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Juso-Protest gegen Sklavenhändler "General Sutter"

Rünenberg/Sacramento, 11. Juni 2020

Die Juso sind nicht ungeschickt in der Art, sich mit Protestaktionen ins Gespräch zu bringen. So heute Donnerstagmorgen, als Aktivisten in der Oberbaselbieter Gemeinde Rünenberg das Denkmal für "General Sutter" flugs mit einem rot verspritzten Tuch verhüllten ("Keine Denkmale für Sklavenhalter").

Der Auswanderer und Abenteurer Johann August Sutter mit Heimatort Rünenberg hatte in Kalifornien die Privatkolonie "Neu-Helvetien" gegründet, aus der sich die Stadt Sacramento entwickelte.

Er war kein richtiger Rünenberger

Der Verhüllungs-Protest der Baselbieter Juso war indes nicht ihre eigene Idee. Vielmehr dürften sie sich durch den Farbanschlag auf ein Denkmal Sutters in der kalifornischen Metropole im Gefolge der aktuellen Rassismus-Proteste, über den das "Regionaljournal" berichtete, haben inspirieren lassen. In den USA geraten gewalttätig, diskriminierend und rassistisch konnotierte Denkmäler zunehmend unter Beschuss durch Vandalismus.

Hasardeur Sutter, im badischen Kandern geboren, wird seinem Mythos als menschenfreundlicher Pionier und Wohltäter nicht gerecht. In "Neu-Helvetien", so wird ihm nachgesagt, soll er Übergriffe auf die indianische Bevölkerung, ja gar Handel mit indigenen Kindern begangen haben, um seine Schulden zu tilgen. Kaum eine wissenschaftliche Quelle verschweigt die wüsten Seiten seiner Biografie.

Eine fragwürdige Vergangenheit

Es ist deshalb nicht von der Hand zu weisen, dass die Juso mit Recht auf die kritische Vergangenheit von Sklavenhändler Sutter und die Pflicht des Baselbiets hinweisen, "die eigene Geschichte aufarbeiten und kritisch hinterfragen". Diese Forderung betrifft nicht nur Rünenberg, sondern auch den Kantonshauptort Liestal, der – begründet durch die familiären Wurzeln Sutters – mit Sacramento 1989 eine Städtepartnerschaft einging.

Der Rünenberger Gemeindepräsident Peter Grieder verurteilte gegenüber OnlineReports den Protest. (Siehe separate Meldung.).

Heimlicher Stolz

Vielleicht mag das Denkmal neben dem Dorfweiher den einen oder andern Dorfbewohner heimlich mit lokalchauvinistischem Stolz erfüllen, aber in Ehre begründet ist dieser Stolz nicht. Der "berühmteste Rünenberger", wie er gelegentlich auch genannt wird, hat nie in Rünenberg gelebt.

Selbst die Baselbieter Juso konnten sich offenbar einer gewissen Faszination für die Figur Sutter nicht entziehen, indem sie für ihr Plakätchen nicht "Denkmäler", sondern den gehobenen Begriff "Denkmale" verwendeten.

Das aktuelle Bild: Der politisch korrekte General Sutter-Kirsch




Weiterführende Links:
- Gemeindepreesi verurteilt "General Sutter"-Protest


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"Wenn jetzt die frühere Regierungsrätin und heutige Ständerätin Verena Herzog (SP) antritt, hat sie nach fünfzig Jahren nicht nur den Stadtbasler Anspruch auf ihrer Seite. "

Christoph Mörgeli
"Weltwoche"-Autor
am 1. Dezember 2022
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Herr Mörgeli hätte wohl gern die Thurgauer SVP-Nationalrätin Verena Herzog als Bundesrätin, muss aber mit Eva Herzog Vorlieb (SP) nehmen.

RückSpiegel


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In ihrer Recherche über die sterbende Kulturberichterstattung in Basler Medien bezieht sich Bajour auf OnlineReports.

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Die OnlineReports-News über den Wechsel des Telefon-Anbieters durch die Basler Verwaltung wurde von der BZ Basel und Happy Radio aufgenommen.

In seiner Aufstellung über "Politiker, die Wasser predigen und Wein trinken", nahm der Nebelspalter auch auf einen Artikel in OnlineReports Bezug.

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