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Soll mit Hilfe baslerischer Initiative originalgetreu nachgebaut werden: Luxusliner Titanic

Aus atlantischer Schaumkrone soll die neue Titanic auferstehen

Basler Firma will mit US-Partnern den Mythen-Dampfer originalgetreu nachbauen


Von Peter Knechtli


Das Kult-Wrack Titanic schlägt Wellen bis an den Oberrhein: In Basel wurde diese Woche eine Firma gegründet, die zusammen mit amerikanischen Partnern das legendäre Schiff massstabgetreu nachbauen lassen will.


Vor den Kinos der Welt stehen sie Schlange, um das erfolreichste Werk der Filmgeschichte zu bestaunen: Die Story um den seit dem 15. April 1912 fast 500 Kilometer südlich von Neufundland in einer Tiefe von 3'800 Metern im Nordatlantik vor sich hin erodierenden Luxusliner.

In der Kanzlei des Basler Notars Urs Berger wurde diesen Montag eine Firma gegründet, die dem Mythos vom Meeresgrund neues Leben einhauchen will: Die "White Star Line Ltd." (WSL) trägt genau den Namen jener Gesellschaft, die damals die Original-Titanic auf die schicksalhafte Jungfernreise schickte.

90 Jahre danach - der zweite Versuch mit ölbetriebener Dampfmaschine

Der Business-Plan mutet genauso tollkühn an wie die damalige Absicht, mit dem 275 Meter langen vierschlotigen Riesendampfer den Atlantik zu überqueren - vom britischen Southampton bis New York: Mit einem Finanzaufwand von 400 bis 600 Millionen Dollar soll die Titanic massstabgetreu, detailpräzis und "auf dem technischen Stand des 21. Jahrhunderts" nachgebaut werden, am 10. April 2002 - genau 90 Jahre nach ihrem ersten Start - in Southampton vom Stapel laufen und am Dienstag der darauffolgenden Woche in New York eintreffen.

Sechzig Jahre nach dem Verkauf an die Konkurrenz - so verkündet die Internet-Homepage (http://www.hoc.ch/wsl) jugendfrisch - sei die White Star Line "zurück im Geschäft" - mit einer ölbetriebenen Dampfmaschine.

"Auf keinen Fall spekulativ"

Etwa 2'000 gutbetuchte Passagiere, Besatzungsmitglieder inbegriffen, sollen sich den modernen Kick der "historischen Hin- und Rückfahrt" ein kleines Vermögen ("mindestens einen fünfstelligen Betrag") kosten lassen. Präzisere Angaben zu den Kosten der "nostalgischen Zeitreise" wollten die Promotoren nicht machen. Später soll die "R.M.S. Titanic" (so die offizielle Original-Bezeichnung) als Vergnügungsschiff kreuz und quer durch die Weltmeere tuckern.

"Dieses Projekt ist auf keinen Fall spekulativ", sagt WSL-Direktorin Annette Völcker, deutsche Staatsangehörige, unter Berufung auf die bisherigen Aktivitäten der Basler Firma: Das Aktienkapital von 100'000 Franken ist voll einbezahlt, Name und Original-Signet der Schiffahrtsgesellschaft sowie Schiffsbezeichnung wurden beim Institut für Geistiges Eigentum geschützt, der Betrieb wurde aufgenommen. Faktische Alleinaktionärin ist die G&E-Wirtschaftsberatung und Treuhand AG in Basel, die dem Architekten Peter Lehner gehört.

Las Vegas mischt mit

Zweck der Basler Firma als europäischer Brückenkopf ist laut Handelsregistereintrag der "Betrieb einer international tätigen Schiffskonstruktions-, Schiffsbau- sowie Schiffahrtsgesellschaft", nicht aber die Finanzierung. Die obliegt der ungleich mächtigeren amerikanischen Partnerfirma "Titanic Development Corporation", die bereits Anfang Jahr in der Spielermetropole Las Vegas gegründet wurde. Schon in absehbarer Zeit - so das rauschende Szenario - soll die Aktienmehrheit des Schweizer Firmenzweigs an die amerikanischen Partner verkauft werden.

Europäischer Kontaktmann der US-Investorengruppe ist WSL-Verwaltungsratspräsident Walter Navratil, ein 36jähriger Oesterreicher, Jurist und Unternehmensberater. Nach eigenen Angaben hat er Erfahrung in der Grossbankenszene von Deutschland, Frankreich und Liechtenstein. Navratil: "Unser amerikanischer Partner ist eine nach meiner Erkenntnis seriöse Unternehmensgruppe, die Projektentwicklungen und Börsengänge durchführt."

Das Duo Völcker und Navratil glaubt fest daran, dass sich das transatlantische Titanic-Revival in der gebotenen Zeit realisieren lässt. Navratil: "Wir wollen der Titanic-Euphorie die Krone aufsetzen."

Das Ringen um die Werft

Noch ist aber nicht sichergestellt, dass der Traum nicht Schaum wird. Zwar verfügt die in Belfast ansässige Werft Harland&Wolff, die schon das Schicksals-Schiff baute, über die fixfertigen Originalpläne der Titanic, die selbst über Internet bestellt werden können. Ob und zu welchen Konditionen das Unternehmen aber bereit wäre, zum Neubau des legendären Modells Hand zu bieten, steht derzeit noch im Schlunde des Atlantiks geschrieben. Sprecherin Völcker gibt sich aber optimistisch: "Wir sind mit der Werft in Kontakt und warten nur noch auf einen Meeting-Termin."

Für die Initiatoren ist derzeit "die grösste Frage, wie das Projekt technisch umgesetzt wird". Hinter der Original-Kulisse wird perfekte High-Tech-Sicherheit verlangt. Jedenfalls - so das Wunsch-Szenario der Promotoren - soll David Copperfield in der Nacht zum 15. April 2002 über der Unglücksstelle "eine alles Bisherige übertreffende Laser-Animation auf hoher See" darbieten.

5. April 1998

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