Zürcher Tamedia kauft Radio Basilisk für 23,5 Millionen Franken

Noch vor wenigen Wochen bezeichnete Radio-Basilisk-Chef Christian Heeb den OnlineReports-Bericht als eine "absolute Null-Meldung" - jetzt ist es Tatsache: Der Zürcher Tamedia-Verlag kauft das Basler Lokalradio-Imperium zum Preis von 23,75 Millionen Franken. Dies gaben die beiden Firmen am Dienstagmorgen an einer gemeinsamen Medienorientierung bekannt.
Basel/Zürich, 28. Mai 2002

Der Kauf erstreckt sich auf 100 Prozent der Aktien der Radio Basilisk Betriebs AG und der LH-Holding AG. Die beiden Basilisk-Gründer Christian Heeb und Hansruedi Ledermann bleiben in der Firma: Heeb als Präsident und Geschäftsleiter der Radio Basilisk Betriebs AG, Ledermann als Präsident und Geschäftsführer der LH-Holding, zu der Werbeakqusitionsfirma Medag AG gehört. Als Grund für den Verkauf nannten sie die "beste Garantie für die Weiterentwicklung und Eigenständigkeit von Radio Basilisk". Der Tamedia ("Tages-Anzeiger", "SonntagsZeitung", "Facts", "Radio 24", "TeleZüri") eröffneten sich mit der neu erworbenen Lokalradiostation "Synergien im Verkauf von Werbung", da sich bereits "Radio 24" im Besitz der Tamedia befindet. Der Verkauf muss noch von der Wettbewerbskommission und vom Bundesamt für Kommunikation (Bakom) abgesegnet werden.

Vor wenigen Wochen waren die Gespräche über ein verstärktes Engagemenent der Basler Mediengruppe an Radio Basilisk mangels Verständigung eingstellt worden. Die Basler Mediengruppe und ihr nahestehende Personen verkauften ihre 40-Prozent-Anteile an der LH Holding an Heeb und Ledermann zurück. Gleichzeitig bestätigte das Basler Verlagshaus sein Interesse an Radio Edelweiss in Liestal.

Gegenüber OnlineReports erklärte Beat Meyer, der CEO der Basler Mediengruppe, bezüglich der "Basilisken"-Pläne, er habe schon bei Abbruch der geschäftlichen Beziehungen "gewusst, dass die Konstellation in dieser Art und Weise spielen". Deshalb habe die Basler Mediengruppe mit "Radio Edelweiss" eine "Alternativ-Strategie" entwickelt. Noch heute Dienstag werde das Konzessionsgesuch für eine Mehrheitsbeteiligung am Liestaler Lokalsender an das Bakom abgeschickt. Wichtigen "Edelweiss"-Aktionären sei ein Übernahme-Angebot unterbreitet worden. Die Gespräche seien "relativ weit forgeschritten". Die Basler Mediengruppe hoffe jetzt, dass die Behörden gegen die "Edelweiss"-Übernahme keine Einwände äusserten. Deshalb werde die Basler Mediengruppe auch gegen das Tamedia-Engagement auf dem Platz Basel auch keine Vorbehalte anbringen, sondern in "eine Wettbewerbssituation einsteigen".

Aus der Sicht der Tamedia mache ein Engagement auf dem Lokalradio-Platz Basel durchaus Sinn, sagte Meyer weiter. Damit werde "Basilisk" sehr stark. Ob der Sender tatsächlich seine Basler Selbständigkeit behalten könne, "muss die Zukunft zeigen". Sorgen bereite ihm das Tamedia-Einstieg in Basel nicht, "sofern unser Konzessiuonsgesuch mit den gleichen Ellen gemessen wird". Von seiner Seite aus sei "im Moment kein grosses Bedürfnis", mit dem Zürcher Tamedia-Verlag Gespräche beispielsweise über einen gemeinsamen Werbepool aufzunehmen.



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