© Foto by OnlineReports.ch


Baselbieter "Starke Mitte" greift Rechts-Parteien an

Die Baselbieter Mitte-Allianz von CVP, BDP, GLP und EVP glaubt fest an einen zweiten Nationalratssitz. Mit scharfer Kritik grenzte sie sich heute Montag von FDP und SVP ab.
Liestal, 19. September 2011

Das laute politische Getöse spielt sich üblicherweise um die Pol-Parteien ab. In der Mitte herrscht eher Ruhe. Doch davon war heute Montagmorgen an einem Mediengespräch der "Starken Mitte" (Markenbezeichnung) in Liestal nichts zu spüren: Die vier im Landrat verbündeten Mitte-Parteien CVP, BDP, GLP und EVP, die sich für die Nationalratswahlen zu einer Listenverbindung zusammengeschlossen haben, sprachen in ihrer Wahlkampf-Bilanz ungewöhnlichen Klartext.

Zunächst zeigte sich CVP-Präsidentin Sabrina Mohn "überzeugt, dass wir einen zweiten Nationalratssitz machen werden". Die nötigen 25 Prozent Wähleranteile "holen wir sicher, wenn möglich, ein bisschen mehr".

"Plakat-Wahn" und "gekaufte Mandate"

Doch dann ging es rasch konkret zur Sache. Für Hector Herzig, den Präsidenten der erstmals für den Nationalrat kandidierenden Baselbieter Grünliberalen, ist "furchtbar", was sich für ein "Boulevard-Wahlkampf in den Medien" abspielt. Eine themenbestimmte Debatte finde nicht statt. Im Fokus stünden Nebensächlichkeiten und ein nie dagewesener "Plakat-Wahn". Herzog weiter: "Das Geld regiert jetzt offenbar auch in der Direkten Demokratie. Man kann sich scheinbar Mandate kaufen."

Herzig, früher führendes Baselbieter FDP-Mitglied, warf den Freisinnigen vor, sie betreibe einen "wilden Wahlkampf aus lauter Angst, den Sitz zu verlieren". Ihre Kandidaten Franz Saladin (Direktor der Handelskammer beider Basel) und Martin Wagner hätten "so viel Geld, um Medienaufmerksamkeit zu schaffen". Auch die SVP verfüge über Wahlkampf-Gelder, mit denen die "Starke Mitte" nicht im entferntesten mithalten könne.

FDP sei "keine Mitte-Partei mehr"

Der GLP-Präsident erklärte weiter, er wolle "lieber den Sozialdemokraten Eric Nussbaumer in Bern als einen neuen FDP-Sitz". Gemeint war die angestrebte Verteidigung des Sitzes des zurücktretenden FDP-Nationalrats Hans Rudolf Gysin, den Herzig als "Absenzen-König" in Bern bezeichnete.

Die Vertreter aller vier Mitte-Parteien vertraten die Ansicht, dass die FDP nicht mehr zur politischen Mitte zähle. EVP-Präsident Urs von Bidder sagte beispielsweise: "Die FDP ist keine Mitte-Partei mehr. Sie lehnte sich im Landrat immer näher an die SVP. Im Vorfeld von Sachgeschäften hatten wir mit den Freisinnigen "fast keinen informellen Kontakt". Ungewohnt deutlich äusserte sich von Bidder zur "Masseneinwanderungs-Initiative" der SVP, die er als "fertigen Quatsch" und "Humbug" bezeichnete: "Wie lange lassen sich Schweizer von grossen Parteien noch an der Nase herumführen?"

Kein Zögern zum Atomausstieg

Bernhard Zollinger, Vizepräsident der aus der SVP-Abspaltung hervorgegangenen BDP, hat seine Partei in der Mitte-Allianz "echte Partner gefunden. In den wichtigen Themen haben wir die gleiche Meinung". So gebe es zum Atomausstieg "keinen Moment des Zögerns mehr" (von Bidder), die Personenfreizügigkeit dürfte "auf keinen Fall geopfert werden" (Mohn), und es störe, wenn die Migrations-Thematik von einer einzigen Partei "dominiert" werde. Dabei treffe zu, dass es in der Schweiz eine "Ausländer-Kriminalität" gebe, und dass die Asylverfahren zu schleppend abgewickelt würden.

Braucht es vier Parteien, um die politische Mitte abzubilden? Ja, betonten die Repräsentanten, die Parteien-Landschaft sei im Umbruch. Frage von OnlineReports, worin sich das Parteien-Quartett denn unterscheide. Antworten: "Die GLP ist die neuen FDP-Kraft" (Herzig), "Sachpolitik auf christlich-ethischer Basis" (von Bidder), "die älteste und grösste Mitte-Partei mit liberalem mit sozialem Gewissen" (Mohn), "KMU- und Wirtschaftspartei mit grünem Aspekt, starker Einsatz für Familie und Bildung" (Zollinger).

Alle wollen gewinnen

Nicht festlegen wollten sich die drei kleineren CVP-Partner auf die Frage, wer neben der amtierenden CVP-Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter den zweiten Sitz erringen werde. Die BDP verweist darauf, in den Landratswahlen mit sechs Prozent Wähleranteil die stärkste CVP-Partnerin geworden zu sein, die Grünliberalen wollen in Bern die Fraktionsstärke von fünf Sitzen erreichen, die EVP hofft im Aargau und Thurgau auf "einen weiteren Sitzgewinn".

 

Foto von links: Hector Herzig (GLP), Urs von Bidder (EVP), Sabrina Mohn (CVP) und Bernhard Zollinger (BDP)



 Ihre Meinung zu dieser News
(Mails ohne kompletten Absender werden nicht bearbeitet)

www.onlinereports.ch - Das unabhängige News-Portal der Nordwestschweiz

© Das Copyright sämtlicher auf dem Portal www.onlinereports.ch enthaltenen multimedialer Inhalte (Text, Bild, Audio, Video) liegt bei der OnlineReports GmbH sowie bei den Autorinnen und Autoren. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Veröffentlichungen jeder Art nur gegen Honorar und mit schriftlichem Einverständnis der Redaktion von OnlineReports.ch.

Die Redaktion bedingt hiermit jegliche Verantwortung und Haftung für Werbe-Banner oder andere Beiträge von Dritten oder einzelnen Autoren ab, die eigene Beiträge, wenn auch mit Zustimmung der Redaktion, auf der Plattform von OnlineReports publizieren. OnlineReports bemüht sich nach bestem Wissen und Gewissen darum, Urheber- und andere Rechte von Dritten durch ihre Publikationen nicht zu verletzen. Wer dennoch eine Verletzung derartiger Rechte auf OnlineReports feststellt, wird gebeten, die Redaktion umgehend zu informieren, damit die beanstandeten Inhalte unverzüglich entfernt werden können.

Auf dieser Website gibt es Links zu Websites Dritter. Sobald Sie diese anklicken, verlassen Sie unseren Einflussbereich. Für fremde Websites, zu welchen von dieser Website aus ein Link besteht, übernimmt OnlineReports keine inhaltliche oder rechtliche Verantwortung. Dasselbe gilt für Websites Dritter, die auf OnlineReports verlinken.

https://www.onlinereports.ch/fileadmin/templates/pics/gelesen.gif
"Wir sind alle enger zusammengerückt"

Coop-Zeitung
Interview-Titel
vom 28. Dezember 2020
https://www.onlinereports.ch/fileadmin/templates/pics/gelesen.gif

Und das in Corona-Zeiten?

RückSpiegel


Die BZ nahm die OnlineReports-News über die Schliessung des Zeitungsladens "Press&Books" auf der Basler SBB-Passerelle auf.

Telebasel, das Regionaljournal und die Basler Zeitung nahmen in ihren Nachrufen auf Corina Christen auf OnlineReports Bezug.

Der OnlineReports-Primeur über den Rücktritt das Basler Grünen-Präsidenten Harald Friedl nahmen die BZ, Prime News, das Regionaljournal, die Basler Zeitung und Telebasel auf.

Die Medienwoche berichtete bezüglich einer "Weltwoche"-Falschmeldung über den Basler Regierungsrat Lukas Engelberger darüber, dass Mörgeli die humoristische Gedankenspielerei auf Onlinereports.ch für bare Münze nahm.

In ihrer Presseschau über die Basler Regierungsratswahlen zitierete die BZ ausführlich aus OnlineReports.

Die Basler Zeitung nahm die OnlineReports-News über einen geplatzten Baselbieter Strafprozess auf.

Die Wochenzeitung ging in ihrem Bericht über den Abbau in grossen Schweizer Zeitungsredaktion auch auf "kleinere Player" wie OnlineReports ein.

Die BZ zieht den OnlineReports-Report über den Verzicht auf das Muttenzer Multiplex-Kino der "Kitag AG" nach.

Die OnlineReports-News über die Schliessung eines Tanzlokals in der Basler Innenstadt nahm die BZ auf.

In ihrer Besprechung von Roland Starks Kolumne-Buch "Stark!" nimmt die Volksstimme auf OnlineReports Bezug.

Die BZ kritisierte den designierten Basler SP-Regierungsrat Beat Jans für seinen Twitter-Tweet: "Wieso muss man in unserer Region eigentlich 'Onlinereports' lesen, wenn man sich umfassend informieren, statt belehren lassen will?"

Bajour.ch zitiert OnlineReports in einem Interview mit der Basler Regierungsrats-Kandidatin Stephanie Eymann.

Das SRF-Regionaljournal, die BZ, fasnacht.ch sowie LDP-Grossrat Michael Hug (Interpellation) nahmen die OnlineReports-Recherche über Lärmprobleme durch Trommler, Pfeifer und Gugge in Kleinhüningen auf.

Bajour schreibt, die Berichte von OnlineReports zur Baselbieter Velobahn-Affäre gefielen ihr "am besten".

In ihrem Kommentar über staatliche Medienförderung geht Prime News auf das über zwanzigjährige Bestehen von OnlineReports ein.

Die Basler Zeitung und die BZ zitierten in ihren Berichten über das Velobahn-Amigo-Geschäft von Klaus Kirchmayr und Isaac Reber ausführlich aus OnlineReports.

In ihrem Bericht über die Umgestaltung der Basler Meriangärten nimmt die BZ auf eine zuvor erschienene OnlineReports-Recherche Bezug.

Die Badische Zeitung zitierte in ihrer Vorwahl-Analyse der Basler Regierungs-Wahlen aus einem OnlineReports-Kommentar.

In der BZ-Kolumne nahm Daniel Wiener Bezug auf den OnlineReports-Kommentar über den Macht-Poker um die Basler Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann.

In ihrem Leitartikel über den Zustand des Kantons Basel-Stadt zitierte die BZ aus dem OnlineReports-Interview mit Michael Hug.

Die BZ nahm die OnlineReports-Geschichte über den Abbruch des Hauses an der Basler Rufacherstrasse 73 auf. Die Basler Zeitung verzichtete auf eine Quellennennung.

Die BZ nahm die OnlineReports-Story über eine umstrittene Eichen-Fällung auf.

In ihrer News über das Debakel um die Wahl des Gemeindepräsidenten in Schönenbuch nahm die Basler Zeitung auf OnlineReports Bezug.

Die Basler Zeitung bezog sich in ihrem Artikel über die Kandidatensuche der Basler SVP auf ein Interview in OnlineReports.

Weitere RückSpiegel

 

In einem Satz


Am 1. April 2021 tritt Thomas Wenk (48) die neu geschaffene Stelle des Leiters der zentralisierten Informatik des Erziehungsdepartements an.

Der Basler SP-Grossrat Christian von Wartburg übernimmt für das Jahr 2021 die Präsidentschaft des Oberrheinrats.

Über das Referendum gegen den Allschwiler Quartierplan ALBA wid am 13. Juni abgestimmt.

Seit dem 4. Januar werden die Schülerinnen und Schüler der Sekundarschule Laufental in einem Neubau unterrichtet.

Raphael Kissling (29) wird zum Jahresbeginn neuer Geschäftsführer der Luftseilbahn Reigoldswil–Wasserfallen und Nachfolger von Johannes Sutter, der Stiftungsrat bleibt.

Die Muttenzer Gemeindeversammlung vom 9. Januar, 14 Uhr, wird auf Beschluss des Gemeinderates Corona-bedingt in der St. Jakob-Halle durchgeführt.

Für das Herbstsemester 2020 hat sich die Rekordzahl von 13'139 Studierenden und Doktorierenden für ein Studium an der Universität Basel eingeschrieben.

In Allschwil ist das Referendum gegen den Quartierplan "Alba" mit 601 gültigen Unterschriften zustande gekommen.

Michael Rolaz, derzeit Chief Development Officer CDO am Kantonsspital Baselland, wird neuer CEO der Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel (UPK).

Für die zurückgetretenen Ralph Lewin und Andreas Sturm wurden neu Kristyna Ters und Mathis Büttiker in den BKB-Bankrat gewählt, während das Präsidium und die bisherigen Mitglieder durch die Regierung bestätigt wurden.

Die Basler Regierung beschloss zur Unterstützung von Unternehmen in der zweiten Corona-Welle, das Kreditbürgschafts-Programm wiederaufzunehmen.

Urs Bühler wird per 1. März 2021 neuer Leiter der "Zentralen Informatik" des Kantons Baselland.

Die Baselbieter Regierung senkt den Verzugszins 2021 bei der Staatssteuer von 6 auf 5 Prozent, während der Vergütungszins unverändert bei 0,2 Prozent bleibt.

Das Budgetdefizit 2021 in Höhe von 2,2 Millionen Franken sei "mehrheitlich coronabedingt", schreibt der Birsfelder Gemeinderat.

Sarah Thönen wird am 1. April 2021 die Leitung des Bereichs "Jugend, Familie und Sport" des Kantons Basel-Stadt übernehmen.

Die Birsfelder Gemeinderätin Regula Meschberger wird ab 1. Januar 2021 als Nachfolgerin von Bianca Maag-Streit den "Verband Basellandschaftlicher Gemeinden" (VBLG) präsidieren.

Gregor Leonhardt (52) übernimmt im Frühjahr 2021 die Leitung des Geschäftsbereichs Infrastruktur im Basler Tiefbauamt.

Der Basler Anwalt und Notar Andreas Waldmann zieht sich per 1. Januar 2021 aus der Kanzlei Waldmann Petitpierre als Partner zurück.

Der Baselbieter Landrat nahm das Gesetz über die Bekämpfung der Schwarzarbeit und das Arbeitsmarktaufsichts-Gesetz mit 71:18 Stimmen an, doch kommt es zur obligatorischen Volksabstimmung, weil die Vierfüntel-Mehrheit nicht erreicht wurde.

Der Baselbieter Polizeikommandant Mark Burkhard ist zum Präsidenten der Konferenz der kantonalen Polizeikommandanten der Schweiz (KKPKS) gewählt worden.

Die Central Real Estate Basel AG, Eigentümerin im Klybeck-Areal, tritt ab sofort unter dem neuen Namen Rhystadt AG auf.

Das Basler Marionetten Theater unterbricht per sofort seine Saison bis mindestens Ende 2020.

Die Basler FDP nominierte für den zweiten Wahlgang der Regierungsrats-Wahlen erwartungsgemäss ihr Mitglied Baschi Dürr sowie die LDP-Liberale Stephanie Eymann.

Auf der Autobahn A3 bei Eiken, wo 120 km/h erlaubt sind, wurde am frühen Morgen des 24. Oktober eine Autofahrerin mit Tempo 214 km/h als Raserin geblitzt.

Die Basler Juso bitten die Regierung in einer Petition, sich aktiv dafür einzusetzen, 100 Menschen aus dem Camp Moria in den Kanton Basel-Stadt aufzunehmen.

Der Stiftungsrat der Stiftung Brasilea hat die 37-jährige brasilianisch-schweizerische Doppelbürgerin Tatiana Andrade Vieira als neue Geschäftsführerin und Nachfolgerin von Daniel Faust gewählt.

Die Basler SP hat am 16. Oktober ihre Initiative "Kinderbetreuung für alle" mit über 3'000 Unterschriften eingereicht.

Dominik Beeler wird neuer Präsident der Grünen Liestal und damit Nachfolger von Erika Eichenberger.

Die Volksinitiative "für ein klimagerechtes Basel", die die Treibhausgas-Emissionen in Basel-Stadt bis 2030 auf Null senken will, ist am 8. Oktober mit über 3'700 Unterschriften bei der Staatskanzlei eingereicht worden.

Die Stadt Liestal hat die Einführung eines Ortsbusses namentlich in den Quartieren Sichtern und Langhag/Hanro mit 2'246 Ja-Stimmen gegen 2'717 Nein-Stimmen deutlich abgelehnt.

Binningen hat die SP-Initaitive gegen den Verkauf von gemeindeeigenem Boden mit  2'823 Ja gegen 2'809 Nein hauchdünn angenommen.

Münchenstein hat der Quartierplanung "Spenglerpark" mit dem 100 Meter hohen Hochhaus mit einem Ja- Anteil von 58 Prozent zugestimmt.