Werbung

© Fotos by Thomas Gubler
"Wo ich mitmache, will ich Qualität liefern": Stephan Mathis.

Stephan Mathis bediente die Hebel der Macht – jetzt widmet er sich der Freiwilligenarbeit

Nach Jahrzehnten bei der Baselbieter Sicherheitsdirektion ist der frühere Generalsekretär heute in überraschendem Kontext anzutreffen.


Von Thomas Gubler


Anfang Juli bei der Bergstation Wasserfallen. Stephan Mathis widmet sich mit Hingabe den Besucherinnen und Besuchern der Ausstellung "Landart Wasserfallen". Er weist ihnen den Weg, berät sie und nimmt Kommentare und Feedbacks zum Kunstprojekt in freier Natur entgegen.

Mathis war jahrelang Generalsekretär und führender Kopf der Baselbieter Sicherheitsdirektion. Es gab kein Geschäft, das ohne seinen Segen weitergereicht wurde. Er war der Mann am Hebel der Machtzentrale, bei dem auch noch spät abends das Licht im Büro brannte. Ihn ausserhalb dieser Umgebung anzutreffen, in der freien Natur – es ist ein ungewohnter, überraschender Anblick.

Mathis hat die Ausstellung "Landart Wasserfallen" als Mitglied des Stiftungsrats Luftseilbahn Reigoldswil-Wasserfallen kuratiert. Diese Mitgliedschaft und Mitarbeit ist nur eine der zahlreichen neuen Tätigkeiten des ehemaligen SID-Generalsekretärs.

 

Stephan Mathis hat die Ausstellung "Landart Wasserfallen" kuratiert.

Als Mathis vor zweieinhalb Jahren in Pension ging, war "Ruhestand" im Sinne von "sich zur Ruhe setzen" für den damals 66-Jährigen keine Option. Er arbeite einfach gerne, sagte er. So gründete Mathis in Liestal ein Büro für Recht, Führung und Politik.

 

Einfach nicht drauflegen

Jetzt arbeitet er zwar nicht mehr ganz so viel wie als Generalsekretär, aber immer noch viel. Denn seine selbstständige Tätigkeit ist nicht nur umfangreich, sondern auch sehr vielfältig. Als er damals aus dem Staatsdienst ausschied, erklärte er, sich künftig insbesondere der Freiwilligenarbeit widmen zu wollen. 

Und genau das macht er mittlerweile auch in hohem Masse. Reich wird er damit nicht. Müsse er auch nicht, sagt er. "Nur bei den Büro- und Infrastrukturkosten drauflegen, möchte ich nicht unbedingt." Wobei ihm das bis jetzt nicht immer ganz gelungen sei, fügt er schmunzelnd hinzu.

Dafür kommt seine Arbeit heute nicht selten Schwächeren zugute. Etwa wenn er regelmässig in der Schreibstube Liestal des Roten Kreuzes Baselland Klienten in Rechtsfragen, Steuerangelegenheiten, im Umgang mit Behörden oder bei der Arbeitsplatz- und Wohnungssuche berät und unterstützt. Zudem ist er Vizepräsident des Stiftungsrats Burg Reichenstein und zuständig für Recht und Verträge in der Stiftung Kirchengut. Diese hat zum Zweck, ihre Kirchen und Pfarrhäuser zu erhalten und sie den Evangelisch-reformierten Kirchgemeinden zur Verfügung zu stellen.

Ja, und er betreibe auch ein bisschen politische Beratung, sagt Mathis. Da profitiert er von seinem Bekanntheitsgrad. Allerdings berate er mehr in Sachfragen und betreibe weniger Coaching. Eigentlich bewege sich seine Tätigkeit eben doch mehr im rechtlichen als im politischen Bereich, sagt der Vollblut-Jurist.

Dazu passt beispielsweise auch das Präsidium der Notariatskommission, die im Kanton Baselland die Notariatsprüfungen abnimmt und die Aufsicht über die Notarinnen und Notare ausübt. Eine Funktion, die erheblich an Bedeutung gewonnen hat, seit das Notariat im Baselbiet 2013 vollkommen privatisiert wurde.

Er geniesse jede Tätigkeit, in der er mit Menschen zu tun habe, sagt Mathis. Und wenn er wegen seiner Erfahrung diesen etwas bieten könne.

 

Steile Karriere

 

Und er hat einiges zu bieten. 1980 trat er als Verwaltungsvolontär in die damalige Justiz- und Militärdirektion ein, stieg bald zum Sekretär der regierungsrätlichen Laufentaldelegation auf und schrieb in dieser Funktion die Vorlage zum Anschluss des Laufentals an den Kanton Baselland. Am 1. Dezember 1998 startete er seine Tätigkeit als Generalsekretär.

Die knapp zweieinhalb Jahrzehnte in dieser Funktion bezeichnet er als "Höhepunkt meiner beruflichen Tätigkeit". Das erstaunt nicht, sonst wäre er wohl kaum so lange geblieben. Möglichkeiten zum Stellenwechsel hätte er genug gehabt.

So war etwa damals, als es galt, die Position des Kantonsgerichtspräsidenten neu zu besetzen, auch sein Name gefallen. Sein Vorgänger im Generalsekretariat, der 2019 verstorbene Peter Meier, hatte seinerzeit genau diesen Weg erfolgreich beschritten. Mathis dagegen blieb – mit der lakonischen Begründung, sein Job sei derart interessant, dass er keinen Wechsel anstrebe.

 

Qualität um jeden Preis

 

Heute muss er selbst dafür sorgen, dass seine Tätigkeit sinnvoll und interessant bleibt. Bei der Auswahl oder Akquisition schaue er kaum darauf, was die Tätigkeit abwerfe oder ob sie überhaupt entschädigt sei. Natürlich weigere er sich nicht, auch einmal einen anständig bezahlten Job anzunehmen. Darunter kann auch der eine oder andere Auftrag aus der öffentlichen Hand sein.

Für ihn gilt der persönliche Anspruch, einen guten Job zu machen und sich ganz in den Dienst der Auftraggebenden zu stellen. "Wo ich mitmache, will ich Qualität liefern", sagt er.

Bei diesem Hang zum Perfektionismus kann es halt auch heute noch passieren, dass man Stephan Mathis abends oder am Wochenende in seinem Büro in Liestal antrifft – wie damals in der Sicherheitsdirektion, im ersten Stock des Regierungsgebäudes.

So überrascht es dann auch nicht, dass Mathis zweieinhalb Jahre nach seiner Pensionierung von sich behauptet, der Übergang sei ihm letztlich leicht gefallen, was auch damit zusammenhänge, dass er in Liestal habe bleiben können. "Der Unterschied zu früher liegt vor allem darin, dass ich selbst für die Aufträge sorgen muss." Und das sei eine ungemein spannende und zugleich sehr herausfordernde Aufgabe. Gefordert sei er auch, weil er sämtliche Arbeiten selbst erledige.

Aber die "guten Geister" der Sicherheitsdirektion – die vermisse er dann schon …

16. September 2023

Weiterführende Links:


 Ihre Meinung zu diesem Artikel
(Mails ohne kompletten Absender werden nicht bearbeitet)
https://www.onlinereports.ch/fileadmin/templates/pics/echo.gif

"Engagierter FCB-Fan"

Zu ergänzen wäre, dass Stephan Mathis ein engagierter FCB-Fan und an (fast?) jedem Match anzutreffen ist!


René Rhinow, Liestal



Weitere aktuelle News

www.onlinereports.ch - Das unabhängige News-Portal der Nordwestschweiz

© Das Copyright sämtlicher auf dem Portal www.onlinereports.ch enthaltenen multimedialer Inhalte (Text, Bild, Audio, Video) liegt bei der OnlineReports GmbH sowie bei den Autorinnen und Autoren. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Veröffentlichungen jeder Art nur gegen Honorar und mit schriftlichem Einverständnis der Redaktion von OnlineReports.ch.

Die Redaktion bedingt hiermit jegliche Verantwortung und Haftung für Werbe-Banner oder andere Beiträge von Dritten oder einzelnen Autoren ab, die eigene Beiträge, wenn auch mit Zustimmung der Redaktion, auf der Plattform von OnlineReports publizieren. OnlineReports bemüht sich nach bestem Wissen und Gewissen darum, Urheber- und andere Rechte von Dritten durch ihre Publikationen nicht zu verletzen. Wer dennoch eine Verletzung derartiger Rechte auf OnlineReports feststellt, wird gebeten, die Redaktion umgehend zu informieren, damit die beanstandeten Inhalte unverzüglich entfernt werden können.

Auf dieser Website gibt es Links zu Websites Dritter. Sobald Sie diese anklicken, verlassen Sie unseren Einflussbereich. Für fremde Websites, zu welchen von dieser Website aus ein Link besteht, übernimmt OnlineReports keine inhaltliche oder rechtliche Verantwortung. Dasselbe gilt für Websites Dritter, die auf OnlineReports verlinken.

Carmela Monsanto

Tanti auguri caro Beat!
https://www.onlinereports.ch/fileadmin/templates/pics/gelesen.gif
"Hauswürfe in Kippkantonen"

bz
vom 19. Februar 2024
in einem Zwischentitel
https://www.onlinereports.ch/fileadmin/templates/pics/gelesen.gif

Wenn genügend Häuser umgeworfen sind, kippen die Kantone.

RückSpiegel


Die bz zitiert den OnlineReports-Artikel über die Wiedereröffnung des Gefängnisses in Sissach.

Baseljetzt erzählt den OnlineReports-Artikel über die Räppli-Krise nach.

Das Regionaljournal Basel, Baseljetzt, BaZ und 20 Minuten vermelden mit Verweis auf OnlineReports den Baufehler bei der Tramhaltestelle Feldbergstrasse.

Die Basler Zeitung bezieht sich in einem Interview zu den Gemeindefusionen auf OnlineReports.

persoenlich.com und Klein Report vermelden mit Verweis auf OnlineReports die Personalrochade bei Prime News.

Die Volksstimme schreibt über die Wahl von Claudio Miozzari zum Grossratspräsidenten von Basel-Stadt und zitiert dabei OnlineReports.

In einem Artikel über die Leerstandsquote bei Büroflächen in Basel nimmt die bz den Bericht von OnlineReports über einen möglichen Umzug der Basler Polizei ins ehemalige Roche-Gebäude an der Viaduktstrasse auf.

Das Regionaljournal Basel und die bz berichten über die Bohrpläne der Schweizer Salinen im Röserental und beziehen sich dabei auf OnlineReports.

Landrat Thomas Noack zitiert in einem Carte-blanche-Beitrag in der Volksstimme aus dem OnlineReports-Artikel über die Finanzkrise in Baselbieter Gemeinden.

Die Nachrichtenagentur SDA nimmt Bezug auf OnlineReports und schreibt, dass SP-Nationalrätin Sarah Wyss für eine Regierungs-Kandidatur nicht zur Verfügung steht.

Baseljetzt und Klein Report vermelden mit Verweis auf OnlineReports, dass Swisscom die Führungen durch den Fernsehturm auf St. Chrischona einstellt.

20 Minuten und ein Podcast der Zeit nehmen den Artikel von OnlineReports über das Hupe-Verbot für das Kinderkarussell auf dem Münsterplatz auf.

Die bz zieht den OnlineReports-Artikel über die frühere Grellinger Kirchen-Kassiererin nach, die ihre Verurteilung vor Bundesgericht anficht.

Die Basler Zeitung und Happy Radio greifen die OnlineReports-Recherche zur Girema Bau AG auf.  

 

Weitere RückSpiegel

Werbung







In einem Satz


Cyril Bleisch übernimmt bei den Jungfreisinnigen Baselland das Präsidium von Lucio Sansano.

Die Basler Sozialdemokraten haben die SP queer Basel-Stadt gegründet und als neues Organ in den Statuten der Partei verankert.

Eiskunstläuferin Kimmy Repond und Wasserfahrer Adrian Rudin sind Basler Sportlerin beziehungsweise Basler Sportler des Jahres.

Jean-Luc Nordmann übergibt das Präsidium der Stiftung Tierpark Weihermätteli per 1. Januar 2024 an Martin Thommen.

Iris Graf steigt von der Projektleiterin und akademischen Mitarbeiterin der Baselbieter Fachstelle für die Gleichstellung von Frauen und Männern zur Leiterin auf.  

Sonja Kuhn,
ehemalige Co-Leiterin der Abteilung Kultur Basel-Stadt, ist neu Präsidentin der SRG Region Basel.

Florian Nagar-Hak und Saskia Bolz übernehmen die Leitung des Gesundheitszentrums Laufen, das zum Kantonsspital Baselland gehört.

Mohamed Almusibli übernimmt ab März 2024 die Direktion der Kunsthalle Basel von Elena Filipovic.

Marilena Baiatu ist neue Kommunikationsbeauftragte der Staatsanwaltschaft im Kanton Baselland und ersetzt Thomas Lyssy, der Ende November pensioniert wird.

 

Mitte-Landrat Simon Oberbeck folgt am 1. August 2024 als Geschäftsführer der Schweizerischen Vereinigung für Schifffahrtund Hafenwirtschaft auf André Auderset.

Die Junge SVP Basel-Stadt hat Demi Hablützel (25) einstimmig für zwei weitere Jahre als Präsidentin wiedergewählt.

Dominic Stöcklin wird neuer Leiter Marketing und Mitglied der Geschäftsleitung von Basel Tourismus.

 

Samir Stroh, aktuell Gemeindeverwalter in Brislach, übernimmt Anfang Mai 2024 die Leitung von Human Resources Basel-Stadt.

Das Sperber-Kollegium hat Sterneköchin Tanja Grandits zur "Ehrespalebärglemere 2023" ernannt.

Der mit 50'000 Franken dotierte Walder-Preis geht dieses Jahr an Konrad Knüsel, den Präsidenten des Vernetzungsprojekts Rodersdorf und des Naturschutzvereins Therwil.

Götz Arlt tritt am 1. Januar 2024 die Nachfolge von Christian Griss an und übernimmt die Stufenleitung der Sekundarschulen I im Bereich Volksschulen des Erziehungsdepartements Basel-Stadt.

Michael Gengenbacher tritt am 1. Februar 2024 seine neue Stelle als Chief Medical Officer (CMO) und Mitglied der Spitalleitung beim Bethesda Spital an.

Markus Zuber übernimmt am 1. Oktober die Leitung der St. Clara Forschung AG (St. Claraspital).

Das Präsidium der Juso Baselland besteht neu aus Clara Bonk, Angel Yakoub (Vize) und Toja Brenner (Vize).