Trägerschaft foutiert sich um Kantons-Forderungen

In der Kinderheim-Krise "Auf Berg" in Seltisberg zeigt sich die Trägerschaft unbeeindruckt von den Forderungen des Kantons nach "strukturellem Handlungsbedarf" und kritischen Äusserungen in der Öffentlichkeit.
Seltisberg/Liestal, 16. März 2008

Das lässt sich aus einem am letzten Wochenende in "Tages-Anzeiger", "SonntagsZeitung" sowie "NZZ am Sonntag" publizierten Inserat für eine neue Heimleitung herauslesen. Gesucht ist eine Person, die "initiativ" ist, "belastbar, integer, kommunikationsfreudig und konfliktfähig". Und indirekt wird klar gemacht; dass die Ausrichtung des Heims weiterhin die Sache des unter Kritik stehenden Katholischen Fürsorgevereins und seiner fachlich umstrittenen Präsidentin Huberta Heinzl bleiben soll: "Für die strategische Ausrichtung der Heime ist der Trägerverein verantwortlich" – der Heimleiter darf diesen dabei "unterstützen".

Funktions-Trennung wieder aufgehoben

Politisch brisant ist vor allem dieser Punkt des Jobprofils, der eher beiläufig erscheint:  Der neue Heimleiter ist zugleich verantwortlich für die "pädagogische und operative Leitung". Auf genau diese getrennte Führung hatten die Baselbieter Heimaufsicht und der Landrat die Trägerschaft gedrängt, nachdem es 1997 im Nachgang des Herauswurfs von Leiter Thomas Andreetti einen öffentlichen Eklat gegeben hatte. Diese Reorganisation wurde erst intern lange diskutiert, 2001 teilweise und 2006 auf Druck des Kantons ganz realisiert.

Ein aktuelles Organigramm ist auf der Website des Kinderheims "Auf Berg" nicht dokumentiert: Es könne "demnächst" heruntergeladen werden, heisst es derzeit.

Aber nicht nur in der Professionalisierung des Institutions-Managements wird die Zeit um Jahre zurückgedreht: Neu soll nach Informationen von OnlineReports die 2001 wegen massiven vorstandsinternen Überschneidungen abgeschaffte Heimkommission wiederbelebt werden, bestehend aus mehreren Vorstandsmitgliedern.  Die frühere Kommission war aufgelöst worden, weil sich die Vereinspräsidentin immer wieder ins Tagesgeschäft einmischte und damit jeweils Heim- und Kommissionsleitung vor Überraschungen stellte.

Interims-Heimleiter "reorganisierte" auch 2001

Pikant bei der aktuellen Restrukturierung der Restrukturierung ist: Die im Jahr 2001 durchgeführte "Strukturreform" hatte der Ostschweizer Unternehmensberater und "Management-Coach" Winfried Knapp im Auftrag von Präsidentin Heinzl konzipiert und begleitet. Knapp agiert heute als Interims-Heimleiter "Auf Berg" und zeichnet mit Heinzl für die Personalselektion verantwortlich. Von OnlineReports nach den Gründen für den neuerlichen Zickzack-Kurs der Heimphilosophie befragt, sagte Knapp: "Ich verweigere dazu die Aussage."

Der Mann aus Lanzenneunforn, der sich in der Eigenwerbung auch als Kommunikationsberater anpreist, hat seine eigenen Vorstellungen von Transparenz und Kommunikation: Knapp liess sich eine schalldichte Bürotür einbauen und verhängte seine Fenster blickdicht mit Gardinen. OnlineReports hätte gerne gewusst, ob der Aufwand für den Schall- und Blickschutz – via Heimrechnung – von den Baselbieter Steuerzahlern bezahlt werden muss, wie alle bisherigen "Reorganisationen" mit Kostenfolgen im mindestens sechsstelligen Bereich. Doch da hatte Knapp den Telefonhörer schon auf die Gabel gelegt: "Damit ist das Gespräch für mich beendet".

Düpierte kantonale Heimaufsicht schweigt

Derweil schweigt sich die Kantonale Fachstelle für Sonderschulung, Jugend und Behindertenhilfe über die aktuellen Vorgänge aus. Sie laufen nun in die genau andere Richtung, welche Stellenleiter René Broder bisher durchzusetzen versprach. Dabei ist es nichts anderes als eine düpierende Ohrfeige an die Adresse Broder und Regierungsrat Urs Wüthrich, der dessen Forderungen bekräftigt hatte.

Antonio Tucconi, Abteilungsleiter Heime, wich gegenüber OnlineReports aus ("Ich kann nichts darüber sagen") und vertröstete auf Informationen zum Zeitpunkt, wenn Broder aus den Ferien zurück sei. Noch am 5. März hatte Regierungsrat Urs Wüthrich unterstrichen, auf die "Einhaltung der harten, professionellen Bedingungen des Kantons" beim Katholischen Fürsorgeverein zu drängen: "Wir haben hier ein ernstes Problem. Ich will das gar nicht schönreden." Das immerhin, war nicht schöngeredet, aber schön geredet.




Weiterführende Links:
- Knatsch im Kinderheim: Heimleiter wirft Handtuch
- Heimleiter-Wechsel am Fliessband
- Kinderheim "Auf Berg": Amtsvormünder intervenieren
- Kinderheim-Krise: Gespräche ergebnislos
- Kinderheim "Auf Berg": Maulkorb für Mitarbeitende
- Kinderheim-Krise: Kanton liess die Zügel schleifen
- Kinderheim "Auf Berg": Ausschluss aus Konferenz
- Der tragische Tod eines Teenagers im Seltisberger Kinderheim


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"Wir von der SP setzen uns vor allem für den unteren und mittleren Mittelstand ein. Also etwa 80 Prozent der Bevölkerung. Und für die oberen 20 Prozent sind die bürgerlichen Parteien zuständig."

Kaspar Sutter
am 31. August 2020
am Wahl-Podium der
Handelskammer beider Basel
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Die pfiffigste Aussage des Abends.

Frisch pubertiert

Bitte so lange wie möglich

RückSpiegel

 

Das SRF-Regionaljournal und die BZ nahmen die OnlineReports-Recherche über Lärmprobleme durch Trommler, Peifer und Gugge in Kleinhüningen auf.

Bajour schreibt, die Berichte von OnlineReports zur Baselbieter Velobahn-Affäre gefielen ihr "am besten".

In ihrem Kommentar über staatliche Medienförderung geht Prime News auf das über zwanzigjährige Bestehen von OnlineReports ein.

Die Basler Zeitung und die BZ zitierten in ihren Berichten über das Velobahn-Amigo-Geschäft von Klaus Kirchmayr und Isaac Reber ausführlich aus OnlineReports.

In ihrem Bericht über die Umgestaltung der Basler Meriangärten nimmt die BZ auf eine zuvor erschienene OnlineReports-Recherche Bezug.

Die Badische Zeitung zitierte in ihrer Vorwahl-Analyse der Basler Regierungs-Wahlen aus einem OnlineReports-Kommentar.

In der BZ-Kolumne nahm Daniel Wiener Bezug auf den OnlineReports-Kommentar über den Macht-Poker um die Basler Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann.

In ihrem Leitartikel über den Zustand des Kantons Basel-Stadt zitierte die BZ aus dem OnlineReports-Interview mit Michael Hug.

Die BZ nahm die OnlineReports-Geschichte über den Abbruch des Hauses an der Basler Rufacherstrasse 73 auf. Die Basler Zeitung verzichtete auf eine Quellennennung.

Die BZ nahm die OnlineReports-Story über eine umstrittene Eichen-Fällung auf.

In ihrer News über das Debakel um die Wahl des Gemeindepräsidenten in Schönenbuch nahm die Basler Zeitung auf OnlineReports Bezug.

Die Basler Zeitung bezog sich in ihrem Artikel über die Kandidatensuche der Basler SVP auf ein Interview in OnlineReports.

In ihrem Beitrag über den Protest gegen das "General Sutter"-Denkmal in Rünenberg nahm die BZ auf OnlineReports Bezug.

Die BZ zog die OnlineReports-News über den Rücktritt von Beat Jans als IWB-Verwaltungsrat nach.

Auch das Regionaljournal zog die OnlineReports-Geschichte über Probleme in den Familiengärten nach, verzichtete aber vornehm auf eine Quellenangabe.

Die BZ nahm die OnlineReports-Recherche über die erneute Schliessung der Familiengärten an der Landesgrenze auf.

Die BZ nahm die OnlineReports-Nachricht über die Berufung des Staatsanwalts im Fall der FCZ-Schlägerei im Lehenmattquartier auf.

Das Regionaljournal griff die OnlineReports-Geschichte über Kurzarbeit bei BaZ und BZ auf.

Die BZ nahm die OnlineReports-Nachricht über die Stadtpräsidenten-Ambition von Kantonsspital-CEO Jürg Aebi auf.

Die Volksstimme nahm die OnlineReports-Story über den anstehenden Gerichtsfall zum Rothenflüher Blechpolizisten-Sprenger auf.

In ihrem Basler Medien-Epos nahm die Medienwoche auch auf OnlineReports Bezug.

Die Basler Zeitung, Prime News und die BZ berichteten unter Berufung auf OnlineReports über Adrian Plachesis Abgang bei Telebasel.

Weitere RückSpiegel

 

In einem Satz


Die Stadt Liestal hat die Einführung eines Ortsbusses namentlich in den Quartieren Sichtern und Langhag/Hanro mit 2'246 Ja-Stimmen gegen 2'717 Nein-Stimmen deutlich abgelehnt.
 

Binningen hat die SP-Initaitive gegen den Verkauf von gemeindeeigenem Boden mit  2'823 Ja gegen 2'809 Nein hauchdünn angenommen.

Münchenstein hat der Quartierplanung "Spenglerpark" mit dem 100 Meter hohen Hochhaus mit einem Ja- Anteil von 58 Prozent zugestimmt.

Der Deutsche Florian Röthlingshöfer wird neuer Direktor der Schweizerischen Rheinhäfen und Nachfolger von Hans-Peter Hadorn, der Ende Jahr abtreten wird.

Patricia von Falkenstein, die Präsidentin der Liberalen LDP, wird als Nachfolgerin von Helmut Hersberger neue Präsidentin des Hauseigentümer-Verbandes Basel-Stadt.

Roman Brunner (Muttenz) wird per 1. November 2020 neuer Präsident der Baselbieter SP-Landratsfraktion als Nachfolger von Miriam Locher, die sich für das Amt der Parteipräsidentin bewirbt.

Dem Enkeltrickgewerbe fielen in Basel kürzlich Beträge von 15'000 und 4'000 Franken in die Hände, während ein happiger Beutezug von 80'000 Franken misslang.

Der FC Basel und sein Captain Valentin Stocker verlängern den Vertrag vorzeitig um zwei weitere Jahre bis im Sommer 2023 – mit einer Option auf ein weiteres Jahr.

Im vergangenen Sommer lagen die Ozon-Konzentrationen in der Region Basel zwar tiefer als im Vorjahr, aber immer noch deutlich über den Grenzwerten der Luftreinhalte-Verordnung.

Mit zusätzlichen Städtepartnerschaften mit Abidjan (Elfenbeinküste) und einer Stadt in einem Erstfluchtland im Nahen Osten will die Basler Regierung "ein Zeichen der Solidarität setzen".

Teilerwerbstätigen Beziehenden von Ergänzungsleistungen und Beziehenden von Ergänzungsleistungen, die zu einer medizinischen Behandlung fahren, werden im Baselbiet die Kosten für Schutzmasken mit pauschal 30 Franken vergütet.

Ralph Lewin und Andreas Sturm stellen sich nach über zehnjähriger Amtszeit nicht mehr für eine Wiederwahl für die nächste Amtsperiode im Bankrat der Basler Kantonalbank zur Verfügung.

Die auslaufenden Verträge von Cheftrainer Marcel Koller und den Assistenztrainern Thomas Janeschitz und Carlos Bernegger mit dem FC Basel werden "im gemeinsamen Einvernehmen" nicht verlängert.

Die auf Gebäudetechnik und Energiekonzepte spezialisierte Rapp Gebäudetechnik AG plant die Konzentration ihrer Geschäftstätigkeit am Standort Münchenstein und erwägt die Schliessung ihrer beiden Filialen in Lausanne und Genf.

Der Baselbieter Landrat wird vorläufig – mindestens bis zu den Herbstferien – weiterhin im Basler Kongresszentrum tagen, wie die Geschäftsleitung beschlossen hat.

Der Kanton Basel-Stadt unterstützt über den Pendlerfonds das Veloverleihsystem Basel mit 2,15 Millionen Franken.

Wegen der Corona-Situation haben der Gewerbeverband und das Erziehungsdepartement entschieden, die 8. Basler Berufs- und Weiterbildungsmesse  vom 15. bis 17. Oktober nicht durchzuführen.

Auf der A2 bei Birsfelden wurde in der Nacht des 3. August ein in der Region wohnhafter Italiener als Raser erwischt, der bei erlaubten 80 mit 140 Stundenkilometern in Richtung Bern/Luzern unterwegs war.

Der Kanton Basel-Stadt, die IWB und Pro Innerstadt Basel gaben heute den offiziellen Startschuss für die Erneuerung der Freien Strasse und der angrenzenden Gassen.

Weil bei Bauarbeiten am Hochbergerplatz ein Stromkabel durchtrennt wurde, kam es am 30. Juli kurz vor 7.30 Uhr in Teilen von Kleinhüningen zu einem Stromunterbruch.

Die Friedhöfe Basel schreiben die Dienstleistungen für die Einsargung und die Überführung von Verstorbenen im Rahmen der unentgeltlichen Bestattung neu aus.

Die Universität Basel hat entschieden, ihren Dies academicus auf Grund der Corona-Pandemie nicht durchzuführen.

Die Baselbieter Corona-Abklärungs- und Teststation befindet sich neuerdings im Spenglerpark in Münchenstein.

Daniela Martin wird neue Geschäftsführerin der Basel Sinfonietta.

Am 8. Juli wurde im Basler Rathaus die Initiative für echten Wohnschutz und das Referendum gegen das "mieterfeindliche Nichtwohnschutzgesetz" eingereicht.

Mit über 4'000 Unterschriften ist in Basel-Stadt das Referendum gegen den umstrittenen Bau des Hafenbeckens 3 zustande gekommen, so dass es am 29. November zur Volksabstimmung kommt.

2. Juli: Einreichung der Initiative "Basel baut Zukunft", die 50 Prozent gemeinnützigen Wohn- und Gewerberaum auf Transformations-Arealen verlangt.

Niggi Rechsteiner übernimmt die Geschäftsführung der Basler "Stiftung Sucht" und folgt damit auf Francesco Castelli, der die Stiftung während neun Jahren geführt hat.

Jeanne Locher, seit 2016 Vizepräsidentin des Gemeinderates, ist mit 1'276 Stimmen neue Gemeindepräsidentin von Münchenstein, während Herausforderer Daniel Altermatt (GLP) auf 906 Stimmen kam.

Eveline Sprecher (SP) wurde in Aesch mit 1'087 Stimmen zur Gemeindepräsidentin gewählt, wobei FDP-Gemeinderat Stephan Hohl 726 Stimmen und Andreas Spindler (SVP) 305 stimmen erzielte.

In Allschwil setzte sich FDP-Gemeindepräsidentin Nicole Nüssli mit 2'989 Stimmen klar gegen Gemeinderat Christoph Morat (SP) durch, der 1'696 Stimmen erzielte.

Mike Keller (FDP) bleibt mit 2'162 Stimmen Binninger Gemeindepräsident; seine grüne Herausforderin, Landrätin Rahel Bänziger Keel, kam auf 1'140 Stimmen.