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© Foto by BUD


Haltestellen-Versuch: Autos müssen hinter Bus warten

Im Baselbiet werden fünf Bus-Haltestellen versuchshalber so umgebaut, dass Autos die Busse nicht mehr überholen können.
Pratteln/Oberwil, 10. November 2022

Mit dieser Massnahme soll die Zuverlässigkeit des öffentlichen Verkehrs getestet werden. So muss sich der Bus nach dem Halt nicht wieder hinter den Fahrzeugen einreihen, die ihn in der Zwischenzeit überholt haben.

Als Versuchsobjekte ausgewählt wurden in Pratteln die Haltestellen "Münchacker", "Schwimmbad" und "Rankacker" in beide Richtungen, und in Oberwil die Haltestellen "Auf der Wacht" und "Bündtenweg" in Fahrtrichtung Kreisel.

Schutz-Inseln hinter dem Bus

Die Verkehrsumstellung erfolgt voraussichtlich am 21. November. Die Auswertung des Testbetriebs ist kommenden Januar vorgesehen. Auf Basis der Ergebnisse wird entschieden, ob der Test weitergeführt oder abgebrochen wird.
 

Der Test ist die Folge davon, dass die Busse der Autobus AG Liestal (AAGL) und der BLT regelmässig im Stau stecken bleiben.

Wie Verkehrsplaner Dominic Wyler von der Baselbieter Bau- und Umweltschutzdirektion (BUD) gegenüber OnlineReports erlärte, wird auf der Höhe des Bus-Heckendes eine aufschraubbare Schutzinsel auf der Strassenmitte angebracht. So soll erreicht werden, dass die dem Bus folgendenen Autos kurz warten müssen.

Bus im Stau ist unattraktiv

Der Test soll laut BUD einerseits Aufschluss darüber geben, inwieweit sich die Zuverlässigkeit des Busbetriebs verbessert. Andererseits soll er die Auswirkungen auf die anderen Verkehrsteilnehmenden aufzeigen. Gemessen werden unter anderem Verkehrsmenge, Abfluss und Rückstau. 


Wenn der Bus in Staus stecken bleibt, führt dies zu Verspätungen und die Anschlüsse können nicht immer gewährleistet werden. Dadurch leidet nach BUD-Meinung die Attraktivität des öffentlichen Verkehrs, da er "seinen Beitrag zur Entlastung der Verkehrsinfrastruktur durch die fehlende Zuverlässigkeit nicht gewährleisten kann".

TCS tendenziell skeptisch
 

Gegenüber OnlineReports begrüsst Geschäftsführer Lukas Ott im Namen des TCS beider Basel "generell Versuche, die die Fahrplanstabilität verbessern". Allerdings seien Überholvorgänge an Bushaltestellen nicht ein zentrales Problem der Fahrplanstabilität, sondern die generelle Überlastung unseres Verkehrssystems.
 

Fahrplanstabilität muss, so Lukas Ott, durch den fehlenden Ausbau der Infrastruktur, durch intelligente Strassenführung und durch Entflechtung, "nicht durch künstlich erzeugten Rückstau" erreicht werden. Die stark befahrene Binningerstrasse in Oberwil und die Krummeneichstrasse in Pratteln seien deshalb "nicht unbedingt geeignete Versuchsstrecken".

Der TCS erwartet von der BUD, dass – sollten die Pilotprojekte zu mehr Rückstau und somit ebenfalls zum Faktor Fahrplanstabilität negativ beitragen – "die Projekte unmittelbar abgebrochen werden".



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