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Wirtschaftskammer: Stabsübergabe von Gysin zu Buser

Historischer Wechsel an der Spitze der Wirtschaftskammer Baselland: Der langjährige Direktor Hans Rudolf Gysin übergab heute Montagmorgen die Führung des KMU-Dachverbandes offiziell an Christoph Buser. Der Pensionär wird Präsident der neuen Firma "Arbeitsmarkt Services" und gründet eine KMU-Stiftung.
Liestal, 27. August 2012

Während 44 Jahren war Hans Rudolf Gysin (Bild links) Gewerbesekretär und später Direktor der Wirtschaftskammer Baselland, wie der Dachverband der 10'000 Baselbieter KMU seit geraumer Zeit heisst. Offiziell endet Gysins Arbeitsverhältnis am 31. August. Bereits heute Montagmorgen übergab er im Beisein von Präsident Andreas Schneider (Bild Mitte) symbolisch einen Stab an seinen Nachfolger Christoph Buser (Bild rechts) den bisherigen Vizedirektor und FDP-Landrat aus Füllinsdorf.

An einer äusserst gut besuchten Medienkonferenz wiederholte Gysin, er werde in den kommenden sechs Monaten "meinen Fuss nicht mehr über die Schwelle dieses Hauses setzen und auch später dann nur als Gast, wenn ich eingeladen bin". Im Vorfeld des Führungswechsels geäusserten Meinungen, er werde seinen Einfluss weiterhin auch aus seinem externen Berufsdomizil ausüben, entgegnete er mit den Worten: "Damit trete ich auch ganz bewusst aus dem Scheinwerferlicht, denn das gehört ab dem 1. September der neuen Führung, ohne jeglichen Schatten meinerseits."

Seine Erfahrungen und sein Netzwerk werde er "gerne weiterhin zur Verfügung stellen – allerdings ganz klar nur dann, wenn mich der neue Direktor darum ersucht", sagte Gysin.

Neues Büro, neue Funktion

Gysin verabschiedet sich wohl von seiner obersten Führungs-Funktion innerhalb der Wirtschaftskammer. Einige Funktionen in Kommissionen wird er spätestens "bis zum Ablauf der laufenden Legislatur" noch beibehalten. Räumlich gibt es Luftveränderung: Er zieht um in ein Büro im "Tenum-Gebäude" an der Grammetstrasse, wo er einen strategischen Bereich innerhalb der "flankierenden Massnahmen" und des Entsendegesetzes betreuen wird, mit dem er schon von seiner Nationalratstätigkeit her eng vertraut ist: Als Präsident der neu gebildeten "Arbeitsmarkt-Services AMS", eine Art einfache Gesellschaft: Darin zusammengefasst sind die beiden Vereine "Zentrale paritätische Kontrollstelle" (ZPK) sowie die "Zentrale Arbeitsmarkt-Kontrolle" (ZAK), beide sozialpartnerschaftlich getragen.

Gysin wird ausserdem eine Stiftung zur Förderung der KMU und der Berufsbildung gründen. Als Stiftungskapital will er einen massgeblichen Betrag einbringen, den ihm die Wirtschaftskammer zu seinem 40-jährigen Dienstjubiläum schenkte.

Buser will "noch mehr Druck aufbauen"

Christoph Buser, ab 1. September neuer Direktor der Wirtschaftskammer, sprach von "grossen Fussstapfen", die im sein Vorgänger hinterlassen habe. Als eine der künftigen Herausforderungen nannte Buser eine KMU-freundliche Vergabepraxis bei öffentlichen Aufträgen". Bezüglich der Ausschöpfung der gesetzlichen Schwellenwerte "müssen wir noch mehr Druck aufbauen", sagte Buser. Der Kanton müsse auch die Wirtschaftsförderungs-Offensive "mit Nachdruck vorantreiben". Der Investitionsstau im Baselbiet müsse aufgebrochen und der Kanton "international attraktiver" zu positionieren.

Die Wirtschaftskammer will Buser enger an die Fachhochschule Nordwestschweiz binden mit dem Ziel, die Innovationen im Baselbiet zu fördern. Dabei dürfe aber die KMU-Wirtschaft in ihrer Mobilität nicht behindert werden. So wolle sich die Wirtschaftskammer "mit aller Deutlichkeit gegen den geplanten Rückbau der Rheinstrasse" wehren.




Weiterführende Links:
- Die Hans Rudolf Gysin-Story: Auf der Spur eines Phänomens


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