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"Aussergewöhnliche Führungspersönlichkeit": Richter und Gesetzestexter Meier

Peter Meier (75): Eine Baselbieter Justiz-Ikone ist tot

"Beachtet und geachtet": Er war der erste Kantonsgerichtspräsident des Kantons Baselland


Von Peter Knechtli


Das Baselbiet veriert eine herausragende Persönlichkeit aus dem Gebiet der Justiz.


Der erste Baselbieter Kantonsgerichtspräsident Peter Meier (Bild) ist tot, wie OnlineReports aus mehreren Quellen erfuhr Er schlief in der Nacht auf Samstag in seinem Heim in Lupsingen im Alter von 75 Jahren unerwartet ein. Vor mehreren Jahren hatte er sich einer schweren Herzoperation unterziehen müssen, von der er sich gut erholt hat.

Im Gerichtssaal sprach Peter Meier unmissverständlich und für das Publikum rundum nachvollziehbar. Er scheute sich nicht, schweren Jungs die Regeln eines gesellschaftsverträglichen Verhaltens mit aller Deutlichkeit ins Stammbuch zu schreiben, wozu ihn seine rhetorische Begabung noch unterstützte. In seinem beruflichen und privaten Leben aber war er "ein Mensch, den man nur gernhaben konnte", wie Freunde schildern.

Ein Freisinniger, aber ein Liberaler

Seine Mitgliedschaft in der FDP verstand er als Verpflichtung gegenüber dem Liberalismus, den er unter den Freisinnigen in gewissen Phasen vermisste. Das drückte sich beispielsweise dadurch aus, dass er zusammen mit dem Parteifreund und ehemaligen Justiz- und Polizeidirektor Andreas Koellreuter den grünen Sicherheitsdirektor Isaac Reber nach der ersten Amtsperiode in seiner Wiederwahl unterstützte.

Vertraute sind voll des Lobes. Peter Meier, nach dem Tod seiner ersten Frau in zweiter Ehe verheiratet, sei "beachtet und geachtet" worden als "kompetenter, gescheiter Jurist", aber ebenso als persönlicher Freund, der auch dem Geselligen, dem Humor und den Freuden des Lebens nicht abgeneigt war. Leichtfüssig als Besitzer eines Kleinflugzeugs und eines Campers schwärmte der zeitweilige Stiftungratspräsident der Wasserfallen-Luftseilbahn immer wieder in alle Richtungen nach Europa hinaus.

Eine Bilderbuch-Karriere

Der promovierte Anwalt legte eine gewaltige Karriere hin, wie sie heute vermutlich nicht mehr möglich wäre. Vom Bezirksgerichtsschreiber in Arlesheim stieg er zum Obergerichtsschreiber in Liestal auf, bevor er die Schlüsselstelle als Direktionssekretär in die Justiz-, Polizei- und Militärdirektion unter der Führung von Regierungsrat Clemens Stöckli (CVP) antrat.

14 Jahre übte er diese Funktion aus. In der Phase des Anschlusses des Laufentals ans Baselbiet firmierte er zusammen mit seinem Stellvertreter Stephan Mathis und dem damaligen Finanzverwalter Peter Wyss als Unterhändler, der insbesondere den administrativen Übergang des Kantonswechsels zu sichern hatte.

Brillanter Gesetzestexter

Peter Meier wird von Wegbegleitern auch als "starker Personalchef und aussergewöhnliche Führungspersönlichkeit" geschildert. Als hervorragender Gesetzesredaktor war er der Vater des Ombudsmangesetzes. Ebenso entstand das erste Datenschutzgesetz unter seiner Leitung. Seinen Mitarbeitenden am Direktionssitz im Regierungsgebäude gab er viel Vertrauen, Spielraume, und Aufgaben mit hohem Schwierigkeitsgrad. Gleichzeitig aber führte er straff.

Mit seinem breiten Erfahrungshintergrund in der Justiz ebenso wie in der kantonalen Verwaltung wurde er nach Einführung dieser Funktion zum ersten Kantonsgerichtspräsidenten gewählt. Diese Tätigkeit hatte er inne bis zu seiner Pensionierung. Seine Familie wie seine zahlreichen Freunde traf die Todesnachricht wie ein Schock.

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9. Dezember 2019

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"Ein anständiger, fairer Mensch"

In gewohnt brillanter Art versteht es Peter Knechtli den privaten und beruflichen Lebensweg von alt Kantonsgerichtspräsident Peter Meier zu würdigen. Baselland hat mit Peter Meier einen hervorragenden Juristen und anständigen, fairen Mensch verloren.


Albert Augustin, Gelterkinden



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