Joël Thüring: "Einwurf"

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Selbstverantwortung beim Rhein-Vergnügen

Nachdem sich der Sommer schon im April einmal kurzzeitig bemerkbar gemacht hat, sind nun seit diesem Wochenende die Temperaturen definitiv im Sommer angekommen. Die entsprechenden Aktivitäten der Menschen verlagern sich dadurch natürlich automatisch nach draussen. Zum Beliebtesten gehört dabei ein Besuch am Kleinbasler Rheinbord. Dort lässt es sich sonnen, grillieren, relaxen, lesen oder sich bei einem kühlen Getränk mit Freunden treffen. Wenn dann der Rhein bald noch etwas wärmer wird, gehen nicht nur die Hartgesottenen auf einen Schwumm "dr Bach ab".

Als ich noch ein kleiner Junge war, wäre das praktisch unvorstellbar gewesen. Der Rhein war, nach dem schlimmen "Schweizerhalle"-Brand im Winter 1986 ein Unort. Als Kind der achtziger Jahre wurde mir damals von meinen Eltern und Grosseltern eingetrichtert, dass man sich nicht allzu nahe am Rhein aufhalten und schon gar nicht für einen Schwumm ins kalte Nass stürzen soll.

Badespass gab es für mich, als typisches Stadtkind, jeweils nur im Gartenbad Bachgraben oder allerhöchstens einmal an einem Wochenendausflug in einem der schönen Schweizer Seen. In meiner Erinnerung waren meine Eltern da aber keine Ausnahme. "Man" ging nicht in den Rhein schwimmen, und auch das Rheinbord war damals kein wirklich attraktiver Aufenthaltsort. Das Angebot auch entsprechend dürftig.


"Umwelt-Sünder am Rhein sollten
rigoros gebüsst werden."


Und heute? Knapp 20 Jahre später hat die Mediterranisierung Basels Einzug gehalten – und das ist auch gut so. Wo früher fast ausschliesslich grosse und kleine Schiffe sich zwischen den Schleusen hin und her bewegt haben, findet man heute ganze Kohorten von Wickelfischen samt menschlichem Anhang.

Auch ich habe mich längst in den Rhein verliebt. Beim Einstieg "Solitude" hat es kurz nach Feierabend an einem lauen Sommerabend fast gleich viel Menschen wie bei Grossanlässen in der Stadt. Und auch das Angebot an Buvetten, Trink- und Essständen wurde fortlaufend ausgebaut. Daran "schuld" sind natürlich vor allem wir – die Nutzerinnen und Nutzer des Rhein und des Rheinbords. Touristisch, aber auch für Einheimische eine einmalig tolle Sache also.

Natürlich hat diese Mediterranisierung auch Schattenseiten. Lärm, Gestank und Littering haben leider stark zugenommen und gerade für die Anwohnerinnen und Anwohner auf der Kleinbasler Rheinseite ist das nicht nur positiv.

Auch wenn wohl niemand wirklich gegen diese Entwicklung am Rheinbords ist, die mit Strand-Aufschüttungen und gastronomischen Angeboten weiter voranschreitet, so sind wohl Teile der Anwohnerschaft an heissen Sommerabenden frustriert. Auch die Abfallmengen, die jeweils gesichtet werden, sind gewaltig. Ich ärgere mich regelmässig über nicht Entsorgtes und – noch schlimmer – über im Rhein treibendes Abfallgut wie PET-Flaschen und Ähnliches.

Dass das einfach Mist ist, sollte doch jedem klar sein. Dafür brauche ich auch keine Aufklärungskampagne, sondern einfach gesunden Menschenverstand.

Ich zweifle, ob die vielen tollen Kampagnen mit Plakaten, Flyern etc. des Kantons für mehr Toleranz oder gegen Littering tatsächlich die nötige Wirkung erzielen. Ob "Rhylax" oder "innerer Schweinehund" – die Kampagnen sind schön und trotzdem nicht ein Allerheilsmittel.

Viel wichtiger wäre es wohl, wenn einerseits Sünder – sofern sie geschnappt werden oder sich am Rhein nicht an die Regeln halten – rigoros gebüsst würden, oder (was mir persönlich sehr viel sympathischer wäre) wir alle einfach daran denken, dass der Rhein und das Rheinbord für alle da ist: für die Anwohner und die Nutzer im und am Rhein. Mit etwas mehr Selbstverantwortung sollte es möglich sein, dass wir auch diesen Sommer rund um unseren liebgewonnen Fluss wieder so richtig geniessen können.

28. Mai 2018
 Ihre Meinung zu dieser Kolumne
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Joël Thüring, geboren 1983, ist gelernter Kaufmann und Inhaber des KMU-Betriebes "Aspero AG" mit Mandaten im Consulting-Bereich. Politisch ist er seit 2001 in der SVP tätig und amtet als Basler Grossrat und Bürgergemeinderat sowie als Leiter des Parteisekretariates der SVP Basel-Stadt. Amtsjahr 2017/2018 Präsident des Basler Grossen Rates. Neben diesen politischen Tätigkeiten ist er unter anderem Vorstandsmitglied der Mobilen Jugendarbeit Basel und Riehen. Der überzeugte Single lebt in einem Grossbasler Aussenquartier.

joel.thuering@aspero.ch

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"Mediterranisierung - von oben verordnet?"

Herzlichen Dank Herr Rohner für Ihre Replik auf die Kolumne von Herrn Joël Thüring. Auch ich empfinde den Ausdruck "Mediterranisierung" als störend – suggeriert er doch, dass die Bewohner des Mittelmeers jeden Abend feiernd und lärmend verbringen und keinerlei Rücksicht auf ihre Mitmenschen nehmen, da diese ja vermeintlich auch am Feiern sind. Aber auch in Palermo, Barcelona, Tel Aviv  oder in Athen ist der grösste Teil der Bevölkerung berufstätig und die Kinder müssen am morgen in die Schule. Nächtliche Ruhestörunge sind in Valencia oder Genua genau so störend wie in Oslo oder Basel.
 
Zunehmend macht es mir zudem den Anschein, dass diese sogenannte "Mediterranisierung" in Basel von oben verordnet wird. So sollen jetzt auch in den Aussenquartieren mobile Verpflegungsstände (ja für "Foodtruck" gibt es auch einen deutschen Ausdruck) und Verkaufsstände die dortige Bevölkerung "beglücken". Wieso ruhige Wohnquartiere nicht ruhig bleiben dürfen, erschliesst sich mir nicht.


Heinz Bloch, Basel



"Keine Spur von lärmenden Chaoten"

Das Mittelmeer ist gross – aber zumindest in Italien habe ich die abendliche Öffentlichkeit anders erlebt. Das erste Mal in Siena: Nach 17 Uhr ist plötzlich ein Menschenstrom durch die Gassen gezogen, die Leute waren elegant angezogen, sie haben ruhig miteinander gesprochen, gescherzt, gelacht. Chaoten, die Lautsprecher scheppern lassen, littern, lärmen, stinken? Keine Spur!

Diese Abendspaziergänge waren gediegene Anlässe (ich hoffe, immer noch!), also keine Spur von dem, was bei uns unter dem Begriff "Mediterranisierung" losgeht. Man könnte beim Wirken eines Sauhaufens vielleicht von Rhenisierung sprechen?


J. Claude Rohner, Basel


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"Messepatz"

OnlineReports.ch
vom 18. September 2021
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Authentischer lässt sich der Basler Messeplatz nicht verpatzern.

RückSpiegel


Telebasel nahm den OnlineReports-Primeur über die Sichtung einer Waschbären-Familie in Gelterkinden auf.

20 Minuten nahm die OnlineReports-Meldung über die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens gegen den Basler Grossrat Eric W. auf.

20 Minuten, Telebasel und die BZ Basel nahmen die OnlineReports-News über die Durchführung der Basler Herbstmesse auf. Die Basler Zeitung kam einen Tag später und unterliess die Quellennennung.

Bajour nahm im Artikel über die Basler Nano-Forschung auf eine OnlineReports-Meldung Bezug.

Im Beitrag von Prime News über die "zunehmende Missachtung der Aufgabentrennung zwischen Staat und Medien" wird OnlineReports zitiert.

Telebasel und die BZ Basel nahmen die OnlineReports-News über den Grund des Tramunglücks vom Oktober 2019 auf.

Die OnlineReports-Erstmeldung über die zweite Beschwerde von ex ASE-Präsident Simon Müller vor Bundesgericht wurde von der BZ Basel aufgenommen.

Die Medienwoche nahm den OnlineReports-Leitartikel über die Förderung von Onlinemedien ohne Subventionen in ihr Monitoring auf.

Telebasel, 20 Minuten und Primenews nahmen die OnlineReports-Exklusivmeldung über den Ausnahmezustand im überfüllten Gartenbad St. Jakob auf.

Die BZ Basel nahm die OnlineReports-News über die Berufungen im Fall der Grellinger Kassengriff-Kassiererin auf.

Prime News nahm im Interview mit dem neuen Telebasel-Chefredaktor Philippe Chappuis Bezug auf einen Kommentar von OnlineReports.

Die OnlineReports-News über das Urteil des Aargauer Obergerichts gegen den früheren ASE-Präsidenten wurde von der Aargauer Zeitung aufgenommen.

20 Minuten nahm in der Nachricht über einen Hacker-Angriff auf die Basler Gewerbeschule auf OnlineReports Bezug.

In ihrem Report über die Basler LDP nimmt die WochenZeitung (WoZ) Bezug auf ein OnlineReports-Interview mit LDP-Grossrat Michael Hug.

20 Minuten nahm die OnlineReports-Recherche über den Psychoterror in einem Arlesheimer Wohnblock auf.

Die BZ greift in ihrem Artikel "Bikini-Gate im Schrebergarten" einen Artikel von OnlineReports auf.

Den OnlineReports-Bericht über Masken-Sicherheit an Spital-Porten nahm die Konsumenten-Sendung "Espresso" von Radio SRF zum Anlass, das Thema vertieft zu untersuchen.

Blick, Telebasel, 20 Minuten und die BZ nahmen die OnlineReports-News über die Strafanzeigen gegen den ausländerfeindlichen Basler Grossrat E. W. auf.

Weitere RückSpiegel

 

In einem Satz


Die Birsfelder EVP-Landrätin Sara Fritz tritt nach zwölf Jahren zurück, um ihren Muttenzer Parteikollegen Thomas Buser nachrücken zu lassen.

Der Kanton Basel-Stadt budgetiert für das Jahr 2022 einen Überschuss von 78 Millionen Franken.

Ab dem 1. Oktober übernimmt Jonathan Koellreuter die Leitung des Portfolio-Managements bei Immobilien Basel-Stadt (IBS).

Raffael Kubalek wird per 1. Oktober neuer stellvertretender Generalsekretär in der Baselbieter Sicherheitsdirektion und Nachfolger von Katrin Bartels, die Gemeindeverwalterin von Arlesheim wird.

Laut Beschluss der Mitgliederversammlung stehen Patricia von Falkenstein als Präsidentin und Michael Hug als Vize "für (mindestens) vier weitere Jahre" (so die offizielle Medienmitteilung) der Basler LDP vor.

Der 52-jährige Museumsfachmann Werner Hanak übernimmt auf 15. Oktober 2021 die stellvertretende Leitung der Abteilung Kultur Basel-Stadt.

Die Basler Regierung beantragt für die Weiterführung der kantonalen Entwicklungs-Zusammenarbeit für die Jahre 2022 bis 2025 Ausgaben in der Höhe von acht Millionen Franken.

Im Baselbiet sinkt der Leerwohnungsbestand auf 1 Prozent, was einem noch tieferen Wert entspricht, der derzeit in Basel-Stadt gilt.

Die Baselbieter Juso haben am 16. August über 2’100 Unterschriften für ihre Initiative "ÖV für alle" eingereicht, die das U-Abo für alle im Kanton wohnhaften Personen gebührenfrei machen will.

Die imposante Kanada-Pappel auf dem Basler Wiesendamm steht nicht mehr stabil und ihr Stammfuss ist teilweise faul, weshalb sie am 16. August gefällt und durch einen Jungbaum ersetzt wird.

Der 30-jährige Rechtsverteidiger Michael Lang wechselt per sofort von Borussia Mönchengladbach zurück zum FC Basel.

Barbara Rentsch wird neue Geschäftsleiterin der staatlichen Liegenschafts-Verwaltung Immobilien Basel-Stadt (IBS) und Nachfolgerin von Rolf Borner, der das Finanzdepartement per Ende Juli verlassen wird.

Christoph Gloor wird per 1. Juli neuer Präsident der Stiftung des Kunstmuseums Basel als Nachfolger von Markus Altwegg.

Sämtliche Nacht-S-Bahnen, Nachttrams und Nachtbusse des TNW-Nachtnetzes verkehren ab dem ersten Wochenende im Juli wieder gemäss Fahrplan.

Hptm Pascal Geiger wird per 1. Juli 2021 die Leitung der Sicherheitspolizei Ost von Hptm Armin Reichenstein übernehmen, der intern in die Verkehrspolizei wechselt.

Das Basler Gesundheitsdepartement hebt die befristete Verfügung "Allgemeine Maskentragpflicht und Konsumationsverbot von Speisen und Getränken auf Allmend in der Steinenvorstadt" per Samstag, 26. Juni, auf.

Corinne Hügli wird per 1. Oktober neue Leiterin des Statistischen Amts Baselland und Nachfolgerin von Johann Christoffel, der Ende September in den Ruhestand tritt.

Als Nachfolger von Felix Keller übernimmt am 1. Juli Simon Oberbeck das Präsidium der Baselbieter CVP/GLP-Fraktion.

Der diplomierte Ingenieur Florian Kaufmann wird per 1. September im Baselbieter Amt für Raumplanung die Leitung der Abteilung Öffentlicher Verkehr übernehmen (Nachfolge von Eva Juhasz).

Laurent Métraux wird per 1. August neuer Leiter der Baselbieter Finanzverwaltung und Nachfolger von Tobias Beljean, der nach drei Jahren eine neue Herausforderung in der Privatwirtschaft angenommen hat.

CEO Roland Heri hat sich entschieden, den FC Basel zu verlassen und sich "umzuorientieren" und sich "neuen Aufgaben zu widmen".

Josiane Tinguely Casserini wird per 1. August neue Baselbieter Kantonsapothekerin und Leiterin der Abteilung Heilmittel im Amt für Gesundheit.

Das Hafenfest Basel 2021, das vom 3. bis 5. September hätte stattfinden sollen, wurde vom Organisationskomitee aus epidemiologischen Gründen abgesagt.

Die Basler Regierung hat die kantonalen Einschränkungen für "Einrichtungen im Sportbereich" aufgehoben, so dass der Sportunterricht und die Nutzung der Garderoben auf Sekundarstufe I und II ab 3. Mai wieder möglich sind.

Marc-André Giger und Guy Lachappelle werden neue Mitglieder des Verwaltungsrats des Universitäts-Kinderspitals beider Basel (UKBB).

Das Landratspräsidentinnen-Fest zu Ehren der Grünliberalen Regula Steinemann muss aus Pandemie-Gründen vom 24. Juni auf den 26. August verschoben werden.

Rolf Borner, Geschäftsleiter Immobilien Basel-Stadt, verlässt das Finanzdepartement nach 16 Jahren per 1. August und wird Direktor "Infrastruktur und Betrieb" und Mitglied der Universitätsleitung der Universität Basel.

Ab 19. April sind die Sportanlagen im Kanton Basel-Stadt gemäss den Vorgaben des Bundes und unter Einhaltung der Schutzmassnahmen wieder zugänglich.

Salome Bessenich wird Nachfolgerin des zurücktretenden Basler SP-Grossrats Sebastian Kölliker, der Co-Generalsekretär des Basler Präsidialdepartements wird.

Der 615. Liestaler Banntag vom 10. Mai ist durch einen Beschluss der vier Rottenchefs aus pandemischen Gründen abgesagt worden.

Innerhalb von zwei Wochen sind über 3’000 Unterschriften gegen die vom Grossen Rat beschlossene Abschaffung der Parkplätze beim Friedhof Hörnli zusammengekommen.

Daniel Urech, Gemeinderat der Freien Wähler Dornach und Kantonsrat der Grünen Solothurn, tritt für das Gemeindepräsidium Dornach an.

Mit einer Geschwindigkeit von 124 km/h statt der erlaubten 60 km/h erwischte die Polizei am 29. März auf der Oristalstrasse in Liestal einen 33-jährigen italienischen PW-Lenker, der in Richtung Büren raste und es jetzt mit der Justiz zu tun bekommt.