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@ Symbolfoto ZVG


Kanton eröffnet temporäre Flüchtlingsunterkunft in Pratteln

Pratteln, 5. Februar 2024

Die Asylsituation in Europa und in der Schweiz ist angespannt. Das bekommen auch die Kantone zu spüren. Baselland muss etwa 100 bis 150 zugewiesene Geflüchtete pro Monat unterbringen. Allein im Januar waren es 150.

 

Zuständig wären die Gemeinden, doch weil diese trotz Aufforderung ihrer Pflicht nicht ausreichend nachkommen, sieht sich der Kanton nun gezwungen, eine weitere temporäre Unterkunft für 100 Personen zu eröffnen. Dies teilt die Finanz- und Kirchendirektion (FKD) am Montag mit.

Die Unterkunft befindet sich im ehemaligen Laborgebäude von Coop in Pratteln und ist vom 5. Februar bis voraussichtlich Ende März in Betrieb. Sie wurde bereits im Sommer 2023 eingerichtet; zwischenzeitlich hat sie die Gemeinde Pratteln für Flüchtlingen genutzt. 

 

Baselland rechnet für 2024 mit 1500 bid 2000 Zuweisungen

 

Die Prognosen des Bundes gehen davon aus, dass sich die Zahl der Asylgesuche 2024 auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr bewegen wird. Es werden also etwa 30'000 Asylgesuche erwartet. Zusätzlich rechnet der Bund mit weiteren 25'000 Geflüchteten aus der Ukraine.

 

Der Kanton Baselland muss demnach von 1500 bis 2000 Zuweisungen ausgehen. "Die Gemeinden müssen in entsprechendem Umfang ihrem gesetzlichen Auftrag nachkommen und dafür sorgen, dass ausreichend Aufnahmeplätze zur Verfügung stehen", betont die FKD. 

Die Verteilung auf die Gemeinden erfolgt gemäss einer Aufnahmequote, die die Regierung festlegt. Diese liegt aktuell bei 2,6 Prozent der Wohnbevölkerung. Das heisst: Pro 1000 Einwohnerinnen und Einwohner muss eine Gemeinde 26 Geflüchtete aufnehmen. Kleinere Gemeinden nehmen entsprechend weniger Menschen auf. 

Eine Betreuung und Unterstützung der Geflüchteten durch den Kanton sei in der Gesetzgebung nicht vorgesehen, heisst es im Communiqué. Der Kanton könne lediglich Erstaufnahme-Heime führen, um den Zuweisungsprozess auf die Gemeinden sicherzustellen.




Weiterführende Links:
- Konflikte in Kleinhüningen: Kanton schliesst Asylunterkunft Bonergasse
- "So geht es nicht!" – Baselland richtet scharfe Worte an Basel-Stadt
- Kaspar Sutter erschwert Lösungen im Asylbereich


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