Veruntreuung: 20 Monate für Grellinger Kirchen-Kassiererin

Muttenz/Grellingen, 26. Mai 2021

Das Baselbieter Strafgericht hat heute Mittwochmorgen die 49-jährige ehemalige Kassiererin der römisch-katholischen Kirchgemeinde Grellingen und der CVP Baselland verurteilt: Sie erhält wegen mehrfacher Veruntreuung und Urkundenfälschung eine bedingte Gefängnisstrafe von 20 Monaten mit einer Probezeit von zwei Jahren.

Vom Anklagepunkt der falschen Anschuldigung wurde die Betriebswirtschafterin freigesprochen.
 

Die Angeklagte, welche die Kirchgemeinde um 316'000 Franken und die CVP Baselland um 90'000 Franken geschädigt hatte, war an der Urteilsverkündung krankgeschrieben und nicht anwesend.


Die Staatsanwaltschaft hatte ihr mehrfache Veruntreuung, Urkundenfälschung und falsche Anschuldigung vorgeworfen und eine Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren, davon sechs Monate unbedingt, gefordert.

Strafmilderung dank Rückzahlung

Die Strafmilderung um zehn Monate begründete das Straf-Dreiergericht unter dem Vorsitz von Irene Laeuchli damit, dass die Beschuldigte den Schadensbetrag von 400'000 Franken in der Zwischenzeit vollständig zurückbezahlt hat.

Diesen Betrag hatte die Angeklagte in den Jahren 2017 und 2018 in den Umbau und die Renovation des Liesberger Western-Lokals "Little Nashville" investiert, das ihr und einer Kollegin gehört. Die Veruntreuung der Beträge kaschierte sie mit gefälschten Protokollen, Kontoauszügen und Aktennotizen. In der Hauptverhandlung behauptete sie, die "Darlehen" seien mit Zustimmung der Kirchgemeindepräsidentin erfolgt, weil eine erwartete Erbschaft ihrer "Nashville"-Partnerin noch nicht erfolgt sei.

Sie wollte "eigene Haut retten"
 

Den Anklagepunkt der falschen Anschuldigung liess das Gericht fallen, weil die Angeklagte damit vor allem "ihre eigene Haut retten wollte". Die Kirchgemeindepräsidentin dagegen sei "glaubwürdig", weil sie bei Entdeckung der verdächtigen Überweisungen "sofort Anzeige erstattet" habe.
 

Dagegen seien die Überweisungen durch die Kassiererin "unrechtmässig" erfolgt. Ihre "Nashville GmbH"-Geschäftspartnerin habe erst im Verlaufe des Strafverfahrens erfahren, woher die 400'000 Franken tatsächlich stammten.

Erfundene Hacker-Story
 

Als "völlig abstrus" bezeichnete die Richterin die Hacker-Geschichte, die die Beschuldigte zur Erklärung von gefälschten Lieferanten Rechnungen und Postfinance-Kontoauszügen aufgetischt hatte: Hätte tatsächlich ein Dritter die Hände im Spiel gehabt, "wäre das Geld in Richtung Hacker geflossen und nicht in Richtung 'Little Nashville'".
 

Die heute 49-jährige, nicht vorbestrafte Angeklagte habe das Vertrauen der Kirchgemeinde und der CVP "rücksichtslos ausgenützt", nicht in Not gehandelt und weder Einsicht noch Reue gezeigt.

Staatsanwalt: "Mildes Urteil"
 

Weil die "Prognosen gut" seien, könne ihr eine bedingte Strafe ausgesprochen werden, so die Richterin weiter. Ob die Parteien das Urteil akzeptieren werden, ist noch offen.

Der anklagende Staatsanwalt János Fábián sprach gegenüber OnlineReports von einem "sehr milden Urteil". "Überraschend" sei für ihn, dass das Gericht den Tatbestand der falschen Anschuldigung habe fallen lassen. Das könne er "nicht ganz nachvollziehen", doch damit könne er "knapp leben". Falls die Beschuldigte gegen das Urteil appellieren wird, werde er "eine Anschlussberufung erwägen".


Noch Forderungen im Nacken

Sicher werden die verschiedenen Kassen-Griffe der ungetreuen Finanzfrau aber noch einige Zeit im Nacken sitzen. Auf sie warten die Begleichung verschiedener Ansprüche wie Parteientschädigungen, Gebühren in fünfstelliger Höhe und die Rückerstattung der Kosten für den mit saftigen Rechnungen aufwartenden Pflichtverteidiger, wenn es ihre finanziellen Verhältnisse wieder erlauben.

Kommentar zum Urteil: "Ein schaler Nachgeschmack"




Weiterführende Links:
- 400'000 Franken: Der christliche Kassen-Griff vor Strafgericht


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"Häxegässli"

Regionaljournal
von Radio SRF
am 5. Oktober 2021
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Klingt nacht Altstadt. Wir wussten offen gestanden auch nicht, dass es ein "Hexenweglein" gibt.

Alles mit scharf

Auf die Zutaten kommt es an

RückSpiegel


20 Minuten nahm die OnlineReports-Geschichte über einen FCB-Hooligan und vor Appellationsgericht erfolglosen DNA-Verweigerer auf.

Die BZ Basel, Telebasel, Bajour und Prime News nahmen zum Rücktritt des Basler Nationalrats Christoph Eymann Bezug auf ein OnlineReports-Interview.

Die BZ Basel zog die OnlineReports-News über die Polizei-Kontrolle von Rechtsextremen in Bubendorf nach.

Telebasel nahm den OnlineReports-Primeur über die Sichtung einer Waschbären-Familie in Gelterkinden auf.

20 Minuten nahm die OnlineReports-Meldung über die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens gegen den Basler Grossrat Eric W. auf.

20 Minuten, Telebasel und die BZ Basel nahmen die OnlineReports-News über die Durchführung der Basler Herbstmesse auf. Die Basler Zeitung kam einen Tag später und unterliess die Quellennennung.

Bajour nahm im Artikel über die Basler Nano-Forschung auf eine OnlineReports-Meldung Bezug.

Im Beitrag von Prime News über die "zunehmende Missachtung der Aufgabentrennung zwischen Staat und Medien" wird OnlineReports zitiert.

Telebasel und die BZ Basel nahmen die OnlineReports-News über den Grund des Tramunglücks vom Oktober 2019 auf.

Die OnlineReports-Erstmeldung über die zweite Beschwerde von ex ASE-Präsident Simon Müller vor Bundesgericht wurde von der BZ Basel aufgenommen.

Die Medienwoche nahm den OnlineReports-Leitartikel über die Förderung von Onlinemedien ohne Subventionen in ihr Monitoring auf.

Telebasel, 20 Minuten und Primenews nahmen die OnlineReports-Exklusivmeldung über den Ausnahmezustand im überfüllten Gartenbad St. Jakob auf.

Weitere RückSpiegel

 

In einem Satz


Die grünliberale Fraktion wählt Grossrat Bülent Pekerman ins Büro des Basler Grossen Rates und nominiert ihn damit im kommenden Jahr für das Amt des Statthalters und im 2023 zum ersten Grossratspräsidenten der GLP.

Das Basler Silvester-Feuerwerk kann auch dieses Jahr wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden.

Die frühere Baselbieter SP-Landrätin und Landrats-Präsidentin Heidy Strub ist am 21. September im Alter von 83 Jahren gestorben.

Die Birsfelder EVP-Landrätin Sara Fritz tritt nach zwölf Jahren zurück, um ihren Muttenzer Parteikollegen Thomas Buser nachrücken zu lassen.

Der Kanton Basel-Stadt budgetiert für das Jahr 2022 einen Überschuss von 78 Millionen Franken.

Ab dem 1. Oktober übernimmt Jonathan Koellreuter die Leitung des Portfolio-Managements bei Immobilien Basel-Stadt (IBS).

Raffael Kubalek wird per 1. Oktober neuer stellvertretender Generalsekretär in der Baselbieter Sicherheitsdirektion und Nachfolger von Katrin Bartels, die Gemeindeverwalterin von Arlesheim wird.

Laut Beschluss der Mitgliederversammlung stehen Patricia von Falkenstein als Präsidentin und Michael Hug als Vize "für (mindestens) vier weitere Jahre" (so die offizielle Medienmitteilung) der Basler LDP vor.

Der 52-jährige Museumsfachmann Werner Hanak übernimmt auf 15. Oktober 2021 die stellvertretende Leitung der Abteilung Kultur Basel-Stadt.

Die Basler Regierung beantragt für die Weiterführung der kantonalen Entwicklungs-Zusammenarbeit für die Jahre 2022 bis 2025 Ausgaben in der Höhe von acht Millionen Franken.

Im Baselbiet sinkt der Leerwohnungsbestand auf 1 Prozent, was einem noch tieferen Wert entspricht, der derzeit in Basel-Stadt gilt.

Die Baselbieter Juso haben am 16. August über 2’100 Unterschriften für ihre Initiative "ÖV für alle" eingereicht, die das U-Abo für alle im Kanton wohnhaften Personen gebührenfrei machen will.

Die imposante Kanada-Pappel auf dem Basler Wiesendamm steht nicht mehr stabil und ihr Stammfuss ist teilweise faul, weshalb sie am 16. August gefällt und durch einen Jungbaum ersetzt wird.

Der 30-jährige Rechtsverteidiger Michael Lang wechselt per sofort von Borussia Mönchengladbach zurück zum FC Basel.

Barbara Rentsch wird neue Geschäftsleiterin der staatlichen Liegenschafts-Verwaltung Immobilien Basel-Stadt (IBS) und Nachfolgerin von Rolf Borner, der das Finanzdepartement per Ende Juli verlassen wird.

Christoph Gloor wird per 1. Juli neuer Präsident der Stiftung des Kunstmuseums Basel als Nachfolger von Markus Altwegg.

Sämtliche Nacht-S-Bahnen, Nachttrams und Nachtbusse des TNW-Nachtnetzes verkehren ab dem ersten Wochenende im Juli wieder gemäss Fahrplan.

Hptm Pascal Geiger wird per 1. Juli 2021 die Leitung der Sicherheitspolizei Ost von Hptm Armin Reichenstein übernehmen, der intern in die Verkehrspolizei wechselt.

Das Basler Gesundheitsdepartement hebt die befristete Verfügung "Allgemeine Maskentragpflicht und Konsumationsverbot von Speisen und Getränken auf Allmend in der Steinenvorstadt" per Samstag, 26. Juni, auf.

Corinne Hügli wird per 1. Oktober neue Leiterin des Statistischen Amts Baselland und Nachfolgerin von Johann Christoffel, der Ende September in den Ruhestand tritt.

Als Nachfolger von Felix Keller übernimmt am 1. Juli Simon Oberbeck das Präsidium der Baselbieter CVP/GLP-Fraktion.

Der diplomierte Ingenieur Florian Kaufmann wird per 1. September im Baselbieter Amt für Raumplanung die Leitung der Abteilung Öffentlicher Verkehr übernehmen (Nachfolge von Eva Juhasz).