© Foto by Peter Knechtli, OnlineReports.ch
"Dieses multiple Ineinandergreifen": Video-Installation, Künstlerin Saskia Edens

Die Sprache verliert ihre Vormacht

Drei Anlässe in Basel zeigen, wie sich die Realität der Bilder immer mehr ausweitet


Von Aurel Schmidt


Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Es stellt auf einen Schlag den Durchblick her. Spätestens seit den verräterischen Aufnahmen aus dem Gefängnis Abu Ghraib im Irak wissen wir, wie wahr dieser Satz ist. Und doch stimmt er nicht ganz. Auch das Gegenteil trifft zu. Ein Bild ist immer ein Stil, ein eingefrorener Ausschnitt aus der fliessenden Wirklichkeit, während ein Wort Tausenderlei bedeuten kann und der Erklärung und Interpretation bedarf: Leben, Liebe, Markt, Folter, Sommer wecken unterschiedliche Vorstellungen und Bilder.

Trotzdem ist unübersehbar, dass wir uns in einem Übergang vom Wort zum Bild befinden. Das Bild ist in der Öffentlichkeit und im privaten Leben überall gegenwärtig und kaum mehr wegzudenken: in Fotografie, Kunst, Plakat, Werbung, Graffiti sowie in medialer Form in Film, Fernsehen, Video, Handy, aber zum Beispiel auch im Rasterelektronenmikroskop, das Bereiche zugänglich macht, die bisher nicht sichtbar waren.


Die Neuen Medien haben nicht nur die Zahl der Bilder unglaublich vermehrt, sondern auch deren Verbreitung und Zirkulation beschleunigt.

Mehr noch: Bilder sind nicht mehr nur Abbilder, im besten Fall Denkbilder, sondern sie stellen zunehmend eine eigene Realität dar, was nicht nur an der Erzeugung digitaler und virtueller Bilder am Bildschirm beobachtet werden kann, sondern auch an einem Phänomen wie Second Life, wo die optische Illusion im Begriff ist, die Stelle der Wirklichkeit zu erobern.

Das Bild ist als Informations- und dokumentarisches Mittel autonom geworden. Ausserdem müssen wir erkennen, dass wir nicht alles, aber viel und immer mehr von dem, was wir sehen, in medial vermittelter Form erneut zu Gesicht bekommen (also als Erscheinung).

Diese Entwicklung reicht tief in das tägliche Leben der Menschen. An drei Beispielen aus nächster Nähe in Basel soll versucht werden, mit der etwas in Rückstand geratenen Sprache darüber etwas zu sagen.

"Die Personenfahndung bedient sich
immer raffinierterer Methoden."


Das Staatsarchiv in Basel sammelt neben alten Dokumenten öffentlicher und privater Art (Schriftstücken, Briefen, Zeugnissen) sowie Bauplänen auch Bilder (Fotografien) mit historischem und dokumentarischem Charakter. Aus der Sammlung alter Folianten mit Fahndungsbilder ist zur Zeit im Polizeimuseum ein Band ausgestellt, in dem der Übergang vom Wort zum Bild beobachtet werden kann.

Wurden lange Zeit für das Signalement gesuchter Verbrecher, Diebe, Schwindler, Falschspieler, so genannter Bauernfänger und so weiter sprachliche Mittel verwendet wie etwa "ovales Gesicht", "hohe Stirn", "am r. Daumen Schnittnarben", so übernahm in Basel um 1870 die Fotografie einen wachsenden Teil dieser Aufgabe.

Mit der Anthropometrie (Körpermessung), Daktyloskopie (Fingerabdrücke) wurden die Methoden verfeinert. Die alten Fahndungsbücher konnten ersetzt werden. 2005 wurden die bis dahin angewendeten Methoden von der EDV abgelöst. 1997 kam auch das DNA-Profil zur Anwendung.

Dies sind fast alles Methoden, die das Wort mehr und mehr verdrängen, so wie das Internet zunehmend den Platz der alten Aushänge bei der Personenfahndung ("Gesucht") einnimmt.

"Im Staatsarchiv füht eine Installation
Fotografie und digitales Bild zusammen."


Ein anderes, überzeugendes Beispiel für die hier aufgezeichnete Entwicklung ist neuerdings im Staatsarchiv zu sehen. An der Wand im ersten Stock vor dem Lesesaal ist die Videoinstallation "Portrait anachronique" von Saskia Edens angebracht worden.

Die aus Genf stammende Künstlerin Saskia Edens hat aus den Beständen des Staatsarchivs eine alte Fotografie ausgewählt, die den Maler Albert Höflinger (1855-1936) beim Malen in seinem Atelier vor zwei Porträts auf der Staffelei zeigt. In eines der beiden Gemälde, das auf der Fotografie zu sehen ist, hat sie mit einem Beamer eine Frau von heute projiziert, die sie während dreissig Minuten mit der Videokamera aufgenommen hat.

Der Eingriff in die historische Bildwelt mit moderner Technik hat eine überraschende Wirkung. Der Unterschied zwischen den zwei Medien fällt zunächst durch den Videofilm in Farbe auf, der in der historischen Schwarzweiss-Fotografie erscheint. Erst nach einigen Sekunden, wenn man zum ersten Mal bemerkt, dass die gefilmte Frau die Augen bewegt, wird man gewahr, was hier geschieht: In der Installation findet eine Begegnung von zwei Zeiten statt. Die historische Aufnahme ist statisch (wie es in der Natur der Sache liegt), der Film dagegen hat nicht nur (längst) laufen gelernt, sondern die Zeit des Films wird auch im Unterschied zur Zeitlosigkeit der Fotografie sichtbar gemacht, und zwar dadurch, dass die gefilmte Frau Ohrringe aus Eisstücke trägt, die langsam schmelzen, das Kleid feucht machen und es farblich verändern.

In der Installation kommen also Malerei (auf der Fotografie), Fotografie (als Fotografie) und Digitalvideo (in der Fotografie) zusammen. Das ist eine überraschende Verbindung dreier medialer Ebenen. Zugleich findet die Inszenierung des Ateliers auf der historischen Fotografie eine Entsprechung in der Inszenierung der Frau, die im Videofilm in die Fotografie eingreift. Das sind neben den zwei Parallelzeiten mehrere Parallelräume (Atelier, Raum der gefilmten Frau sowie Raum der Installation), die hier aufeinander treffen.

Dieses multiple Ineinandergreifen erzeugt den enigmatischen Charakter des Werks von Saskia Edens, das aus einem von Kunstkredit und Staatsarchiv ausgeschriebenen Wettbewerb 2006 als Siegerprojekt hervorgegangen ist.

"Digitale Bilder auf riesigen Screensprägen das öffentliche Ambiente."Die Wandbilder von Heinrich Altherr in der Wandelhalle des Staatsarchivs sind, unabhängig von ihrer künstlerischen Bedeutung, Ausdruck der Zeit, in der sie entstanden sind (1942-46). Wandbilder von heute entsprechen dagegen weitaus mehr der digitalen Installation von Saskia Edens im Treppenhaus des Staatsarchivs.


Etwas Ähnliches findet man auf zwei Aussenwänden des Schaulagers der Architekten Herzog & de Meuron. Jetzt ist es nicht mehr nur das reproduzierte Bild, das in der Öffentlichkeit längst zum Alltag gehört, sondern das digitale Bild auf dem Screen, der die Stelle eingenommen hat, auf dem einst die Fresken aufgetragen waren.

Wenn es dazu noch eine Beweises bedurfte, müsste man bloss an die überdimensionierten Screens in verschiedenen Bahnhöfen (auch in Basel) denken, die für Werbung und Nachrichten verwendet werden. Bye, bye, Piero della Francesca mit seinen Fresken in S. Francesco in Arezzo, die Zeit lässt sich nicht aufhalten. Heute benützen wir andere Methoden zur Sichtbarmachung, weil wir anders sehen, oder sehen wir anders, weil wir andere Darstellungsformen und Sehmaschinen haben. Und bewegliche Bilder müssen es fortan sowieso sein.

"Ohne Sprache bekommen
Busslingers Filme etwas Absurdes."


Dass das Bild inzwischen bestens ohne Worte auskommt, hat der Videokünstler Erich Busslinger demonstriert, der sein "Archiv des Inlands" kürzlich im Rahmen der Heimat-Ausstellung "Alphorn, Chai & Plastikbuddha" im Museum der Kulturen in Basel präsentiert hat.

Busslinger hat während vieler Jahre kleine, einminütige Videosequenzen an verschiedenen Orten in der Schweiz, die er nach einem Zufallsprinzip ausgesucht hat, aufgenommen. An diesen Orten setzte er sich mit den Verhältnissen, die er vorfand, auseinander, anschliessend begann er mit den Aufnahmen.

Diese Kurzfilme bildeten für ihn, was er "Archiv des Inlands" nennt: ein Archiv der Schweiz in Bildern. Ein Bauarbeiter zertrümmert mit einem Vorschlaghammer Glasfenster; Männer fahren mit Rollis vorbei und transportieren Kisten (sie erscheinen auf einer Seite des Bildes und verschwinden auf der anderen, es ist unklar, wo die Kamera aufgestellt ist); ein Mann zersägt Holzstämme (schrrr, schrrr, schrrr); ein Musikkorps zieht vorbei; ein Haus wird gefilmt, während Sirenen läuten (sonst geschieht nichts); Bauarbeiter räumen Holzbretter aus einem Schacht weg.

Die Aufnahmen mögen situationstische Ausschnitte zeigen und dem Zufall überlassen bleiben, die Aufnahmen selbst sind genau kalkuliert: tiefe Kameraposition (mit einer grosszügigen Raumstaffelung als Folge); praktisch kein Travelling; ungewöhnlicher Blick in die Höhe oder Tiefe.

Da Busslinger auf Sprache, also auf einfachste Erklärungen, verzichtet, bekommen seine Sequenzen etwas Absurdes, aber zugleich auch Poetisches. Man fragt sich, was man sieht, und vergisst bald, sich diese Frage zu stellen, weil das, was man sieht, so fesselnd und faszinierend ist. Zum Beispiel ist beim Holz sägenden Mann klar, war los ist. Aber je klarer es ist, desto unklarer und geheimnisvoller ist es auch.

"Vielleicht ist das Denken
ein Bilderbuch."


Und desto gebannter schaut man zu, wenn auch ohne Anhaltspunkt. Die philosophische Dekonstruktion hat vor einiger Zeit begonnen, die Sprache und die Worte um ihren expliziten Inhalt und ihrer Bedeutung zu bringen, also die Metaphysik aufzugeben, und sie nur noch als frei flottierende und einsetzbare Zeichen zu verwenden. Etwas Vergleichbares hat Busslinger auch mit den Bildern und Filmausschnitten unternommen. Die Bilder stehen für sich selbst und geben nur über sich selbst Auskunft, nichts Anderes.

Welche Auswirkungen diese Veränderungen auf das Denken haben können und ob die selbstreferentiellen Bilder mehr als Ahas auslösen, ist eine Frage, die in fünfzig Jahren leichter beantwortet werden kann. Man müsse seinem Weltbild sprachlich gewachsen sein, hatte einmal Gottfried Benn gefordert. Ob das so noch zutrifft, ist offen. Heute lässt die Bilderdominanz etliche Bedenken aufkommen, sie macht aber auch klar, dass wir in einen Bilderraum mit anderen Sprachen und Kriterien eintreten, in dem wir uns neu orientieren müssen.

Die Kunst ist avantgardistisch schon auf dem Weg zu diesem Ziel. Und wer weiss, ob das Denken nicht vielleicht ein Bilderbuch ist.

 

Die Objekte in der Vitrine über das Fahndungsthema sind nicht umfangreich. Das Polizeimuseum kann auf nur Voranmeldung besucht werden. Telefon 061 699 12 12. www.polizeimuseum.ch

Die Videoinstallation von Saskia Edens ist im Staatsarchiv, Martinsgasse 2 in Basel, zu den regulären Öffnungszeiten zugänglich: Mo 14-18, Di-Fr 9-18 Uhr. www.staatsarchiv.bs.ch

Das "Archiv des Inlands" von Erich Busslinger als DVD kostet für private Verwendung 150 Franken. Vertrieb durch Galerie Stampa www.stampa-galerie.ch. Für öffentliche oder kommerzielle Verwendung wende man sich an www.pointdevue.ch

1. Juni 2007


 Ihre Meinung zu diesem Artikel
(Mails ohne kompletten Absender werden nicht bearbeitet)
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"Flüchtigkeit der beweglichen Bilder weckt Sehnsucht nach dem statischen Bild"

Mit Interesse habe ich Ihren Artikel über Ihre Hypothese gelesen, die Sprache verliere im Zeitalter der multimedialen beweglichen Bilder ihre Vormacht. In aller Kürze umreissen Sie mittels dreier Beispiele aus der Videokunstszene ihre Vermutung. Die durch die vorgeführten Beispiele suggestiv erscheinende These erscheint auf den ersten "Blick" einleuchtend. Selbstverständlich stehen Sie damit nicht allein. Seit den Anfängen der Internet-Technologie und deren rasanten Ausweitung in globaler Dimension ist die Diskussion nie abgebrochen, ob das geschriebene Wort überhaupt noch eine Zukunft habe. Die philosophische Erörterung darüber ist seither ebenso grenzenlos wie kontrovers.

Ihre These mutet mich darum etwas altbacken an, weil seither Beobachtungen nicht ausgeblieben sind, welche die Wirkungsmacht des Wortes keineswegs aufs Abstellgleis rangieren, sondern ihr parallel zu den neuen technischen Möglichkeiten eine veränderte, jedoch keineswegs überholte Bedeutung zuweisen. Dafür gibt es genügend Beispiele. Es wird nach wie vor geschrieben und gelesen und es werden Bücher gedruckt. Eben ist das Buch der Bücher, die Bibel, in der Version der landesweit etablierten Zürcher Übersetzung neu redigiert und editiert worden. Immer noch sind bedeutende Zeitungen im Umlauf. Artikel werden verfasst, Nachrichten werden verbreitet, Kommentare werden abgeliefert.

Zeitgenossen, welchen das geschriebene Wort ein unverzichtbares Gut ihrer Kultur ist, können trotz Videoinstallationen und Beamerprojektionen nicht einfach als einem Auslaufmodell hinterherhächelnde Konservative abgeschrieben werden. Ebenso gilt auch für die Malerei, wie ich sie seit vielen Jahren betreibe, dass nach klassischem Muster mit Farben auf Leinwand erzeugte "stille" Bilder ihre Daseinsberechtigung beibehalten. Man sieht sich seit Jahren mit dem "Tod des Bildes" konfrontiert. Dieses Gerede möchte ihre Verbreiter als avantgardistische Pioniergeister wichtig erscheinen lassen.

Meine persönliche "Feldforschung", wie das gemalte Bild rezipiert wird, belehrt mich eines anderen. Gerade die ungeheure Flüchtigkeit der beweglichen Bilder lässt das Bedürfnis und eine spezifische Sehnsucht nach dem statischen Bild immer wieder neu erwachen. Und es sind nicht die übelsten Zeitgenossen, die meine Bilder, Landschaftsgenesen in "Öl auf Leinwand", mit engagierter Leidenschaft betrachten, dann und wann auch kaufen und mit ihnen leben. Unter den Käufern und Käuferinnen finden Sie den bekannten Schriftsteller ebenso wie den Umweltaktivisten oder Architekten. Ihnen vorzuwerfen, einem heillosen Bazillus der reinen Nostalgieseligkeit verfallen zu sein, greift völlig ins Leere. Das Wort ist Geist und das stille Bild kann Gedanken und Empfindungen in Form und Farbe zu einer dem Wort analogen Entität verhelfen, so dass neben den Filmprojektionen und ihren mulitmedialen Spielarten damit gerechnet werden muss, dass auch in naher und ferner Zukunft Wort und Bild in der traditionellen, technisch bescheidenen Realisierungsweise ein Leben beschieden ist, das dem Menschen offenbar dank einer ihm innewohnenden Konstante gegen alles "neue" Sehen und gegen alle "neuen" Sehgewohnheiten eine Daseinsberechtigung zuweist, die aus dem Leben schöpft und das Leben reflektiert.

Ich erinnere daran, was im Anfang des Johannes-Evangeliums geschrieben steht: "Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Dieses war im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch dasselbe geworden, und ohne das Wort ist auch nicht eines geworden, das geworden ist. In ihm war Leben, und das Leben war das Licht für die Menschen." Darauf ist nicht unwesentlich die Kultur des europäischen Abendlandes gebaut. Man darf sich allerdings fragen, und darin muss ich Herrn Schmidt Recht geben, ob unsere "Kultur" noch weiterhin bereit, willens und fähig ist, jenseits aller konfessionellen Bedingtheiten, auf dieses lebendig machende Wort für unser persönliches Leben und das der ganzen Schöpfung zu hören. Es würde uns jedenfalls allen gut anstehen.


Stephan Jon Tramèr, Künstler, Basel




"Flüchtigkeit der beweglichen Bilder weckt Sehnsucht nach dem statischen Bild"

Mit Interesse habe ich Ihren Artikel über Ihre Hypothese gelesen, die Sprache verliere im Zeitalter der multimedialen beweglichen Bilder ihre Vormacht. In aller Kürze umreissen Sie mittels dreier Beispiele aus der Videokunstszene ihre Vermutung. Die durch die vorgeführten Beispiele suggestiv erscheinende These erscheint auf den ersten "Blick" einleuchtend. Selbstverständlich stehen Sie damit nicht allein. Seit den Anfängen der Internet-Technologie und deren rasanten Ausweitung in globaler Dimension ist die Diskussion nie abgebrochen, ob das geschriebene Wort überhaupt noch eine Zukunft habe. Die philosophische Erörterung darüber ist seither ebenso grenzenlos wie kontrovers.

Ihre These mutet mich darum etwas altbacken an, weil seither Beobachtungen nicht ausgeblieben sind, welche die Wirkungsmacht des Wortes keineswegs aufs Abstellgleis rangieren, sondern ihr parallel zu den neuen technischen Möglichkeiten eine veränderte, jedoch keineswegs überholte Bedeutung zuweisen. Dafür gibt es genügend Beispiele. Es wird nach wie vor geschrieben und gelesen und es werden Bücher gedruckt. Eben ist das Buch der Bücher, die Bibel, in der Version der landesweit etablierten Zürcher Übersetzung neu redigiert und editiert worden. Immer noch sind bedeutende Zeitungen im Umlauf. Artikel werden verfasst, Nachrichten werden verbreitet, Kommentare werden abgeliefert.

Zeitgenossen, welchen das geschriebene Wort ein unverzichtbares Gut ihrer Kultur ist, können trotz Videoinstallationen und Beamerprojektionen nicht einfach als einem Auslaufmodell hinterherhächelnde Konservative abgeschrieben werden. Ebenso gilt auch für die Malerei, wie ich sie seit vielen Jahren betreibe, dass nach klassischem Muster mit Farben auf Leinwand erzeugte "stille" Bilder ihre Daseinsberechtigung beibehalten. Man sieht sich seit Jahren mit dem "Tod des Bildes" konfrontiert. Dieses Gerede möchte ihre Verbreiter als avantgardistische Pioniergeister wichtig erscheinen lassen.

Meine persönliche "Feldforschung", wie das gemalte Bild rezipiert wird, belehrt mich eines anderen. Gerade die ungeheure Flüchtigkeit der beweglichen Bilder lässt das Bedürfnis und eine spezifische Sehnsucht nach dem statischen Bild immer wieder neu erwachen. Und es sind nicht die übelsten Zeitgenossen, die meine Bilder, Landschaftsgenesen in "Öl auf Leinwand", mit engagierter Leidenschaft betrachten, dann und wann auch kaufen und mit ihnen leben. Unter den Käufern und Käuferinnen finden Sie den bekannten Schriftsteller ebenso wie den Umweltaktivisten oder Architekten. Ihnen vorzuwerfen, einem heillosen Bazillus der reinen Nostalgieseligkeit verfallen zu sein, greift völlig ins Leere. Das Wort ist Geist und das stille Bild kann Gedanken und Empfindungen in Form und Farbe zu einer dem Wort analogen Entität verhelfen, so dass neben den Filmprojektionen und ihren mulitmedialen Spielarten damit gerechnet werden muss, dass auch in naher und ferner Zukunft Wort und Bild in der traditionellen, technisch bescheidenen Realisierungsweise ein Leben beschieden ist, das dem Menschen offenbar dank einer ihm innewohnenden Konstante gegen alles "neue" Sehen und gegen alle "neuen" Sehgewohnheiten eine Daseinsberechtigung zuweist, die aus dem Leben schöpft und das Leben reflektiert.

Ich erinnere daran, was im Anfang des Johannes-Evangeliums geschrieben steht: "Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Dieses war im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch dasselbe geworden, und ohne das Wort ist auch nicht eines geworden, das geworden ist. In ihm war Leben, und das Leben war das Licht für die Menschen." Darauf ist nicht unwesentlich die Kultur des europäischen Abendlandes gebaut. Man darf sich allerdings fragen, und darin muss ich Herrn Schmidt Recht geben, ob unsere "Kultur" noch weiterhin bereit, willens und fähig ist, jenseits aller konfessionellen Bedingtheiten, auf dieses lebendig machende Wort für unser persönliches Leben und das der ganzen Schöpfung zu hören. Es würde uns jedenfalls allen gut anstehen.


Stephan Jon Tramèr, Künstler, Basel



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Viren- und Wahlkampf
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"Erstes Halbjahr mit 1%1 Wachstum"

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Pharmaziemathematik.

RückSpiegel

 

In ihrem Leitartikel über den Zustand des Kantons Basel-Stadt zitierte die BZ aus dem OnlineReports-Interview mit Michael Hug.

Die BZ nahm die OnlineReports-Geschichte über den Abbruch des Hauses an der Basler Rufacherstrasse 73 auf. Die Basler Zeitung verzichtete auf eine Quellennennung.

Die BZ nahm die OnlineReports-Story über eine umstrittene Eichen-Fällung auf.

In ihrer News über das Debakel um die Wahl des Gemeindepräsidenten in Schönenbuch nahm die Basler Zeitung auf OnlineReports Bezug.

Die Basler Zeitung bezog sich in ihrem Artikel über die Kandidatensuche der Basler SVP auf ein Interview in OnlineReports.

In ihrem Beitrag über den Protest gegen das "General Sutter"-Denkmal in Rünenberg nahm die BZ auf OnlineReports Bezug.

Die BZ zog die OnlineReports-News über den Rücktritt von Beat Jans als IWB-Verwaltungsrat nach.

Auch das Regionaljournal zog die OnlineReports-Geschichte über Probleme in den Familiengärten nach, verzichtete aber vornehm auf eine Quellenangabe.

Die BZ nahm die OnlineReports-Recherche über die erneute Schliessung der Familiengärten an der Landesgrenze auf.

Die BZ nahm die OnlineReports-Nachricht über die Berufung des Staatsanwalts im Fall der FCZ-Schlägerei im Lehenmattquartier auf.

Das Regionaljournal griff die OnlineReports-Geschichte über Kurzarbeit bei BaZ und BZ auf.

Die BZ nahm die OnlineReports-Nachricht über die Stadtpräsidenten-Ambition von Kantonsspital-CEO Jürg Aebi auf.

Die Volksstimme nahm die OnlineReports-Story über den anstehenden Gerichtsfall zum Rothenflüher Blechpolizisten-Sprenger auf.

In ihrem Basler Medien-Epos nahm die Medienwoche auch auf OnlineReports Bezug.

Die Basler Zeitung, Prime News und die BZ berichteten unter Berufung auf OnlineReports über Adrian Plachesis Abgang bei Telebasel.

In ihren Bericht über den Abbruch des einstigen Kutscherhauses an der Rufacherstrasse in Basel bezogen sich 20 Minuten und die Basler Zeitung auf OnlineReports.

Die BZ nahm auf die OnlineReports-Recherche zum Konkurs der "Gallenacher"-Schule Bezog.

Die BZ nahm die OnlineReports-Meldung über die Beton-Elemente auf dem Basler Centralbahnplatz auf.

Die OnlineReports-News über die technische Panne bei Swisslos wurde von der BZ aufgenommen.

In ihrem Bericht über die Bereitschaft zur Regierungskandidatur von Beatriz Greuter zitierte die Basler Zeitung aus OnlineReports.

Die BZ online bezog sich in ihrem Bericht über den Tod des Baselbieter Lehrerverbands-Geschäftsführers Michael Weiss auf OnlineReports.

Die Volksstimme zitierte in ihrem Bericht über den Konkurs von "Die Medienmacher" aus OnlineReports.

Telebasel bezog sich im Bericht über den Widerstand gegen die Basler IBA-Rheinterrassen auf einen Bericht von OnlineReports.

Die Basler Zeitung nimmt in ihrem Bericht über den Neujahrs-Empfang der Handelskammer beider Basel auf OnlineReports Bezug.

Die BZ schrieb in derselben Ausgabe zwei OnlineReports-Meldungen ab, ohne die Quelle zu deklarieren. Wiederholungstat!

In ihrem Bericht über Verkehrsprobleme am Aeschenplatz zitierte die Basler Zeitung aus OnlineReports.

Die OnlineReports-Nachricht vom Tod des ersten Baselbieter Kantonsgerichtspräsidenten Peter Meier wurde von der BZ, Telebasel, der Basler Zeitung und vom SRF-Regionaljournal nachgezogen.

Telebasel, die BZ und die Badische Zeitung nahmen die OnlineReports-News über die technisch bedingte Umkehr einer "Austrian Airlines"-Maschine nach Wien auf

Die Basler Zeitung und die BZ nahmen die OnlineReports-Nachricht zum Tod des Konjunkturforschers Christoph Koellreuter auf.

20 minuten online, Blick, nau.ch, das SRF-Regionaljournal und Telebasel nahmen den OnlineReports-Primeur über den Unfalltod des Basler Umweltschützers Martin Vosseler auf.

nau.ch schrieb die OnlineReports-Recherche über den FDP-Wahlversand an Basler Neu- und Jungwähler zu einem eigenen Artikel um und verwertete auch die OnlineReports-Illustration dazu.

Weitere RückSpiegel

 

In einem Satz

 

Der Baselbieter Landrat wird vorläufig – mindestens bis zu den Herbstferien – weiterhin im Basler Kongresszentrum tagen, wie die Geschäftsleitung beschlossen hat.

Der Kanton Basel-Stadt unterstützt über den Pendlerfonds das Veloverleihsystem Basel mit 2,15 Millionen Franken.

Wegen der Corona-Situation haben der Gewerbeverband und das Erziehungsdepartement entschieden, die 8. Basler Berufs- und Weiterbildungsmesse  vom 15. bis 17. Oktober nicht durchzuführen.

Auf der A2 bei Birsfelden wurde in der Nacht des 3. August ein in der Region wohnhafter Italiener als Raser erwischt, der bei erlaubten 80 mit 140 Stundenkilometern in Richtung Bern/Luzern unterwegs war.

Der Kanton Basel-Stadt, die IWB und Pro Innerstadt Basel gaben heute den offiziellen Startschuss für die Erneuerung der Freien Strasse und der angrenzenden Gassen.

Weil bei Bauarbeiten am Hochbergerplatz ein Stromkabel durchtrennt wurde, kam es am 30. Juli kurz vor 7.30 Uhr in Teilen von Kleinhüningen zu einem Stromunterbruch.

Die Friedhöfe Basel schreiben die Dienstleistungen für die Einsargung und die Überführung von Verstorbenen im Rahmen der unentgeltlichen Bestattung neu aus.

Die Universität Basel hat entschieden, ihren Dies academicus auf Grund der Corona-Pandemie nicht durchzuführen.

Die Baselbieter Corona-Abklärungs- und Teststation befindet sich neuerdings im Spenglerpark in Münchenstein.

Daniela Martin wird neue Geschäftsführerin der Basel Sinfonietta.

Am 8. Juli wurde im Basler Rathaus die Initiative für echten Wohnschutz und das Referendum gegen das "mieterfeindliche Nichtwohnschutzgesetz" eingereicht.

Mit über 4'000 Unterschriften ist in Basel-Stadt das Referendum gegen den umstrittenen Bau des Hafenbeckens 3 zustande gekommen, so dass es am 29. November zur Volksabstimmung kommt.

2. Juli: Einreichung der Initiative "Basel baut Zukunft", die 50 Prozent gemeinnützigen Wohn- und Gewerberaum auf Transformations-Arealen verlangt.

Niggi Rechsteiner übernimmt die Geschäftsführung der Basler "Stiftung Sucht" und folgt damit auf Francesco Castelli, der die Stiftung während neun Jahren geführt hat.

Jeanne Locher, seit 2016 Vizepräsidentin des Gemeinderates, ist mit 1'276 Stimmen neue Gemeindepräsidentin von Münchenstein, während Herausforderer Daniel Altermatt (GLP) auf 906 Stimmen kam.

Eveline Sprecher (SP) wurde in Aesch mit 1'087 Stimmen zur Gemeindepräsidentin gewählt, wobei FDP-Gemeinderat Stephan Hohl 726 Stimmen und Andreas Spindler (SVP) 305 stimmen erzielte.

In Allschwil setzte sich FDP-Gemeindepräsidentin Nicole Nüssli mit 2'989 Stimmen klar gegen Gemeinderat Christoph Morat (SP) durch, der 1'696 Stimmen erzielte.

Mike Keller (FDP) bleibt mit 2'162 Stimmen Binninger Gemeindepräsident; seine grüne Herausforderin, Landrätin Rahel Bänziger Keel, kam auf 1'140 Stimmen.

"Teufelhof"-Chef Raphael Wyniger wird neuer Präsident des Basler Hotelier-Vereins und Nachfolger von Felix W. Hauser, der dieses Amt seit 2014 ausübte.

Der Baselbieter FDP-Landrat Heinz Lerf wurde heute Donnerstag, 25. Juni, mit 76 von 81 gültigen Stimmen zum Landratspräsidenten für das Amtsjahr 2020/2021 gewählt.

Die BLT und die AAGL nehmen ab Montag, 29. Juni, den Ticketverkauf durch das Fahrpersonal auf ihrem Liniennetz wieder auf.

Mit Carmen Kolp übernimmt zum 1. Juli erstmals eine Frau die Geschäftsführung der IG Kleinbasel (IGK), als Nachfolger von Benny Zeuggin.

An seiner Sitzung vom 22. Juni wählte der Vorstand der CVP Basel-Stadt Marco Natoli zum neuen Vizepräsidenten.

Nachdem die Baselbieter Polizei ihren Postenbetrieb aufgrund der Corona-Pandemie vorübergehend an einigen zentralen Standorten konzentriert hat, wird sie per 29. Juni alle Polizeiposten wieder öffnen.

OnlineReports-Kolumnistin Andrea Strahm wurde per brieflicher Wahl einstimmig als neue Präsidentin der CVP-Sektion Grossbasel-West gewählt.

Ein Baselbieter Automobilist fuhr mit seinem Mercedes auf einer 80 km/h-Strecke bei Schöftland AG mit 131 km/h in eine Tempokontrolle der Aargauer Kantonspolizei.

Die Gemeinde Gelterkinden ist mit 3'824 Franken pro Kopf (6'300 Einwohnende) verschuldet.