Joël Thüring: "Einwurf"

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Digital, Digital, Digitallüberall

In meiner letzten Kolumne habe ich moniert, dass im Zeitalter der Digitalisierung immer mehr mit Anglizismen um sich geworfen wird. Just in der letzten Woche fand nun der erste Digital-Tag statt. Ich kann zwar nicht ganz nachvollziehen, was dieser PR-Tag nun gebracht hat – immerhin bin ich froh, dass man den Tag auch Tag und nicht "Day" nannte. Echte Probleme der Digitalisierung wurden keine gelöst – viele Fragen bleiben offen und die Sorgen in der Bevölkerung werden nicht geringer.

So müssen wir feststellen, dass im Rahmen der Digitalisierung viele bisherige Arbeitsplätze verschwinden werden. So gibt es wohl in einigen Jahren viele Berufe in der jetzigen Form nicht mehr. Für die Hochqualifizierten, also die sogenannten Fachkräfte, ist dieser Umstand wohl verkraftbar. Er ermöglicht neue Chancen. Für weniger qualifizierte Angestellte wird die Digitalisierung eine Herausforderung, und wir sollten uns durchaus Sorgen um diese Menschen machen, die Gefahr laufen, abgehängt zu werden.

Deshalb ist es wichtig, dass an den Schulen ein noch stärkerer Fokus auf die sogenannten MINT-Fächer gelegt wird. Das so entstehende Potenzial könnte hauptsächlich durch inländische Arbeitskräfte genutzt werden. Das würde einer nachhaltigen Wirtschaftspolitik entsprechen.

Gleichzeitig müssen wir uns die Frage stellen, ob Digitalisierung überall notwendig ist. Ein persönlicher Kontakt hat auch seinen Reiz. Natürlich kaufe auch ich online ein oder buche meine Flüge und Ferien hauptsächlich im Internet. Auch ich nutze ein Smartphone und versuche möglichst viele Dinge über Apps und den Internet-Browser zu erledigen.


"Ich möchte Bank-Auszüge
weiterhin per Post zugestellt erhalten."


Aber es gibt Orte, wo ich gerne auch noch direkten Kontakt mit Menschen habe. Bezeichnenderweise sind dies meistens die Bereiche, in denen ich nicht unbedingt mit den hochqualifiziertesten Fachkräften (und ich meine das keinesfalls abwertend) in Kontakt komme. Dort stehe ich in Kontakt mit Herrn und Frau Schweizer, welche mich an einer Kasse bedienen, mich beim Hosenkauf unterstützen oder aber in einer Metzgerei beraten.

Will ich, dass diese Dinge alle nur noch digital und unpersönlich ablaufen? Nein, ich möchte das nicht. Und ich möchte auch Auszüge von Banken und Kreditkarten-Unternehmen weiterhin per Post zugestellt erhalten und nicht das PDF dann doch selber ausdrücken müssen. Ich möchte auch weiterhin am Postschalter meine Post aufgeben oder ein Paket abholen und nicht online einen Abholort definieren müssen.

Die Digitalisierung macht uns zweifelsohne mobiler, in vielen Fällen auch speditiver. Aber in vielen Situationen im Alltag macht sie uns zu Mitarbeitern der Unternehmen – ohne dass die Dienstleistungen dadurch besser oder gar günstiger werden. Ich möchte Einkäufe nicht selber einscannen, ich möchte mich am Flughafen nicht selber einchecken müssen und schon gar nicht will ich mich für jede Dienstleistung auf x-verschiedenen Portalen einloggen müssen.

Und es stört mich, dass dadurch mittelfristig Arbeitsplätze – auch wenn anderes behauptet wird – verloren gehen werden. Es ist nicht schlecht, wenn sich die Wirtschaft infolge dieser Digitalisierung im Wandel befindet, aber nicht jeder Wandel muss mitgemacht werden. Und nicht überall, wird der einzelne Bürger dadurch effizienter. Der Digitalisierungs-Tag war mir deshalb zu euphorisch und gab keine Antworten auf die wichtigen Fragen unserer künftigen Arbeitswelt und der Situation für die Arbeitnehmenden.

Übrigens: Ein Test im "Kassensturz" vom letzten Dienstag hat es gezeigt. Kunden verlieren durch das Anstehen an der Kasse gar nicht wesentlich mehr Zeit als beim Gang durch das Selfscanning nebenan. Und ganz ehrlich: Hören Sie nicht auch lieber von einer netten menschlichen Kassenfrau-Stimme "Haben Sie mir noch die Cumulus-Karte"? Deshalb soll man die Digitalisierung zwar nicht verteufeln, sondern sie – gerade im Interesse unseres Mittelstandes – mindestens kritisch begleiten.

27. November 2017
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Joël Thüring, geboren 1983, ist gelernter Kaufmann und Inhaber des KMU-Betriebes "Aspero AG" mit Mandaten im Consulting-Bereich. Politisch ist er seit 2001 in der SVP tätig und amtet als Basler Grossrat und Bürgergemeinderat sowie als Leiter des Parteisekretariates der SVP Basel-Stadt. Amtsjahr 2017/2018 Präsident des Basler Grossen Rates. Neben diesen politischen Tätigkeiten ist er unter anderem Vorstandsmitglied der Mobilen Jugendarbeit Basel und Riehen. Der überzeugte Single lebt in einem Grossbasler Aussenquartier.

joel.thuering@aspero.ch

(Die Kolumnisten sind in ihrer Meinung frei;
sie braucht sich nicht mit jener der Redaktion zu decken.)
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"Die digitale Demenz steigt"

Beispiel Ferienumleitungen bei der Post. Früher, als bei den meisten die Post in der Nähe war, verlangte man ein Formular, füllte es aus, zahlte einen geringen Betrag und die Sache war in 5 Minuten geregelt. Heute darf man das Ganze per Internet von zu Hause aus machen. Die, die keinen Computer haben, müssen zur Strafe einen horrenden Betrag zahlen. Die übrigen auch, wenn sie das bei der Post machen wollen.

Wenn man sich dann daran macht und schliesslich die Ferienumleitung gefunden hat, muss man noch ein sein Passwort finden oder beantragen (das 150. Passwort in dieser schönen digitalen Welt), dann muss man Geld einzahlen, das dauert auch und hier sind auch Passwörter erforderlich und schliesslich nach einer guten halben Stunde ist es so weit, wenn man nicht jeden zweiten Tag in die Ferien fährt.

Mir wäre die gute alte Post ohne Digitalisierung lieber, wo die Briefe ohne A- und B-Post pünktlich ankamen und einem freundliche und kompetente Angestellte bedienten. Diese werden aber abgeschafft, damit alles billiger wird, nur die Tarife nicht und damit die Saläre der Spitzenfunktionäre auch Spitzenwerte erreichen. Zusammenfassend lässt sich sagen, die Digitalisierung macht einige wenige reich und die andern arm. Die Lebensqualität nimmt ab und die digitale Demenz steigt.


Alexandra Nogawa, Basel


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"Da schaue ich lieber zu Hause auf dem Fernseher und werfe meinen Hund durch die Stube, wenn sie nicht gewinnen."

Timm Klose
vereinsloser Fussballer
und FCB-Fan
in der BZ Basel
vom 9. Oktober 2021
über seine Gemütsverfassung,
wenn der FCB verliert
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Ein Fall für den Tierschutz.

RückSpiegel


20 Minuten nahm die OnlineReports-Geschichte über einen FCB-Hooligan und vor Appellationsgericht erfolglosen DNA-Verweigerer auf.

Die BZ Basel, Telebasel, Bajour und Prime News nahmen zum Rücktritt des Basler Nationalrats Christoph Eymann Bezug auf ein OnlineReports-Interview.

Die BZ Basel zog die OnlineReports-News über die Polizei-Kontrolle von Rechtsextremen in Bubendorf nach.

Telebasel nahm den OnlineReports-Primeur über die Sichtung einer Waschbären-Familie in Gelterkinden auf.

20 Minuten nahm die OnlineReports-Meldung über die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens gegen den Basler Grossrat Eric W. auf.

20 Minuten, Telebasel und die BZ Basel nahmen die OnlineReports-News über die Durchführung der Basler Herbstmesse auf. Die Basler Zeitung kam einen Tag später und unterliess die Quellennennung.

Bajour nahm im Artikel über die Basler Nano-Forschung auf eine OnlineReports-Meldung Bezug.

Im Beitrag von Prime News über die "zunehmende Missachtung der Aufgabentrennung zwischen Staat und Medien" wird OnlineReports zitiert.

Telebasel und die BZ Basel nahmen die OnlineReports-News über den Grund des Tramunglücks vom Oktober 2019 auf.

Die OnlineReports-Erstmeldung über die zweite Beschwerde von ex ASE-Präsident Simon Müller vor Bundesgericht wurde von der BZ Basel aufgenommen.

Die Medienwoche nahm den OnlineReports-Leitartikel über die Förderung von Onlinemedien ohne Subventionen in ihr Monitoring auf.

Telebasel, 20 Minuten und Primenews nahmen die OnlineReports-Exklusivmeldung über den Ausnahmezustand im überfüllten Gartenbad St. Jakob auf.

Weitere RückSpiegel

 

In einem Satz


Die baselstädtische EVP nominiert Gemeinderätin Christine Kaufmann für das Riehener Gemeindepräsidium und gleichzeitig für den Gemeinderat, und Bürgerrat Daniele Agnolazza als Gemeinderat.
 

Flavio Casanova und Thomas Schneider werden neue Verwaltungsräte der Basler Verkehrs-Betriebe anstelle von Sibylle Oser und Kurt Altermatt, die nicht mehr zur Wiederwahl antreten.

Die SP Riehen nominierte den bereits amtierenden Gemeinderat Guido Vogel zusammen mit Grossrätin Edibe Gölgeli für den Gemeinderat.

Die grünliberale Fraktion wählt Grossrat Bülent Pekerman ins Büro des Basler Grossen Rates und nominiert ihn damit im kommenden Jahr für das Amt des Statthalters und im 2023 zum ersten Grossratspräsidenten der GLP.

Das Basler Silvester-Feuerwerk kann auch dieses Jahr wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden.

Die frühere Baselbieter SP-Landrätin und Landrats-Präsidentin Heidy Strub ist am 21. September im Alter von 83 Jahren gestorben.

Die Birsfelder EVP-Landrätin Sara Fritz tritt nach zwölf Jahren zurück, um ihren Muttenzer Parteikollegen Thomas Buser nachrücken zu lassen.

Der Kanton Basel-Stadt budgetiert für das Jahr 2022 einen Überschuss von 78 Millionen Franken.

Ab dem 1. Oktober übernimmt Jonathan Koellreuter die Leitung des Portfolio-Managements bei Immobilien Basel-Stadt (IBS).

Raffael Kubalek wird per 1. Oktober neuer stellvertretender Generalsekretär in der Baselbieter Sicherheitsdirektion und Nachfolger von Katrin Bartels, die Gemeindeverwalterin von Arlesheim wird.

Laut Beschluss der Mitgliederversammlung stehen Patricia von Falkenstein als Präsidentin und Michael Hug als Vize "für (mindestens) vier weitere Jahre" (so die offizielle Medienmitteilung) der Basler LDP vor.

Der 52-jährige Museumsfachmann Werner Hanak übernimmt auf 15. Oktober 2021 die stellvertretende Leitung der Abteilung Kultur Basel-Stadt.

Die Basler Regierung beantragt für die Weiterführung der kantonalen Entwicklungs-Zusammenarbeit für die Jahre 2022 bis 2025 Ausgaben in der Höhe von acht Millionen Franken.

Im Baselbiet sinkt der Leerwohnungsbestand auf 1 Prozent, was einem noch tieferen Wert entspricht, der derzeit in Basel-Stadt gilt.

Die Baselbieter Juso haben am 16. August über 2’100 Unterschriften für ihre Initiative "ÖV für alle" eingereicht, die das U-Abo für alle im Kanton wohnhaften Personen gebührenfrei machen will.

Die imposante Kanada-Pappel auf dem Basler Wiesendamm steht nicht mehr stabil und ihr Stammfuss ist teilweise faul, weshalb sie am 16. August gefällt und durch einen Jungbaum ersetzt wird.

Der 30-jährige Rechtsverteidiger Michael Lang wechselt per sofort von Borussia Mönchengladbach zurück zum FC Basel.

Barbara Rentsch wird neue Geschäftsleiterin der staatlichen Liegenschafts-Verwaltung Immobilien Basel-Stadt (IBS) und Nachfolgerin von Rolf Borner, der das Finanzdepartement per Ende Juli verlassen wird.

Christoph Gloor wird per 1. Juli neuer Präsident der Stiftung des Kunstmuseums Basel als Nachfolger von Markus Altwegg.

Sämtliche Nacht-S-Bahnen, Nachttrams und Nachtbusse des TNW-Nachtnetzes verkehren ab dem ersten Wochenende im Juli wieder gemäss Fahrplan.

Hptm Pascal Geiger wird per 1. Juli 2021 die Leitung der Sicherheitspolizei Ost von Hptm Armin Reichenstein übernehmen, der intern in die Verkehrspolizei wechselt.

Das Basler Gesundheitsdepartement hebt die befristete Verfügung "Allgemeine Maskentragpflicht und Konsumationsverbot von Speisen und Getränken auf Allmend in der Steinenvorstadt" per Samstag, 26. Juni, auf.

Corinne Hügli wird per 1. Oktober neue Leiterin des Statistischen Amts Baselland und Nachfolgerin von Johann Christoffel, der Ende September in den Ruhestand tritt.

Als Nachfolger von Felix Keller übernimmt am 1. Juli Simon Oberbeck das Präsidium der Baselbieter CVP/GLP-Fraktion.

Der diplomierte Ingenieur Florian Kaufmann wird per 1. September im Baselbieter Amt für Raumplanung die Leitung der Abteilung Öffentlicher Verkehr übernehmen (Nachfolge von Eva Juhasz).