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Penan konfrontieren Richter mit Urwaldzerstörungen

Der Kampf des Urvolkes gegen die Zerstörung seiner Urwälder in Sarawak wird vermehrt in die Gerichtssäle verlegt. Diesmal sogar mit politischem Rückenwind.
Basel, 11. Januar 2011

Die Abholzung der letzten Urwaldreste im malaysischen Bundesstaat Sarawak (Insel Borneo) auf Kosten der Waldvölker geht weiter. Den hauptsächlich betroffenen Penan, dieses bis vor kurzem noch nomadisierende Urvolk, bleibt fast nur noch der juristische Weg, um sich gegen die endgültige Zerstörung ihrer Lebensgrundlagen durch die von der Regierung gedeckten Holzkonzerne zu wehren. Dabei können die Penan durch Landrechtsklagen bereits erste Achtungserfolge verbuchen. Dies nicht zuletzt dank der fachlichen und finanziellen Unterstützung durch den Bruno Manser Fonds (BMF).

Nun hat die Penan-Gemeinde von Ba Jawi Ende 2010 eine neue Landrechtsklage über 155 Quadratkilometer tropischen Regenwald eingereicht. "Mit der Klage soll ein Urwaldgebiet von rund vier Mal der Fläche des Kantons Basel-Stadt an der Grenze zwischen Malaysia und Indonesien geschützt werden. Die Landrechtsklage soll die Abholzung des Waldes und die Zerstörung seiner einmaligen Biodiversität durch den Holzkonzern Samling verhindern", schreibt der BMF in seiner heutigen Medienmitteilung.

Geheime Kartierung des Urwaldes

Die Klage von Ba Jawi sei bereits die fünfte Penan-Landrechtsklage, welche mit Unterstützung der von Basel aus operierenden Menschenrechts- und Waldschutzorganisation vor dem High Court in Sarawak eingereicht wurde. "Sie ist das Resultat zweijähriger Kartierungs- und Dokumentationsarbeiten im Urwald," gibt der BMF Einsicht in seine Zusammenarbeit mit den Penan (Bild). Und er zitiert den Hauptankläger der Penan, Häuptling Lija Agan: "Dieses Gebiet wird von uns Penan seit Menschengedenken bewohnt. Wir nutzen es für die Gewinnung kostbarer Waldprodukte wie Adlerholz, Harzen und Rattan, das wir für die Herstellung von Kunsthandwerk brauchen." Mit dem neusten juristischen Vorstoss will Lija Agan die Anerkennung der traditionellen Landrechte der Penan und einen Stopp der Abholzung durchsetzen.

BMF-Geschäftsleiter Lukas Straumann bezeichnet die neue Landrechtsklage als "ein Teil unserer Strategie zum Schutz der Tropenwälder von Zentralborneo". Er hat  das abgelegene Gebiet soeben bereist. Der dort noch intakte Urwald mit seinen Jahrhunderte alten Baumriesen habe ihn "schlicht überwältigt", bekennt Straumann gegenüber OnlineReports. Auch darum gebe es für ihn keine Frage: "Der Urwald von Ba Jawi ist eines der letzten intakten Tropenwaldgebiete von Sarawak und muss dringend unter Schutz gestellt werden. Das Gebiet sollte in den 'Penan Peace Park', einen von den Penan selbst verwalteten Naturpark, integriert werden."

Des Volkes Wut gegen den Milliardär


Ob die Ziele der Penan und des BMF rechtzeitig in dem seit Jahrzehnten vom Ministerpräsidenten Taib Mahmud und seinem Clan ausgelaugten Sarawak erreicht werden können, ist fraglich. Straumann setzt jedoch vorsichtige Hoffnungen in die demnächst vom Gesetz vorgeschriebenen Neuwahlen. Denn sie könnten diesmal Milliardär Mahmud gefährlich werden.

Einige Gründe: Die Opposition wird laufend stärker, die Landbevölkerung pocht aufgrund der vorgeworfenen Grundstückdiebstähle durch den Mahmud-Clan entschiedener auf ihre Landrechte und die riesigen Immobilienbesitze des Ministerpräsidenten im Ausland steigern die Wut des sich zunehmend geprellt fühlenden Volkes. Damit erhalten auch die Anliegen der Penan und anderer Minoritäten immer mehr Verständnis.

Credit Suisse-Partner Samling geächtet

Einmal mehr versucht der BMF die indirekte Mithilfe von Schweizer Banken bei den willkürlichen Waldzerstörungen in Sarawak in Erinnerung zu rufen: "Eine besondere Verantwortung für die Zerstörung des Lebensraums der Penan trägt der malaysische Holzkonzern Samling, der 2007 von der Credit Suisse (CS) in Hong Kong an die Börse gebracht wurde", heisst es in der Medienmitteilung. Der BMF hatte damals vergeblich in Zürich die Schweizer Bankgruppe aufgefordert, im Namen der Menschenrechte auf den Deal zu verzichten.

Die CS verteidigte sich mit dem Argument, sie habe den mächtigen Holzkonzern überprüft, sein Geschäftsgebaren sei einwandfrei. Kurz darauf musste sich Samling wegen illegaler Abholzungen aus dem Gebiet Akawini im südamerikanischen Guyana zurückziehen. Und letzten August wurde der Samling-Konzern von der norwegischen Regierung auf eine Schwarze Liste gesetzt. Begründung: Illegale Aktivitäten und Verursachung schwerer Umweltschäden.




Weiterführende Links:
- Credit Suisse soll 10 Millionen Dollar Wiedergutmachung zahlen
- CS-Partner Samling stoppt illegale Abholzung
- Jetzt klagen die Penan gegen den CS-Partner Samling
- Neue Offensive gegen Schweizer Grossbanken
- Mysteriöser Tod des Penan-Häuptlings Kelesau Naan
- Ein Waldvolk zeigt, was Klimaschutz wirklich heisst
- "Die Schweiz hat grösseren Einfluss als vermutet"
- Das ewige Gedächtnis eines bedrohten Urvolkes


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