Kommentare

<< [ 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | (...) | 228 ] >>

Die SP will noch röteres und grüneres Basel

Von PETER KNECHTLI

Es ist zum Aufatmen: Das teilweise ätzende Hickhack um die Geschlechter-Präferenz innerhalb der SP Basel-Stadt ("er hat nur einen Nachteil, er ist ein Mann") ist vom Tisch. Mit dem Umweltnaturwissenschafter Beat Jans, der Juristin Tanja Soland und dem HSG-Ökonomen Kaspar Sutter gehen die Genossinnen und Genossen kommenden Herbst in die Regierungswahlen. Eine Frau, zwei Männer – wie bisher. Ausgeweitet auf die grüne Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann ist innerhalb von Rot-Grün immerhin Parität gewährleistet.

Die frühere Arbeiterpartei nominierte drei Akademiker unter den fünf ernsthaften Bewerbenden: Die gelernte Tiefbauzeichnerin und heutige VPOD-Sekretärin Kerstin Wenk sowie die gelernte Krankenschwester und heutige Spitaldirektorin Beatriz Greuter blieben aussen vor. SP-Frauen, die in Sozialen Medien gleich eine feminine Dreier-Kandidatur begehrten, haben mit ihrer Forderung zu dick aufgetragen und damit auch Parteikreise vor den Kopf gestossen, die sich im SP-Trio durchaus zwei Frauen hätten vorstellen können.

Auch wenn die Nomination am Montagabend seuchenbedingt online und nicht ohne erhebliche Bild- und Tonausfälle ("Achtung Refresh – keine Panik") vonstatten ging: Das Ergebnis war wenigstens zweifelsfrei klar. Dabei zeigte sich, dass Resultat-Spitzenreiter Beat Jans in den letzten zwei Jahren taktisch äusserst geschickt vorgegangen war. Erst liess er mit seiner Ständerats-Ambition parlamentarische Kontinuität in Bern erkennen, gab dann durch Rückzug gentlemanlike Eva Herzog den Vorrang und fand im Verlauf des letzten Sommers zunehmend Gefallen an einem kantonalen Regierungsamt.


"Jans ist ein Kraftpaket aus Erfahrung,
Eloquenz und Durchsetzungswillen."


Die veränderte Rollen-Präferenz ist durchaus erklärbar, weil durch den Rücktritt seines Parteifreundes Christoph Brutschin genau jenes Departement für Wirtschaft, Soziales und Umwelt frei wird, das Jans perfekt auf den Leib geschnitten ist. Als Mitglied der nationalrätlichen "Kommission für Wirtschaft und Abgaben" und der "Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie" profilierte sich Jans in Bern als Schwergewicht. Er hatte auch entscheidend zum Erfolg der Energiestrategie und zur Bekämpfung der Unternehmenssteuer-Reform III beigetragen.

Die Partei hat ihm nicht vergessen, dass er als damaliger Kantonalpräsident "Architekt der rot-grünen Mehrheit ab 2004" (so Anita Fetz in ihrem Unterstützungsvotum) war und die SP zur Blüte brachte. Das Spitzenergebnis bei der Nomination gilt einem Kraftpaket aus langjähriger Erfahrung, Eloquenz und Durchsetzungswillen.

Genauso wie Jans zählen auch Tanja Soland und der kreative Kaspar Sutter innerhalb des SP-Spektrums zu den "scharfen Linken". Sie gehören fraglos zur Elite der Partei und sind untereinander gut vernetzt. Tanja Soland schaffte schon die Ersatzwahl auf Eva Herzogs Sessel als Finanzdirektorin im ersten Wahlgang. Als Herzogs Generalsekretär lernte Kaspar Sutter während acht Jahren den Wurstkessel der Basler Politik aus nächster Nähe kennen. Auch auf der persönlich-atmosphärischen Ebene ist unter dem relativ jungen Dreier-Team keine trübende Altlast bekannt.

Die beiden Erstkandidaturen von Jans und Sutter, geschoben von den städtischen Trendthemen günstiger Wohnungsbau und Klimaschutz lassen einen intensiven Wahlkampf erwarten, dessen Ziel nicht nur die Wahl der drei SP-Bewerbenden und der grünen Regierungs-Präsidentin Elisabeth Ackermann ist, sondern auch die rot-grüne Mehrheit im politisch geteilten Grossen Rat, dessen Mehrheiten heute oft von der grünliberalen Gunst abhängen.

Wenn nicht alles täuscht, rückt – wie vor vier Jahren – ein Fünfer-Ticket unter Einschluss einer "Basta"-Kandidatur in den Vordergrund. Damit wären unter den drei rot-grünen Parteien bei allen immer wieder aufblitzenden Differenzen die Treiber für einen intensiven Wahlkampf gezündet.

Dass sich hier eine für die Gegner von Rot-Grün gefährliche Dynamik zusammenbrauen könnte, wird sicherlich auch der bürgerlichen Allianz nicht entgehen. Nur ist noch nicht erkennbar, mit welcher Taktik sie der drohenden Gefahr begegnen wollen. Die Trauben hängen hoch.

Bericht Nominationsversammlung

Mehr über den Autor erfahren

28. April 2020
 Ihre Meinung zu dieser Kolumne
(Mails ohne kompletten Absender werden nicht bearbeitet)
Peter Knechtli, ist Chefredaktor und Gründer von OnlineReports.ch.

peterknechtli@onlinereports.ch

(Die Kolumnisten sind in ihrer Meinung frei;
sie braucht sich nicht mit jener der Redaktion zu decken.)

www.onlinereports.ch
© Das Copyright sämtlicher auf dem Portal www.onlinereports.ch enthaltenen multimedialer Inhalte (Text, Bild, Audio, Video) liegt bei der OnlineReports GmbH sowie bei den Autorinnen und Autoren. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Veröffentlichungen jeder Art nur gegen Honorar und mit schriftlichem Einverständnis der Redaktion von OnlineReports.ch.

Die Redaktion bedingt hiermit jegliche Verantwortung und Haftung für Werbe-Banner oder andere Beiträge von Dritten oder einzelnen Autoren ab, die eigenen Beiträge, wenn auch mit Zustimmung der Redaktion, auf der Plattform von OnlineReports publizieren. OnlineReports bemüht sich nach bestem Wissen und Gewissen darum, Urheber- und andere Rechte von Dritten durch ihre Publikationen nicht zu verletzen. Wer dennoch eine Verletzung derartiger Rechte auf OnlineReports feststellt, wird gebeten, die Redaktion umgehend zu informieren, damit die beanstandeten Inhalte unverzüglich entfernt werden können.

 

Frisch pubertiert

Knutschen im Thermalbad
https://www.onlinereports.ch/fileadmin/templates/pics/gelesen.gif
"Sie können Ihr Couvert bis am Samstag, 12:00 Uhr, auch in den Briefkasten deiner Gemeinde werfen."

FDP Basel-Stadt
im Newsletter
vom 24. November 2020
https://www.onlinereports.ch/fileadmin/templates/pics/gelesen.gif

Machen Sie/du von dieser Möglichkeit Gebrauch.

Alles mit scharf

Der Bart nach dem Maskenball

RückSpiegel


Die Basler Zeitung nahm die OnlineReports-News über einen geplatzten Baselbieter Strafprozess auf.

Die Wochenzeitung ging in ihrem Bericht über den Abbau in grossen Schweizer Zeitungsredaktion auch auf "kleinere Player" wie OnlineReports ein.

Die BZ zieht den OnlineReports-Report über den Verzicht auf das Muttenzer Multiplex-Kino der "Kitag AG" nach.

Die OnlineReports-News über die Schliessung eines Tanzlokals in der Basler Innenstadt nahm die BZ auf.

In ihrer Besprechung von Roland Starks Kolumne-Buch "Stark!" nimmt die Volksstimme auf OnlineReports Bezug.

Die BZ kritisierte den designierten Basler SP-Regierungsrat Beat Jans für seinen Twitter-Tweet: "Wieso muss man in unserer Region eigentlich 'Onlinereports' lesen, wenn man sich umfassend informieren, statt belehren lassen will?"
 

Bajour.ch zitiert OnlineReports in einem Interview mit der Basler Regierungsrats-Kandidatin Stephanie Eymann.

Das SRF-Regionaljournal, die BZ, fasnacht.ch sowie LDP-Grossrat Michael Hug (Interpellation) nahmen die OnlineReports-Recherche über Lärmprobleme durch Trommler, Pfeifer und Gugge in Kleinhüningen auf.

Bajour schreibt, die Berichte von OnlineReports zur Baselbieter Velobahn-Affäre gefielen ihr "am besten".

In ihrem Kommentar über staatliche Medienförderung geht Prime News auf das über zwanzigjährige Bestehen von OnlineReports ein.

Die Basler Zeitung und die BZ zitierten in ihren Berichten über das Velobahn-Amigo-Geschäft von Klaus Kirchmayr und Isaac Reber ausführlich aus OnlineReports.

In ihrem Bericht über die Umgestaltung der Basler Meriangärten nimmt die BZ auf eine zuvor erschienene OnlineReports-Recherche Bezug.

Die Badische Zeitung zitierte in ihrer Vorwahl-Analyse der Basler Regierungs-Wahlen aus einem OnlineReports-Kommentar.

In der BZ-Kolumne nahm Daniel Wiener Bezug auf den OnlineReports-Kommentar über den Macht-Poker um die Basler Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann.

In ihrem Leitartikel über den Zustand des Kantons Basel-Stadt zitierte die BZ aus dem OnlineReports-Interview mit Michael Hug.

Die BZ nahm die OnlineReports-Geschichte über den Abbruch des Hauses an der Basler Rufacherstrasse 73 auf. Die Basler Zeitung verzichtete auf eine Quellennennung.

Die BZ nahm die OnlineReports-Story über eine umstrittene Eichen-Fällung auf.

In ihrer News über das Debakel um die Wahl des Gemeindepräsidenten in Schönenbuch nahm die Basler Zeitung auf OnlineReports Bezug.

Die Basler Zeitung bezog sich in ihrem Artikel über die Kandidatensuche der Basler SVP auf ein Interview in OnlineReports.

Weitere RückSpiegel

 

In einem Satz


Die Baselbieter Regierung senkt den Verzugszins 2021 bei der Staatssteuer von 6 auf 5 Prozent, während der Vergütungszins unverändert bei 0,2 Prozent bleibt.

Das Budgetdefizit 2021 in Höhe von 2,2 Millionen Franken sei "mehrheitlich coronabedingt", schreibt der Birsfelder Gemeinderat.

Sarah Thönen wird am 1. April 2021 die Leitung des Bereichs "Jugend, Familie und Sport" des Kantons Basel-Stadt übernehmen.

Die Birsfelder Gemeinderätin Regula Meschberger wird ab 1. Januar 2021 als Nachfolgerin von Bianca Maag-Streit den "Verband Basellandschaftlicher Gemeinden" (VBLG) präsidieren.

Gregor Leonhardt (52) übernimmt im Frühjahr 2021 die Leitung des Geschäftsbereichs Infrastruktur im Basler Tiefbauamt.

Der Basler Anwalt und Notar Andreas Waldmann zieht sich per 1. Januar 2021 aus der Kanzlei Waldmann Petitpierre als Partner zurück.

Der Baselbieter Landrat nahm das Gesetz über die Bekämpfung der Schwarzarbeit und das Arbeitsmarktaufsichts-Gesetz mit 71:18 Stimmen an, doch kommt es zur obligatorischen Volksabstimmung, weil die Vierfüntel-Mehrheit nicht erreicht wurde.

Der Baselbieter Polizeikommandant Mark Burkhard ist zum Präsidenten der Konferenz der kantonalen Polizeikommandanten der Schweiz (KKPKS) gewählt worden.

Die Central Real Estate Basel AG, Eigentümerin im Klybeck-Areal, tritt ab sofort unter dem neuen Namen Rhystadt AG auf.

Das Basler Marionetten Theater unterbricht per sofort seine Saison bis mindestens Ende 2020.

Die Basler FDP nominierte für den zweiten Wahlgang der Regierungsrats-Wahlen erwartungsgemäss ihr Mitglied Baschi Dürr sowie die LDP-Liberale Stephanie Eymann.

Auf der Autobahn A3 bei Eiken, wo 120 km/h erlaubt sind, wurde am frühen Morgen des 24. Oktober eine Autofahrerin mit Tempo 214 km/h als Raserin geblitzt.

Die Basler Juso bitten die Regierung in einer Petition, sich aktiv dafür einzusetzen, 100 Menschen aus dem Camp Moria in den Kanton Basel-Stadt aufzunehmen.

Der Stiftungsrat der Stiftung Brasilea hat die 37-jährige brasilianisch-schweizerische Doppelbürgerin Tatiana Andrade Vieira als neue Geschäftsführerin und Nachfolgerin von Daniel Faust gewählt.

Die Basler SP hat am 16. Oktober ihre Initiative "Kinderbetreuung für alle" mit über 3'000 Unterschriften eingereicht.

Dominik Beeler wird neuer Präsident der Grünen Liestal und damit Nachfolger von Erika Eichenberger.

Die Volksinitiative "für ein klimagerechtes Basel", die die Treibhausgas-Emissionen in Basel-Stadt bis 2030 auf Null senken will, ist am 8. Oktober mit über 3'700 Unterschriften bei der Staatskanzlei eingereicht worden.

Die Stadt Liestal hat die Einführung eines Ortsbusses namentlich in den Quartieren Sichtern und Langhag/Hanro mit 2'246 Ja-Stimmen gegen 2'717 Nein-Stimmen deutlich abgelehnt.

Binningen hat die SP-Initaitive gegen den Verkauf von gemeindeeigenem Boden mit  2'823 Ja gegen 2'809 Nein hauchdünn angenommen.

Münchenstein hat der Quartierplanung "Spenglerpark" mit dem 100 Meter hohen Hochhaus mit einem Ja- Anteil von 58 Prozent zugestimmt.