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© Foto by Museum der Kulturen Basel


Museen geben 89 Objekte nach Sri Lanka zurück

Basel, 6. Mai 2024

Die Basler Regierung hat einer Rückführung von Sammlungsgütern an eine indigene Bevölkerungsgruppe in Sri Lanka zugestimmt. Diese stammen nachweislich aus kolonialem Kontext.

Das Museum der Kulturen gibt 47 Objekte zurück. Darunter befinden sich unter anderem ein Zeremonialpfeil als Statussymbol für das Oberhaupt der Veddah-Gruppe, weitere Waffen, Werkzeuge und Töpfe. Aus dem Naturhistorischen Museum gelangen 42 Skelette und Schädel ins Herkunftsland.

 

Nachkommen stellten Begehren

 

Diese sogenannten Restitutionen stellten für die beiden kantonale Museen "einen wichtigen Schritt in der Aufarbeitung der Sammlungen aus kolonialem Kontext dar", schreibt die Regierung am Montag in einem Communiqué.

Die Gruppe der Veddah ist eine indigene Minderheit in Sri Lanka. Vertreter dieser Gruppe haben zusammen mit dem zuständigen Ministerium in Colombo im November 2022 offizielle Restitutionsbegehren an die Basler Museen gestellt.

 

Sarasins setzten Indigene unter Druck

 

Die Kulturgüter und menschlichen Überreste gelangten mehrheitlich über Fritz und Paul Sarasin von Sri Lanka nach Basel. Die beiden Cousins zweiten Grades lebten ab Mitte 19. Jahrhundert und prägten über Jahrzehnte das Museum der Kulturen, das damals noch Basler Völkerkundemuseum hiess. Ende 19. Jahrhundert führten sie das Naturhistorische Museum. Fritz Sarasin leitete auch den Zoologischen Garten.

Die Sammlungobjekte, die nun ihren Weg zurück finden, haben die Sarasins Ende 19. Jahrhundert von Forschungsreisen nach Basel gebracht. Aus Aufzeichnungen gehe hervor, wie Kleingruppen der Veddah "mit tatkräftiger Hilfe durch lokale Kolonialbeamte angelockt und mit Versprechungen unter Druck gesetzt wurden", schreibt die Regierung. "Gerade der Zeremonialpfeil als Statussymbol des Veddah-Oberhaupts war sicherlich nicht zum Tausch oder Verkauf bestimmt." Die Basler gaben im Gegenzug Baumwolltücher, Glasperlen, Geld und Tabak.

 

"Zeichen der Versöhnung"

 

Aus heutiger Sicht ist der Erwerb dieser Sammlungsgüter unethisch. Die Rückgabe bedeute für die Gemeinschaft der Veddah "ein Zeichen der Versöhnung", so die Regierung.

Für die beiden Museen wiederum stelle die Restitution "ein wichtiger Schritt in der Dekolonialisierung ihrer Sammlungsbestände dar". Dies ist auch Thema in der Projektreihe Projektreihe "Vor aller Augen", die vom 7. bis 31. Mai im Museum der Kulturen Basel stattfindet.



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