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© Foto by Michael Baumgärtner, OnlineReports.ch


Region Basel: Die Zahl der Firmengründungen stagniert

Die Firmengründungen in der Nordwestschweiz nehmen weniger stark zu als in anderen Regionen. Diese Diagnose ist aber nicht so dramatisch, als sie auf den ersten Blick erscheint.
Basel, 4. Januar 2012

Noch nie wurden in der Schweiz so viele Unternehmen neu gegründet wie im vergangenen Jahr. Trotz starkem Franken und Eurokrise trugen sich 39'665 Firmen neu ins Handelsregister ein, was einem Zuwachs von fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Zahlen stammen von der gestern Dienstag publizierten "Kurzstudie Firmenkonkurse und Gründungen" der Wirtschaftsauskunftei Dun & Bradstreet. Deren PR-Manager Christian Wanner sieht die Gründe für den starken Anstieg darin, dass viele Unternehmer in den vergangenen Jahren eine geplante Firmengründung zurückhielten. Dieser Rückstau entlud sich dann förmlich im letzten Jahr.

Indikator für eine stabile Arbeitsplatzsituation

Auf den ersten Blick ernüchternd sind dagegen die Zahlen aus der Nordwestschweiz. Der Aargau und die beiden Basel bilden zusammen die einzige Grossregion der Schweiz, in der die Neugründungen im Vergleich zum Vorjahr stagnieren.


Bei genauerem Hinsehen zeigt sich aber ein differenziertes Bild. Franz Saladin, der Direktor der Handelskammer beider Basel, beschrieb die Entwicklung gegenüber OnlineReports als "nicht dramatisch". Im Gegenteil: Vor allem Einzelpersonen gründen oft in wirtschaftlich unsicheren Zeiten ein Unternehmen – beispielsweise weil sie zuvor ihren Arbeitsplatz verloren haben. Darum sieht Saladin in der Stagnation der Firmengründungen sogar ein "eher positives Signal". Weniger Neugründungen können ein Indikator für eine stabile Arbeitsplatzsituation in einer Region sein. Dass nebenher die Zahl der insolventen Firmen nicht erheblich anstieg – die Region Nordwestschweiz liegt diesbezüglich mit einer Zunahme um drei Prozent im Schweizer Durchschnitt –, passt zu dieser Einschätzung.

Förderprogramme für Hightech-Firmen

Samuel Hess, der Leiter des Bereichs Wirtschaft im Basler Amt für Wirtschaft und Arbeit, stimmt grundsätzlich in Saladins Kanon mit ein. Er gibt allerdings zu bedenken, dass der Wirtschaftsstandort Basel gerade im besonders geförderten Bereich der Hochtechnologien im Vergleich zu anderen Standorten wie Lausanne oder Zürich etwas hinterher hinkt. Er begründet dies vor allem mit den relativen Standortvorteilen der genannten Regionen: Lausanne und Zürich – so Hess zu OnlineReports – seien mit ihren technischen Hochschulen attraktiv, Lausanne sogar "ein Hotspot". Ausserdem könnten der Technopark Zürich und der nahegelegene Kanton Zug von steuerlichen Vorteilen proftieren.

Neugründungen von Unternehmen, die sich mit der Forschung im Bereich der Hochtechnologien befassen, wären daher für den Raum Basel wiederum ein gutes Zeichen. Massnahmen in diese Richtung hat das Amt für Wirtschaft und Arbeit bereits ergriffen. Zahlreiche Förderprogramme, unter anderem in Kooperation mit der Fachhochschule Nordwestschweiz und der Universität, sowie der Technologiepark Basel sollen im Raum Nordwestschweiz die Entwicklung der Hochtechnologien dynamisieren.



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