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Umwelt: Grüne wollen Fleisch- und Milchkonsum halbieren

Der Kanton Basel-Stadt soll durch die Förderung von Bio-Lebensmitteln und Quartiers-Gärten zur Lebensmittel-Produktion eine nachhaltige Ernährungspolitik umsetzen. Die Grünen legen dazu ein Positionspapier und ein Vorstosspaket mit brisanten Forderungen vor.
Basel, 18. Juli 2019

Es ist keineswegs so, dass die Basler Behörden sich mit der Ernährungspolitik nicht auseinandersetzen. Bereits besteht ein Leitbild "Landwirtschaft beider Basel", das unter anderem die nachhaltige Bewirtschaftung der Böden anstrebt. Ebenso hat Basel-Stadt noch unter dem Präsidium von Guy Morin den sogenannten "Milan Urban Food Policy Pact" unterzeichnet, der die städtische Ernährungspolitik auf die kantonale Agenda setzt.

"Ethisch, gesund und ökologisch"

Den Basler Grünen ist das – insbesondere unter dem Einfluss der Klimaentwicklung – nicht umfassend genug. Sie wollen das Thema Ernährung grundlegend angehen, wie aus einem soeben veröffentlichten Positionspapier "Basel isst nachhaltig – Der Kanton als Vorbild" hervorgeht. Im Fokus haben sie vor allem die enorme Fleischproduktion – jährlich werden in der Schweiz 65 Millionen Hühner geschlachtet –, die in der gesamten Nahrungsmittel-Herstellung zusammen mit der Milchproduktion 72 Prozent der Treibhausgas-Emissionen verursachen.

"Ethisch, gesund und ökologisch" sollen die Nahrungsmittel der Zukunft sein. Die Praxis des Wegwerfens von Lebensmitteln ("Food Waste") – es sind in der Schweiz 300 Kilogramm pro Person und Jahr – soll der Vergangenheit angehören. Produzenten wie etwa Kakaobauern sollen besser entschädigt werden.

Fleisch- und Milchprodukte halbieren

Die Grünen streben deshalb eine massive Reduktion von Fleisch- und weiteren tierischen Produkten an, weil deren Herstellung die Umwelt "massiv belastet". Als Ziel formulieren sie eine Halbierung: von einem Kilogramm auf 500 Gramm Fleisch pro Woche und Person, von 2,2 Kilogramm auf 1,1 Kilogramm Milchprodukte und von 3,5 auf 1,75 Eier.

Mit einem Paket von sechs parlamentarischen Vorstössen wollen die Grünen nicht gerade eine Lebensmittel-Revolution vorantreiben, aber doch eine deutliche Kurskorrektur.

Fokus biologische Produktion

Dabei soll der Kanton neben seinen bisherigen Aktivitäten auch "ambitioniertere Ziele" verfolgen, wie Kantonalpräsident Harald Friedl, Madlen Portmann, Sekretär Oliver Thommen und Grossrätin Barbara Wegmann an einer Medienkonferenz betonten.

Die Forderung: Staatliche Einrichtungen und Subventionsempfänger wie die kantonale Verwaltung, die Schulen und Hochschulen, die Spitäler und Alters- und Pflegeheime sollen nach dem "Kopenhagener Modell" mindestens 80 Prozent biologisch produzierte Lebensmittel anbieten. Auch soll sich der Kanton in nationalen und internationalen Netzwerken engagieren.

Werbeverbot für Fleisch und Flugreisen

Weiter soll auf Allmend Werbung für besonders klimaschädliche Produkte und Dienstleistungen wie etwa Fleischprodukte und Flugreisen verboten werden. Die Allmendnutzung soll für Anbietende von regionalen, biologischen Produkten durch eine Gebührenreduktion günstiger werden. Weiter sollen bei der Auswahl der Marktfahrenden auf dem Marktplatz jene mit regionalem, biologischem Angebot bevorzugt werden. Mittelfristig soll das Angebot aus regionaler Biolandwirtschaft 75 Prozent betragen.

Schliesslich soll Basel-Stadt als erster Kanton das Knospe-Label von Bio-Suisse anstreben. Dabei sollen nebst der Stadtgärtnerei auch die Landwirtschaftsbetriebe und Familiengärten miteinbezogen werden.

Kommunale Quartiergärten

Gleichzeitig sollen die zahlreichen kleinen bereits bestehenden Initiativen zur Umsetzung des städtischen Gärtnerns ("Urban Agriculture Basel") ergänzt werden, indem in jedem Quartier der Stadt künftig ein kommunaler Garten für die Lebensmittel-Produktion geschaffen wird. Dort sollen die Bewohnenden unter Anleitung der Stadtgärtnerei freiwillig mitarbeiten können, wobei das produzierte Gemüse nach Vorstellung der Grünen Bedürftigen zugute kommen soll.




Weiterführende Links:
- Kopfarbeiter entdecken ihren grünen Daumen
- Aus dem Landhof-Humus wächst die essbare Stadt
- Philosophie zwischen Schlagwort und Landwirtschafts-Revolution
- Urbane Gärtner erarbeiten eine Basler Ernährungs-Strategie
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- Crowdfunding: Erfolg für Gemeinschaftsgarten "Landhof"
- 42. "Schappo" geht an den Verein "Urban Agriculture Basel"
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"Wir sind immer noch mündige Bürger"

So langsam finde ich, diese Grünen gehen etwas zu weit mit ihren Forderungen. Was wir essen ist schlussendlich immer noch eine sehr persönliche Sache und nicht die einer politischen Partei oder sogar der Gesetzgebung. Einerseits wird zum Beispiel immer wieder gesagt, wie gesund es sei Milch zu trinken und nun wollen uns die Grünen das verbieten. Wo leben wir eigentlich? Wir sind immer noch freie mündige Bürger und nicht Untertanen der grünen Besserwisser. Was deren Parteimitglieder Essen ist mir egal, aber ich persönlich möchte mir da keine Vorschriften machen lassen.


Peter Isler, Basel



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"Wegen tiefer Pünktlichkeit der Eurocity-Züge von Mailand nach Bern und Basel werden ihre Fahrzeiten verlängert."

bz und CH-Media-Zeitungen
am 9. April 2024
in einem Untertitel
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Wegen hoher Augenbrauen kommt dieser Satz jetzt im "Gelesen & gedacht".

RückSpiegel


Die bz verweist in einem Bericht über die Kita-Krise im Baselbiet auf OnlineReports.

BaZ, Baseljetzt und Happy Radio nehmen die OnlineReports-News über das geplante Ministertreffen in Basel auf.

Der Sonntagsblick zitiert OnlineReports in einer grossen Recherche über die Baselbieter SVP-Politikerin Sarah Regez.

Baseljetzt verweist im Bericht über Basler Schiffsunfälle auf ein OnlineReports-Video.

Die Volksstimme greift die OnlineReports-Recherche über das Aus des Textildruck-Unternehmens Permatrend auf.

Im Bericht über "Unruhe am Regioport" bezieht sich Bajour auf die OnlineReports-Ursprungsrecherche aus dem Jahr 2018.

Die Basler Zeitung bezieht sich in einem Artikel über die Kantonsfinanzen im Baselbiet auf OnlineReports.

Die bz verweist in einem Bericht über die Neuausrichtung der Vorfasnachts-Veranstaltung Drummeli auf einen Artikel aus dem OnlineReports-Archiv.

Die Basler Zeitung zitiert in einem Leitartikel über die SVP aus OnlineReports.

Baseljetzt bezieht sich in einer Meldung über den Rücktritt von Ralph Lewin als SGI-Präsident auf OnlineReports.

Die Basler Zeitung nimmt die OnlineReports-Recherche über den blockierten Neubau der BVB-Tramstrecke über das Bruderholz auf.

Die Basler Zeitung und Infosperber übernehmen die OnlineReports-Meldung über den Tod von Linda Stibler.

Die bz zitiert den OnlineReports-Artikel über die Wiedereröffnung des Gefängnisses in Sissach.

Baseljetzt erzählt den OnlineReports-Artikel über die Räppli-Krise nach.

Das Regionaljournal Basel, Baseljetzt, BaZ und 20 Minuten vermelden mit Verweis auf OnlineReports den Baufehler bei der Tramhaltestelle Feldbergstrasse.

Die Basler Zeitung bezieht sich in einem Interview zu den Gemeindefusionen auf OnlineReports.

persoenlich.com und Klein Report vermelden mit Verweis auf OnlineReports die Personalrochade bei Prime News.

Die Volksstimme schreibt über die Wahl von Claudio Miozzari zum Grossratspräsidenten von Basel-Stadt und zitiert dabei OnlineReports.

In einem Artikel über die Leerstandsquote bei Büroflächen in Basel nimmt die bz den Bericht von OnlineReports über einen möglichen Umzug der Basler Polizei ins ehemalige Roche-Gebäude an der Viaduktstrasse auf.

Das Regionaljournal Basel und die bz berichten über die Bohrpläne der Schweizer Salinen im Röserental und beziehen sich dabei auf OnlineReports.

Weitere RückSpiegel

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In einem Satz


Der Baselbieter Regierungsrat hat Raphael Giossi zum Nachfolger des langjährigen kantonalen Bieneninspektors Marcel Strub gewählt.

Cyril Bleisch übernimmt bei den Jungfreisinnigen Baselland das Präsidium von Lucio Sansano.

Die Basler Sozialdemokraten haben die SP queer Basel-Stadt gegründet und als neues Organ in den Statuten der Partei verankert.

Eiskunstläuferin Kimmy Repond und Wasserfahrer Adrian Rudin sind Basler Sportlerin beziehungsweise Basler Sportler des Jahres.

Jean-Luc Nordmann übergibt das Präsidium der Stiftung Tierpark Weihermätteli per 1. Januar 2024 an Martin Thommen.

Iris Graf steigt von der Projektleiterin und akademischen Mitarbeiterin der Baselbieter Fachstelle für die Gleichstellung von Frauen und Männern zur Leiterin auf.  

Sonja Kuhn,
ehemalige Co-Leiterin der Abteilung Kultur Basel-Stadt, ist neu Präsidentin der SRG Region Basel.

Florian Nagar-Hak und Saskia Bolz übernehmen die Leitung des Gesundheitszentrums Laufen, das zum Kantonsspital Baselland gehört.

Mohamed Almusibli übernimmt ab März 2024 die Direktion der Kunsthalle Basel von Elena Filipovic.

Marilena Baiatu ist neue Kommunikationsbeauftragte der Staatsanwaltschaft im Kanton Baselland und ersetzt Thomas Lyssy, der Ende November pensioniert wird.

 

Mitte-Landrat Simon Oberbeck folgt am 1. August 2024 als Geschäftsführer der Schweizerischen Vereinigung für Schifffahrtund Hafenwirtschaft auf André Auderset.

Die Junge SVP Basel-Stadt hat Demi Hablützel (25) einstimmig für zwei weitere Jahre als Präsidentin wiedergewählt.

Dominic Stöcklin wird neuer Leiter Marketing und Mitglied der Geschäftsleitung von Basel Tourismus.

 

Samir Stroh, aktuell Gemeindeverwalter in Brislach, übernimmt Anfang Mai 2024 die Leitung von Human Resources Basel-Stadt.

Das Sperber-Kollegium hat Sterneköchin Tanja Grandits zur "Ehrespalebärglemere 2023" ernannt.

Der mit 50'000 Franken dotierte Walder-Preis geht dieses Jahr an Konrad Knüsel, den Präsidenten des Vernetzungsprojekts Rodersdorf und des Naturschutzvereins Therwil.

Götz Arlt tritt am 1. Januar 2024 die Nachfolge von Christian Griss an und übernimmt die Stufenleitung der Sekundarschulen I im Bereich Volksschulen des Erziehungsdepartements Basel-Stadt.

Michael Gengenbacher tritt am 1. Februar 2024 seine neue Stelle als Chief Medical Officer (CMO) und Mitglied der Spitalleitung beim Bethesda Spital an.

Markus Zuber übernimmt am 1. Oktober die Leitung der St. Clara Forschung AG (St. Claraspital).

Das Präsidium der Juso Baselland besteht neu aus Clara Bonk, Angel Yakoub (Vize) und Toja Brenner (Vize).