© Fotos by Monika Jäggi, OnlineReports.ch


Fremde Köche sollen das Quartier zusammenbringen

Neuartiges kulinarisches Angebot in Basel: Einmal wöchentlich wird die Küche für Köche aus dem Quartier geöffnet. Möglich macht’s die "Café Bar Rosenkranz" im oberen St. Johann. Übermorgen Freitag geht’s los.
Basel, 14. Januar 2015

Die gut bestückte Bar fällt beim Eintreten ins Lokal als Erstes auf – gleich nach der silbrig glänzenden Kaffeemaschine, die hinter der Cafébar thront. Einige der Tischchen sind besetzt. Marc Rosenkranz (Bild), Pächter im "Café Bar Rosenkranz" begrüsst neu Eintretende mit Vornamen – man kennt sich.

Der Ex-Balletttänzer und Barista hat das ehemalige "Feli's Café" im roten Jugendstilhaus an der Kreuzung St. Johanns-Ring/Mittlere Strasse vor rund drei Monaten übernommen. Seither geben sich Quartierbewohner, bekannte Literaten und Künstler, aber auch viele Handwerker die Klinke in die Hand. "Ich hatte einen Superstart", schwärmt der gebürtige Berliner, "ich konnte die Stammkundschaft übernehmen".

Aber damit gibt er sich nicht zufrieden. Rosenkranz hegt räumliche Ausbaupläne. Sobald es wärmer wird, sollen auf dem Trottoir rund 25 Sitzplätze für die Bewirtung zur Verfügung stehen. Der Ort ist bestens für die Aussenbewirtschaftung geeignet, denn die Kreuzung wurde im Rahmen der Werkstadt Basel in den neunziger Jahren verkehrsberuhigt: Sie wurde verengt, Parkplätze wurden aufgehoben und die Trottoirs verbreitert. Bäume wurden gepflanzt, Rabatten angelegt und Baumpatenschaften vergeben. Um die Kreuzung herum hat sich bereits ein winziges Dienstleistungszentrum gebildet mit Coiffeur- und Blumenladen und einer Vinothek.

Einmal wöchentlich fremde Köche

Das Café – so der Wunsch von Rosenkranz - soll sich auch als kultureller und kulinarischer Treffpunkt etablieren und zur Quartierbelebung beitragen. Allerdings lässt sich das nicht nur mit verlängerten Öffnungszeiten, einer Bar und gutem Café erreichen, wie er nach seiner fulminanten Einstiegsphase etwas ernüchtert feststellen musste – zumal auch sein Mittagessen-Angebot noch zu wenig bekannt ist. So entstand die Idee mit einer offenen Küche: "Einmal pro Woche will ich meine Küche für begabte Köche öffnen", erklärt er gegenüber OnlineReports.

Kommenden Freitag feiert die offene Küche Premiere – mit einer tschechischen Neujahrs-Suppe. Vorerst wird aber noch auf kleinem Feuer geköchelt. "Auch mit einer Suppe kann man die Leute zusammenbringen", zeigt sich Rosenkranz überzeugt.

Die Idee dazu hatte die Quartierbewohnerin Elisabeth Wiessner. Und sie bringt dafür gleich ihre persönliche Erfahrung ein: "In einer Quartierbeiz in Amsterdam habe ich die offene Küche zum ersten Mal kennengelernt", erklärt sie. "Am Neujahrstag wird dort für alle im Quartier eine Kleinigkeit serviert – die Gäste zahlen nur den Wein". Die Linsensuppen-Tradition zum Neujahr wiederum hat sie in Tschechien bei ihrer erweiterten Familie kennengelernt. "Linsen stehen dort für Geld, der Speck für Glück."

Keine Greenhorns in der Küche

Allerdings kann nicht einfach jedermann seine Kochkünste in der offenen Küche ausleben. "Es müssen Leute sein, die etwas vom Kochen verstehen. Greenhorns lasse ich nicht in die Küche", zeigt sich Rosenkranz bestimmt. Zudem würden die kulinarischen Akteure eine Einführung erhalten. Aber auch die hygienischen Vorschriften müssen beachtet werden. "Ich werde während des Kochvorgangs immer anwesend sein." Die Produkte kaufen die Gast-Köche selber ein. "Sie müssen selber wirtschaften, der Preis wird individuell bestimmt. Klar ist aber, dass die Suppe für alle erschwinglich sein soll", macht der Pächter klar.

Mit dieser Idee will er auch das multikulturelle Basel ansprechen: "Die Stadt ist international. Die Leute, die hier arbeiten und wohnen, sollen anderen ihre Lieblingsgerichte anbieten können." Er freut sich bereits auf ein kulinarisches Intermezzo. Vorerst bleibt Rosenkranz aber noch realistisch: "Wir werden sehen, wie es sich entwickelt", sagt der kreative Pächter. Bewährt sich die Suppen-Idee, will er externe Köche auch ganze Menüs zubereiten lassen.

 

Info
Offene Küche in der Café Bar Rosenkranz, St. Johanns-Ring 102, 4056 Basel
Freitag 16. Januar 2015: Linsensuppe von 11 Uhr bis 19 Uhr. (S het solang s het).

Öffnungszeiten Mo-Fr 7-19 Uhr/Sa 9-17 Uhr/SO Ruhetag
Telefon 061 501 84 11



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Theater Basel

"Die Aufdrängung"
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"In der Nacht auf Dienstag kam am Totentanz in Basel zu einem Totenfall."

nau.ch
vom 3. Januar 2023
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Ein anschauliches Fall-Beispiel.

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