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Mit "Tempo 10" zu "Tempo 30": Du liebes Messgerät

Gelterkinden, 10. Dezember 2019

Morgen Mittwoch sind es genau zwei Jahre her, seit die SP Gelterkinden 1'000 Unterschriften zur Einführung von "Tempo 30" eingereicht hat. Die abtretende FDP-Gemeindepräsidentin Christine Mangold (Zweite von rechts) lachte bei der Petitionsübergabe mässig begeistert in die Kamera – etwa so, als wollte sie sagen: Dies hier ist im Fall nicht meine primäre politische Agenda.

Ein Kaltstart zur Umsetzung des Anliegens war jedenfalls nicht erkennbar. Das erste Jahr brachte – "Tempo 05" – keine bemerkenswerten Ergebnisse. Im zweiten Jahr nach Einreichung der Petition standen – "Tempo 10" – immerhin Geschwindigkeitsmessungen im Zentrum der Abarbeitung der Bittschrift. Die "Tempo 30"-Befürwortenden erhofften sich, dass eventuell ein Kredit zur Umsetzung ihres Anliegens in den kommunalen Voranschlag 2020 aufgenommen werde.

Und dann war das Messgerät defekt

Doch für's erste platzte dieser Traum. Zwar hatte der Gemeinderat "zur Erarbeitung von Entscheidungsgrundlagen" professionelle Verkehrsingenieure mit Geschwindigkeitsmessungen beauftragt. Diesen Sommer fanden die Messungen statt, bis Ende Juli dieses Jahres hätten die Profis ihren Bericht vorlegen sollen.

Doch so weit kam es nicht. Statt Beschleunigung war Verzögerung eingetreten. Nicht wegen der Profis. Vielmehr beabsichtigte die Gemeinde, "zur Ergänzung" an 13 Stellen ihres Strassennetzes eigene Messungen vorzunehmen. Dummerweise war das kommunale Messgerät defekt, was aber erst Mitte Juni festgestellt wurde. Die letzten aufgezeichneten Messungen vor dem Geräteausfall waren damit nicht brauchbar, und bis ein Ersatzgerät beschafft und in Betrieb genommen werden konnte, strich nochmals ein Monat ins Land.

Leichte Zuversicht angebracht

Erst Mitte September konnte die kommunale Tempo-Erhebung abgeschlossen und den beauftragten Profis zugestellt werden, so dass ihr Schlussbericht schliesslich auf Mitte November in Aussicht gestellt werden konnte. Fazit: In der Gemeindeversammlung von morgen Mittwoch steht der Budget-Posten "Tempo 30", genau zwei Jahr nach Petitions-Einreichung, wegen des technischen Bremsmanövers nicht zur Debatte. Möglich ist eine mündliche Zwischeninformation durch den Gemeinderat.

Immerhin ist aus Äusserungen der kommunalen Behörden leichte Zuversicht interpretierbar: Falls Massnahmen beschlossen werden (was noch nicht geschehen ist), sollen sie nächstes Jahr im "Rahmen einer Sondervorlage" vor die Gemeindeversammlung gebracht werden. Und so wird die reale Demokratie vielleicht auch mit "Tempo 10" ihr "Tempo 30" erreichen.




Weiterführende Links:
- Petition mit 750 Unterschriften für "Tempo 30"


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"Wie habens andere Gemeinden gemacht?"

Die auf dem gesamten Gemeindegebiet sinnvolle Einführung von "Tempo 30" wird hausgemacht bis zum Sanktnimmerleinstag hinausgeschoben, weil der Gesamtgemeinderat bloss verwaltet und nichts gestaltet. Mit dem Dreissiger wird man sich auch nicht mit Ruhm bekleckern wie mit Begegnungszonen, Hallenbädern, Schulhäusern und all den anderen – durchaus sinnvollen – Grossinvestitionen, die das Dorf attraktiv machen. Dass "Tempo 30" auch attraktiv machen kann, wird nicht realisiert. Ein Blick in andere Kommunen wäre das Einfachste: Wie habens die gemacht? Da wäre etwas Fantasie gefragt und Aufbrechen. Das ist für die hiesige Behörde zu viel des Fremden, deshalb das gewohnte, langweilige Bild.


Eneas Domeniconi, Gelterkinden



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"Der hat nicht nur die Kantonen, sondern auch Politikern verärgert."

Aargauer Zeitung
im Artikel "Fehler können passieren" vom 4. August 2020 über BAG-Direktor Pascal Strupler.
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Böcken schiessen auch Journaliste.

RückSpiegel

 

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