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© Foto by Thomas Gubler
Statt Firmen und Produkte präsentierten sich an den Ständen die Parteien.

Gemeindewahlen: Reinacher Parteien gehen gemeinsam neue Wege

Die Kandidierenden verzichten auf Plakatwälder und laden die Wählerschaft stattdessen zu einer Polit-Expo ein.


Von Thomas Gubler


Das hat es so wahrscheinlich noch nie gegeben. Statt Plakatwälder an die Strassenränder zu stellen und bei Standaktionen frierend Leute für die Wahlen zu motivieren, laden die Reinacher Ortsparteien – von der SP, den Grünen, der SVP und FDP über die Mitte, GLP und EVP bis zum "Rynacher Salz" – die Wählerinnen und Wähler ins Gemeindezentrum zur Politik-Expo. Dort will man sich im Hinblick auf die Gemeindewahlen vom 3. März dem Wahlvolk präsentieren und von den eigenen Standpunkten überzeugen. 

Alle sind gespannt, wer da kommen mag – oder ob an diesem wunderschönen Samstagmittag sich überhaupt jemand einfinden wird, um amtierende und potenzielle Ortspolitikerinnen und -politiker zu treffen.

Und die Leute kommen. Nicht gerade in rauen Mengen, aber doch so zahlreich, dass Gemeinderat und FDP-Kantonalpräsident Ferdinand Pulver einigermassen stolz von einem Erfolg sprechen kann. "Zumindest in dem Punkt, dass wir das so durchführen, waren sich alle Parteien einig", sagt er. Ganz ohne Plakate gehts freilich doch nicht. Ihre Präsenz beschränkt sich aber auf die Polit-Expo vom Samstag.

 

Ein Hauch von Gewerbeschau

 

Dort fühlt sich der Besucher im ersten Moment ein bisschen wie an einer Gewerbeschau. Statt Firmen und Produkte präsentierten sich an den Ständen die Parteien mit ihren Programmen. Besucherinnen und Besucher werden mit Esswaren geködert, wobei die SVP draussen und drinnen für ein eigentliches Verpflegungsprogramm sorgt.

 



Klar trifft man an der Polit-Expo nicht in erster Linie auf den Durchschnitts-Reinacher und die Durchschnitts-Reinacherin. Es sind vor allem Kandidierende für den Gemeinde- und für den Einwohnerrat, ihre Sympathisanten und ihr Umfeld da. "Wir sollten uns nicht täuschen lassen. Wir befinden uns hier schon etwas in einer Politblase", meint denn auch schmunzelnd ein gestandener SP-Genosse.

Auch zahlreiche Ehemalige aus der Politik geben sich die Ehre. Etwa der einstige FDP-Kantonalpräsident und Kantonsrichter Peter Tobler, alt CVP-Landrätin Jacqueline Simonet oder der frühere SVP-Land- und Gemeinderat Paul Wenger.

 

Rückkehr-Versuch der SVP

 

Apropos SVP: Die Volkspartei versucht, mit Rainer Rohrbach ("ein Reinacher für Reinach") in den Gemeinderat zurückzukehren. Und wenn man sich an der Expo unter den politischen Opinionleaders umhört, sind die Chancen des Reinacher Urgesteins Rohrbach dafür durchaus intakt. Umkämpft im siebenköpfigen Gemeinderat ist der Sitz des zurückgetretenen Gemeindepräsidenten Melchior Buchs (FDP).

Rohrbachs Handicap: Der Mann ist mit bald 73 Jahren nicht mehr der Jüngste. Und die FDP versucht, den Sitz mit der 38-jährigen Politologin und Ökonomin Birgit Kron zu verteidigen.

 

Auch Nicht-Politiker

 

Ganz unter sich ist die "classe politique" im Reinacher Gemeindezentrum dann aber doch nicht. Eine Dame, die sich mit Hündchen von Stand zu Stand begibt, erklärt, sie sei neu zugezogen und versuche, sich hier zu informieren. Damit hat die Politik-Expo eigentlich ihr Ziel erreicht. Denn genau das haben die Polit-Exponenten der Gemeinde schliesslich beabsichtigt: über ihre Ziele zu informieren und möglichst neue Wählerinnen und Wähler zu gewinnen.

Ob sich die Veranstaltung bei den kommenden Gemeindewahlen in einer höheren Wahlbeteiligung niederschlägt, werden wir am 3. März sehen. Als Versuch, im kommunalen Wahlkampf neue Wege zu gehen, hat sich die Sache aber auf jeden Fall gelohnt.

3. Februar 2024

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"Anwätltin"

Schweizer Fernsehen
Text auf einem Standbild
der Verteidigerin
des Fussballers Dani Alves
am 22. Februar 2024
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Drippelfehler.

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