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© Foto by Peter Knechtli, OnlineReports.ch


Der erste Grossbatterie-Speicher in der Nordwestschweiz

Es ist nur ein Puzzlestein der bevorstehenden Energiewende: Heute Donnerstagmorgen wurde in Pratteln der erste Grossbatterie-Speicher der Nordwestschweiz eingeweiht.
Pratteln, 14. November 2019

Es handelt sich dabei um einen 1 Megawatt-Speicher beim "Aquabasilea" mit Batterie-Elementen aus dem Hause Tesla. Federführend dabei ist als Investorin und Stromverkäuferin die Elektra Baselland (EBL) und ihre Tochterfirma "Schweizstrom". Beteiligt an dieser Anlage sind mehrere Geschäftspartner: Die "Agrola"-Tochterfirma "Solvatec" war für Planung, Installation und Lieferung zuständig, der Energiekonzern "Alpiq" für Betrieb und Bewirtschaftung.

Ausbau auf 24 Ladestationen

Der Name der amerikanischen E-Auto-Marke prangt sowohl an der Batterie wie auch an den derzeit zehn Ladestationen ("High Power Charger"), die später auf 24 Einheiten erweitert werden sollen. Die Stromspeicherung steht somit anfänglich allein im Dienste von E-Automobilisten, die dort innerhalb vom 20 Minuten ihre Fahrzeuge aufladen können.

In einer späteren Phase wird sich die Funktion dieser Grossbatterie – und weiterer noch entstehender Grossbatterien – ausweiten auf die Absicherung gegen Schwankungen im Schweizer Stromnetz und zur Abdeckung von Verbrauchsspitzen. Diese Speicher sind dann von Bedeutung, wenn plötzlich grosse Mengen an Strom bezogen (etwa wenn viele Kochherde oder Fernseher gleichzeitig in Betrieb gehen) oder produziert werden (etwa aus Photovoltaik-Anlagen).

In fünf Wochen gebaut

Das Projekt hatte eine kurze Vorlaufzeit: Laut EBL-Direktor Tobias Andrist wurde "diesen Sommer entschieden", die Anlage selbst entstand "innerhalb von fünf Wochen", wie er OnlineReports erklärte. Der Standort ist verkehrstechnisch gut erschlossen und dürfte auf den dort angesiedelten Unternehmen den einen oder andern neuen Kunden bringen.

Vor Fachleuten führte Andrist aus, das Projekt müsse als Bestandteil des Ausbaus der erneuerbaren Energien betrachtet werden. Heute würden weltweit immer noch 80 Prozent des Energieverbrauchs fossil produziert. Um diesen Anteil zu reduzieren, setzen internationale Konzerne – Tesla ist nur einer von mehreren, vor allem in China operierenden – im grossen Stil auf den Bau riesiger Batteriefabriken.

"Die Speicherung ist der Schlüssel der Energiewelt von morgen", sagte Dominik Müller, bei "Agrola" Leiter Innovation und Technik. Die Entwicklung gehe dahin, dass der problematische Kobaltgehalt der Batteriezellen gegen Null sinke. Roger Burkhart von "Alpiq" stellte vor, wie sein Unternehmen den EBL-Speicher bewirtschaftet.

Gemeindepräsident fordert "Querköpfe"

Der Prattler Gemeindepräsident Stefan Burgunder drückte seine Freude darüber aus, dass die Projektpartner den Standort Pratteln ausgewählt haben. Er erinnerte aber daran, dass der prognostizierte Aufschwung der E-Mobilität zu einem "immensen Verbrauch an Rohstoffen" führe. Deshalb seien die Suche nach dem "Super-Akku" und der nachhaltige Abbau von Rostoffen eine "massgebliche Herausforderungen der Stromversorgung".

"Die Bevölkerung will die Energiewende", fuhr Burgunder fort und versicherte in Namen der Partner, "für die Zukunft denken" zu wollen. "Wir brauchen Querdenker, Exzentriker und Visionäre, die mit ihren Ideen die Zukunft unserer Gesellschaft sichern."

Bild von links: Dominik Müller, Tobias Andrist, Roger Burkhart und Stefan Burgunder



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am 28. Dezember 2021
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