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SBB-Perrons ohne Photovoltaik: Unverständnis im Landrat

Dass auf den verlängerten neuen Liestaler Bahnhof-Perrons keine Solarpanels vorgesehen sind, stösst im Baselbieter Landrat auf breites Unverständnis.
Liestal, 29. September 2022

Wenn die Liestaler Bahnhof-Umgebung einmal fertig gebaut sein wird, werden Perrondächer in einer Länge von gesamt mehreren hundert Meter vorhanden sein. Obschon sie in Richtung Süden stark sonnenexponiert sind und somit von einer langen Einstrahlung profitieren, verzichteten die SBB auf die Installation von Solarpanels.

Grund: Dieses Projekt sei zu einem Zeitpunkt geplant worden, "als Solarpanels bei den SBB noch kein standardmässiges Ziel für Neubauten war".

Nachrüstung erwartet

Diese Unterlassung stösst im Landrat auf nahezu ungeteiltes Kopfschütteln, wie eine überparteiliche OnlineReports-Umfrage ergab. FDP-Fraktionspräsident Andreas Dürr spricht von einer "verpassten Chance" und spricht die Erwartung aus, "dass die SBB hier – soweit technisch möglich – nachrüsten".

Seine Fraktionskollegin Christine Frey lehnt "eine Hauruck-Übung zur Aufrüstung" ab, weil ein solches Vorhaben "sauber geplant, ökonomisch sinnvoll und in ein Gesamtkonzept eingebunden" werden müsse. Dennoch hat die Münchensteiner Präsidentin der "Liga Baselbieter Stromkunden" mit Blick auf das Bauvorhaben trotz schlechten Geschäftsverlauf der SBB "nicht den Eindruck, dass beim Baustandard gespart wird". Die Fähigkeit, auf äussere Ereignisse zu reagieren, existiere offenbar nicht. "Die Episode mit den Solarpanels geht ins gleiche Kapitel."

"SBB hat Vorbildbunktion"

In Zeiten, in denen Solar-Sharing in aller Munde ist, sei es "ein No-Go, dass die SBB als Institution mit Vorbildfunktion und hohen Energieverbrauch sich heute noch nicht final bekennen kann", meint der Allschwiler SP-Landrat Andreas Bammatter.

Andrea Heger (EVP, Hölstein) anerkennt, dass bei den eigentlichen Gebäuden "optimale Solarnutzungen vorgesehen" seien. Dass die Nutzung der Perrondächer "nicht einmal einen Gedanke wert" war, hält sie für "unverständlich". Deshalb erwarte sie die "ernsthafte Prüfung einer Nachrüstung".

Ähnlich der Tenor von Landrats-Vizepräsident Pascal Ryf (Mitte, Oberwil). Selbst wenn die SBB bei der Planung noch nicht an die Energiewende gedacht zu haben scheinen, müsse sie nun "alle Hebel in Bewegung zu setzen, ungenutzte Perrondächer für die Nutzung der Solarenergie aufzurüsten". Ryf erinnert daran, dass der Kanton Baselland scon seit 2010 mit dem Baselbieter Energiepaket moderne Wege der Wärmeproduktion und energieeffiziente Neubauten fördert, um das Bundesratsziel "Netto Null 2050" zu erreichen.

Stärkere politische Intervention

Die grünliberale Füllinsdörferin Regula Steinemann hält es für "bedauernswert", dass ein fortschrittliches Unternehmen wie die SBB "nicht im Stande oder unwillig ist, einen einmal getroffenen Entscheid in dieser Dimension rückgängig zu machen respektive den aktuellen Gegebenheiten anzupassen". Es erstaune nicht, "dass wir in der Energiepolitik in vielerlei Hinsicht nachhinken". Das Beispiel des Liestaler Bahnhofs zeige auch, dass "wohl die Politik hier letztlich in stärkerem Umfang als bisher Massnahmen ergreifen muss".

Für den Allschwiler SVP-Landrat Florian Spiegel mag Tatsache sein, dass die Ausführung die PV-Panels bei der Planung noch kein Ziel waren. Dass eine Nachrüstung "während dieser langen Bauphase nicht umgesetzt wurde, ist dennoch nicht erklärbar". Die SBB als Unternehmen, das stark von der öffentlichen Hand lebt, "sollte bei solchen Themen in der Lage sein, flexibel zu reagieren".

Von einem "ärgerlichen Versäumnis der SBB" spricht Ronja Jansen (SP). Die Nutzung von Standorten wie Perrondächern gehöre zu den einfachsten Wegen, die überfällige Energiewende voranzutreiben. "Öffentliche Flächen müssen unbedingt einer standardmässigen Prüfung unterzogen werden und mit Photovoltaikanlagen bestückt werden."

Jansen hat auch ein Postulat ihrer Birsfelder Parteikollegin Désirée Jaun unterschrieben, das im kantonalen Einflussbereich die Nutzung von Solarpanels auf ÖV-Haltestellen prüfen lassen will.




Weiterführende Links:
- SBB: Keine Photovoltaik auf neuen Liestaler Perrondächern
- "Ich spüre von der Regierung zu wenig, wohin die Reise gehen soll"


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"Kanton kann sich bewerben"

Der Kanton könnte sich ja um die direkte Nutzung bewerben; wäre das nicht ein Ausweg?


Dieter Troxler, Rünenberg




"Einfluss noch möglich"

Sind die gut bezahlten Denker und Lenker der SBB nicht imstande, ihre Blicke nach vorne zu richten und wichtige Entscheide für  die Zukunft zu treffen?  Der Grund: "Dieses Projekt sei zu einem Zeitpunkt geplant worden, "als Solarpanels bei den SBB noch kein standardmässiges Ziel für Neubauten war."
 

Auf dieses Projekt kann man noch Einfluss nehmen, ohne das jemand dabei "das Gesicht verliert"!


Felix Bornhauser, Basel



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"Anpralldämper"

Kantonspolizei Basel-Stadt
in einer Unfallmeldung
vom 7. November 2022
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Er dämpft sogar Buchstaben weg.

RückSpiegel


matthiaszehnder.ch nimmt die beiden News-Artikel aus OnlineReports zum Anlass, sich über die schrumpfende Kulturberichterstattung in den Schweizer Medien Gedanken zu machen.

Bajour zitierte OnlineReports in seinem Bericht über die Verwicklung von Bundesratskandidatin Eva Herzog in umstrittene Basler Geschäfte.

In ihrer Recherche über die sterbende Kulturberichterstattung in Basler Medien bezieht sich Bajour auf OnlineReports.

20 Minuten nahm die OnlineReports-Recherche über den Angriff auf den Stiefvater vor dem Muttenzer Gerichtsgebäude auf.

Die Basler Zeitung und die BZ Basel nahmen die OnlineReports-News über die Rückkehr von Christine Keller in den Basler Grossen Rat auf.

In ihrer Analyse über die unklare Gesundheitsversorgung des Laufentals ging die Basler Zeitung auf eine OnlineReports-Recherche ein.

Telebasel konfrontierte die SVP-Regierungsrats-Kandidatin Sandra Sollberger mit einem Kommentar aus OnlineReports (worauf sie die Stellungnahme verweigerte).

Die BZ Basel und die Basler Zeitung nahmen den OnlineReports-Bericht über Pläne zum Abbruch des Spitals Laufen auf.

Die OnlineReports-News über den Wechsel des Telefon-Anbieters durch die Basler Verwaltung wurde von der BZ Basel und Happy Radio aufgenommen.

In seiner Aufstellung über "Politiker, die Wasser predigen und Wein trinken", nahm der Nebelspalter auch auf einen Artikel in OnlineReports Bezug.

20 Minuten griff die OnlineReports-Meldung über einen Autolenker, der bei der verbotenen Fahrt durch eine Einbahnstrasse in Birsfelden eine Radfahrerin schwer verletzte, auf.

Die OnlineReports-Nachricht vom Tod des früheren Baselbieter Regierungsrats Urs Wüthrich nahmen Telebasel, die BZ Basel, die Basler Zeitung, das SRF-Regionaljournal, Prime News, die Nachrichtenagentur SDA, 20 Minuten und Happy Radio auf.

Die BZ Basel nahm die OnlineReports-Recherche über Lärm-Überschreitungen im Osten des Gundeldinger-Quartiers auf.

Auf die OnlineReports-News über den Rücktritt der Laufener Finanzkommission reagierte die BZ Basel mit einem Nachzug.

Die Basler Zeitung nahm in ihrer Analyse der Basler FDP auf einen OnlineReports-Artikel aus dem Jahr 2005 Bezug.

Die BZ Basel nahm in ihrem Bericht über den Protest gegen entwässerte Basler Brunnen auf OnlineReports Bezug.

Die OnlineReports-News über stehengelassene BVB-Buspassagiere wurde von der BZ Basel aufgenommen.

Die BZ Basel und die Basler Zeitung nahmen die OnlineReports-News über die Aufnahme von Frauen in die drei Kleinbasler Ehrengesellschaften auf.

Die BZ Basel zog die OnlineReports-News über Login-Probleme bei der Basler Kantonalbank (BKB) nach. Ebenso das Regionaljournal, das aber keine Quelle nannte.

Die BZ Basel und das SRF-Regionaljournal nahmen die OnlineReports-Meldung vom Tod des ehemaligen Baselbieter LdU-Nationalrats Claudius Alder auf.

In ihrem Bericht über den Störungs-Aufruf von "Basel nazifrei" zitierte die Basler Zeitung aus OnlineReports.

Weitere RückSpiegel

 

In einem Satz


Nicola Goepfert, seit Juni Mitglied des Basler Grossen Ratse, wurde als neuer Co-Präsident der Links-Partei "Basta" gewählt.

Heiko Vogel (47), der frühere Cheftrainer, kehrt am 1. Januar 2023 als Sportdirektor zum FC Basel zurück, um den "gesamten operativen Fussball-Alltag des FCB" zu verantworten.

Die Baselbieter Regierung hat die Mietung von Räumlichkeiten für das Amt für Migration und Bürgerrecht im Helvetia Tower in Pratteln beschlossen.

Auf die im Februar zurücktretende "Basta"-Grossrätin Beatrice Messerli (70) wird die Präsidentin des Jungen Grünen Bündnisses Nordwest, die Klimaaktivistin Fina Girard (Jahrgang 2001) folgen.

Lorenz Amiet, bisher Vizepräsident, wird neuer Präsident der SVP-Grossratsfraktion als Nachfolger von Pascal Messerli, der neu Parteipräsident wurde.

In Lörrach bewarf dieser Tage ein Unbekannter die Fassade der Synagoge der Israelitischen Kultusgemeinde mit Eiern.

Am Riehenring entsiegelt das Basler Bau- und Verkehrsdepartement als Versuch ab 31. Oktober insgesamt 14 Parkfelder, so dass dort zukünftig Regenwasser in den Untergrund geleitet wird.

Witterungsbedingt muss die Eröffnung der Kunsteisbahn Eglisee in diesem Jahr um zwei Wochen nach hinten verschoben werden, nämlich auf den 12. November.

Ab 1. November müssen sämtliche Personen, die den Kanton in strategischen Führungsorganen der Beteiligungen des Kantons Basel-Landschaft vertreten, ihre Vergütungen offenlegen.

Der Kanton Baselland beteiligt sich mit 900'000 Franken an der von der Wirtschaftskammer organisierten grössten Berufswahlmesse der Schweiz.

Am 29. Oktober, ab 10.15 Uhr, findet an der Oristalstrasse 100 A in Liestal die öffentliche Fahrzeug-Versteigerung von rund 140 Velos diverser Marken, 4 Autos (BMW X6 xDrive30d, Honda Civic 2.0i Typ R, VW T5 Kombi D 4M BMT, VW Polo Blue GT) und ein Arbeitsanhänger (BZS MA MA MA) statt.

Die Kunsteisbahn Margarethen eröffnet am 22. Oktober, die Eislaufsaison und eine Woche später; ab dem 29. Oktober, ist auch die Kunsteisbahn Eglisee geöffnet.

Die Evangelische Volkspartei Baselland (EVP) feierte am vergangenen 9. Oktober mit Partei- und ihren 100. Geburtstag.

Das Bau- und Verkehrsdepartement erteilt der Wyniger Gruppe den Zuschlag für den Betrieb der Flora-Buvette ab 2023; es soll sich um die "erste klimaneutrale Buvette" handeln.

Per 1. Januar 2023 übernimmt Christopher Henry Tütsch (49) die Geschäftsleitung des Ausländerdienstes Baselland als Nachfolger von Oliver Bolliger, der zum selben Zeitpunkt die Geschäftsleitung der Stiftung Wohnhilfe in Basel übernimmt.

Die Delegierten des Gewerbeverbandes Basel-Stadt haben am 20. September Hansjörg Wilde zum neuen Präsidenten gewählt.

Nach einjährigem Studium am Basler Gymnasium Kirschgarten konnten dieses Jahr 65 junge Erwachsene ihre Passerelle-Ausweise entgegennehmen, die ihnen nach der Berufs- oder Fachmatur den Zugang zu sämtlichen Studiengängen an den Schweizer Hochschulen ermöglichen.

In Muttenz beim Hallenbad beginnen im September /Oktober die Bohrarbeiten zur Erkundung des Untergrundes, da es dort zu Dolineneinstürzen und grossflächigen Absenkungen gekommen ist.