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Basler SP will die "sexuelle Gesundheit" staatlich fördern

Basel, 18. Januar 2021

Die Basler SP hält es für "angezeigt, die Stärkung des Themenbereichs 'Sexuelle Gesundheit' im Kanton Basel-Stadt anzugehen". Um dieses "gesundheitspolitisch wichtige Thema zu stärken", reichten Jessica Brandenburger und Sebastian Kölliker Vorstösse ein.

Es gehe dabei, wie sie betonen, "nicht darum, eine neue Anlaufstelle zu schaffen, sondern die bereits bestehenden zu stärken, niederschwellig zugänglich zu machen und zu koordinieren". Dies könnte "durch bereits bestehende Organisationen gut umgesetzt werden".

Stadt Zürich als Vorbild

Der Anzug (wie das Postulat in Basel-Stadt heisst) fordert von der Regierung zu prüfen, ob eine niederschwellige Anlaufstelle für alle Fragen betreffend der sexuellen Gesundheit und medizinischer, psychologischer und psychosozialer Dienstleistungen geschaffen werden kann. Dies auch allfällig in Zusammenarbeit mit dem Baselbiet. In die Prüfung einfliessen soll auch "eine attraktive Website", die Auskunft zu allen Fragen und Angeboten zur sexuellen Gesundheit gibt.

Die Schriftliche Anfrage nimmt auf die Stadt Zürich Bezug, in der die sexuelle Gesundheit "einen hohen Stellenwert" geniesse. Die Fachstelle für Sexualpädagogik und Beratung biete eine umfassende Palette an Angeboten an wie die Sex-Sprechstunde ohne Voranmeldung, der kostenlose Schwangerschafts-Test oder die "Pille danach", die für Personen bis 21 Jahre gratis sein soll.

Gratis-Tampons auf Regierungs-Tapet

Die Regierung wird im Vorstoss angefragt, ob sie sich dafür einsetze, dass oben genannte Angebote, die in Basel-Stadt noch nicht vorhanden sind, "niederschwellig und kostenlos zur Verfügung gestellt werden".

Brandenburger hatte im Grossen Rat schon Gratis-Tampons und Menstruations-Tassen an kantonalen Schulen verlangt und mit der Überweisung ihres Postulats an die Regierung letzten November Erfolg gehabt. Der Vorstoss ist bei der Regierung zur Beantwortung hängig.

"Typische SP-Vorstösse"

Für LDP-Präsidentin Patricia von Falkenstein handelt es sich um "typische SP-Vorstösse", wonach der Staat "für alles verantwortlich" sei. Mit Blick auf bestehende Angebote, die sich auch um das Thema "Sexualität" kümmern, hält sie eine zusätzliche staatliche Anlaufstelle für "nicht sinnvoll". Es bestehe "keine Notlage" und es seien auch "keine entsprechenden Forderungen seitens der Schule bekannt". Laut von Falkenstein leisten die Personen, die sich bis heute um sexuelle Probleme Jugendlicher kümmern, "gute Arbeit". Eine Aufstellung aller bestehenden Angebote macht hingegen durchaus Sinn.

FDP-Präsident Luca Urgese scheint es, "als wäre sich selbst die SP noch nicht im Klaren darüber, ob sie eine Anlaufstelle will oder nicht". Anders könne er sich nicht erklären, "warum sie behauptet es gehe ihr nicht darum, eine neue Anlaufstelle zu schaffen, in ihrem Anzug aber eine ebensolche fordert". Sexuelle Gesundheit, so Urgese weiter, sei wichtig, deshalb werde diesem Thema bereits im "Lehrplan 21" Beachtung geschenkt. Aber: "Zusätzlichen Bedarf kann ich derzeit nicht erkennen."




Weiterführende Links:
- Juso: Wahl-Unfug mit Tampons und Verhütungsmitteln


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