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Er war immer auf Achse, immer als Erster vor Ort: Willi Erzberger.

"Willi Erzberger war eine Urgewalt"

Big Willi, so nannten ihn alle, hat den Journalismus in der Region geprägt. Nun ist er im Alter von 90 Jahren gestorben. Ein Nachruf.


Von Peter De Marchi


Vor einem halben Jahr habe ich ihn zum letzten Mal gesehen, im Kleinbasel. Wo denn sonst? Nur kurz, er war im Schuss, ein Hallo, wie gehts, gut, danke. Es reichte nicht für einen Schwatz und nicht für ein gemeinsames Bier. Nie mehr, denn Willi Erzberger ist in dieser Woche mit über 90 Jahren gestorben. Er hatte im letzten Mai einen Schlaganfall erlitten, von dem er sich nicht mehr erholen sollte.

Willi Erzberger ist – jetzt muss ich bei dir abkupfern, lieber -minu, auf das Porträt zurückgreifen, das du vor drei Jahren in der BaZ geschrieben hast. Du hast ihn ja besser gekannt als die meisten von uns. Also: Willi Erzberger ist im Gundeli geboren, macht eine Lehre als Speditionskaufmann und arbeitet dann als Zolldeklarant.

Nur ein Detail aus seiner Jugend. Ein ganz wichtiges allerdings: Sein Vater nimmt ihn immer mit zu den Radrennen und weckt so in dem Jungen eine Leidenschaft, die ihn zeitlebens begleiten wird. Er rutscht dann nach und nach in den Journalismus, beginnt anfangs mit Beiträgen in der National-Zeitung über Rollhockey, es kommen weitere Sportarten dazu, natürlich auch Fussball. Schliesslich macht er sein Hobby zum Beruf, wird Lokalredaktor, zuerst bei der National-Zeitung, später dann bei der BaZ.

Seine Stimme grollte wie Donner durch die Redaktionsräume.

Willi Erzbeger war eine Urgewalt. Seine Stimme grollte wie Donner durch die Redaktionsräume. Er war immer auf Achse, war immer als Erster vor Ort, auch weil er ständig den Polizeifunk abhörte – das ging damals noch. 

Er mischte sich unter die Leute, sass nächtelang in der Beiz, redete und vor allem: hörte zu. Er kannte Krethi und Plethi, Krethi und Plethi kannten ihn. Heute würde man sagen, er war der wohl bestvernetzte Journalist der Stadt. In dieser Stadt konnte nichts geschehen, von dem Willi Erzberger nichts mitbekommen hätte. 

Big Willi – wie alle ihn nannten – war überall, er war Teil der Stadt, und er hauchte seiner Zeitung Leben ein. Wobei "hauchen" nicht grad ein Begriff ist, der Willi Erzbergers Naturell gerecht wird, "hämmern" wär da wohl treffender.

Alle kannten sie Willi, selbst die grössten Cracks.

Neben seiner rastlosen Arbeit als Lokalreporter blieb er dem Radsport in all den Jahren eng verbunden. Über Jahrzehnte hinweg begleitete er die Tour de France, die Tour de Suisse, den Giro. Mit seinem kleinen BaZ-Auto fuhr er mit, mitten im Feld der Radfahrer – auch das ging damals noch. Wer ihn begleiten durfte an die Tour, der kam aus dem Staunen nicht raus. All kannten sie Willi, selbst die grössten Cracks riefen: Salut Will, sobald er irgendwo auftauchte. 

Willi Erzberger war es auch, der, zusammen mit einem Freund Ruedi Reisdorf, die Tour de Suisse und später sogar die Tour de France nach Basel holte. In einem Radiointerview sagte Willi Erzberger einmal: "Wenn die Tour de France bevorsteht, komme ich ins grosse Zittern." Pure Leidenschaft.

Auch Willi Erzberger ist schliesslich ein bisschen ruhiger geworden – er, der sonst so Laute, der Rastlose. Nach der Pensionierung zog seine Frau Vreni nach Liesberg, er behielt seine Wohnung in Basel. In den letzten Jahren genoss er dann immer öfter die ländliche Ruhe bei seiner Frau. Und jetzt, jetzt hat er endgültig Ruhe gefunden. 

Traurig, traurig auch, dass es beim letzten kurzen Treffen nicht doch für ein Bier gereicht hat.

20. Oktober 2023


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"Ein grossartiger Journalist"

Danke für diesen schönen Nachruf. Ich kannte ihn vorwiegend im Rahmen von Pressekonferenzen. Seine Dynamik war unübersehbar, aber auch sein grosses Interesse, das sich mir oft auch im Anhang des offiziellen Teils manifestierte, wenn er noch Verständnisfragen unter vier Augen stellte. Es war ihm wichtig, zu verstehen; nicht nur – womöglich persönlich interpretierte – Informationen weiterzuleiten. Ein grossartiger Journalist halt, wie man ihn sich mehr wünschen würde.


Peter Waldner, Basel



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"Der frühere Lichthof wird zum Spatio"

bz
vom 28. Februar 2024
in einem Zwischentitel
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Fremdwörter sind Glücksache. Im Text steht "Patio", spanischer Begriff für (Innen-)Hof. Spazium ist auch hübsch.

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Die bz zitiert den OnlineReports-Artikel über die Wiedereröffnung des Gefängnisses in Sissach.

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Die Nachrichtenagentur SDA nimmt Bezug auf OnlineReports und schreibt, dass SP-Nationalrätin Sarah Wyss für eine Regierungs-Kandidatur nicht zur Verfügung steht.

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