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"Immer weniger hält der Bund": Liebespaar im Frühherbst

In Basel-Stadt gehen zwei von drei Ehen in Brüche

"Das verflixte Siebte": Zur Scheidung kommt es am häufigsten zwischen fünf und neun Ehejahren


Von Peter Knechtli


Da Ja-Wort vor dem Standesamt verliert seine Verbindlichkeit weiter: Im Kanton Basel-Stadt werden zwei von drei Ehen geschieden.


Szene im Garten vor dem Standesamt: Launig gruppiert der Fotograf Trauzeugen und enge Angehörige auf der Treppe um das Brautpaar, das sich soeben das Ja-Wort gegeben hat. Dann wird geknipst und gelacht – Feststimmung par excellence. Es ist der Tag des Lebens für die Frischvermählten.

Schon nach dem ersten Jahr genug: Drei Prozent

Doch immer weniger hält der Bund ein ganzes Leben. Laut neusten Erhebungen des Statistischen Amtes wurden in Basel-Stadt letztes Jahr 902 Paare getraut, aber auch 649 Paare geschieden. Auf drei Trauungen kam es also zu mehr als zwei Scheidungen. Während die Zahl der Trauungen in den letzten drei Jahren auf stabilem Niveau verharrte, stieg die Zahl der gescheiterten Ehen bei einer Zunahme von 94 Scheidungen sprunghaft.

Die meisten Scheidungen – 35 Prozent – sind im Zeitraum von fünf bis neun Ehejahren zu verzeichnen. 32 Prozent der Scheidungspaare hielten es zehn bis neunzehn Jahre miteinander aus. Ein Prozent der Paare entscheiden sich bereits in weniger als zwölf Monaten, zwei Prozent nach dem ersten Ehejahr für einen anderen Lebensweg.

Leicht ansteigende Heiratswilligkeit

260 der 649 Paare hatten zum Zeitpunkt der Scheidung minderjährige Kinder. In 161 Fällen wurden sie der Mutter, in acht Fällen dem Vater zugesprochen. Bei 88 Scheidungen erhielten Mutter und Vater für alle Kinder das gemeinsame Sorgerecht.

Die Statistik äussert sich nicht darüber, ob bestimmte Nationalitäten oder Kombinationen von Nationalitäten eine auffällige Häufigkeit bei Scheidungen zur Folge haben. Hingegen wird in Basel-Stadt deutlich, dass 2006 mit 761 Trauungen der tiefste Wert seit zwanzig Jahren gemessen wurde. Seither steigt die Heiratswilligkeit wieder leicht – dies auch wegen der leichten Bevölkerungszunahme.

Deutlich mehr Misch-Ehen

Besassen im Jahr 1990 noch bei 56 Prozent der Trauungen beide Ehepartner die schweizerische Staatsbürgerschaft, nahm die Durchmischung zwanzig Jahr später deutlich zu: Nur noch 40 Prozent der Ehen wurden letztes Jahr zwischen einer Schweizerin und einem Schweizer geschlossen.

Von den 242 Schweizern, die eine Ehe mit einer Ausländerin eingingen, waren die deutschen Frauen (45 Fälle) am beliebtesten. Es folgten Thailänderinnen und Türkinnen (je 14) sowie Mazedonierinnen und Russinnen (je 13). Von den 229 Schweizerinnen, die einen Ausländer zu ihrem Mann des Lebens ausgewählt hatten, waren die Türken (45), Deutschen (39) und die Italiener (20) die begehrtesten.

31. Oktober 2011


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