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"Nein!" – Doch wie sag ich's meinen Schäfchen?

Basel/Liestal/Solothurn, 16. November 2013

Es gibt unter nicht wenigen Katholiken in beiden Basel ein starkes Bedürfnis nach mehr Gerechtigkeit. Dies äussert sich in den eingereichten kirchlichen Gleichstellungsinitiativen, die die Verankerung der gleichberechtigten Zulassung zum Priesteramt unabhängig von Zivilstand und Geschlecht in den Kirchenverfassungen verlangt. Das aus der kirchlichen Basis entsprungene – und von den Synoden als Kirchenparlamente in beiden Basel abgesegnete – Begehren ist hochbrisant, ja es kommt der Forderung nach einer grundlegenden Reform von bisherigen Kernüberzeugungen der offiziellen katholischen Kirche gleich.

Es ist vorgesehen, dass der Basler Bischof Felix Gmür Änderungen der baselstädtischen Kirchenverfassung genehmigen muss (jene des Baselbiets nicht). Nachdem die reformfreudigen Katholiken die Initiativen unterschrieben und eingereicht hatten, meldete sich der Bischof nun zu Wort. Er will – oder kann – von der kirchlichen Gleichstellung, wie sie die Begehren verlangen, nichts wissen.

Präsidenten als Sprachrohre

Doch wie soll er sein im Kern deutliches "Njet" dem etwas fortschrittlichen Teil seiner Glaubensfamilie beibringen, ohne für böses Blut zu sorgen? Ganz einfach: Nicht etwa er kommuniziert seinen abweisenden Bescheid an die Öffentlichkeit, sondern die Kirchenratspräsidenten der beiden Basel, Christian Griss (Basel-Stadt) und Ivo Corvini (Baselland), als Empfänger der bischöflichen Antwort amtieren als Sprachrohre des Bischofs. Indem sie – die Meinung des Bischofs zitierend und interpretierend – an die Öffentlichkeit treten, identifizieren sie sich nicht selbst schon mit der bischöflichen Position, aber sie signalisieren Nähe.

So verschickten den die beiden hochkarätigen Funktionäre eine Medienmitteilung, laut der Bischof Gmür "für die grosse Arbeit und die gewissenhafte Ausformulierung der Initiative" dankt. Doch dann folgt in ausgewählten Watte-Worten das, was die Initianten wohl als eigentlichen "Hammer" empfinden dürften: "Er macht einerseits konkrete Änderungsvorschläge", und äussert anderseits "aus kirchenrechtlicher wie auch verfassungsrechtlicher Sicht seine Bedenken".

Inzwischen kam die "Basler Zeitung" in den Besitz des ausführlich darlegenden Briefs von Bischof Gmür. Danach sei die Botschaft klar: "Schlicht zurückgewiesen" wird der zentrale Textabschnitt der Initiative, wonach die Landeskirche darauf hinwirken soll, dass bei der Weiterentwicklung des kanonischen Rechts Veränderungen beim Pflichtzölibat und bezüglich der Zulassung der Frauen zum Priesteramt ermöglicht werden. Die Haltung des Bischofs dazu: "Diese Formulierung fördert Konflikte, die aufgrund unterschiedlicher Auslegung des Textes entstehen."

"Anstiftung zu strafbaren Handlungen"

Dass eine öffentlich-rechtliche Körperschaft wie kantonale Kirchen darauf hinwirken kann, dass der Pflichtzölibat als Voraussetzung für das Priesteramt abgeschafft wird, lehnt der Bischof ab. "Nur der Papst alleine oder mit dem Bischofskollegium zusammen" könne diese rechtliche Voraussetzung ändern. Der Begriff "hinwirken" bleibe durch das kirchliche Recht ungedeckt, zitiert die BaZ weiter aus dem Bischofs-Brief, denn "in Disziplinarfragen handelte der höchste Gesetzgeber uneingeschränkt und erwartet den Gemeingehorsam der Gläubigen".

Aus seinen Erwägungen rechtfertigt der Bischof die Ablehnung der Initiativbegehren, dass er mit einer Zustimmung zum Verfassungstext die RKK-Mitglieder, insbesondere aber die Behördenmitglieder "in einen Gewissenskonflikt stürzen, ja zu strafbaren Handlungen anstiften" würde.

Synode-Präsident optimistisch

"Wir sehen das nicht so negativ", sagte heute Samstag Walter J. Ziegler als neuer Synode-Präsident der der Römisch-Katholischen Kirche Basel-Stadt zu OnlineReports. Vielmehr sei die Haltung des Bischofs "ein Nein, aber". Die Synode habe "kein pures Ja und Amen erwartet"; vielmehr gehe es um ein "Aufweichen der traditionellen kirchlichen Usanzen". Mitte Dezember soll die in Aussicht gestellte Aussprache mit Bischof Gmür stattfinden. "Der Prozess ist im Gange und intakt", meinte Ziegler weiter, und: "Es wird ein Fotschritt geben."




Weiterführende Links:
- Frauen als Priesterinnen: Der Brief von Bischof Gmür
- Kirchliche Gleichstellungs-Initiativen: Bischof bremst
- Katholiken beider Basel proben den Aufstand gegen Rom


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"Der frühere Lichthof wird zum Spatio"

bz
vom 28. Februar 2024
in einem Zwischentitel
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Fremdwörter sind Glücksache. Im Text steht "Patio", spanischer Begriff für (Innen-)Hof. Spazium ist auch hübsch.

RückSpiegel


Die bz zitiert den OnlineReports-Artikel über die Wiedereröffnung des Gefängnisses in Sissach.

Baseljetzt erzählt den OnlineReports-Artikel über die Räppli-Krise nach.

Das Regionaljournal Basel, Baseljetzt, BaZ und 20 Minuten vermelden mit Verweis auf OnlineReports den Baufehler bei der Tramhaltestelle Feldbergstrasse.

Die Basler Zeitung bezieht sich in einem Interview zu den Gemeindefusionen auf OnlineReports.

persoenlich.com und Klein Report vermelden mit Verweis auf OnlineReports die Personalrochade bei Prime News.

Die Volksstimme schreibt über die Wahl von Claudio Miozzari zum Grossratspräsidenten von Basel-Stadt und zitiert dabei OnlineReports.

In einem Artikel über die Leerstandsquote bei Büroflächen in Basel nimmt die bz den Bericht von OnlineReports über einen möglichen Umzug der Basler Polizei ins ehemalige Roche-Gebäude an der Viaduktstrasse auf.

Das Regionaljournal Basel und die bz berichten über die Bohrpläne der Schweizer Salinen im Röserental und beziehen sich dabei auf OnlineReports.

Landrat Thomas Noack zitiert in einem Carte-blanche-Beitrag in der Volksstimme aus dem OnlineReports-Artikel über die Finanzkrise in Baselbieter Gemeinden.

Die Nachrichtenagentur SDA nimmt Bezug auf OnlineReports und schreibt, dass SP-Nationalrätin Sarah Wyss für eine Regierungs-Kandidatur nicht zur Verfügung steht.

Baseljetzt und Klein Report vermelden mit Verweis auf OnlineReports, dass Swisscom die Führungen durch den Fernsehturm auf St. Chrischona einstellt.

20 Minuten und ein Podcast der Zeit nehmen den Artikel von OnlineReports über das Hupe-Verbot für das Kinderkarussell auf dem Münsterplatz auf.

Die bz zieht den OnlineReports-Artikel über die frühere Grellinger Kirchen-Kassiererin nach, die ihre Verurteilung vor Bundesgericht anficht.

Die Basler Zeitung und Happy Radio greifen die OnlineReports-Recherche zur Girema Bau AG auf.  

 

Weitere RückSpiegel

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In einem Satz


Cyril Bleisch übernimmt bei den Jungfreisinnigen Baselland das Präsidium von Lucio Sansano.

Die Basler Sozialdemokraten haben die SP queer Basel-Stadt gegründet und als neues Organ in den Statuten der Partei verankert.

Eiskunstläuferin Kimmy Repond und Wasserfahrer Adrian Rudin sind Basler Sportlerin beziehungsweise Basler Sportler des Jahres.

Jean-Luc Nordmann übergibt das Präsidium der Stiftung Tierpark Weihermätteli per 1. Januar 2024 an Martin Thommen.

Iris Graf steigt von der Projektleiterin und akademischen Mitarbeiterin der Baselbieter Fachstelle für die Gleichstellung von Frauen und Männern zur Leiterin auf.  

Sonja Kuhn,
ehemalige Co-Leiterin der Abteilung Kultur Basel-Stadt, ist neu Präsidentin der SRG Region Basel.

Florian Nagar-Hak und Saskia Bolz übernehmen die Leitung des Gesundheitszentrums Laufen, das zum Kantonsspital Baselland gehört.

Mohamed Almusibli übernimmt ab März 2024 die Direktion der Kunsthalle Basel von Elena Filipovic.

Marilena Baiatu ist neue Kommunikationsbeauftragte der Staatsanwaltschaft im Kanton Baselland und ersetzt Thomas Lyssy, der Ende November pensioniert wird.

 

Mitte-Landrat Simon Oberbeck folgt am 1. August 2024 als Geschäftsführer der Schweizerischen Vereinigung für Schifffahrtund Hafenwirtschaft auf André Auderset.

Die Junge SVP Basel-Stadt hat Demi Hablützel (25) einstimmig für zwei weitere Jahre als Präsidentin wiedergewählt.

Dominic Stöcklin wird neuer Leiter Marketing und Mitglied der Geschäftsleitung von Basel Tourismus.

 

Samir Stroh, aktuell Gemeindeverwalter in Brislach, übernimmt Anfang Mai 2024 die Leitung von Human Resources Basel-Stadt.

Das Sperber-Kollegium hat Sterneköchin Tanja Grandits zur "Ehrespalebärglemere 2023" ernannt.

Der mit 50'000 Franken dotierte Walder-Preis geht dieses Jahr an Konrad Knüsel, den Präsidenten des Vernetzungsprojekts Rodersdorf und des Naturschutzvereins Therwil.

Götz Arlt tritt am 1. Januar 2024 die Nachfolge von Christian Griss an und übernimmt die Stufenleitung der Sekundarschulen I im Bereich Volksschulen des Erziehungsdepartements Basel-Stadt.

Michael Gengenbacher tritt am 1. Februar 2024 seine neue Stelle als Chief Medical Officer (CMO) und Mitglied der Spitalleitung beim Bethesda Spital an.

Markus Zuber übernimmt am 1. Oktober die Leitung der St. Clara Forschung AG (St. Claraspital).

Das Präsidium der Juso Baselland besteht neu aus Clara Bonk, Angel Yakoub (Vize) und Toja Brenner (Vize).