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SP-Kollers Antwort auf Hohn und Spott

Von PETER KNECHTLI

Adil Koller, seit gut einem Jahr Kantonalpräsident der Baselbieter SP, ist intelligent, analytisch begabt, eloquent und debattierfreudig – schon mit seinen 23 Jahren ein animal politique. Politik ist seine Leidenschaft – wohl auch noch im Traum. Er schrieb für OnlineReports während einer kürzeren Zeit Kolumnen, wurde dann neben seinem Wirtschafts- und Soziologiestudium Co-Präsident der Partei.

In dieser Zeit spürte ich intensiver als zuvor seine jugendliche Ungeduld, Dinge zu verändern und sozialer Ungerechtigkeit entgegen zu wirken. Ich sagte ihm offen, dass ich in seinem ambitiösen Veränderungs-Anspruch ein gewisses Risiko sähe, weil Parteileitung Knüppel- und Knochenarbeit sei: das Bohren dicker Bretter.

Die Partei schenkte Koller ihr volles Vertrauen und wählte ihn mit 124 von 127 Stimmen zum Präsidenten. Dieser Entscheid, dem eben der agilen Juso-Truppe Entsprungenen die Partei nach einem Einführungsjahr mit der 64-jährigen Co-Präsidentin Regula Meschberger allein zu überlassen, war mutig.

Schon Monate bevor der junge Münchensteiner letzten Februar für Hanni Huggel in den Landrat nachrückte, kam auf der rechten Parlamentsseite Unruhe auf: SVP-Landrat Hanspeter Weibel deponierte beim grünen Landratspräsidenten die Mahnung, den nachstossenden Jung-Linken "im Griff zu behalten". Kaum angelobt bekam Koller Saures: FDP-Parteichefin Christine Frey warf ihm vor, er trage noch "Schwimmflügeli", CVP-Finanzdirektor Anton Lauber hielt ihm letzte Woche entgegen, dass er, Lauber, "Diskussiönli" über das Finanzhaushaltsgesetz nicht scheue.


"Wenn er so weitermacht, könnte aus
Adil Koller ein Agil Koller werden."


Doch die mit Hohn und Überheblichkeit verbalisierenden Diminutiv-Politiker sollten auf der Hut sein. Denn jetzt zeigt es ihnen Koller mit einer Aktion, die es in dieser Form im Baselbiet noch nie gegeben hat: Innerhalb einer Woche will die SP die 1'500 nötigen Unterschriften für ihre Volksinitiative zur Verbilligung der Krankenkassenprämien für Haushalt mit mittleren und tiefen Einkommen sammeln. An über dreissig Aktionen gehen 200 Parteimitglieder auf die Strasse. Es sind nicht die üblichen Basis-Aktivisten, die Signaturen sammeln. Koller hat – von alt-Regierungsrat Peter Schmid bis alt-Ständerat Edi Belser – auch verdiente Ruhestand-Genossen zum Kraftakt mit ins Boot geholt. Keine Frage: Die Initiative wird zustande kommen.

Mit diesem Effort zeigt die während langer Zeit kaum kraftvoll wahrnehmbare Baselbieter SP wieder öffentlich Kampfwillen wie damals, als es die Mitbestimmung der Arbeitnehmer in den Verwaltungsräten ging.

Dies ganz im Gegensatz zur FDP-"Schwimmflügeli"-Präsidentin, die beispielsweise bei den letzten National- und Ständeratswahlen als grosse Abtauchende wahrgenommen wurde, jegliche kämpferische Auftritte vermissen liess und damit auch ihren Teil zur erfolglosen Doppelkandidatur von FDP-Kandidat Christoph Buser beigetragen hat. Auch wird zu verfolgen sein, ob den Freisinnigen bei der Neubesetzung des Präsidiums ein Generationenwechsel, die Integration der parteiinternen Lager gelingt und die Mobilisierung der Basis gelingt.

Hochmut ist bekanntlich ein gefährliches Mittel, politische Gegner kleinmachen zu wollen. Man soll allerdings auch Kollers Tag nicht vor dem Abend loben. Aber immerhin legte er schon ein ersten Zeugnis ab, was mit jugendlichem Schwung – und hohem zeitlichen Einsatz – zu erreichen ist. Denn wenn Adil Koller so weiter macht, wie bisher, könnte aus ihm ein Agil Koller werden.

Die Initiative ist inhaltlich attraktiv und hat unter Umständen das Zeug, im Volk mehrheitsfähig zu werden, weil es von den wie ein Naturereignis pausenlos steigenden Prämienerhöhungen die Nase voll hat. Koller war schon bei der Lancierung der Initiative gegen die Abschaffung der staatlichen U-Abo-Subventionierung unter den Federführenden: Die Regierung musste von ihrem Sparplan kleinlaut Abstand nehmen. Innert Jahresfrist sind die Mitgliederzahlen der Baselbieter SP signifikant gestiegen.

Koller mag gelegentlich etwas altklug wirken, ist er aber nicht. Er kann gut zuhören, er begegnet erfahrenen Genossinnen und Genossen mit gebührendem Respekt und ermuntert sie, weiterhin aktiver Teil der Partei zu sein. So gelingt es ihm nicht nur, den generationsübergreifenden Bogen herzustellen, sondern auch die Partei als Gesamtheit wieder zu aktivieren. Wenn es Koller schafft, seine Nichtregierungspartei weiterhin als lebendige, kämpferische Kraft zu positionieren, dann haben die bürgerlichen "Schwimmflügeli"-Verteiler bei den nächsten Wahlen nichts mehr zu spotten.

11. Mai 2017
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"Würzige Prise Humor"

Eine klare, pointierte Kolumne mit einer würzigen Prise Humor, danke!


Christine Landolt, Rodersdorf



"Supertext"

Supertext.


Heidi Portmann, Arlesheim



"Kompensierte Rohrkrepierer"

(Bürgerlicher) Hochmut kommt vor dem Fall. Nach meinem Empfinden kompensieren viele dieser überheblichen Damen und Herren ihre Rohrkrepierer, indem sie bei jeder Gelegenheit ungeniessbare Würze in die gemeinsame Speise – sprich Politik fürs Volk – schütten: Die Zutaten heissen "Oekonomie", "Egoismus", "Menschenverachtung", "Ignoranz" und "Aggression". Kein Wunder, werden bei uns so viele Speisen weggeschüttet, weil ungeniessbar!


Ueli Pfister, Gelterkinden


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Frisch pubertiert

Knutschen im Thermalbad
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"Sie können Ihr Couvert bis am Samstag, 12:00 Uhr, auch in den Briefkasten deiner Gemeinde werfen."

FDP Basel-Stadt
im Newsletter
vom 24. November 2020
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Machen Sie/du von dieser Möglichkeit Gebrauch.

Alles mit scharf

Der Bart nach dem Maskenball

RückSpiegel


Die Basler Zeitung nahm die OnlineReports-News über einen geplatzten Baselbieter Strafprozess auf.

Die Wochenzeitung ging in ihrem Bericht über den Abbau in grossen Schweizer Zeitungsredaktion auch auf "kleinere Player" wie OnlineReports ein.

Die BZ zieht den OnlineReports-Report über den Verzicht auf das Muttenzer Multiplex-Kino der "Kitag AG" nach.

Die OnlineReports-News über die Schliessung eines Tanzlokals in der Basler Innenstadt nahm die BZ auf.

In ihrer Besprechung von Roland Starks Kolumne-Buch "Stark!" nimmt die Volksstimme auf OnlineReports Bezug.

Die BZ kritisierte den designierten Basler SP-Regierungsrat Beat Jans für seinen Twitter-Tweet: "Wieso muss man in unserer Region eigentlich 'Onlinereports' lesen, wenn man sich umfassend informieren, statt belehren lassen will?"
 

Bajour.ch zitiert OnlineReports in einem Interview mit der Basler Regierungsrats-Kandidatin Stephanie Eymann.

Das SRF-Regionaljournal, die BZ, fasnacht.ch sowie LDP-Grossrat Michael Hug (Interpellation) nahmen die OnlineReports-Recherche über Lärmprobleme durch Trommler, Pfeifer und Gugge in Kleinhüningen auf.

Bajour schreibt, die Berichte von OnlineReports zur Baselbieter Velobahn-Affäre gefielen ihr "am besten".

In ihrem Kommentar über staatliche Medienförderung geht Prime News auf das über zwanzigjährige Bestehen von OnlineReports ein.

Die Basler Zeitung und die BZ zitierten in ihren Berichten über das Velobahn-Amigo-Geschäft von Klaus Kirchmayr und Isaac Reber ausführlich aus OnlineReports.

In ihrem Bericht über die Umgestaltung der Basler Meriangärten nimmt die BZ auf eine zuvor erschienene OnlineReports-Recherche Bezug.

Die Badische Zeitung zitierte in ihrer Vorwahl-Analyse der Basler Regierungs-Wahlen aus einem OnlineReports-Kommentar.

In der BZ-Kolumne nahm Daniel Wiener Bezug auf den OnlineReports-Kommentar über den Macht-Poker um die Basler Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann.

In ihrem Leitartikel über den Zustand des Kantons Basel-Stadt zitierte die BZ aus dem OnlineReports-Interview mit Michael Hug.

Die BZ nahm die OnlineReports-Geschichte über den Abbruch des Hauses an der Basler Rufacherstrasse 73 auf. Die Basler Zeitung verzichtete auf eine Quellennennung.

Die BZ nahm die OnlineReports-Story über eine umstrittene Eichen-Fällung auf.

In ihrer News über das Debakel um die Wahl des Gemeindepräsidenten in Schönenbuch nahm die Basler Zeitung auf OnlineReports Bezug.

Die Basler Zeitung bezog sich in ihrem Artikel über die Kandidatensuche der Basler SVP auf ein Interview in OnlineReports.

Weitere RückSpiegel

 

In einem Satz


Das Budgetdefizit 2021 in Höhe von 2,2 Millionen Franken sei "mehrheitlich coronabedingt", schreibt der Birsfelder Gemeinderat.

Sarah Thönen wird am 1. April 2021 die Leitung des Bereichs "Jugend, Familie und Sport" des Kantons Basel-Stadt übernehmen.

Die Birsfelder Gemeinderätin Regula Meschberger wird ab 1. Januar 2021 als Nachfolgerin von Bianca Maag-Streit den "Verband Basellandschaftlicher Gemeinden" (VBLG) präsidieren.

Gregor Leonhardt (52) übernimmt im Frühjahr 2021 die Leitung des Geschäftsbereichs Infrastruktur im Basler Tiefbauamt.

Der Basler Anwalt und Notar Andreas Waldmann zieht sich per 1. Januar 2021 aus der Kanzlei Waldmann Petitpierre als Partner zurück.

Der Baselbieter Landrat nahm das Gesetz über die Bekämpfung der Schwarzarbeit und das Arbeitsmarktaufsichts-Gesetz mit 71:18 Stimmen an, doch kommt es zur obligatorischen Volksabstimmung, weil die Vierfüntel-Mehrheit nicht erreicht wurde.

Der Baselbieter Polizeikommandant Mark Burkhard ist zum Präsidenten der Konferenz der kantonalen Polizeikommandanten der Schweiz (KKPKS) gewählt worden.

Die Central Real Estate Basel AG, Eigentümerin im Klybeck-Areal, tritt ab sofort unter dem neuen Namen Rhystadt AG auf.

Das Basler Marionetten Theater unterbricht per sofort seine Saison bis mindestens Ende 2020.

Die Basler FDP nominierte für den zweiten Wahlgang der Regierungsrats-Wahlen erwartungsgemäss ihr Mitglied Baschi Dürr sowie die LDP-Liberale Stephanie Eymann.

Auf der Autobahn A3 bei Eiken, wo 120 km/h erlaubt sind, wurde am frühen Morgen des 24. Oktober eine Autofahrerin mit Tempo 214 km/h als Raserin geblitzt.

Die Basler Juso bitten die Regierung in einer Petition, sich aktiv dafür einzusetzen, 100 Menschen aus dem Camp Moria in den Kanton Basel-Stadt aufzunehmen.

Der Stiftungsrat der Stiftung Brasilea hat die 37-jährige brasilianisch-schweizerische Doppelbürgerin Tatiana Andrade Vieira als neue Geschäftsführerin und Nachfolgerin von Daniel Faust gewählt.

Die Basler SP hat am 16. Oktober ihre Initiative "Kinderbetreuung für alle" mit über 3'000 Unterschriften eingereicht.

Dominik Beeler wird neuer Präsident der Grünen Liestal und damit Nachfolger von Erika Eichenberger.

Die Volksinitiative "für ein klimagerechtes Basel", die die Treibhausgas-Emissionen in Basel-Stadt bis 2030 auf Null senken will, ist am 8. Oktober mit über 3'700 Unterschriften bei der Staatskanzlei eingereicht worden.

Die Stadt Liestal hat die Einführung eines Ortsbusses namentlich in den Quartieren Sichtern und Langhag/Hanro mit 2'246 Ja-Stimmen gegen 2'717 Nein-Stimmen deutlich abgelehnt.

Binningen hat die SP-Initaitive gegen den Verkauf von gemeindeeigenem Boden mit  2'823 Ja gegen 2'809 Nein hauchdünn angenommen.

Münchenstein hat der Quartierplanung "Spenglerpark" mit dem 100 Meter hohen Hochhaus mit einem Ja- Anteil von 58 Prozent zugestimmt.