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© Foto by Peter Knechtli, OnlineReports.ch


"Salina Raurica": 3,2 Kilometer neue Tramlinie "14"

Ein spannendes Kapitel des öffentlichen Verkehrs im Baselbiet steht vor der parlamentarischen Beratung: Die Verlängerung der Tramlinie 14 ins Entwicklungsgebiet "Salina Raurica" in den Gemeinden Pratteln und Augst. Die Projektierungsvorlage der Regierung dazu ging heute Mittwoch an den Landrat. Baudirektor Isaac Reber präsentierte den Medien das Projekt.
Pratteln, 2. September 2020

Die heutige Tramlinie 14 von Basel nach Pratteln endet in der Nähe des Bahnhofs. Künftig soll die Doppelspur um 3,2 Kilometer weitergeführt werden und erst an der Längi-Kreuzung an der Grenze von Pratteln und Augst eine Wendeschlaufe erhalten.

Der Grund dafür ist nicht primär die Erschliessung des Längi-Quartiers mit den grünen Trämli. Vielmehr ist es das dazwischen liegende, seit vielen Jahren in Planung stehende, 60 Hektar grosse Entwicklungsgebiet "Salina Raurica", das schon über einen eigenen Bahnhof verfügt.

Wohnraum für 3'500 Personen

Dieser Perimeter, der mit Wohnungen, Gewerbe und einem 25'000 Quadratmeter grossen Park überbaut wird, schafft allein für die 17'000-Einwohner-Gemeinde Pratteln Wohnraum für 2'500 Personen und ebenso viele Arbeitsplätze. Auf dem Augster Anteil des Geländes – zwischen der heutigen Rheinstrasse und dem Rhein – entsteht Wohnraum für rund 1'000 Personen, wodurch sich die Bevölkerung der Gemeinde genau verdoppelt.

Die Kosten der Tramverlängerung belaufen sich auf 170 Millionen Franken, woran sich der Bund mit rund einem Drittel aus dem Agglomerations-Programm beteiligen dürfte.

Zunächst geht es um den Projektierungskredit von rund 17 Millionen Franken, in dem neben der Projektierung (8,5 Millionen) auch der vorgezogene Landerwerb (7 Millionen Franken) und der Bau eines provisorischen Bushofs in Augst enthalten sind. Der Kredit untersteht dem fakultativen Referendum. Das Bundesamt für Strassen hat dazu keine Vorbehalte angebracht.

Direkter Bahnanschluss

Dieses "Schlüsselprojekt" von "Salina Raurica" stellte Baudirektor Isaac Reber zusammen mit dem Prattler Gemeindepräsidenten Stephan Burgunder, dem Augster Vizegemeindepräsidenten Ralph Wächter, Kantonsingenieur Drangu Sehu und BLT-Direktor Andreas Büttiker den Medien vor.

Die Linie unterfährt beim Bahnhof die SBB-Stammlinie auf einer Länge von 70 Metern, führt auf einer 280 Meter langen Brücke über die Autobahn A2 ins Gewerbegebiet "Grüssen", wo die zweite Wendeschlaufe geplant ist, und quer durch "Salina Raurica" bis zur Endschlaufe. Bedient werden sechs neue Stationen: "Unterführung SBB" mit direktem Bahnanschluss, "Grüssenhölzli", "Zurlinden", "Steinhölzli", "Längipark" und "Augst".

Die Rheinstrasse im Projektgebiet wird Ende 2022 zurückgebaut und durch die Rauricastrasse abgelöst. Dies hat zur Folge, dass die bestehende Buslinie neu geführt werden müssen. Weil der neue Busbahnhof erst 2031 in Betrieb gehen kann, ist für die Dauer von rund zehn Jahren der Bau eines provisorischen Bushofs nötig. Laut Drangu Sehu müssen dem Bau "weniger als zwölf Häuser" weichen. Alle Eigentümer seien "informiert".

Reber würde "gern antreten"

Der Kantonsingenieur geht von einer Inbetriebnahme der neuen Tramlinie im Jahr 2031 aus. Im vierten Quartal dieses Jahre soll der Landrat den Projektkredit sprechen. Auf die OnlineReports-Frage, ob er mit einem Referendum rechne, sagte Reber: "Ausgeschlossen ist es nicht, ich würde gern dagegen antreten. Aber Baselland ist aufstrebend unterwegs."

Der mit Tram-Neubaustrecken erfahrene BLT-Dirketor Andreas Büttiker dagegen warnte, das Projekt sei "kein Selbstläufer, da es immer Partikularinteressen gibt". Jedenfalls bedürfe es einer "exzellenten Kommunikation".

Büttiker gab dabei die Anekdote zum Besten, zu Beginn der neunziger Jahre sei eine Verlängerung der Tramlinie 14 um 600 Meter bis zur Zweifengasse "durch Stichentscheid des grünen Landratspräsidenten" abgelehnt worden, weil Gärten grüner Anstösser betroffen gewesen seien. Stimmt so nicht ganz: Den negativen Stichentscheid traf der Prattler Landratspräsident Willi Bernegger (1990/1991) – ein strammer Freisinniger. Erster grüner Baselbieter Landratspräsident war Daniel Müller (1993/1994).

Zufriedene Gemeinden

Die Gemeindevertreter aus Pratteln und Augst zeigten sich erfreut über die Tramverlängerung. Sie führe zu einem "hochwertigen Wohnumfeld", einem Wirtschaftsstandort mit hoher Wertschöpfung und zugleich zu Flächen zur Entwicklung von Biodiversität und für Naherholung.

Für Augst bleibt ein Wermutstropfen: Viel Verkehr fliesst weiterhin durch die Hauptstrasse der Gemeinde: Eine Umfahrung entlang der Autobahn sei zwar "in den Plänen", aber von einer Realisierung noch weit entfernt.

Bild von links: Andreas Büttiker, Drangu Sehu, Ralph Wächter, Stephan Burgunder, Isaac Reber




Weiterführende Links:
- Spatenstich zur neuen Kantonsstrasse in Salina Raurica
- Schuss draussen: Die neuen Tramlinien in beiden Basel
- Rheinstrasse-Verlegung: Referendum nicht eingereicht


BVB-Trämli auf BLT-Trassee


Der "Vierzehner" von Basel nach Pratteln ist ein Unikum. Er fährt zwar auf dem Hoheits-Trassee der Baselland Transport AG (BLT) mit Markenfarbe Orange, wird aber durch grünes Rollmaterial der Basler Verkehrsbetriebe (BVB) betrieben.
 


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Frisch pubertiert

Knutschen im Thermalbad
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"Jede Person, die 'dauerhaft' im Baselibiet niedergelassen ist, ..."

OnlineReports.ch
vom 1. November 2020
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Nur keine falsche Bescheidenheit: Baselland ist 14-mal grösser als Baseli-Stadt.

Alles mit scharf

Der Bart nach dem Maskenball

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Weitere RückSpiegel

 

In einem Satz


Die Baselbieter Regierung senkt den Verzugszins 2021 bei der Staatssteuer von 6 auf 5 Prozent, während der Vergütungszins unverändert bei 0,2 Prozent bleibt.

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Die Basler SP hat am 16. Oktober ihre Initiative "Kinderbetreuung für alle" mit über 3'000 Unterschriften eingereicht.

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Die Volksinitiative "für ein klimagerechtes Basel", die die Treibhausgas-Emissionen in Basel-Stadt bis 2030 auf Null senken will, ist am 8. Oktober mit über 3'700 Unterschriften bei der Staatskanzlei eingereicht worden.

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