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Strafverschärfung: Kirchen-Kassiererin muss "sitzen"

Das Baselbieter Kantonsgericht verschärft die Strafe gegen die frühere Kassiererin der römisch-katholischen Kirchgemeinde Grellingen: Statt 20 Monate bedingt erhält sie neu 30 Monate Freiheitsstrafe, davon sechs Monate unbedingt.
Liestal/Grellingen, 17. Januar 2023

Das Kantonsgericht unter dem Vorsitz von Markus Mattle verurteilte die ungetreue Kassenwartin wegen Veruntreuung und Urkundenfälschung, neu aber auch wegen falscher Anschuldigung an die Adresse der damaligen Kirchgemeinde-Präsidentin. Die Angeklagte hatte versucht, ihre Vorgesetzte in das deliktische Handeln hineinzuziehen oder sie gar als Urheberin hinzustellen.

Corpus Delicti ist eine gefälschte "Aktennotiz", in der die Präsidentin sich angeblich bereit erklärt haben soll, der Privatperson D. S. aus Mitteln der Kirchgemeinde ein "stilles Darlehen" in Höhe von 350'000 Franken zur Sanierung des Liesberger Western-Saloons "Little Nashville" zu gewähren. In Tat und Wahrheit hatte die Präsidentin von diesem recht fantasievollen Transfer keine Ahnung. Er war von der Beschuldigten orchestriert worden.

Das Kantonsgericht krempelte nun das Urteil der Vorinstanz doch beträchtlich um, indem es den Anträgen von Staatsanwalt János Fábián auf Strafmass-Verschärfung und Anerkennung der falschen Anschuldigung überwiegend folgte. Die erste Instanz hatte 20 Monate Gefängnis nur bedingt gesprochen und den Vorwurf der falschen Anschuldigung fallen gelassen. Von ihr übernahm das Kantonsgericht die Aufhebung der Grundbuchsperre.

Urteilsdispositiv ohne Begründung

Auch in weiteren Punkten übernahm die Berufungsinstanz die Entscheide des Strafgerichts. Dabei geht es im wesentlichen um namhafte Kosten in Höhe von rund 25'000 Franken, die der Angeklagten aufgebrummt werden, und um Entschädigungen der Anwälte und Revisoren. Hingegen wird die amtliche Grundbuchsperre auf einer Liegenschaft der Beschuldigten mit Eintritt der Rechtskraft aufgehoben.

Dieses Urteilsdispositiv des Kantonsgerichts gab Gerichtsschreiber Pascal Neumann OnlineReports telefonisch und nur auf Anfrage bekannt. Den Parteien wurde der Entscheid per E-Mail mitgeteilt. Weil die angeklagte Kassiererin gestern Montag nicht zur Berufungsverhandlung erschienen war (sie habe sich "nicht wohl gefühlt"), fand heute Nachmittag keine mündliche Urteilseröffnung und -begründung statt – ein Vorgang mit Seltenheitswert in der Baselbieter Rechtsprechung.

Dem Wunsch von OnlineReports, vom vorsitzenden Richter Mattle eine kurze mündliche Begründung des Urteils zu erhalten, entsprach der Gerichtsschreiber nicht.

Sechs Monate ins Gefängnis

Das aktuelle Strafmass des Kantonsgerichts liegt in der Gesamtbetrachtung aber deutlich über jenem der Vorinstanz vom Mai 2021. Es wirkt sich nicht nur in der Erhöhung der teilbedingten Freiheitsstrafe um zehn Monate auf zweieinhalb Jahre aus, sondern insbesondere dadurch, dass die heute 50-jährige Beschuldigte sechs Monate davon tatsächlich "absitzen" muss.

Staatsanwalt János Fábián hatte in seinem Plädoyer an der Parteienverhandlung gestern Montag erfolglos gefordert, dass die von der Vorinstanz entschiedene Aufhebung der Grundbuchsperre nicht rückgängig gemacht werde, damit die der Angeklagten gehörende Liegenschaft allenfalls amtlich verwertet werden kann. Hingegen drang er mit seinen Anträgen auf Anerkennung der falschen Anschuldigung auf eine Freiheitsstrafe von 30 Monaten (wovon sechs Monate unbedingt) durch.

Verteidiger Theodor Seitz hatte auf Freispruch von Schuld und Strafe plädiert, Peter Bürkli als Rechtsvertreter der geschädigten römisch-katholischen Kirchgemeinde Grellingen hatte gegen die durch die erste Instanz entschiedene Kürzung der Parteientschädigung rekurriert und die Liegenschafts-Beschlagnahmung verlangt. Sie drangen mit ihren Forderungen nicht durch.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Ob das Bundesgericht angerufen wird, ist noch offen.




Weiterführende Links:
- Delikt-Verdacht in der katholischen Kirchgemeinde
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"Anwätltin"

Schweizer Fernsehen
Text auf einem Standbild
der Verteidigerin
des Fussballers Dani Alves
am 22. Februar 2024
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Drippelfehler.

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Die bz zitiert den OnlineReports-Artikel über die Wiedereröffnung des Gefängnisses in Sissach.

Baseljetzt erzählt den OnlineReports-Artikel über die Räppli-Krise nach.

Das Regionaljournal Basel, Baseljetzt, BaZ und 20 Minuten vermelden mit Verweis auf OnlineReports den Baufehler bei der Tramhaltestelle Feldbergstrasse.

Die Basler Zeitung bezieht sich in einem Interview zu den Gemeindefusionen auf OnlineReports.

persoenlich.com und Klein Report vermelden mit Verweis auf OnlineReports die Personalrochade bei Prime News.

Die Volksstimme schreibt über die Wahl von Claudio Miozzari zum Grossratspräsidenten von Basel-Stadt und zitiert dabei OnlineReports.

In einem Artikel über die Leerstandsquote bei Büroflächen in Basel nimmt die bz den Bericht von OnlineReports über einen möglichen Umzug der Basler Polizei ins ehemalige Roche-Gebäude an der Viaduktstrasse auf.

Das Regionaljournal Basel und die bz berichten über die Bohrpläne der Schweizer Salinen im Röserental und beziehen sich dabei auf OnlineReports.

Landrat Thomas Noack zitiert in einem Carte-blanche-Beitrag in der Volksstimme aus dem OnlineReports-Artikel über die Finanzkrise in Baselbieter Gemeinden.

Die Nachrichtenagentur SDA nimmt Bezug auf OnlineReports und schreibt, dass SP-Nationalrätin Sarah Wyss für eine Regierungs-Kandidatur nicht zur Verfügung steht.

Baseljetzt und Klein Report vermelden mit Verweis auf OnlineReports, dass Swisscom die Führungen durch den Fernsehturm auf St. Chrischona einstellt.

20 Minuten und ein Podcast der Zeit nehmen den Artikel von OnlineReports über das Hupe-Verbot für das Kinderkarussell auf dem Münsterplatz auf.

Die bz zieht den OnlineReports-Artikel über die frühere Grellinger Kirchen-Kassiererin nach, die ihre Verurteilung vor Bundesgericht anficht.

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