Werbung

Jo Vergeat: "Platz für Jo"

[ 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 ] >>

Eine Reise über die Hülftenschanz

Es war kurz vor der Dämmerung, als wir in Oltingen über die Felder gingen, dem ersten Bauernhof entgegen. Ich war aufgeregt, voller Vorbehalte gegenüber dem, was mich wohl erwarten könnte. Sie sollten sich nicht bewahrheiten, zumindest nicht alle. 

Für meine Masterarbeit habe ich Ende November einige Tage in den wunderbaren Hügeln und Tälern des Oberbaselbiets verbracht. Ich habe für "Slow Water" eine Vorstudie zu den Herausforderungen und Bedürfnissen der Landwirt*innen durchgeführt. Das Projekt möchte bei den Landwirtschaftsbetrieben in Baselland und in Luzern Wasserrückhalte-Massnahmen umsetzen und deren Wirkung testen. Dafür ging ich auf die Höfe und habe in spannenden Gesprächen viel gelernt und diskutiert, aber manchmal auch etwas zu hören bekommen. 

Es tat gut, wieder einmal ganz anonym unterwegs zu sein. So bekam ich bei Interviews auch Sätze zu hören wie: "Also ich sägs jetzt wie mer dr Schnabel gwachse isch: Die grösscht Useforderig isch für mi die rot-grüeni Agrarpolitik us Bärn." Ich habe das stoisch zur Kenntnis genommen, schliesslich war ich in einer anderen Rolle unterwegs. Obwohl es mich schon immer wieder beeindruckt, wie "wir" ohne jegliche Mehrheit in Bundesbern die nationale Politik scheinbar so stark beeinflussen können, Chapeau! (Zwinkersmiley)

Ich verringere jetzt meine Wahlchancen markant, aber ich mag Hunde nicht. 

Meine eigenen Sorgen waren vielseitig. Schon die Autofahrten, mit Durchfahrten auf der A2 bei Liestal, oder die engen Kreuzungen in Zeglingen liessen mich schaudern. Das liegt vor allem daran, dass ich mich hinter dem Steuer in der Stadt, auf bekanntem Terrain, am wohlsten fühle. Am aller wohlsten eigentlich sowieso auf zwei statt vier Rädern.

Auch der Gedanke an die Hunde auf den Höfen liess mich manchmal an meiner Themenwahl zweifeln. Schon klar: Ich verringere jetzt meine Wahlchancen markant, aber ich mag Hunde nicht. Ich habe überraschenderweise keinen einzigen Hund gesehen auf all meinen Besuchen. Und ich habe auch nur knapp keinen Unfall verursacht. Knapp verfehlt ist ja zum Glück auch daneben.

Wie freundlich, fröhlich und interessiert ich, das Studentli aus der Stadt, empfangen wurde, hat mich tatsächlich sehr positiv überrascht. Und genau das, diese Vorurteile und das negative Bild, das gegenüber der Landwirtschaft besteht, beschäftigt viele Landwirt*innen. 

Ob Bio-Bauer, Milch-, oder Obstproduzentin, eins haben sie alle gemein: Sie machen ihren Job von Herzen gern. Und sie wünschen sich, wir Konsument*innen würden uns wieder mehr dafür interessieren, wie die Arbeit auf dem Hof aussieht. Woher das Fleisch kommt, von dem pro Woche im Schnitt 800 Gramm auf den Schweizer Tellern landen. Wer das Obst von den Anlagen holt und wie genau eigentlich das Getreide von den Feldern in die Bäckerei kommt. 

Dieses Verständnis fehlt uns heute mehrheitlich – das wurde mir erst bei meinen Hofbesuchen bewusst. Ich bin gewiss nicht die Erste, die das betont, aber wir müssen unbedingt wieder bewusster konsumieren.

Wenn es wieder wochenlang regnet, nerven Sie sich nicht nur über den nassen Velosattel.

Wenn Sie also das nächste Mal unterwegs sind und ein IP-Suisse-Zeichen an einem Hof sehen, trauen Sie sich und schauen Sie sich den Betrieb an. Und wenn es nächsten Herbst wieder wochenlang regnet, nerven Sie sich nicht nur über den nassen Velosattel, sondern denken Sie an die aufgeweichten Böden und das nasse Getreide, das die Landwirt*innen nur schlecht vom Feld holen können. 

Und falls Sie als Landwirt*innen hier mitlesen, begrüssen Sie die interessierten Menschen auf dem Hof und lassen Sie die Gäste ruhig an Ihren Gedanken teilhaben. Die Sorgen um Umwelt, Wetterveränderungen, Bewilligungsverfahren und Teuerung teilen wir nämlich über die Hülftenschanz hinaus. 

Und irgendwelche mehr oder weniger herbeigeredeten Stadt-Land-Gräben überwinden wir am besten im Gespräch und mit Interesse am anderen.

12. Februar 2024
 Ihre Meinung zu dieser Kolumne
(Mails ohne kompletten Absender werden nicht bearbeitet)
Jo Vergeat, geboren 1994, hat einen Bachelor in Geographie und Soziologie und studiert Geographie im Master. Sie arbeitet als Kulturmanagerin und politisiert seit 2019 für die Grünen im Basler Grossen Rat, den sie im Legislaturjahr 2022/23 präsidierte. Vergeat bezeichnet sich selbst als Herzblut-Baslerin, ist FCB-Fan und Chorsängerin. © Foto zvg

info@jo-vergeat.ch

(Die Kolumnisten sind in ihrer Meinung frei;
sie braucht sich nicht mit jener der Redaktion zu decken.)

www.onlinereports.ch
© Das Copyright sämtlicher auf dem Portal www.onlinereports.ch enthaltenen multimedialer Inhalte (Text, Bild, Audio, Video) liegt bei der OnlineReports GmbH sowie bei den Autorinnen und Autoren. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Veröffentlichungen jeder Art nur gegen Honorar und mit schriftlichem Einverständnis der Redaktion von OnlineReports.ch.

Die Redaktion bedingt hiermit jegliche Verantwortung und Haftung für Werbe-Banner oder andere Beiträge von Dritten oder einzelnen Autoren ab, die eigenen Beiträge, wenn auch mit Zustimmung der Redaktion, auf der Plattform von OnlineReports publizieren. OnlineReports bemüht sich nach bestem Wissen und Gewissen darum, Urheber- und andere Rechte von Dritten durch ihre Publikationen nicht zu verletzen. Wer dennoch eine Verletzung derartiger Rechte auf OnlineReports feststellt, wird gebeten, die Redaktion umgehend zu informieren, damit die beanstandeten Inhalte unverzüglich entfernt werden können.

 

https://www.onlinereports.ch/fileadmin/templates/pics/gelesen.gif
"Anwätltin"

Schweizer Fernsehen
Text auf einem Standbild
der Verteidigerin
des Fussballers Dani Alves
am 22. Februar 2024
https://www.onlinereports.ch/fileadmin/templates/pics/gelesen.gif

Drippelfehler.

RückSpiegel


Die bz zitiert den OnlineReports-Artikel über die Wiedereröffnung des Gefängnisses in Sissach.

Baseljetzt erzählt den OnlineReports-Artikel über die Räppli-Krise nach.

Das Regionaljournal Basel, Baseljetzt, BaZ und 20 Minuten vermelden mit Verweis auf OnlineReports den Baufehler bei der Tramhaltestelle Feldbergstrasse.

Die Basler Zeitung bezieht sich in einem Interview zu den Gemeindefusionen auf OnlineReports.

persoenlich.com und Klein Report vermelden mit Verweis auf OnlineReports die Personalrochade bei Prime News.

Die Volksstimme schreibt über die Wahl von Claudio Miozzari zum Grossratspräsidenten von Basel-Stadt und zitiert dabei OnlineReports.

In einem Artikel über die Leerstandsquote bei Büroflächen in Basel nimmt die bz den Bericht von OnlineReports über einen möglichen Umzug der Basler Polizei ins ehemalige Roche-Gebäude an der Viaduktstrasse auf.

Das Regionaljournal Basel und die bz berichten über die Bohrpläne der Schweizer Salinen im Röserental und beziehen sich dabei auf OnlineReports.

Landrat Thomas Noack zitiert in einem Carte-blanche-Beitrag in der Volksstimme aus dem OnlineReports-Artikel über die Finanzkrise in Baselbieter Gemeinden.

Die Nachrichtenagentur SDA nimmt Bezug auf OnlineReports und schreibt, dass SP-Nationalrätin Sarah Wyss für eine Regierungs-Kandidatur nicht zur Verfügung steht.

Baseljetzt und Klein Report vermelden mit Verweis auf OnlineReports, dass Swisscom die Führungen durch den Fernsehturm auf St. Chrischona einstellt.

20 Minuten und ein Podcast der Zeit nehmen den Artikel von OnlineReports über das Hupe-Verbot für das Kinderkarussell auf dem Münsterplatz auf.

Die bz zieht den OnlineReports-Artikel über die frühere Grellinger Kirchen-Kassiererin nach, die ihre Verurteilung vor Bundesgericht anficht.

Die Basler Zeitung und Happy Radio greifen die OnlineReports-Recherche zur Girema Bau AG auf.  

 

Weitere RückSpiegel

Werbung







In einem Satz


Cyril Bleisch übernimmt bei den Jungfreisinnigen Baselland das Präsidium von Lucio Sansano.

Die Basler Sozialdemokraten haben die SP queer Basel-Stadt gegründet und als neues Organ in den Statuten der Partei verankert.

Eiskunstläuferin Kimmy Repond und Wasserfahrer Adrian Rudin sind Basler Sportlerin beziehungsweise Basler Sportler des Jahres.

Jean-Luc Nordmann übergibt das Präsidium der Stiftung Tierpark Weihermätteli per 1. Januar 2024 an Martin Thommen.

Iris Graf steigt von der Projektleiterin und akademischen Mitarbeiterin der Baselbieter Fachstelle für die Gleichstellung von Frauen und Männern zur Leiterin auf.  

Sonja Kuhn,
ehemalige Co-Leiterin der Abteilung Kultur Basel-Stadt, ist neu Präsidentin der SRG Region Basel.

Florian Nagar-Hak und Saskia Bolz übernehmen die Leitung des Gesundheitszentrums Laufen, das zum Kantonsspital Baselland gehört.

Mohamed Almusibli übernimmt ab März 2024 die Direktion der Kunsthalle Basel von Elena Filipovic.

Marilena Baiatu ist neue Kommunikationsbeauftragte der Staatsanwaltschaft im Kanton Baselland und ersetzt Thomas Lyssy, der Ende November pensioniert wird.

 

Mitte-Landrat Simon Oberbeck folgt am 1. August 2024 als Geschäftsführer der Schweizerischen Vereinigung für Schifffahrtund Hafenwirtschaft auf André Auderset.

Die Junge SVP Basel-Stadt hat Demi Hablützel (25) einstimmig für zwei weitere Jahre als Präsidentin wiedergewählt.

Dominic Stöcklin wird neuer Leiter Marketing und Mitglied der Geschäftsleitung von Basel Tourismus.

 

Samir Stroh, aktuell Gemeindeverwalter in Brislach, übernimmt Anfang Mai 2024 die Leitung von Human Resources Basel-Stadt.

Das Sperber-Kollegium hat Sterneköchin Tanja Grandits zur "Ehrespalebärglemere 2023" ernannt.

Der mit 50'000 Franken dotierte Walder-Preis geht dieses Jahr an Konrad Knüsel, den Präsidenten des Vernetzungsprojekts Rodersdorf und des Naturschutzvereins Therwil.

Götz Arlt tritt am 1. Januar 2024 die Nachfolge von Christian Griss an und übernimmt die Stufenleitung der Sekundarschulen I im Bereich Volksschulen des Erziehungsdepartements Basel-Stadt.

Michael Gengenbacher tritt am 1. Februar 2024 seine neue Stelle als Chief Medical Officer (CMO) und Mitglied der Spitalleitung beim Bethesda Spital an.

Markus Zuber übernimmt am 1. Oktober die Leitung der St. Clara Forschung AG (St. Claraspital).

Das Präsidium der Juso Baselland besteht neu aus Clara Bonk, Angel Yakoub (Vize) und Toja Brenner (Vize).