"Luzerner Rohstoffkonzern Trafigura zerstört Regenwald"

Scharfe Attacke gegen den Luzerner Weltkonzern Trafigura: Dieser müsse sofort den Handel mit Agrotreibstoffen aus malaysischem Palmöl stoppen – fordert der sich für den Regenwald und seine Bewohner einsetzende Bruno Manser Fonds in Basel.
Basel, 8. Juni 2009

Palmöl statt Regenwälder: Mit dieser – nie ausgesprochenen – Devise werden auch in Malaysia die Regenwälder von Regierung und Industrie durch riesige Palm-Monokulturen ersetzt – trotz hoher Risiken für Fauna, Flora und Klima. Daran mitbeteiligt ist laut den Vorwürfen des Bruno Manser Fonds (BMF) der in Luzern ansässige Rohstoffkonzern Trafigura (Bild: Logo). So beziehe die Trafigura AG seit Januar monatlich zwischen 5'000 und 7'000 Tonnen Palmöl von der malaysischen Carbotech Bhd. Gemäss seinen Recherchen, schreibt der BMF in seiner heutigen Medienmitteilung (Titel: "Luzerner Rohstoffkonzern Trafigura zerstört den Regenwald"), werde Trafigura bis Ende 2009 von Carbotech bis zu 84'000 Tonnen Palmöl zur Verbrennung als Agrotreibstoff in Europa und den USA beziehen. Abgewickelt werde das Geschäft über die holländische Trafigura-Tochter Trafigura Beheer BV.

Der Luzerner Konzern beziehe 500'000 Tonnen Palmöl und spiele "eine zentrale Rolle" im Palmöl-Handel mit Malaysia. Überdies sei Trafigura an der Entwicklung von Agrotreibstoff-Fabriken im waldreichen malaysischen Bundesstaat Sarawak auf der Insel Borneo beteiligt – exakt dem Gebiet, wo sich bereits der 2000 verschollene Regenwaldschützer Bruno Manser für die Penan-Nomaden gegen Holz- und Palmkonzerne zur Wehr setzte. Entsprechend hart reagiert BMF-Geschäftsleiter Lukas Straumann auf die Geschäftspraktiken des Luzerner Konzerns: "Wir verlangen, dass sich Trafigura unverzüglich aus dem für Umwelt und Klima äusserst schädlichen Geschäft mit Agrotreibstoffen aus Palmöl zurückzieht!" Geschehe dies nicht, mache sich Trafigura "sonst direkt verantwortlich für die Zerstörung der tropischen Regenwälder von Südostasien".

Trafigura in Giftmüll-Skandal verwickelt

Die Anlage neuer Palmöl- und Papierholzplantagen sei die "Hauptursache für die rasch fortschreitende Zerstörung der Regenwälder in Malaysia und Indonesien", kritisiert Straumann mit dem Hinweis, die Ausweitung der Plantagen werde in der Regel auch unter Missachtung der Landrechte indigener Gemeinden vorangetrieben. Wegen Umweltzerstörung und Menschenrechtsrechtverletzungen sei die in 37 Staaten tätige Trafigura bereits 2006 aufgrund des erschütternden Giftmüll-Skandals in der Elfenbeinküste in die Schlagzeilen geraten. Dort starben wegen einer in der Hauptstadt Abidjan angelegten Deponie mit aus Europa importiertem Giftmüll über ein Dutzend Menschen, andere trugen bleibende Gesundheitsschäden davon. Der Trafigura-Konzern, er machte 2008 73 Milliarden US-Dollar Umsatz, musste in der Folge 152 Millionen Euro Entschädigung an die Elfenbeinküste zahlen.

Wie wichtig die Erhaltung der letzten tropischen Regenwälder für das Klima und ihre Verteidigung gegen Holz- und Palmölkonzerne sind, darüber wird am nächsten Wochenende im basellandschaftlichen Hölstein diskutiert. An dem vom 12. bis 14. Juni stattfindenden Treffen des Forest Movement Europe werden 60 Teilnehmende aus 23 Staaten erwartet – worunter auch Vertreter von Nichtregierungsorganisationen aus Malaysia, Indonesen, Kolumbien und Ghana. Die Organisatoren der Konferenz: Der BMF in Zusammenarbeit mit der europäischen Umwelt-Lobby FERN. Am Treffen soll dem "Fall Trafigura in Malaysia" besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden.

 

Eine von OnlineReports bei Trafigura erbetene Stellungnahme steht noch aus.



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Theater Basel

"Un sentiment de vie"
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"weibliche Schriftstellerinnen"

Schweizer Radio SRF 2 Kultur
Kultur kompakt
vom 6. Oktober 2021
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Genderpolitisch korrekt, es gibt heutzutage auch männliche Schriftstellerinnen.

RückSpiegel


20 Minuten nahm die OnlineReports-Geschichte über einen FCB-Hooligan und vor Appellationsgericht erfolglosen DNA-Verweigerer auf.

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Die BZ Basel zog die OnlineReports-News über die Polizei-Kontrolle von Rechtsextremen in Bubendorf nach.

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20 Minuten nahm die OnlineReports-Meldung über die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens gegen den Basler Grossrat Eric W. auf.

20 Minuten, Telebasel und die BZ Basel nahmen die OnlineReports-News über die Durchführung der Basler Herbstmesse auf. Die Basler Zeitung kam einen Tag später und unterliess die Quellennennung.

Bajour nahm im Artikel über die Basler Nano-Forschung auf eine OnlineReports-Meldung Bezug.

Im Beitrag von Prime News über die "zunehmende Missachtung der Aufgabentrennung zwischen Staat und Medien" wird OnlineReports zitiert.

Telebasel und die BZ Basel nahmen die OnlineReports-News über den Grund des Tramunglücks vom Oktober 2019 auf.

Die OnlineReports-Erstmeldung über die zweite Beschwerde von ex ASE-Präsident Simon Müller vor Bundesgericht wurde von der BZ Basel aufgenommen.

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Telebasel, 20 Minuten und Primenews nahmen die OnlineReports-Exklusivmeldung über den Ausnahmezustand im überfüllten Gartenbad St. Jakob auf.

Weitere RückSpiegel

 

In einem Satz


Die grünliberale Fraktion wählt Grossrat Bülent Pekerman ins Büro des Basler Grossen Rates und nominiert ihn damit im kommenden Jahr für das Amt des Statthalters und im 2023 zum ersten Grossratspräsidenten der GLP.

Das Basler Silvester-Feuerwerk kann auch dieses Jahr wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden.

Die frühere Baselbieter SP-Landrätin und Landrats-Präsidentin Heidy Strub ist am 21. September im Alter von 83 Jahren gestorben.

Die Birsfelder EVP-Landrätin Sara Fritz tritt nach zwölf Jahren zurück, um ihren Muttenzer Parteikollegen Thomas Buser nachrücken zu lassen.

Der Kanton Basel-Stadt budgetiert für das Jahr 2022 einen Überschuss von 78 Millionen Franken.

Ab dem 1. Oktober übernimmt Jonathan Koellreuter die Leitung des Portfolio-Managements bei Immobilien Basel-Stadt (IBS).

Raffael Kubalek wird per 1. Oktober neuer stellvertretender Generalsekretär in der Baselbieter Sicherheitsdirektion und Nachfolger von Katrin Bartels, die Gemeindeverwalterin von Arlesheim wird.

Laut Beschluss der Mitgliederversammlung stehen Patricia von Falkenstein als Präsidentin und Michael Hug als Vize "für (mindestens) vier weitere Jahre" (so die offizielle Medienmitteilung) der Basler LDP vor.

Der 52-jährige Museumsfachmann Werner Hanak übernimmt auf 15. Oktober 2021 die stellvertretende Leitung der Abteilung Kultur Basel-Stadt.

Die Basler Regierung beantragt für die Weiterführung der kantonalen Entwicklungs-Zusammenarbeit für die Jahre 2022 bis 2025 Ausgaben in der Höhe von acht Millionen Franken.

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Die imposante Kanada-Pappel auf dem Basler Wiesendamm steht nicht mehr stabil und ihr Stammfuss ist teilweise faul, weshalb sie am 16. August gefällt und durch einen Jungbaum ersetzt wird.

Der 30-jährige Rechtsverteidiger Michael Lang wechselt per sofort von Borussia Mönchengladbach zurück zum FC Basel.

Barbara Rentsch wird neue Geschäftsleiterin der staatlichen Liegenschafts-Verwaltung Immobilien Basel-Stadt (IBS) und Nachfolgerin von Rolf Borner, der das Finanzdepartement per Ende Juli verlassen wird.

Christoph Gloor wird per 1. Juli neuer Präsident der Stiftung des Kunstmuseums Basel als Nachfolger von Markus Altwegg.

Sämtliche Nacht-S-Bahnen, Nachttrams und Nachtbusse des TNW-Nachtnetzes verkehren ab dem ersten Wochenende im Juli wieder gemäss Fahrplan.

Hptm Pascal Geiger wird per 1. Juli 2021 die Leitung der Sicherheitspolizei Ost von Hptm Armin Reichenstein übernehmen, der intern in die Verkehrspolizei wechselt.

Das Basler Gesundheitsdepartement hebt die befristete Verfügung "Allgemeine Maskentragpflicht und Konsumationsverbot von Speisen und Getränken auf Allmend in der Steinenvorstadt" per Samstag, 26. Juni, auf.

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