© Foto by Esta-Klinik
"Sonst kriegen wir kein Geld": Reinacher Enzugsklinik "Esta"

Angst und Unruhe in der Reinacher Drogenklinik "Esta"

Grund ist das neue Tarifsystem, das mehr medizinische und weniger sozialtherapeutisches Präsenz verlangt


Von Peter Knechtli


Entlassungen und Umstrukturierungen führen in der Reinacher Drogenentzugs-Klinik "Esta" zu Angst und Verunsicherung. Grund ist das neue Tarif-System, das medizinischem vor sozialem Personal den Vorrang gibt.


Eine Quelle sprach gegenüber OnlineReports von einer "Kündigungswelle", die 13 Angestellte auf allen Stufen der Klinik betreffe: Teilweise sei ihnen im vergangenen Jahr gekündigt worden oder sie hätten selbst auch auf Druck die Kündigung eingereicht, teilweise sei ein befristeter Arbeitsvertrag nicht verlängert worden oder Mitarbeitende seien derzeit von Kündigung bedroht.

Vier Entlassungen bestätigt

Recherchen von OnlineReports ergaben, dass tatsächlich beträchtliche Personalmutationen im Gang sind, aber von einer "Kündigungswelle" nicht gesprochen werden kann. Walter Meury, der Geschäftseiter der "Suchthilfe Region Basel", zu der die "Esta"-Klinik gehört, sprach von insgesamt vier Entlassungen im Oktober und im Dezember. Bei zwei von ihnen handelt es sich um Sozialarbeiter, zwei Kündigungen hätten wegen ungenügenden Leistungen ausgesprochen werden müssen.

Klinikleiter Hans Peter Engler, gelernter Sozialtherapeut, sprach gegenüber OnlineReports von einer ähnlichen Grössenordnung. Auch er erkennt keine "Kündigungswelle", doch räumt er ein, dass es im knapp fünfzig Mitarbeitenden starken Betrieb "Unruhe" gegeben habe: "Ich verstehe den Frust der Mitarbeiter." Grund ist das neue Tarifsystem "Tarpsy" (analog zu "Tarmed"), das der Bundesrat Ende Oktober beschloss und auf 1. Januar 2018 in Kraft setzte. Diese Tarifstruktur deckt alle stationären Leistungsbereiche der Erwachsenen-, Kinder- und Jugendpsychiatrie ab.

Kritik: Suchtkranke werden "versorgt"

In diesem neuen System, so Engler, werden die medizinischen Leistungen gegenüber den sozialpädagogischen "stärker gewichtet". So muss ab Jahreswechsel rund um die Uhr eine Pflegeperson von insgesamt 5,5 Stellen in der Klinik präsent sein. Auch darf die Hausapotheke, aus der Betäubungsmittel und Psychopharmaka abgegeben werden, künftig nur noch von medizinisch geschultem Personal bedient werden. Bisher hatten in der "Esta"-Klink mit ihren 25 Plätzen für Entwöhnung und Entzug auch sozial tätig Mitarbeitende Zugang.

Für eine mit der Klinik vertraute Quelle hat das neue System eine "grundlegende Konzeptänderung" zur Folge. Pflegepersonal lerne in der beruflichen Sozialisation, "Befehle auszuführen, während Pädagogen und Therapeuten die Suchtkranken konfrontieren und motivieren, ihr Verhalten selbst zu ändern". Dadurch werde "die Tendenz von Suchtkranken verstärkt, sich passiv behandeln zu lassen". Suchtkranke würden so "versorgt, medizinalisiert und aus dem Blickfeld verdrängt", was den Statuten der Stiftung "Suchthilfe Region Basel" diametral widerspreche.

Ohne Nachweis kein Geld

Diese Kritik will Chef Engler so nicht gelten lassen: "Wir werden weiterhin sozialpädagogische Programme anbieten." Aber das neue System verlange, "dass wir jede vom Personal geleistete Minute nachweisen müssen, sonst kriegen wir kein Geld". Engler betont auch, dass er als Leiter eines "sehr arbeitnehmerfreundlichen Betriebs", der sich von der reinen Drogenstation zu einer medizinischen Fachklinik für Drogenentzug gewandelt habe, das Personal schon frühzeitig "transparent informiert" habe.

29. Dezember 2017


"Esta"-Klinik


Die Drogenentzugs-Klinik "Esta" ist Teil des Angebots der Stiftung "Suchthilfe Region Basel". Esta steht für "Entzug", "Stabilisierung", "Therapie" und "Arbeit". Die Klinik in Reinach bietet Menschen, die Drogen, Alkohol oder Medikamente konsumieren, eine stationäre Behandlung an: Medizinische und psychiatrische Versorgung, therapeutische und sozialpädagogische Begleitung, arbeitsagogisches Angebot, Diagnostik und Therapie körperlicher und psychischer Begleiterkrankungen.


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"Der Club hat uns gesagt, die Schutzbestimmungen der Gesundheitsdirektion zu überfüllen."

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Nathalie Rickli über die
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Weitere RückSpiegel

 

In einem Satz

 

Daniela Martin wird neue Geschäftsführerin der Basel Sinfonietta.

Am 8. Juli wurde im Basler Rathaus die Initiative für echten Wohnschutz und das Referendum gegen das "mieterfeindliche Nichtwohnschutzgesetz" eingereicht.

Mit über 4'000 Unterschriften ist in Basel-Stadt das Referendum gegen den umstrittenen Bau des Hafenbeckens 3 zustande gekommen, so dass es am 29. November zur Volksabstimmung kommt.

2. Juli: Einreichung der Initiative "Basel baut Zukunft", die 50 Prozent gemeinnützigen Wohn- und Gewerberaum auf Transformations-Arealen verlangt.

Niggi Rechsteiner übernimmt die Geschäftsführung der Basler "Stiftung Sucht" und folgt damit auf Francesco Castelli, der die Stiftung während neun Jahren geführt hat.

Jeanne Locher, seit 2016 Vizepräsidentin des Gemeinderates, ist mit 1'276 Stimmen neue Gemeindepräsidentin von Münchenstein, während Herausforderer Daniel Altermatt (GLP) auf 906 Stimmen kam.

Eveline Sprecher (SP) wurde in Aesch mit 1'087 Stimmen zur Gemeindepräsidentin gewählt, wobei FDP-Gemeinderat Stephan Hohl 726 Stimmen und Andreas Spindler (SVP) 305 stimmen erzielte.

In Allschwil setzte sich FDP-Gemeindepräsidentin Nicole Nüssli mit 2'989 Stimmen klar gegen Gemeinderat Christoph Morat (SP) durch, der 1'696 Stimmen erzielte.

Mike Keller (FDP) bleibt mit 2'162 Stimmen Binninger Gemeindepräsident; seine grüne Herausforderin, Landrätin Rahel Bänziger Keel, kam auf 1'140 Stimmen.

"Teufelhof"-Chef Raphael Wyniger wird neuer Präsident des Basler Hotelier-Vereins und Nachfolger von Felix W. Hauser, der dieses Amt seit 2014 ausübte.

Der Baselbieter FDP-Landrat Heinz Lerf wurde heute Donnerstag, 25. Juni, mit 76 von 81 gültigen Stimmen zum Landratspräsidenten für das Amtsjahr 2020/2021 gewählt.

Die BLT und die AAGL nehmen ab Montag, 29. Juni, den Ticketverkauf durch das Fahrpersonal auf ihrem Liniennetz wieder auf.

Mit Carmen Kolp übernimmt zum 1. Juli erstmals eine Frau die Geschäftsführung der IG Kleinbasel (IGK), als Nachfolger von Benny Zeuggin.

An seiner Sitzung vom 22. Juni wählte der Vorstand der CVP Basel-Stadt Marco Natoli zum neuen Vizepräsidenten.

Nachdem die Baselbieter Polizei ihren Postenbetrieb aufgrund der Corona-Pandemie vorübergehend an einigen zentralen Standorten konzentriert hat, wird sie per 29. Juni alle Polizeiposten wieder öffnen.

OnlineReports-Kolumnistin Andrea Strahm wurde per brieflicher Wahl einstimmig als neue Präsidentin der CVP-Sektion Grossbasel-West gewählt.

Ein Baselbieter Automobilist fuhr mit seinem Mercedes auf einer 80 km/h-Strecke bei Schöftland AG mit 131 km/h in eine Tempokontrolle der Aargauer Kantonspolizei.

Die Gemeinde Gelterkinden ist mit 3'824 Franken pro Kopf (6'300 Einwohnende) verschuldet.

Angesichts der positiv verlaufenden Zahlen stellen wir hier die Baselbieter Corona-Angaben ein und fahren mit üblichen Kurzmeldungen weiter.

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Coronavirus Baselland, Stand 10. Juni, 14 Uhr: 846 bestätigte Fälle (+1); 35 verstorbene Personen (-); 806 Personen (+1) sind genesen.

Coronavirus Baselland, Stand 9. Juni, 14 Uhr: 845 bestätigte Fälle (-); 35 verstorbene Personen (-); 805 Personen (+1) sind genesen.

Coronavirus Baselland, Stand 8. Juni, 14 Uhr: 845 bestätigte Fälle (-); 35 verstorbene Personen (-); 804 Personen (-) sind genesen.

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Coronavirus Baselland, Stand 2. Juni, 14 Uhr: 843 bestätigte Fälle (-); 35 verstorbene Personen (-); 802 Personen (-) sind genesen.

Coronavirus Baselland, Stand 1. Juni, 14 Uhr: 843 bestätigte Fälle (+1); 35 verstorbene Personen (-); 802 Personen (-) sind genesen.

Coronavirus Baselland, Stand 31. Mai, 14 Uhr: 842 bestätigte Fälle (+1); 35 verstorbene Personen (-); 802 Personen (-) sind genesen.

Coronavirus Baselland, Stand 30. Mai, 14 Uhr: 841 bestätigte Fälle (-); 35 verstorbene Personen (-); 802 Personen (-) sind genesen.

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Coronavirus Baselland, Stand 28. Mai, 14 Uhr: 840 bestätigte Fälle (+2); 35 verstorbene Personen (-); 802 Personen (-) sind genesen.

Coronavirus Baselland, Stand 27. Mai, 14 Uhr: 838 bestätigte Fälle (-); 35 verstorbene Personen (-); 802 Personen (-) sind genesen.

Coronavirus Baselland, Stand 26. Mai, 14 Uhr: 838 bestätigte Fälle (-); 35 verstorbene Personen (-); 802 Personen (+1) sind genesen.

Coronavirus Baselland, Stand 25. Mai, 14 Uhr: 838 bestätigte Fälle (-); 35 verstorbene Personen (-); 801 Personen (-) sind genesen.

Coronavirus Baselland, Stand 24. Mai, 14 Uhr: 838 bestätigte Fälle (-); 35 verstorbene Personen (-); 801 Personen (+1) sind genesen.

Coronavirus Baselland, Stand 23. Mai, 14 Uhr: 838 bestätigte Fälle (-); 35 verstorbene Personen (-); 800 Personen (+1) sind genesen.

Coronavirus Baselland, Stand 22. Mai, 14 Uhr: 838 bestätigte Fälle (-); 35 verstorbene Personen (-); 799 Personen (+1) sind genesen.