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Streit um Feningerspital geht in die nächste Runde

Der Laufentaler Verein "Bezirksrat Gesundheit" fordert in einer Volksinitiative, dass das Laufner Gesundheitszentrum am alten Standort entsteht.
Laufen, 31. August 2023

Es ist ein ewiger Streit, der um das Spital Laufen. Und es gibt keine Anzeichen dafür, dass dieser in naher Zukunft beigelegt werden könnte. Im Gegenteil: Der Konflikt spitzt sich weiter zu. Der Verein "Bezirksrat Gesundheit", der aus dem Verein "Pro Spital Laufen" hervorgeht, hat eine Volksinitiative lanciert. In dieser fordert er, dass das neue Laufener Gesundheitszentrum nicht wie vom Kanton vorgesehen im Birs Center am Bahnhof Laufen, sondern am alten Spitalstandort entsteht, wie die bz am Donnerstag berichtet.

Es gehe aber um weit mehr als nur um den Standort, sag Remo Oser, Mitinitiant und Gemeinderat in Röschenz auf Anfrage von OnlineReports. "Es geht darum, Wort zu halten." Deshalb trage die Initiative auch den Titel "s'Baselbiet haltet Wort". 

 

Bevölkerung, Regierung und Landrat waren dafür

 

Die Baselbieter Bevölkerung hat im Februar 2019 bei der Abstimmung über die Spitalfusion mit Basel-Stadt entschieden, dass die bestehende Gesundheitsinfrastruktur in Laufen am Standort Feningerspital weiterhin genutzt werden soll. Laufen wurde im Rahmen der Strategie "Vier Standorte – ein System" als einer der vier Standorte in der Abstimmungsvorlage genannt. Zwei Drittel der Baselbieterinnen und Baselbieter, die Regierung und der Landrat haben dieser Strategie mit Laufen zugestimmt.

Über Jahrzehnte habe der Kanton und das Kantonsspital Baselland (KSBL) der Laufentaler Bevölkerung und ihren Vertretern immer wieder versichert, der Laufentalvertrag gelte – wenn auch in modernisierter Form, sagt Oser. Doch als es im Januar 2022 vor dem Baselbieter Verfassungsgericht darum gegangen sei, zu diesem historischen Versprechen zu stehen, hätten KSBL und Kanton argumentiert, der Vertrag sei abgelaufen und gelte heute nicht mehr.

Oser: "Dieser Wortbruch hat viele Laufentalerinnen und Laufentaler tief erschüttert."

"Dieser Wortbruch hat viele Laufentalerinnen und Laufentaler tief erschüttert", sagt Oser. Das vom KSBL forcierte Projekt beweise, dass man gar nicht im Sinn hatte, den Laufentalvertrag zu erfüllen. In den Projektunterlagen dazu werde der Laufentalvertrag nämlich mit keinem Wort erwähnt.

Das Feningerspital ist als Stiftung aus dem letzten Willen von Joseph Conrad Gabriel Feninger entstanden. Der damalige Amtsbezirk Laufental hat im Februar 1869 die vorgesehene Pflicht zur Betreibung eines Spitals für die Armen aus Feningers Testament übernommen, zusammen mit dem dafür gestifteten Vermögen aus dessen Erbe. Baselland hat das Spital beim Kantonswechsel übernommen.

Der Verein "Bezirksrat Gesundheit" will im Septeber anfangen, die Unterschriften für die Initiative zu sammeln.




Weiterführende Links:
- Der Abbruch des Spitals Laufen rückt in die Nähe
- Spitalzukunft: Anzeige gegen Stadtpräsident Pascal Bolliger
- Spital Laufen: Stadtrat will Akteneinsicht ablehnen
- Spital Laufen wird 150 Ukraine-Flüchtlinge aufnehmen


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