Deutsche Bank wegen Taib Mahmud unter Verdacht

Der Verdacht lautet auf Geldwäsche: Für Abdul Taib Mahmud, malaysischer Potentat und Regierungschef von Sarawak, wird die Antikorruptions-Kampagne des Bruno Manser Fonds (BMF) zusehends ungemütlicher. Jetzt nimmt ihn auch die deutsche Finanzdienstleistungsaufsicht unter die Lupe.
Basel/Berlin, 10. September 2011

Allerdings richten sich die ersten Ermittlungen zunächst in erster Linie gegen die vom Schweizer Josef Ackermann geführte Deutsche Bank. Denn deren Business-Beziehungen zur wohl Milliarden schweren Familie des Abdul Taib Mahmud sind aufgrund konkreter Hinweise des BMF ins schiefe Licht geraten. Die in Basel ansässige Organisation hatte zusammen mit der Gesellschaft für bedrohte Völker Schweiz und dem Hamburger Verein Rettet den Regenwald in einem Brief (20. Juni 2011) an Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel schwere Korruptionsvorwürfe gegen Taib und seine Familie erhoben. Gleichzeitig forderte die Menschenrechtsorganisationen die Kanzlerin auf, Taibs mögliche Geschäftsverbindungen zur Deutschen Bank untersuchen zu lassen.
 
Nicht umsonst, wie OnlineReports heute Samstag erfuhr. Auf Anfrage bestätigte BMF-Geschäftsleiter Lukas Straumann einen Hinweis, wonach "in Deutschland gegen die Deutsche Bank ermittelt" werde. Konkret ermittle jetzt die deutsche Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Sie hält in Sachen Geldwäsche ein wachsames Auge auf die Kreditinstitute und deren Einhaltung der Kundensorgfaltspflichten. Straumann räumte überdies ein, von Sarah Merzbach, Referentin des Bundesfinanzministeriums ein Schreiben erhalten zu haben. Darin  habe ihm die Anwältin bestätigt, die Finanzdienstleistungsaufsicht sei eingeschaltet worden.

Deutschen Bank geschäfte mit dubiosem Partner

Und die BaFin habe sich bereits an die Arbeit gemacht, soll Merzbach dem BMF bestätigt haben. Stosse sie auf Anhaltspunkte für Geldwäscherei durch den Taib-Clan, würden aufsichtsrechtliche Massnahmen eingeleitet. Sollten die Finanz-Detektive die Korruptionsvorwürfe erhärten, will BMF-Chef Straumann unverzüglich  den nächsten Schritt realisiert sehen: Das Einfrieren sämtlicher Taib-Vermögen in Deutschland. Eine Massnahme, welche die drei Organisationen von Angela Merkel bereits gefordert haben.

Auch will der BMF die Deutsche Bank und ihren Chef Ackermann in die Pflicht genommen wissen. Nicht nur, weil der Basler Organisation ohne Angabe von Gründen ein Spendenkonto aufgekündigt worden war, sondern weil die Bank schon seit 2004 Transaktionen  im Wert von einigen Hundert Millionen Euro für die von Taib kontrollierte Sarawak-Regierung abgewickelt habe.  Zudem unterhalte die Deutsche Bank in Malaysia ein Joint Venture mit der Firma Cahya Mata Sarawak (CMS) – ein zum Taib-Imperium gehörendes Unternehmen.

Drei Behörden untersuchen Taib-Geschäfte

Die Verwicklungen gehen aber noch weiter: CMS und die Deutsche Bank sind laut BMF die Hauptaktionäre der in Kuala Lumpur domizilierten Finanzgesellschaft K & N Kenanga Holdings mit ihrer Tochter Kenanga Deutsche Futures, einem an der malaysischen Börse akkreditierten Broker. Straumann: "Das Baukonglomerat CMS lebt fast ausschliesslich von Bauaufträgen, die nota bene von der Taib-Regierung ohne öffentliche Ausschreibung vergeben werden." So profitiere CMS auch "massgeblich vom Bau des umstrittenen Bakun-Staudamms". Zudem halte das Taib-Unternehmen einen Zehnjahresvertrag für den Unterhalt des gesamten Strassennetzes von Sarawak".

Taib Mahmud, seit 1981 am Ruder, droht aber auch von anderen Behörden Ungemach. In der Schweiz nimmt ihn die Finanzmarktaufsicht (Finma) unter die Lupe, dies auf Geheiss von Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey. In Malaysia streckt jetzt sogar die malaysische Antikorruptionsbehörde MACC ihre Nase  in die Angelegenheiten des möglichen Multimilliardärs. Und in den USA wird das unter Druck geratene FBI, welches in einem dem Taib-Clan gehörenden Gebäude Büros gemietet hat, kaum darum herum kommen, sich ebenfalls etwas eingehender mit seinem schillernden Vermieter auseinanderzusetzen. Sarawaks Regierungschef Abdul Taib Mahmud allerdings sieht sich als unschuldiges Opfer einer perfiden Verleumdungskampagne.




Weiterführende Links:
- Angela Merkel soll Regierungschef Taib Mahmud überprüfen
- Kritik aus Basel bringt FBI mächtig in die Klemme
- Finma prüft suspektes Treiben von Multimilliardär Taib
- Schweiz soll Vermögen von Sarawaks Taib einfrieren
- Sarawak-Milliardär Taib als Geldwäscher verklagt
- Penan konfrontieren Richter mit Urwaldzerstörungen
- Das unerklärliche Verschwinden von Bruno Manser


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"Das offensive Selbstverständnis des neuen Regierungspräsidenten nicht überall gut ankommt."

BZ Basel
vom 1. Juni 2021
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Das kein Wunder sein.

RückSpiegel


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Weitere RückSpiegel

 

In einem Satz


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Der diplomierte Ingenieur Florian Kaufmann wird per 1. September im Baselbieter Amt für Raumplanung die Leitung der Abteilung Öffentlicher Verkehr übernehmen (Nachfolge von Eva Juhasz).

Laurent Métraux wird per 1. August neuer Leiter der Baselbieter Finanzverwaltung und Nachfolger von Tobias Beljean, der nach drei Jahren eine neue Herausforderung in der Privatwirtschaft angenommen hat.

CEO Roland Heri hat sich entschieden, den FC Basel zu verlassen und sich "umzuorientieren" und sich "neuen Aufgaben zu widmen".

Josiane Tinguely Casserini wird per 1. August neue Baselbieter Kantonsapothekerin und Leiterin der Abteilung Heilmittel im Amt für Gesundheit.

Das Hafenfest Basel 2021, das vom 3. bis 5. September hätte stattfinden sollen, wurde vom Organisationskomitee aus epidemiologischen Gründen abgesagt.

Die Basler Regierung hat die kantonalen Einschränkungen für "Einrichtungen im Sportbereich" aufgehoben, so dass der Sportunterricht und die Nutzung der Garderoben auf Sekundarstufe I und II ab 3. Mai wieder möglich sind.

Marc-André Giger und Guy Lachappelle werden neue Mitglieder des Verwaltungsrats des Universitäts-Kinderspitals beider Basel (UKBB).

Das Landratspräsidentinnen-Fest zu Ehren der Grünliberalen Regula Steinemann muss aus Pandemie-Gründen vom 24. Juni auf den 26. August verschoben werden.

Rolf Borner, Geschäftsleiter Immobilien Basel-Stadt, verlässt das Finanzdepartement nach 16 Jahren per 1. August und wird Direktor "Infrastruktur und Betrieb" und Mitglied der Universitätsleitung der Universität Basel.

Ab 19. April sind die Sportanlagen im Kanton Basel-Stadt gemäss den Vorgaben des Bundes und unter Einhaltung der Schutzmassnahmen wieder zugänglich.

Salome Bessenich wird Nachfolgerin des zurücktretenden Basler SP-Grossrats Sebastian Kölliker, der Co-Generalsekretär des Basler Präsidialdepartements wird.

Der 615. Liestaler Banntag vom 10. Mai ist durch einen Beschluss der vier Rottenchefs aus pandemischen Gründen abgesagt worden.

Innerhalb von zwei Wochen sind über 3’000 Unterschriften gegen die vom Grossen Rat beschlossene Abschaffung der Parkplätze beim Friedhof Hörnli zusammengekommen.

Daniel Urech, Gemeinderat der Freien Wähler Dornach und Kantonsrat der Grünen Solothurn, tritt für das Gemeindepräsidium Dornach an.

Mit einer Geschwindigkeit von 124 km/h statt der erlaubten 60 km/h erwischte die Polizei am 29. März auf der Oristalstrasse in Liestal einen 33-jährigen italienischen PW-Lenker, der in Richtung Büren raste und es jetzt mit der Justiz zu tun bekommt.

Die neugewählten Basler Regierungsmitglieder Esther Keller (GLP) und Kaspar Sutter (SP) wurden zu neuen Verwaltungsratsmitgliedern des EuroAirport ernannt.

Das Referendum gegen eine flächendeckende Parkraum-Bewirtschaftung in Allschwil ist mit über 800 Unterschriften zustande gekommen; das Quorum beträgt 500 Unterschriften.

Waltraud Parisot wird neue Verwaltungs-Chefin an der Musik-Akademie Basel und damit Nachfolgerin von Marc de Haller, der nach 18 Dienstjahren regulär pensioniert wird.

Lina Arti hat heute als 10'000. Baslerin im Impfzentrum die Corona-Zweitimpfung und von Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger einen grossen Blumenstrauss erhalten.

Der Kanton Basel-Stadt hat bis 2. März gesamthaft 25,2 Millionen Franken A-fonds-perdu-Beiträge aus dem Härtefall-Programm an Unternehmen ausbezahlt und 4,9 Millionen Franken Bürgschaften für KMU-Kredite bewilligt.

Dominik Scherrer wird als Nachfolger von Titus Hell neuer Präsident der Jungfreisinnigen Basel-Stadt.

Die Fluxdock AG wird den Kasernen-Hauptbau betreiben, in dem Anfang 2022 das Kultur- und Kreativzentrum seine Tore öffnet.