© Fotos by Peter Knechtli, OnlineReports.ch
"Wie Schnee an der Sonne": Kämpfender Basler Wirt Rubitschung

Aus dem "Rubino" soll nicht wieder ein "Luftschloss" werden

Wie der Basler Wirt Beat Rubitschung die Covid-Krise übersteht, und wann ihm die Luft ausgehen könnte


Von Peter Knechtli


Nach mehreren gescheiterten Versuchen durch Vorgänger ist das Restaurant "Rubino" in der Basler Innenstadt unter Wirt Beat Rubitschung zu einer Erfolgsgeschichte geworden. Dann kam Corona. Jetzt sind die Tische verräumt, die Belegschaft ist mehr als halbiert und der Umsatz auf nahe Null zusammengebrochen. Eine Geschichte, die für die Gastro-Branche beispielhaft ist.


Die trapezförmige Liegenschaft am Basler Luftgässlein, leicht zurückversetzt von der Bäumleingasse, wirkt auf den ersten Blick unaufällig. Einzig an seiner schmalen Stirnseite kündigt der Schriftzug "Rubino" mit seinem stilisierten Weinglas den gastronomischen Bezug an.

Früher hiess das Lokal "Luftschloss" und für einige Wirte war der Name auch düsteres Programm. Als der heute 67-jährige Beat Rubitschung – er führte zuvor das Kleinbasler "Union" – vor zwölfeinhalb Jahren kam und in Anlehnung an seinen Nachnamen unter "Rubino" mit gehobenem Anspruch zu wirten begann, entwickelte sich das Lokal tatsächlich zu einem kleinen gastronomischen Rubin.

Reservation war empfehlenswert

Ab 2013 übernahm seine Ehefrau Esther Sidler, eine Kunsthistorikerin, das "Bistro" im nahen Kunstmuseum. Gleich neben dem "Rubino" an der Bäumleingasse entstand die mit einem Weinhandel verbundene abendlich geöffnete Weinbar "Invino".

Mittags und abends war Reservation empfehlenswert: Die Beiz lief. Dafür sorgten eine treue Stammkundschaft ebenso wie Manager des Pharmakonzerns Roche, die sich mit Kunden abends gern zum "Menu surprise" in diesem Speiselokal aufhielten. In warmen Jahreszeiten wurde auch draussen im Schatten serviert. Das Leben um die von Manuela Buser (ex "Hübeli") akkurat geführte Küche mit gehobenem Mittelstand pulsierte. Der Umsatz erreichte eine siebenstellige Höhe.

Hoffen auf den Bundesrat

Es ist früher Nachmittag, Anfang April 2021. Es herrscht Tristesse pur im "Rubino". Seit 20. November ist es zu, wie schon zwischen März und Mai letzten Jahres. Wegen Covid-19 behördlich verfügt. Kein einziger Gast, nur zusammengerückte Tische, auf denen reihenweise ausgesuchte Weinflaschen mit Preisschild versehen, auf Käufer warten. Daneben die Menu-Karte für den behelfsweisen Take away-Service.

 

Beat Rubitschung ("ich bin immer ein Optimist und versuche, das Beste aus jeder Situation zu machen") schaut ratlos aus dem Fenster: "Die behördliche Schliessung nagt an der physischen und psychischen Verfassung." Wann, so seine bange Frage, wird der Bundesrat im Gastro-Bereich lockern?

Take-away als Verlustgeschäft

Kein halbes Dutzend Gäste haben heute das Mitnahme-Menü gekauft und so zum Tagesumsatz von 150 Franken beigetragen, was sich monatlich auf etwa 5'000 Franken summiert. "Das ist ein Verlustgeschäft", sagt der aus dem Oberbaselbiet stammende Wirt fatalistisch, aber immerhin ein kleines Lebenszeichen aus einer Gastronomie-Perle, in der bis November noch elf Mitarbeitende beschäftigt waren.

Dann kam Corona, doch Rubitschung will nicht einfach ganz dichtmachen. Dass weiterhin – wenn auch nicht mit vollem Tagespensum – vier Personen im "Rubino" wirken, hat mit den beiden Lehrlingen zu tun, einer im ersten, einer im dritten Lehrjahr. Die beiden über Kurzarbeits-Entschädigung bezahlten Nachwuchskräfte will der Arbeitgeber "über die Runden bringen".


Froh, dass er praktisch lernen kann
 

Oberstift Elias Greder (20, Bild links) steht kurz vor der Abschlussprüfung und ist froh, dass er überhaupt vor Ort praktisch lernen kann. "Viele Kollegen können gar nicht arbeiten." So aber bleibt er "in der Routine", wenn auch nur gerade zur Selbstverpflegung und für den Take-away gekocht werden muss. Denn "dieses Jahr finden ganz normale Prüfungen statt."

Nach erfolgreichem Lehrabschluss will er ein Zivildienst-Jahr absolvieren und seine berufliche Tätigkeit anschliessend in Skandinavien fortsetzen.


Küchenchefin mit "Idealismus pur"
 

Küchen-Kapitänin Buser aus dem bernischen Aaretal ("Oberaargauerin als Bezeichnung mag ich nicht"), selbst über Kurzarbeits-Entschädigung über Wasser gehalten, schaut den beiden über die Schulter, fordert Leistung und schaut, dass die Lehrpläne in praktischer Ausbildung eingehalten werden: Die Mittagessen werden, wenn auch nur für vier Personen, unter realistischen Bedingungen "als Prüfungsessen" inszeniert.

Die leidenschaftliche Gastro-Frau müsste in diesen Monaten nicht in der "Rubino"-Küche stehen, sie will: "Es ist Idealismus pur. Ich will dazu beitragen, dass unser Beruf nicht ausstirbt."

 

Beat Rubitschung, der Arbeitslosengeld bezieht, ist nicht der Jammeri. Vielmehr legt er seine Zahlen gegenüber OnlineReports offen. Letztes Jahr zahlte ihm eine Epidemie-Versicherung für den Ausfall des lukrativen Fasnachtsgeschäfts einen mittleren fünfstelligen Betrag. In dieser Grössenordnung liegen auch die vier Tranchen, die bisher über die Härtefall-Entschädigung flossen und den finanziellen Druck mildern, aber nicht zum Verschwinden bringen.

 

Die Reserven schwinden
 

Ohne eine Regung im Gesicht sagt er: "Die geschäftlichen Reserven schwinden wie Schnee an der Sonne." Denn die Fixkosten wie Beiträge für Sozialversicherung und Pensionskasse, Krankentaggeld- und Unfallversicherung oder Mieten laufen in vollem Umfang weiter.

Die Vermieterin liess sich auf das von der Politik als Erfolgsmodell gepriesene "Dreidrittels-Rettungspaket", nach dem die Miete unter Pandemie-Restriktionen je zu einem Drittel von Mieter, Vermieter und Kanton getragen wird, nicht ein.

Als Grund machte sie geltend, dass Rubitschungs "Si-rub GmbH" bereits Härtefall-Hilfeleistungen von Bund und Kanton beziehe. Nachfragen beim Wirtschafts- und Sozialdepartement bestätigen diese Ausschliesslichkeit nicht. Zwar ist die Teilnahme am kantonalen Mieter-Rettungsprogramm freiwillig, Vermieter können aber zum Schutze des Mieters auch daran teilnehmen, wenn Härtefall-Gelder fliessen. Mieterverbands-Kreise taxieren das Verhalten der Vermieterin gegenüber OnlineReports als "unfair".

"... dann schaffen wir es nicht mehr"

"Eine gute Frage!", meint der "Rubino"-Inhaber zu seinen geschäftlichen Perspektiven. "Wenn es mit der Unterstützung so weiter geht wie bisher, schaffen wir es nicht noch einmal ein Jahr." Eine kleine Hoffnung setzt er in Bestrebungen aus der "IG Gastro", die von den Banken gewährten und vom Bund verbürgten Covid-Darlehen, von denen der Wirt eines aufgenommen hat, in (nicht rückzahlbare) A-fonds-perdu-Beiträge umzuwandeln.

Bei günstiger Entwicklung der Pandemie sieht Rubitschung ein Lichtstreifen am Horizont: "Wenn wir nach dem Sommer Gas geben können, dürfte es funktionieren." Die Zeit zwischen Oktober und Weihnachten sind für die Gastronomie "die besten Monate".


Das Dilemma der Wiedereröffnung
 

Allerdings sähe sich der "Rubino"-Gastgeber dann vor ein neues "Dilemma" gestellt, wie er ahnt: "Wenn wir dann öffnen können, habe ich kein Personal." Die bisherigen Service-Kräfte haben gekündigt und sind nicht auf Knopfdruck verfügbar. Bewerbungsgespräche hat Rubitschung zwar "schon geführt", aber mangels Klarheit über eine Wiedereröffnung noch "niemanden eingestellt".

Stammkunden hatten bei ihm Gutscheine gekauft – "eine Solidaritätsgeste", freute sich der derzeitige Passiv-Beizer. Mehr als ein Tropfen auf dem heissen Stein sind sie nicht. Doch, so Beat Rubitschung: "Ich hoffe, dass sie schon bald gegen Essen oder Wein eingetauscht werden können." 

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12. April 2021


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"Für viele war in Liestal die Lösung, sich im Orisbach zu erleichtern."

BZ Basel
vom 3. September 2022
über Toiletten-Probleme
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Motto: Lieber nasse Füsse als nasse Hosen.

RückSpiegel


In ihrer Analyse über die unklare Gesundheitsversorgung des Laufentals ging die Basler Zeitung auf eine OnlineReports-Recherche ein.

Telebasel konfrontierte die SVP-Regierungsrats-Kandidatin Sandra Sollberger mit einem Kommentar aus OnlineReports (worauf sie die Stellungnahme verweigerte).

Die BZ Basel und die Basler Zeitung nahmen den OnlineReports-Bericht über Pläne zum Abbruch des Spitals Laufen auf.

Die OnlineReports-News über den Wechsel des Telefon-Anbieters durch die Basler Verwaltung wurde von der BZ Basel und Happy Radio aufgenommen.

In seiner Aufstellung über "Politiker, die Wasser predigen und Wein trinken", nahm der Nebelspalter auch auf einen Artikel in OnlineReports Bezug.

20 Minuten griff die OnlineReports-Meldung über einen Autolenker, der bei der verbotenen Fahrt durch eine Einbahnstrasse in Birsfelden eine Radfahrerin schwer verletzte, auf.

Die OnlineReports-Nachricht vom Tod des früheren Baselbieter Regierungsrats Urs Wüthrich nahmen Telebasel, die BZ Basel, die Basler Zeitung, das SRF-Regionaljournal, Prime News, die Nachrichtenagentur SDA, 20 Minuten und Happy Radio auf.

Die BZ Basel nahm die OnlineReports-Recherche über Lärm-Überschreitungen im Osten des Gundeldinger-Quartiers auf.

Auf die OnlineReports-News über den Rücktritt der Laufener Finanzkommission reagierte die BZ Basel mit einem Nachzug.

Die Basler Zeitung nahm in ihrer Analyse der Basler FDP auf einen OnlineReports-Artikel aus dem Jahr 2005 Bezug.

Die BZ Basel nahm in ihrem Bericht über den Protest gegen entwässerte Basler Brunnen auf OnlineReports Bezug.

Die OnlineReports-News über stehengelassene BVB-Buspassagiere wurde von der BZ Basel aufgenommen.

Die BZ Basel und die Basler Zeitung nahmen die OnlineReports-News über die Aufnahme von Frauen in die drei Kleinbasler Ehrengesellschaften auf.

Die BZ Basel zog die OnlineReports-News über Login-Probleme bei der Basler Kantonalbank (BKB) nach. Ebenso das Regionaljournal, das aber keine Quelle nannte.

Die BZ Basel und das SRF-Regionaljournal nahmen die OnlineReports-Meldung vom Tod des ehemaligen Baselbieter LdU-Nationalrats Claudius Alder auf.

In ihrem Bericht über den Störungs-Aufruf von "Basel nazifrei" zitierte die Basler Zeitung aus OnlineReports.

Weitere RückSpiegel

 

In einem Satz


Das Bau- und Verkehrsdepartement erteilt der Wyniger Gruppe den Zuschlag für den Betrieb der Flora-Buvette ab 2023; es soll sich um die "erste klimaneutrale Buvette" handeln.

Per 1. Januar 2023 übernimmt Christopher Henry Tütsch (49) die Geschäftsleitung des Ausländerdienstes Baselland als Nachfolger von Oliver Bolliger, der zum selben Zeitpunkt die Geschäftsleitung der Stiftung Wohnhilfe in Basel übernimmt.

Die Delegierten des Gewerbeverbandes Basel-Stadt haben am 20. September Hansjörg Wilde zum neuen Präsidenten gewählt.

Nach einjährigem Studium am Basler Gymnasium Kirschgarten konnten dieses Jahr 65 junge Erwachsene ihre Passerelle-Ausweise entgegennehmen, die ihnen nach der Berufs- oder Fachmatur den Zugang zu sämtlichen Studiengängen an den Schweizer Hochschulen ermöglichen.

In Muttenz beim Hallenbad beginnen im September /Oktober die Bohrarbeiten zur Erkundung des Untergrundes, da es dort zu Dolineneinstürzen und grossflächigen Absenkungen gekommen ist.

Der Verein "Treffpunkt Arlesheim" (ehemals "Verkehrsverein Arlesheim") beschloss bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung, sich aufzulösen.

Gleichzeitig mit dem Start der Bundeskampagne zum Energiesparen senkt die Basler Regierung die Heiztemperatur in seinen Verwaltungsgebäuden auf 19 Grad Celsius.

Der Liestaler Stadtrat hat beschlossen, den "Engel-Saal" unter dem Namen "Stadtsaal" in eigener Regie zu betreiben, womit er den Liestaler Vereinen zukünftig zu vergünstigten Konditionen angeboten werden kann.

Die Baumann & Cie übernimmt rückwirkend per 30. Juni 100 Prozent der Aktien der Vögeli Vermögensverwaltung AG.

In Basel-Stadt ist am 19. August die aus Lehrerkreisen angeregte Initiative zur Erweiterung der Integrativen Schule durch heilpädagogisch geführte Förderklassen eingereicht worden.

Die beiden Ludotheken Bläsi und St. Johann der Robi-Spiel-Aktionen werden nach 2022 nicht weiter betrieben.

Anouk Feurer, die Co-Präsidentin des "Jungen grünen Bündnisses Nordwest", ist Nachrückende für die zurücktretende grüne Basler Grossrätin Michelle Lachenmeier.

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Auch die Gemeinden Arisdorf, Bubendorf, Frenkendorf, Füllinsdorf, Hersberg, Itingen, Lausen, Liestal, Lupsingen, Seltisberg und Ziefen haben per sofort das Feuerwerksverbot beschlossen.

Der Kanton Basel-Stadt unterstützt mit 118'000 Franken aus dem Pendlerfonds den Bau einer Mobilitätsdrehscheibe in Lörrach-Brombach, die dazu beitragen soll, den Pendler- und Besucherverkehr nach Basel auf umweltfreundliche Verkehrsmittel zu verlagern.

Der Landrat hat am 30. Juni Lucia Mikeler Knaack (SP) mit 68 von insgesamt 78 abgegebenen Stimmen zur neuen Präsidentin gewählt.

Die Volksinitiative "Sichere Velorouten in Basel-Stadt" ist am 24. Juni mit 3'176 beglaubigten Unterschriften bei der Basler Staatskanzlei eingereicht worden.

Claraspital-Direktor Peter Eichenberger wird per Jahresende Nachfolger von Fritz Jenny als Präsident des Verwaltungsrats der "Rehab Basel".

Nach 12 Jahren als Delegierte des Vorstands trat Ruth Ludwig-Hagemann an der GGG-Mitgliederversammlung vom 16. Juni zurück; als Nachfolger wurde David Andreetti gewählt.

Markus Leuenberger wird ab  August 2023 neuer Rektor des Gymnasiums Laufental-Thierstein und damit Nachfolger von Isidor Huber, der in Pension gehen wird.

Andreas Eggimann, Chief Digital & Information Officer (CDIO) und Mitglied des Executive Board der MCH Group verlässt das Unternehmen im Verlaufe des Sommers.

Der Liestal Gymnasiums-Rektor Thomas Rätz wird im Sommer 2023 in Pension gehen, worauf die bisherigen Konrektoren Urban Kessler und Andreas Langlotz seine Nachfolge als Co-Rektoren antreten werden.

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Die Kommission für Wirtschaft und Abgaben (WAK) des Basler Grossen Rates unterstützt die Beteiligung des Kantons Basel-Stadt an einer Kapitalerhöhung der MCH Group AG, wie es die Regierung vorschlägt.

Die künftige Direktorin des Basler Waisenhauses ist Anita Conrad, die auf den Ende November 2023 pensionierten Uli Hammler folgt.