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Nach Solar-Rekord: EBM kürzt Solarstrom-Vergütung

Die Stromversorgerin Elektra Birseck (EBM) garantiert Solarstrom-Produzenten eine kostendeckende Einspeisevergütung. Doch sie wurde vom eigenen Erfolg ihres Programms überrumpelt: Diese Woche plant der Verwaltungsrat eine Kürzung der Entschädigung.
Münchenstein, 18. Dezember 2012

Immer mehr Menschen und Firmen im Netzgebiet der EBM planen eine eigene Solarstromproduktion. Das hat im laufenden Jahr zu einem vermutlich schweizerischen Rekord geführt. Schätzungsweise 12 Prozent der im ganzen Land errichteten photovoltaischen Anlagen wurden alleine im Unterbaselbiet installiert, wo die Solarstrom-Produzenten dieses Jahr besonders günstige Investitionsbedingungen vorfanden. Damit soll es nach dem Willen der EBM jetzt vorbei sein.

"Wir haben schon vor Längerem eine Anpassung angekündigt", sagt EBM-Energiechef Thomas Wälchli. Details sollen frühestens am Freitag oder Montag bekanntgeben werden – nach dem Entscheid des Verwaltungsrates, der diese Woche tagt. Die Elektra Baselland (EBL) hatte einen ähnlichen Schritt bereits im Sommer vollzogen, nachdem die im Vergleich mit der EBM bescheideneren Mittel aufgebraucht waren. Planer und Interessierte sparten seither nicht mit Kritik. Nun muss sich auch die EBM erklären.

Zeitpunkt der Beitragskürzung umstritten

Umstritten ist weniger die Anpassung der Kürzung, als der vermutete Zeitpunkt der Inkraftsetzung. Planer und Projektgesellschaften fürchten, dass die neuen Bedingungen ab Februar gelten könnten. Das würde für einige nahezu ausführungsreife Projekte vermutlich ein Aus bedeuten, denn mit jeder Reduktion der Einspeisevergütung sinkt naturgemäss die Wirtschaftlichkeit. Die Kritiker machen geltend, es wäre in der gesetzten Zeit bis Februar nahezu unmöglich, ein im Herbst geplantes Vorhaben auszuführen und ans Netz zu bringen. Bauherren und Planer würden daher eine Frist bis nächsten April oder sogar Juni als fair betrachten.

Was den Zeitpunkt der neuen Solarstromvergütung betrifft, gibt sich Thomas Wälchli ausweichend: "Als Unternehmen haben wir von Zeit zu Zeit unsere Strategie zu überprüfen und sie den Gegebenheiten anzupassen. Die Frage, wann diese Kürzung in Kraft tritt, ist natürlich besonders sensibel. Wir hoffen, einerseits den Interessen der Solarstromerzeuger gerecht zu werden als auch den Interessen der EBM und ihrer Kunden. Die müssen für die Kosten schliesslich aufkommen."

Millionen für die Solarenergie – zu viel für EBM

Es geht um Millionen Franken. Wohl niemand hatte mit einem solchen Erfolg des EBM-Solarprogramms gerechnet. In diesem Jahr wurden und werden im Netzgebiet der EBM wohl um 7'000 bis 9'000 Kilowatt Leistung neue photovoltaische Installationen ans Netz genommen. Sie dürften zwischen sieben bis neun Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen. Angenommen, die EBM entschädigt diese Produktion mit 30 Rappen pro Kilowattstunde, einem unteren Durchschnitt der geltenden Vergütungssätze, dürfte die ausgeschüttete Summe nächstes Jahr zwei bis drei Millionen Franken betragen. Bei total 15'000 Kilowatt Solar-Leistung im EBM-Netz insgesamt bis Ende Jahr, beträgt dieser Satz mindestens 4,5 Millionen pro Jahr.

Dabei wurde der Start des Sonnenprogramms zunächst als "nützlich" und "angemessen" beurteilt, wie Wälchli noch im Sommer letzten Jahres sagte. Der Hintergrund: Bei der Kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) gibt es praktisch seit deren Einführung im Jahr 2009 einen Auszahlungsstau. Derzeit warten etwa 20'000 Gesuchstellende auf die KEV-Zustimmung für ihre Anlagen.

Unterbaselbiet schweizweit begehrter Standort

Die EBM beschloss deshalb, diesen Antragstellenden auszuhelfen und aus eigenen Mitteln den von der KEV theoretisch geschuldeten Betrag vorzuschiessen. Das hatte nun offenbar zur Folge, so lässt Wälchli durchblicken, dass aus der ganzen Schweiz Firmen im Unterbaselbiet Anlagen realisieren.

Die Zahlen könnten für diese Theorie sprechen. Der Schweizerische Solarfachverband schätzt das dieses Jahr installierte Volumen auf 150'000 Kilowatt Photovoltaikanlagen. Demnach schultert die EBM, die, zum Vergleich, für 2,5 Prozent des schweizerischen Stromverbrauchs steht, alleine 12 Prozent des heimischen Sonnenstrom-Zubaues – zu viel, was die EBM-Verantwortlichen unter Zugzwang setzte.




Weiterführende Links:
- EBM mit Solarstrom-Rekord – EBL stoppt Förderung
- Die EBM ist grüner als ihr graues Image


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"Hätten Sie, im Nachhinein betrachtet, mehr machen müssen, um die Menschen (insbesondere auch im Unterbaselbiet) zu überzeugen?"

BaZ
am 11. Juni 2024
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