News

© Foto by Peter Knechtli, OnlineReports.ch


Universität Basel: Imam-Ausbildung ist kein Thema mehr

Vor Jahren war es ein aufregendes Traktandum auf der politischen Agenda: Jetzt ist es um eine mögliche Imam-Ausbildung an der Universität Basel still geworden. Die Pläne verliefen im Sand.
Basel, 15. August 2020

Es herrschte einige Aufregung, als vor fünfzehn Jahren Pläne bekannt wurden, an der Universität Basel eine Imam-Ausbildung einzurichten. Die Initiative dazu hatte Elsayed Elsahed, der Direktor der "Islamischen Religionspädagogischen Akademie" in Wien, ergriffen. Elsahed sprach bereits von Zusagen potenzieller Sponsoren eines Lehrstuhls und einem Startbudget von drei Millionen Franken. Jedenfalls führte die Universität Sondierungsgespräche.

Der damalige SVP-Präsident und heutige Finanzminister Ueli Maurer hatte sich seinerzeit entschieden gegen die Ausbildung von muslimischen Vorbetern in der Schweiz ausgesprochen. In diesem christlichen Land, so Maurer, habe es für Islam-Lehrgänge an staatlichen Universitäten "keinen Platz".

"Pläne nicht weiterverfolgt"

Seither herrscht Ruhe. Wie der Basler Theologie-Professor Reinhold Bernhardt auf Anfrage gegenüber OnlineReports erklärte, seien die Pläne Elsaheds "nicht weiterverfolgt" worden. Der Grund dafür dürfte nach seiner Erinnerung gewesen sein, dass im Hintergrund "unseriöse Finanzquellen vermutet" und dass der Promoter "zu viel Einfluss auf die Ausgestaltung der Ausbildung und die Besetzung der Professuren nehmen wollte".

Auf die Frage, ob eine Imam-Ausbildung an der Basler Universität noch auf der Agenda stehe, sagte Bernhardt, der damalige Rektor Antonio Loprieno habe auf Bundesebene eine Arbeitsgruppe präsidiert, die sich mit der Frage beschäftigte, wie in der Schweiz – im Unterschied zur Islamwissenschaft, die es ja an einigen Universitäten gibt – ein islamisch-theologisches Studium auf akademischer Ebene  angeboten werden könnte. Dieser Studiengang sei aber "nicht als Imam-Ausbildung konzipiert" gewesen.

Keine Imam-Ausbildung auch an der Uni Fribourg

Das Resultat sei die Gründung des "Schweizerischen Zentrums für Islam und Gesellschaft" an der Universität Fribourg gewesen, das von Hansjörg Schmid geleitet wird. Aber auch dort finde keine Imam-Ausbildung statt und es sei "auch nicht die Entwicklung einer solchen geplant".

In Basel ist die Frage einer universitären Imam-Ausbildung derzeit kein Thema mehr. Bernhardt: "Aktuell ist mir keine solche Nachfrage bekannt."




Weiterführende Links:
- Imam-Ausbildung an Basler Uni: Schon ab Wintersemester?


 Ihre Meinung zu dieser News
(Mails ohne kompletten Absender werden nicht bearbeitet)
https://www.onlinereports.ch/fileadmin/templates/pics/echo.gif

"Imam-Ausbildung könnte die Lösung sein"

Das Problem bei allen Universitäten ist, dass sie natürlich auch denken, dass an solchen Ausbildungsgängen Geld zu verdienen ist. Geldsponsoren hat es aber praktisch keine. Die muslimischen Gemeinden in der Schweiz verfügen nicht über so viel Geld. Also müssen andere Sponsoren einspringen. Das sind dann die reicheren, arabischen Potentaten, die natürlich ihre Interpretation des Islam ins Spiel bringen – was wir in der Schweiz auf jeden Fall vermeiden sollten.
 

Eine andere, eher machbare Variante wäre, dass die zu ausbildenden Imame in Österreich die Ausbildung machen – dort ist der Islam schon seit vielen Jahren staatlich anerkannt. Was die Kandidaten (evtl. auch Kandidatinnen) zusätzlich in der Schweiz mitbekommen müssten, wäre: Schweizer Recht, Gepflogenheiten etc. Eine solche Ausbildung wäre viel billiger – auch wenn der Staat sich sicher finanziell beteiligen müsste, wie es in allen Studienlehrgängen an Schweizer Universitäten ist.
 

Ein anderes Anliegen ist, dass die Imame, die aus dem Ausland in die Schweiz kommen, eine gute Einführung in die Schweizergesetzte und Gesellschaft bekommen. Damit ihnen von Beginn an klar ist, was erlaubt, was unerwünscht ist und wie die Konsequenzen aussehen. Dieser Schritt ist fast noch wichtiger als die Imamausbildung, denn die Türken wollen einen Imam der türkisch spricht oder arabische Muslime, einen, der Arabisch spricht. Was man nicht vergessen darf ist, dass viele junge Menschen aus diesen Ländern besser Schwizerdütsch sprechen als ihre "Muttersprache". Wie soll dieses Problem gelöst werden? Da wäre die Lösung vermutlich wieder die Imam-Ausbildung in der Schweiz.


Yahya Hassan Bajwa, Baden



Weitere aktuelle News

News

Basel Hafenbecken 3-Gegner: "Das ist ein Schildbürgerstreich"
Corona Infektions-Anstieg: Schwerpunkt Bundesasylzentrum
Liestal Corona: Besuch von Gregor Gysi im Baselbiet abgesagt
Basel Riehenring: Schwere Körperverletzung in der "Musical Bar"
Lampenberg Leerstehendes Einfamilienhaus bei Brand zerstört
Basel Junge Frau am Matthäusplatz unter Waffendrohung beraubt
Pandemie Wieder zwei Corona-Fälle in Basler Kindertagesstätten

www.onlinereports.ch - Das unabhängige News-Portal der Nordwestschweiz

© Das Copyright sämtlicher auf dem Portal www.onlinereports.ch enthaltenen multimedialer Inhalte (Text, Bild, Audio, Video) liegt bei der OnlineReports GmbH sowie bei den Autorinnen und Autoren. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Veröffentlichungen jeder Art nur gegen Honorar und mit schriftlichem Einverständnis der Redaktion von OnlineReports.ch.

Die Redaktion bedingt hiermit jegliche Verantwortung und Haftung für Werbe-Banner oder andere Beiträge von Dritten oder einzelnen Autoren ab, die eigene Beiträge, wenn auch mit Zustimmung der Redaktion, auf der Plattform von OnlineReports publizieren. OnlineReports bemüht sich nach bestem Wissen und Gewissen darum, Urheber- und andere Rechte von Dritten durch ihre Publikationen nicht zu verletzen. Wer dennoch eine Verletzung derartiger Rechte auf OnlineReports feststellt, wird gebeten, die Redaktion umgehend zu informieren, damit die beanstandeten Inhalte unverzüglich entfernt werden können.

Auf dieser Website gibt es Links zu Websites Dritter. Sobald Sie diese anklicken, verlassen Sie unseren Einflussbereich. Für fremde Websites, zu welchen von dieser Website aus ein Link besteht, übernimmt OnlineReports keine inhaltliche oder rechtliche Verantwortung. Dasselbe gilt für Websites Dritter, die auf OnlineReports verlinken.

Theater Basel

"Die Aufdrängung"
https://www.onlinereports.ch/fileadmin/templates/pics/gelesen.gif
"... die Intensivpflegebetten in den Aussenstationen Sitten, Martinach und Siders"

BaZ/Tamedia
vom 24. Dezember 2022
https://www.onlinereports.ch/fileadmin/templates/pics/gelesen.gif

Auf Germanisierungstour im Wallis: "Martinach" ist eine völlig veraltete deutsche Bezeichnung für Martigny.

RückSpiegel


Die BZ Basel zog die OnlineReports-Erstmeldung über die Verhaftung eines Gewerbetreibenden nach.

Zum aktuellen Thema "Krise des Kulturjournalismus" bezeichnet die Basler Zeitung die Theater- und Opernkritiken in OnlineReports als "löbliche Ausnahme".

In ihrem Text über die Bundesratswahlen zitierte die Luzerner Zeitung aus dem OnlineReports-Leitartikel über die Basler Kandidatin Eva Herzog.

In seiner Bestandesaufnahme über Basler Online-Medien startet das Wirtschafts-Magazin Trend von Radio SRF1 mit OnlineReports.

Die Basler Zeitung ging in ihrem Bericht über den Telebasel-Weggang von Claude Bühler auf dessen Rolle als Theaterkritiker bei OnlineReports ein.

Telebasel zog den OnlineReports-Bericht über Fassaden-Probleme am Markthalle-Hochhaus nach. Die BZ Basel zog auch nach, unterschlug aber eine Quellennennung.

In ihren Presseschauen zu den Bundessratswahlen zitierten bajour.ch und primenews.ch aus dem OnlineReports-Leitartikel über Eva Herzog.

matthiaszehnder.ch nimmt die beiden News-Artikel aus OnlineReports zum Anlass, sich über die schrumpfende Kulturberichterstattung in den Schweizer Medien Gedanken zu machen.

Bajour zitierte OnlineReports in seinem Bericht über die Verwicklung von Bundesratskandidatin Eva Herzog in umstrittene Basler Geschäfte.

In ihrer Recherche über die sterbende Kulturberichterstattung in Basler Medien bezieht sich Bajour auf OnlineReports.

20 Minuten nahm die OnlineReports-Recherche über den Angriff auf den Stiefvater vor dem Muttenzer Gerichtsgebäude auf.

Die Basler Zeitung und die BZ Basel nahmen die OnlineReports-News über die Rückkehr von Christine Keller in den Basler Grossen Rat auf.

In ihrer Analyse über die unklare Gesundheitsversorgung des Laufentals ging die Basler Zeitung auf eine OnlineReports-Recherche ein.

Telebasel konfrontierte die SVP-Regierungsrats-Kandidatin Sandra Sollberger mit einem Kommentar aus OnlineReports (worauf sie die Stellungnahme verweigerte).

Die BZ Basel und die Basler Zeitung nahmen den OnlineReports-Bericht über Pläne zum Abbruch des Spitals Laufen auf.

Die OnlineReports-News über den Wechsel des Telefon-Anbieters durch die Basler Verwaltung wurde von der BZ Basel und Happy Radio aufgenommen.

In seiner Aufstellung über "Politiker, die Wasser predigen und Wein trinken", nahm der Nebelspalter auch auf einen Artikel in OnlineReports Bezug.

20 Minuten griff die OnlineReports-Meldung über einen Autolenker, der bei der verbotenen Fahrt durch eine Einbahnstrasse in Birsfelden eine Radfahrerin schwer verletzte, auf.

Die OnlineReports-Nachricht vom Tod des früheren Baselbieter Regierungsrats Urs Wüthrich nahmen Telebasel, die BZ Basel, die Basler Zeitung, das SRF-Regionaljournal, Prime News, die Nachrichtenagentur SDA, 20 Minuten und Happy Radio auf.

Weitere RückSpiegel

 

In einem Satz


Melanie Thönen übernimmt am 1. Mai die Leitung des Pädagogischen Zentrums PZ.BS. Sie folgt auf Susanne Rüegg, die Ende August 2022 pensioniert worden ist.

Sarah Baschung leitet ab 1. April den Swisslosfonds Basel-Landschaft in der Sicherheitsdirektion und folgt auf Heidi Scholer, die in Pension geht.

Basel-Stadt und Baselland wollen zusammen die psychiatrische Versorgung in der Gemeinsamen Gesundheitsregion weiterentwickeln.

Nicola Goepfert, seit Juni Mitglied des Basler Grossen Ratse, wurde als neuer Co-Präsident der Links-Partei "Basta" gewählt.

Heiko Vogel (47), der frühere Cheftrainer, kehrt am 1. Januar 2023 als Sportdirektor zum FC Basel zurück, um den "gesamten operativen Fussball-Alltag des FCB" zu verantworten.

Die Baselbieter Regierung hat die Mietung von Räumlichkeiten für das Amt für Migration und Bürgerrecht im Helvetia Tower in Pratteln beschlossen.

Auf die im Februar zurücktretende "Basta"-Grossrätin Beatrice Messerli (70) wird die Präsidentin des Jungen Grünen Bündnisses Nordwest, die Klimaaktivistin Fina Girard (Jahrgang 2001) folgen.

Lorenz Amiet, bisher Vizepräsident, wird neuer Präsident der SVP-Grossratsfraktion als Nachfolger von Pascal Messerli, der neu Parteipräsident wurde.

In Lörrach bewarf dieser Tage ein Unbekannter die Fassade der Synagoge der Israelitischen Kultusgemeinde mit Eiern.

Am Riehenring entsiegelt das Basler Bau- und Verkehrsdepartement als Versuch ab 31. Oktober insgesamt 14 Parkfelder, so dass dort zukünftig Regenwasser in den Untergrund geleitet wird.

Witterungsbedingt muss die Eröffnung der Kunsteisbahn Eglisee in diesem Jahr um zwei Wochen nach hinten verschoben werden, nämlich auf den 12. November.

Ab 1. November müssen sämtliche Personen, die den Kanton in strategischen Führungsorganen der Beteiligungen des Kantons Basel-Landschaft vertreten, ihre Vergütungen offenlegen.

Der Kanton Baselland beteiligt sich mit 900'000 Franken an der von der Wirtschaftskammer organisierten grössten Berufswahlmesse der Schweiz.

Am 29. Oktober, ab 10.15 Uhr, findet an der Oristalstrasse 100 A in Liestal die öffentliche Fahrzeug-Versteigerung von rund 140 Velos diverser Marken, 4 Autos (BMW X6 xDrive30d, Honda Civic 2.0i Typ R, VW T5 Kombi D 4M BMT, VW Polo Blue GT) und ein Arbeitsanhänger (BZS MA MA MA) statt.

Die Kunsteisbahn Margarethen eröffnet am 22. Oktober, die Eislaufsaison und eine Woche später; ab dem 29. Oktober, ist auch die Kunsteisbahn Eglisee geöffnet.

Die Evangelische Volkspartei Baselland (EVP) feierte am vergangenen 9. Oktober mit Partei- und ihren 100. Geburtstag.

Das Bau- und Verkehrsdepartement erteilt der Wyniger Gruppe den Zuschlag für den Betrieb der Flora-Buvette ab 2023; es soll sich um die "erste klimaneutrale Buvette" handeln.

Per 1. Januar 2023 übernimmt Christopher Henry Tütsch (49) die Geschäftsleitung des Ausländerdienstes Baselland als Nachfolger von Oliver Bolliger, der zum selben Zeitpunkt die Geschäftsleitung der Stiftung Wohnhilfe in Basel übernimmt.

Die Delegierten des Gewerbeverbandes Basel-Stadt haben am 20. September Hansjörg Wilde zum neuen Präsidenten gewählt.

Nach einjährigem Studium am Basler Gymnasium Kirschgarten konnten dieses Jahr 65 junge Erwachsene ihre Passerelle-Ausweise entgegennehmen, die ihnen nach der Berufs- oder Fachmatur den Zugang zu sämtlichen Studiengängen an den Schweizer Hochschulen ermöglichen.

In Muttenz beim Hallenbad beginnen im September /Oktober die Bohrarbeiten zur Erkundung des Untergrundes, da es dort zu Dolineneinstürzen und grossflächigen Absenkungen gekommen ist.