnen und Schüler der Sekundarschule Laufental in einem Neubau unterrichtet.

Raphael Kissling (29) wird zum Jahresbeginn neuer Geschäftsführer der Luftseilbahn Reigoldswil–Wasserfallen und Nachfolger von Johannes Sutter, der Stiftungsrat bleibt.

Die Muttenzer Gemeindeversammlung vom 9. Januar, 14 Uhr, wird auf Beschluss des Gemeinderates Corona-bedingt in der St. Jakob-Halle durchgeführt.

Für das Herbstsemester 2020 hat sich die Rekordzahl von 13'139 Studierenden und Doktorierenden für ein Studium an der Universität Basel eingeschrieben.

In Allschwil ist das Referendum gegen den Quartierplan "Alba" mit 601 gültigen Unterschriften zustande gekommen.

Michael Rolaz, derzeit Chief Development Officer CDO am Kantonsspital Baselland, wird neuer CEO der Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel (UPK).

Für die zurückgetretenen Ralph Lewin und Andreas Sturm wurden neu Kristyna Ters und Mathis Büttiker in den BKB-Bankrat gewählt, während das Präsidium und die bisherigen Mitglieder durch die Regierung bestätigt wurden.

Die Basler Regierung beschloss zur Unterstützung von Unternehmen in der zweiten Corona-Welle, das Kreditbürgschafts-Programm wiederaufzunehmen.

Urs Bühler wird per 1. März 2021 neuer Leiter der "Zentralen Informatik" des Kantons Baselland.

Die Baselbieter Regierung senkt den Verzugszins 2021 bei der Staatssteuer von 6 auf 5 Prozent, während der Vergütungszins unverändert bei 0,2 Prozent bleibt.

Das Budgetdefizit 2021 in Höhe von 2,2 Millionen Franken sei "mehrheitlich coronabedingt", schreibt der Birsfelder Gemeinderat.

Sarah Thönen wird am 1. April 2021 die Leitung des Bereichs "Jugend, Familie und Sport" des Kantons Basel-Stadt übernehmen.

Die Birsfelder Gemeinderätin Regula Meschberger wird ab 1. Januar 2021 als Nachfolgerin von Bianca Maag-Streit den "Verband Basellandschaftlicher Gemeinden" (VBLG) präsidieren.

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Der Basler Anwalt und Notar Andreas Waldmann zieht sich per 1. Januar 2021 aus der Kanzlei Waldmann Petitpierre als Partner zurück.

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