© Foto by DRG
"Wir sind noch in der Lernphase": Stadthühner auf Hausdach

Vier Hühner haben auf Gundeli-Hausdach Quartier bezogen

Begrüntes Flachdach an der Gundeldingerstrasse bietet vier Hühnern städtischen Lebensraum / Gegen 500 Eier pro Saison


Von Monika Jäggi


Die städtische Basler Nahrungsmittel-Produktion nimmt in kaum sichtbaren Schritten Gestalt an: Auf einem Flachdach im Gundeldinger-Quarter haben vier junge Hühner vor wenigen Tagen ihren Lebensraum bezogen. Kommendes Jahr werden sie den Bewohnern Eier liefern. Erste Erfahrungen mit den esten Stadthühnern sind positiv – und unterhaltsam.


Sie sind weiss, schwarz, grau und gesprenkelt und flauschig süss – die Steff, die Chantal, die Heather und die Lucy. So heisst der Familienzuwachs beim Paar Reiner/Baumgartner und der pickt seit vierzehn Tagen auf dem Dach des Mehrfamilienhauses an der Gundelingerstrasse 432. Er fühlt sich in der luftigen Höhe sichtlich wohl.

"Es ist ein Riesenspass", berichtet Alexander Reiner begeistert von seinen ersten Erfahrungen im Umgang mit den Hühnern – drei Seidenhühnern und einem Appenzeller Spitzhaubenhuhn, ein Pro Specie Rara-Huhn. Die vier Eier wurden in den Langen Erlen ausgebrütet. Die Hennen sind heute drei Monate alt. Sie werden in einigen Monaten ausgewachsen sein, lange, ausgefranste Federn tragen und einen kleinen Teil zur städtischen Nachrungsmittel-Produktion beitragen.

Keine Einsprachen – Nachbarn einverstanden

Das Projekt "Hühnerhaltung auf dem Dach" nahm seinen Anfang 2018, als sich Alexander Reiner und seine Partnerin Claudia Baumgartner dazu entschlossen, unerfahren wie sie damals in Sachen Hühnerhaltung noch waren, eben diesen Schritt zu wagen. Mangels Garten sollte das begrünte Flachdach, das allen zehn Stockwerk-Eigentümern gehört, aber nur von der Wohnung Reiner/Baumgartner aus direkt zugänglich ist, für die Haltung von Stadthühnern umgenutzt werden.

"Wir wollen soviel Natur wie möglich in die Stadt bringen", so Reiner damals über die Motivation. "Es geht aber auch um eine Horizonterweiterung und den Lernprozess". Während der Baupublikation im letzten Oktober gab es keine Einsprachen und die Hausnachbarn waren alle einverstanden. Dem Projekt stand also nichts mehr im Weg.

Schutz vor Marder und Greifvögel

Als die Baubewilligung erteilt wurde, gab es noch offene Fragen. Soll der Stall gekauft werden oder selber geschreinert werden? Wo soll der vorgeschriebene Schatten- und Regenschutzbereich hin und wie soll der gestaltet werden? Diese Unklarheiten haben sich im Laufe des Winters gelöst.

Stall und Volière hat der Projektinitiant selber gebaut: "Meine Lebenspartnerin ist Geschäftsführerin des Tierparks Lange Erlen, und so habe ich vom Know-How eines Bekannten aus dem Tierpark profitieren können", erklärt der Hobbyhandwerker. Heute steht der Stall auf Füsschen. Und voilà, damit war auch die Frage nach dem Schatten- und Regenschutz gelöst.

"Den ersten Regensturm haben sie unter dem Stall verbracht und gut überstanden", gibt ein erleichterter Reiner zu Protokoll. Auch die Frage nach Marder- und Greifvogelschutz – auf dieser Höhe auf jeden Fall ein Thema, denn Marder können klettern und für die Greifvögel wäre ein Hühnersnack perfekt – wurde gelöst. Die Volière ist mit Marderdraht eingefasst und abgedeckt. Die Auslauffläche beträgt 12 Quadratmeter, genug für vier kleine Hühnchen.

Überschauberer Aufwand

Heute freut sich Alexander Reiner über sein Engagement. Die Prägung der Hühner auf ihre Halter scheint ebenfalls erfolgreich zu verlaufen: "Sie picken mir die Körner bereits aus der Hand und werden immer vertrauter", so der Hühnervater. Hat er bereits ein Lieblingshuhn? "Es sind alle in ihrer Art eigen und unterschiedlich", das mache die Sache interessanter, sagt Reiner.

Auch der Aufwand für Putzen und Füttern sei überschaubar: "Wir sind noch in der Lernphase, aber es ist machbar", erklärt Reiner auf die Frage, wie sie als Anfänger mit der Haltungs-Anforderungen zurechtkämen. "Ich brauche täglich höchstens 15 Minuten, um Stall und die Volière auszumisten, und um Wasser und Körner nachzufüllen."

Bei Tomaten gibt's Streit

Der Jurist schwärmt von seinen Beobachtungen – und von ihrem Unterhaltungswert. "Es ist lustig, den Hennen einfach nur zuzuschauen." Die Truppe mache alles zusammen friedlich vereint im Team: putzen, schlafen, picken. Allerdings ist es vorbei mit dem Frieden, wenn statt Körner gelegentlich auch Tomaten auf dem Menuplan stehen: "Dann geht der Streit los."

Mit dem Eierlegen wird es erst nächstes Jahr losgehen. Noch sind die Hennen zu jung. 80 bis 120 Eier erwarten die Besitzer pro Huhn und pro Saison. Zunächst werden jedoch die Stockwerkeigentümer – ohne ihr Einverständnis würden weder Hühner gehalten noch Pläne für die Eierverarbeitung geschmiedet – zur Besichtigung eingeladen.

Die Hühner tragen Namen, sie picken aus der Hand – werden sie bald auf dem Sofa mit ihren Besitzern den Abend verbringen? Reiner lacht: "Nein auf keinen Fall, sie sind nicht stubenrein und sie gehören aufs Dach – wollen wir keine Konkurrenz mit unseren Katzen."

26. August 2019

Weiterführende Links:


 Ihre Meinung zu diesem Artikel
(Mails ohne kompletten Absender werden nicht bearbeitet)

Was Sie auch noch interessieren könnte

An Zwang und Freiheit
scheiden sich die Geister

16. November 2021

Peter Knechtli zum Schlussbericht
der baselstädtischen Klima-Kommission.


Reaktionen

Ab 2035: Verbot von
Öl- und Gasheizungen

15. November 2021

Die Basler Klimakommission legt ihren
umfangreichen Forderungskatalog vor.


Vorder Brüglingen weniger
romantisch erneuert

10. November 2021

Der Totalumbau in den Merian Gärten
ist in der Halbzeit angelangt.


Deutsche Bahn: Blindflug
ins Fussball-Stadion

1. November 2021

Roland Stark staunt über Schattenseiten
des Autotechnologie-Landes Deutschland.


Ein Wunderwerk holt Metall
aus Verbrennungs-Schlacke

29. Oktober 2021

Elbisgraben: Hier steht die modernste Anlage
für Metallrückgewinnung der Schweiz.


Reaktionen

Kaiseraugst: Geburtsort
der Schweizer Energiewende

25. September 2021

Die Bürgerinitiative NWA ist 51-jährig,
aber immer noch kampfbereit.


Reaktionen

Jans setzt seinen ersten
Basler Klima-Akzent

4. August 2021

Die Stadt Basel bewirbt sich für den

"European Green Capital Award".


Reaktionen

Was sagt Jans? Wo ist
sein "Klima-Departement"?

15. Juli 2021

Peter Knechtli über Klima-Management
im Sprühregen der Basler Lokalpolitik.


"Agro-Gentechnik war bisher
ein phänomenaler Misserfolg"

5. Juli 2021

Florianne Koechlin wirbt in ihrem neuen
Buch für eine Natürliche Landwirtschaft.


"Wir verstehen uns als
Teil der Recycling-Strategie"

11. Mai 2021

Liestaler Deponie "Höli": Ein Augenschein mit
Bürgergemeinde-Präsident Fanz Kaufmann.


Reaktionen

www.onlinereports.ch - Das unabhängige News-Portal der Nordwestschweiz

© Das Copyright sämtlicher auf dem Portal www.onlinereports.ch enthaltenen multimedialer Inhalte (Text, Bild, Audio, Video) liegt bei der OnlineReports GmbH sowie bei den Autorinnen und Autoren. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Veröffentlichungen jeder Art nur gegen Honorar und mit schriftlichem Einverständnis der Redaktion von OnlineReports.ch.

Die Redaktion bedingt hiermit jegliche Verantwortung und Haftung für Werbe-Banner oder andere Beiträge von Dritten oder einzelnen Autoren ab, die eigene Beiträge, wenn auch mit Zustimmung der Redaktion, auf der Plattform von OnlineReports publizieren. OnlineReports bemüht sich nach bestem Wissen und Gewissen darum, Urheber- und andere Rechte von Dritten durch ihre Publikationen nicht zu verletzen. Wer dennoch eine Verletzung derartiger Rechte auf OnlineReports feststellt, wird gebeten, die Redaktion umgehend zu informieren, damit die beanstandeten Inhalte unverzüglich entfernt werden können.

Auf dieser Website gibt es Links zu Websites Dritter. Sobald Sie diese anklicken, verlassen Sie unseren Einflussbereich. Für fremde Websites, zu welchen von dieser Website aus ein Link besteht, übernimmt OnlineReports keine inhaltliche oder rechtliche Verantwortung. Dasselbe gilt für Websites Dritter, die auf OnlineReports verlinken.

Theater Basel

"Verlorene Illusionen"
https://www.onlinereports.ch/fileadmin/templates/pics/gelesen.gif
"Zeiglingen: Heute Wolf gesuchtet"

OnlineReports.ch
Titel einer Meldung
vom 22. November 2021
https://www.onlinereports.ch/fileadmin/templates/pics/gelesen.gif

Er wurde dann in Zeglingen auch gefindet. Wenn schon falsch, dann richtig!

RückSpiegel


In ihrer Story über die amtliche Schliessung des Bistro "Cheesmeyer" in Sissach nahm die BZ auf OnlineReports Bezug.

Die BZ, Telebasel und Happy Radio nahmen die OnlineReports-Meldung über den Tod des Kleinbasler "Modezars" Roland Vögtli auf.

Die Medienwoche verlinkt auf den OnlineReports-Kommentar über das Medienrechts-Urteil des Baselbieter Kantonsgerichts zum Fall Wirtschaftskammer Baselland vs. "Basler Zeitung".

Der Tages-Anzeiger geht in seinem Bericht über die neue Post-Strategie auf OnlineReports-Nachrichten über die Verteuerung der Vereinspostfächer und die allgemeine Kostenpflicht für Postfächer ein.

In ihrem Beitrag über den Prozess der Wirtschaftskammer Baselland gegen einen ehemaligen Journalisten der "Basler Zeitung" nahm die Medienwoche auf OnlineReports Bezug.

20 Minuten nahm die OnlineReports-Geschichte über einen FCB-Hooligan und vor Appellationsgericht erfolglosen DNA-Verweigerer auf.

Die BZ Basel, Telebasel, Bajour und Prime News nahmen zum Rücktritt des Basler Nationalrats Christoph Eymann Bezug auf ein OnlineReports-Interview.

Die BZ Basel zog die OnlineReports-News über die Polizei-Kontrolle von Rechtsextremen in Bubendorf nach.

Telebasel nahm den OnlineReports-Primeur über die Sichtung einer Waschbären-Familie in Gelterkinden auf.

20 Minuten nahm die OnlineReports-Meldung über die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens gegen den Basler Grossrat Eric W. auf.

20 Minuten, Telebasel und die BZ Basel nahmen die OnlineReports-News über die Durchführung der Basler Herbstmesse auf. Die Basler Zeitung kam einen Tag später und unterliess die Quellennennung.

Bajour nahm im Artikel über die Basler Nano-Forschung auf eine OnlineReports-Meldung Bezug.

Im Beitrag von Prime News über die "zunehmende Missachtung der Aufgabentrennung zwischen Staat und Medien" wird OnlineReports zitiert.

Telebasel und die BZ Basel nahmen die OnlineReports-News über den Grund des Tramunglücks vom Oktober 2019 auf.

Die OnlineReports-Erstmeldung über die zweite Beschwerde von ex ASE-Präsident Simon Müller vor Bundesgericht wurde von der BZ Basel aufgenommen.

Die Medienwoche nahm den OnlineReports-Leitartikel über die Förderung von Onlinemedien ohne Subventionen in ihr Monitoring auf.

Telebasel, 20 Minuten und Primenews nahmen die OnlineReports-Exklusivmeldung über den Ausnahmezustand im überfüllten Gartenbad St. Jakob auf.

Weitere RückSpiegel

 

In einem Satz


Weil bei der Baselbieter Polizei Beat Krattiger, Chef Sicherheitspolizei, in etwa zwei Jahren vorzeitig in Pension gehen will, kommt es ab 1. Januar aus Gründen der Kontinuität zu einem Stellen-Tausch mit Reto Zuber, dem bisherigen Chef Planung und Einsatz.

Aufgrund der aktuellen pandemischen Lage und der damit verbundenen Unsicherheiten wird die Basler Museumsnacht am 21. Januar abgesagt und voraussichtlich auf den Freitag, 20. Mai 2022 verschoben.

Wegen der stark zunehmenden Corona-Fallzahlen, der hohen Belastung des Gesundheitssystems und der aktuellen Entwicklung setzte die Baselbieter Regierung den Kantonalen Krisenstab wieder ein und reaktivierte den Pandemieplan.

Zum 125-Jahre-Jubiläum schenkt die Basler Regierung der F. Hoffmann-La Roche AG einen originalen Basilisken-Brunnen, der 2023 am künftigen Science Square auf dem Roche-Gelände an der Ecke Peter Rot-Strasse / Chrischonastrasse montiert werden soll.

Die Ost-West-Piste des EuroAirports wird ab 2. Dezember aufgrund der Verschiebung des magnetischen Nordpols von "08/26" zu "07/25" umbenannt.

Die Geschäftsleitung des Landrats hat angesichts der stark steigenden Corona-Fallzahlen beschlossen, dass an den Landratssitzungen per sofort wieder Maskenpflicht gilt.

24 Mitarbeitende der Baselbieter Polizei kommen auf Ersuchen der Genfer Regierung für Aufgaben bei der Durchführung der 12. WTO-Ministerkonferenz zum Einsatz.

Der Basler Journalist, Historiker und langjährige Grossbritannien- und Irlandkorresponent von Radio SRF, Martin Alioth, ist am 18. November nach schwerer Krankheit im Alter von 67 Jahren gestorben.

Der FC Basel überträgt der Rennbahnklinik in Muttenz per sofort die medizinische Versorgung der 1. Mannschaft, der Frauen- und der Nachwuchsabteilung.

Als Nachfolger der in Pension gehenden Yvonne Aellen wird Simon Leuenberger per 1. März 2022 die Leitung der Abteilung Grünflächen-Unterhalt der Stadtgärtnerei Basel.

Die Mitglieder des Schutzverbandes EuroAirport wählten am 11. November die Reinacher Einwohnerrätin Katrin Joos Reimer als neue Präsidentin und Nachfolgerin von Landrätin Rahel Bänziger.

Die Pharma-Firma Bachem AG hat am 11. November in Bubendorf den Grundstein für den Bau des bisher grössen Produktionsgebäudes gelegt, das bis zu 150 neue meist hochqualifizierte Arbeitsplätze bieten wird.

Die Fassade der Synagoge der Israelitischen Kultusgemeinde in Lörrach wurde am 8. November in der Dunkelheit mit zwei Eiern beworfen.

Für die demissionierenden Daniela Dolci Reidemeister, Gottlieb A. Keller und Sibylle Schürch treten Bernhard Berger, Annette Luther und Hans-Peter Wessels in Basler Universitätsrat ein.

Für die erstmalige Besetzung des Stiftungsrats der neuen Wohnbaustiftung und die Amtsdauer vom 1. Dezember 2021 bis 30. November 2025 wählte die Basler Regierung Sarah Barth, Agnes Dormann (Präsidentin), Manuela Jessica Scarpellino, Jürg Steiner und Felix Suter.

Eine klare Mehrheit der Justiz-, Sicherheits- und Sportkommission des Basler Grossen Rates folgt der Regeirung und empfiehlt die kantonale Volksinitiative "Grundrechte für Primaten" ohne Gegenvorschlag zur Ablehnung

Trotz Steuerfuss von 65 Prozent rechnet das Budget 2022 der Stadt Liestal mit einem Defizit von 4,7 Millionen Franken.

Tom Wiederkehr und Andrea Schäfer erhielten von der Basler Regierung den Zuschlag für den Betrieb des Pavillon-Cafés im Schützenmattpark ab 2023.

Bettina Buomberger (40) wechselt von der Baselbieter Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion in die Finanz- und Kirchendirektion und übernimmt die Leitung des Personalamts an Stelle von Martin Lüthy, der den Kanton per 30. Oktober 2021 verlässt.

1'500 Unterschriften trägt die Petition an die Vertreter der Leimentaler Gemeinden, die mehr Velostrassen im Leimental fordert.

Die baselstädtische EVP nominiert Gemeinderätin Christine Kaufmann für das Riehener Gemeindepräsidium und gleichzeitig für den Gemeinderat, und Bürgerrat Daniele Agnolazza als Gemeinderat.

Flavio Casanova und Thomas Schneider werden neue Verwaltungsräte der Basler Verkehrs-Betriebe anstelle von Sibylle Oser und Kurt Altermatt, die nicht mehr zur Wiederwahl antreten.

Die SP Riehen nominierte den bereits amtierenden Gemeinderat Guido Vogel zusammen mit Grossrätin Edibe Gölgeli für den Gemeinderat.