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Max Kaufmann: Frisch pubertiert

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Als Maturanden im Entschleunigungs-Modus

Fernunterricht an unserem Gymnasium heisst bis jetzt vor allem, dass seitens der Lehrpersonen täglich von einer "für uns alle ungewohnte Situation, die zugleich Herausforderung und Chance ist" gesprochen wird, während wir Maturandinnen und Maturanden eigentlich nur wissen wollen, was mit unseren Abschlussprüfungen geschieht.

Die Floskel-Mails von Schulleitung und Lehrkräften verstopfen zwar allmählich unsere Postfächer, doch ist auch klar, dass die Worthülsen wahr sind. Der Aufbau von "Home Schooling" beansprucht Zeit, und dass wir uns gerade "in Entschleunigung üben müssen", wie es ein Lehrer letzte Woche, vermutlich leicht ironisch, formulierte, ist erträglich.

"Home Schooling" heisst aber auch, dass wir als Digital Natives mit Lehrpersonen aus unserer Eltern-, teilweise fast Grosselterngeneration in Chats kommunizieren, die "Microsoft" eindeutig für junge Erwachsene gestaltet hat. Die Gefahr besteht, dass der Unterricht dadurch so cringy, also peinlich oder unangenehm, wird, dass sich niemand mehr auf den Schulstoff konzentriert.


"Emojis oder unaufgefordertes Fragen
wird mit Strafaufsätzen geahndet."


Abgesehen von Lehrpersonen, die minutenlange Monologe hielten, bis sie bemerkten, dass ihr Mikrofon stumm geschaltet war, ist das bisher noch nicht passiert. Die potentiell peinliche Situation wird von den meisten Lehrpersonen mit Humor entschärft: Wenn die Stunde vorbei ist, dient beispielsweise das animierte "gif" einer Schiffsglocke als Schulhaus-Gong.

Unsere Lehrpersonen scheinen in dieser kurzen Zeit ziemlich gut mit den verschiedenen Funktionen und Tools der Unterrichtsprogramme zurecht zu kommen. Herausforderungen gibt es aber auch für Digital Natives genug: Auf Videochat wird meist verzichtet; wenn 15 Leute zeitgleich in ihre Mikrofone reden, versteht keiner mehr ein Wort. Die Unterhaltungen per geschriebenem Chat hingegen sind unerträglich langsam – nicht nur, weil wir es uns alle gewohnt sind, auf Handytastaturen zu tippen.

Trotz ungefähr gleichen Kenntnissen, was die Programme betrifft, unterscheiden sich die Herangehensweisen der verschiedenen Lehrpersonen stark: Während in der einen Lektion Lehrperson und Schulklasse zur Auflockerung gemeinsam Mathematik-Wortspiele und -Witze sammeln, wird in der darauffolgenden Deutschstunde eine Anwesenheits-Kontrolle durchgeführt, die mich stark an meine Rekrutierung erinnert. Anschliessend verkündet die Lehrperson in martialischer Sprache, dass Emojis oder unaufgefordertes Fragen mit Strafaufsätzen geahndet wird.

In Krisensituationen werden bekanntlich sprachlich schwere Geschütze aufgefahren. Wer weiss, vielleicht hatte sich unsere Lehrperson von der drastischen Wortwahl in Emmanuel Macrons Rede vom Abend zuvor inspirieren lassen.

Zu ihrer Verteidigung: Ein wenig Disziplin ist bei dieser Unterrichtsform vielleicht auch nötig. Es vergingen keine zwei Minuten, bis wir entdeckten, dass sich über unser Unterrichtstool auch Chats exklusiv für Schülerinnen und Schüler erstellen lassen. Falls also das Internet im Kanton an seine Grenzen stösst – an den unterrichts-relevanten Konversationen liegt es bestimmt nicht.

Der Fernunterricht verändert vieles, einiges bleibt aber auch gleich: Ohne Schulweg kann bei einer Verspätung zwar nicht mehr behauptet werden, dass der Bus zu spät war oder die Fahrradkette rausgefallen ist. Im Fernunterricht heisst das jetzt: "Ich hatte technische Probleme."

23. März 2020
 Ihre Meinung zu dieser Kolumne
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Max Kaufmann, geboren 2001, wuchs in Allschwil BL auf. Inzwischen wohnt er in einer WG im Basler "Gundeli" und studiert Soziologie und Politikwissenschaft an der Universität Basel. Seit er vierzehn Jahre alt ist, tritt Max Kaufmann regelmässig an Poetry Slams auf. Im März 2018 wurde er in Winterthur Poetry-Slam-Schweizermeister in der Kategorie u20.

max.kaufmann@gmx.ch

(Die Kolumnisten sind in ihrer Meinung frei;
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https://www.onlinereports.ch/fileadmin/templates/pics/gelesen.gif
"Er soll mehrere Gedichtbänder veröffentlicht haben."

bz
am 16. Mai 2024
über den Attentäter
in der Slowakei
https://www.onlinereports.ch/fileadmin/templates/pics/gelesen.gif

Das kann man auch nicht mit Schweizer-Hochdeutsch erklären.

RückSpiegel

 

Baseljetzt, bz, Volksstimme, SDA und Happy Radio nehmen die Recherche von OnlineReports über den geschassten CEO Marcel Allemann auf.

Die bz berichtet, dass Landrat Hannes Hänggi das Mitte-Präsidium übernehmen will, und verweist dabei auf OnlineReports.

Das Portal kath.ch nimmt die OnlineReports-Recherche über die Pläne der Basler Hicret-Moschee in Reinach im Medienspiegel auf.

Baseljetzt nimmt die Recherche von OnlineReports über den "Fuck SVP"-Schriftzug am Nebiker-Turm in Sissach auf.

In ihrem Bericht über die Wahl des neuen Baelbieter SVP-Präsidenten zitiert die Basler Zeitung aus einem OnlineReports-Kommentar.

 

Das Regionaljournal Basel veweist in einem Beitrag über die Probleme der Kitas im Baselbiet auf OnlineReports.

Der Klein Report nimmt die Recherche von OnlineReports über Roger Blums Buch über die Basellandschaftliche Zeitung auf.

Die BaZ bezieht sich in einem Artikel über die Zerwürfnisse in der Baselbieter SVP auf OnlineReports.

Die bz verweist in einem Bericht über die Kita-Krise im Baselbiet auf OnlineReports.

BaZ, Baseljetzt und Happy Radio nehmen die OnlineReports-News über das geplante Ministertreffen in Basel auf.

Der Sonntagsblick zitiert OnlineReports in einer grossen Recherche über die Baselbieter SVP-Politikerin Sarah Regez.

Baseljetzt verweist im Bericht über Basler Schiffsunfälle auf ein OnlineReports-Video.

Die Volksstimme greift die OnlineReports-Recherche über das Aus des Textildruck-Unternehmens Permatrend auf.
 

Weitere RückSpiegel








In einem Satz


Die Stadtreinigung des Basler Tiefbauamts wird ab 12. August neu von Markus Müller geleitet, sein Vorgänger Dominik Egli geht in Pension.

Christoph Jorns wird am 1. Juli Finanzchef der Basler Lebensversichererin Pax als Nachfolger von Alex Flückiger.

Mirjam Christ-Crain
 von der Universität Basel erhält den mit 200'000 Franken dotierten Otto-Naegeli-Preis für ihre patientenorientierte klinische Forschung.

Kimrobin Birrer übernimmt das Parteisekretariat der GLP Baselland von Yves Krebs.

Barbara Staehelin hat am
1. Mai das Verwaltungsrats-Präsidium des Kantonsspitals Baselland von Madeleine Stöckli übernommen.

Die Baselbieter Regierung hat Kathrin Choffat und Roger Müller als neue Mitglieder des Bankrats der BLKB für die laufende Amtsperiode bis Mitte 2027 gewählt. 

Der Baselbieter Regierungsrat hat Raphael Giossi zum Nachfolger des langjährigen kantonalen Bieneninspektors Marcel Strub gewählt.

Cyril Bleisch übernimmt bei den Jungfreisinnigen Baselland das Präsidium von Lucio Sansano.

Die Basler Sozialdemokraten haben die SP queer Basel-Stadt gegründet und als neues Organ in den Statuten der Partei verankert.

Eiskunstläuferin Kimmy Repond und Wasserfahrer Adrian Rudin sind Basler Sportlerin beziehungsweise Basler Sportler des Jahres.

Jean-Luc Nordmann übergibt das Präsidium der Stiftung Tierpark Weihermätteli per 1. Januar 2024 an Martin Thommen.

Iris Graf steigt von der Projektleiterin und akademischen Mitarbeiterin der Baselbieter Fachstelle für die Gleichstellung von Frauen und Männern zur Leiterin auf.  

Sonja Kuhn,
ehemalige Co-Leiterin der Abteilung Kultur Basel-Stadt, ist neu Präsidentin der SRG Region Basel.

Florian Nagar-Hak und Saskia Bolz übernehmen die Leitung des Gesundheitszentrums Laufen, das zum Kantonsspital Baselland gehört.

Mohamed Almusibli übernimmt ab März 2024 die Direktion der Kunsthalle Basel von Elena Filipovic.

Marilena Baiatu ist neue Kommunikationsbeauftragte der Staatsanwaltschaft im Kanton Baselland und ersetzt Thomas Lyssy, der Ende November pensioniert wird.

 

Mitte-Landrat Simon Oberbeck folgt am 1. August 2024 als Geschäftsführer der Schweizerischen Vereinigung für Schifffahrtund Hafenwirtschaft auf André Auderset.

Die Junge SVP Basel-Stadt hat Demi Hablützel (25) einstimmig für zwei weitere Jahre als Präsidentin wiedergewählt.