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"Es ist unanständig": Covid-Bann-Objekt St. Jakobshalle

Innen-Grossveranstaltungen abgesagt: St. Jakobshalle betroffen

"CHI Classics Basel" wird abgesagt, "One Vision of Queen" und Carolin Kebekus' "Pussy Nation" fallen aus


Von Peter Knechtli


Im Baselbiet wird aufgrund der aktuellen epidemiologischen Lage die Bewilligung von Grossanlässen mit mehr als 1'000 Personen in Innenräumen in den nächsten Wochen nicht möglich sein. Reit- und Unterhaltungs-Veranstaltungen in der St. Jakobshalle sind betroffen.


Dies schreibt die Regierung zum neuen Stufensystem anhand von  Beurteilungskriterien für die Bewilligung von Grossveranstaltungen in Innenräumen.

Laut der Covid-19-Verordnung des Bundes bedürfen solche Veranstaltungen einer Bewilligung des Kantons. Voraussetzung für die Erteilung einer Bewilligung ist eine günstige epidemiologische Lage im Kanton, ausreichende Kapazitäten in den Bereichen Contact-Tracing und Gesundheitsversorgung zum Veranstaltungszeitpunkt. Wenn sich die Kriterien nach der Erteilung einer Bewilligung verschlechtern, kann diese mit zusätzlichen Auflagen belegt oder widerrufen werden, wie die Regierung mitteilt.

Zwei Absagen, CHI ohne Publikum

Von diesen Beurteilungskriterien betroffen sind insbesondere Veranstalter, die in nächster Zeit die St. Jakobshalle bespielen möchten. Diese Halle liegt auf dem Boden von Münchenstein. So kann die Springreit-Weltcup-Veranstaltung "CHI Classics Basel" vom 13. bis 16. Januar zwar stattfinden, aber ohne Publikum, wie Regierungssprecher Nic Kaufmann gegenüber OnlineReports präzisierte.

Zwei weitere Grossveranstaltungen von "Act Entertainment" aus dem Bereich der Unterhaltungskultur müssen abgesagt werden. Laut CEO Thomas Dürr sind die Cover-Show "One Vision of Queen" und und Carolin Kebekus' Comedy-Show "Pussy Nation" betroffen.

 

Laut Kaufmann werden auch die Eishockey-Spiele "ein Thema sein", obschon derzeit "noch kein Entscheid" vorliegt.


Alle Kriterien sind nicht erfüllt

Derzeit ist für eine amtliche Bewilligungs-Erteilung keine der drei Kriteriengrössen erfüllt:


• Für die Belegung der Intensivbetten in den staatlichen und privaten Spitälern der beiden Basel liegt die Bewilligungs-Grenze bei 11 Covid-Betten. Stand heute Mittwoch sind 26 Betten mit Covid-Patienten belegt.

• Für die Sicherstellung von ereignis-Management und Hotline gilt eine Obergrenze von bis zu 100 infizierten Personen pro Tag. Stand heute liegt der Sieben Tage-Durchschnitt bei 274 Infizierten.

• Für die Einschätzung der epidemiologischen Gesamtlage durch den Bund gilt heute schon die Farbe "schwarz".

"Act"-Chef Dürr ist frustriert

Im Gespräch mit OnlineReports zeigte sich "Act Entertainment" Thomas Dürr frustriert, ja ungehalten über den Entscheid der Baselbieter Regierung. Erst einmal habe sie die Bewilligungen während Wochen nicht erteilt und jetzt folge kurzfristig die Absage.

Deshalb sei es ihm als Veranstalter nicht einmal möglich, Entschädigungs-Gelder aus der Baselbieter Staatskasse zu beantragen. Für beide Veranstaltungen ginge es nach seinen Angaben um eine Grössenordnung von je 100'000 Franken. "Es ist unanständig, dass wir wochenlang keine Antwort aus Liestal erhalten haben."

Der Entscheid der Regierung sei "epidemiologisch nicht nachvollziehbar". Seine Veranstaltungen seien in eine Richtung bestuhlt und somit sei die Ansteckungsgefahr "wesentlich geringer als in Restaurant oder im Zug". Als einer der grössten Veranstalter der Schweiz müsse er sich "nach zwei Jahren der Unplanbarkeit" grundlegende Gedanken über die Zukunft machen.

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29. Dezember 2021

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