Claude Bühler – Premiere am Theater Basel

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Theater Basel, Schauspielhaus

"Das Versprechen"

Friedrich Dürrenmatts «Das Versprechen» (Requiem auf den Kriminalroman) in einer Bearbeitung von Nora Schlocker und Carmen Bach

Regie: Nora Schlocker
Bühne und Kostüme: Marie Roth
Komposition: Marcel Blattli
Licht: Cornelius Hunziker
Dramaturgie: Carmen Bach

Mit Ricarda Becher, Carina Braunschmidt, Steffi Friis, Steffen Höld, Urs Jucker, Ellen Reichen, Irma Seiler, Cathrin Störmer, Michael Wächter, Simon Zagermann
Mädchen- und Knabenkantorei Basel, Statisterie Theater Basel


Alle Männer sind krank

Der Schmerz als archaisches Grundmotiv, dass wir, was uns am Kostbarsten ist, nicht schützen können, habe sie beim Wiederlesen mehr getroffen als der Kriminalroman an sich, sagt Nora Schlocker im Programmheft. Uns diesen Schmerz frisch fühlbar zu machen, lässt die Regisseurin ab Einlass einen Haufen Kinder auf der Bühne herumtollen. Wir, die wir alle wissen, dass es in Dürrenmatts Roman von 1958 um einen Kindsmord geht, lassen uns die Ohren mit Kieksern, Schreien, Gesängen füllen, sehen die schutzlosen, weissen Ärmchen und fröhlich hüpfenden Körperchen, erleben die ungestüme, ungebremste Lebensenergie.

Und wenn nach einer Abblende die Erwachsenen die Leiche des Gritli Moser umstehen und die Kinder hinter einer Scheibe von weitem den Ermittlern zusehen, so fühlt man zwar sofort, wie nun die Macht der Erwachsenenwelt das Kommando übernommen hat, aber zugleich deren Ohnmacht, dass sie nämlich immer zu spät kommt: dann, wenn es schon passiert ist. Und auch ab da regieren nur persönliche Grenzen. Wachtmeister Henzi, der später in einem Verhör einen verdächtigten Hausierer derart zur Schnecke machen wird, dass dieser sich erhängt, bringt als Ermittler nicht den Mumm auf, das tote Gritli zu betrachten.

Die in betont lässiger Haltung auftretende Kommandantin schwafelt vor der Medienmeute von Beweisen und Rechtsstaatlichkeit, lässt aber das vorschriftswidrige Verhör zu und schliesst den Fall ohne weitere Nachforschungen ab: Der Hausierer war es. Als Kommissär Matthäi auf eigene Faust weiter ermitteln will, legt sie ihre wirklichen Prinzipien offen: das sogenannt "Menschenmögliche", das man getan habe, die hohe "Wahrscheinlichkeit" der Indizienlast. Unter diesen begräbt sie später andere Indizien, die auf den wahren Mörder weisen, als dieser nicht gleich in eine gestellte Falle tappt.

Dass auch Matthäi scheitert, selbst wenn er die richtige Spur verfolgte, zelebrierte Dürrenmatt zynisch als notwendige Inversion plötzlich freigesetzter Kräfte: Der analytisch brillante, humorlose Biedermann, der sich übermütig als quasi-idealistischen Hobby-Profiler über die Beamtenkollegen hinwegsetzt, und sich, weil der Fang misslingt, als Trinker bis zur Verblödung zugrunde richtet. Aber statt von Gefangenen wie Dürrenmatt – sei es die Beamtenträgheit oder Matthäis Getriebenheit - berichtet Schlocker von Handelnden, die vielleicht auch anders könnten.

Sie braucht keinen Kindermörder wie etwa den genialen Gert Fröbe in der Verfilmung 1957 "Es geschah am hellichten Tag". Auf einer Spur sich dauernd fortzeugenden Schmerzes stellt Schlocker die anderen ins meist gleissend weisse Licht, die die Kinder in gewisser Weise auch ohne Rasiermesser verstümmeln. Sie zeigt uns etwa den gedoppelten Übergriff, wie die Mutter die Hand von Matthäi auf den eingesargten Körper des toten Gritli zieht, und der Leiche zuraunt, er habe das Versprechen gehalten und den Mörder gefasst. Sie frappiert uns mit dem Bild, wie Matthäi die kleine Annemarie mit nackten Beinen auf den Schoss nimmt, mit ihr herumalbert, sie küsst – obwohl er sie nur als Köder für den Mörder missbraucht.

Als würde eine Vorahnung hochstossend seinen Redefluss stocken lassen, erklärt Matthäi einer Schulklasse den Mord an Gritli: "Alle Männer sind krank – die so etwas tun." Mit kühlem und noblem Gestus fesselt uns Schlocker 100 Minuten lang mit ihrer Lesart der clever gebauten Spannungsgeschichte, die man schon längst zu kennen glaubt.

Wir bewegen uns jedoch dauernd in einer sinnierenden, dünnen Sphäre. Das Geheimnis der Figuren interessiert nicht mehr, wenn alles, was sie in der Summe tun, eine These formuliert. Selbst bei Matthäi gibt es keinen Entwicklungsbogen. Der starke Einsatz von Sinnbildern, die hörspielartig eingesetzte Tonspur mit Kindergesängen oder Waldgeräuschen, eine quer über die Bühne gezogene Scheibenwand drängen die Geschichte ins distanziert märchenhafte. Die meist direkt aus Dürrenmatts Text übernommenen länglichen Exkurse eignen sich nicht alle gut für die Bühne und wirken im Spiel manchmal etwas wackelig.

Umso plastischer wirkt jedoch der Epilog, wenn die alte Frau Schrott im Pflegeheim in ihren sich wiederholenden Dauermonologen die Mordgeschichte vor einer Krankenpflegerin auflöst. Die grimmige Pointe: Dass Matthäi recht hatte, erfährt also nicht mal ein Ermittlungsbeamter wie bei Dürrenmatt. Die Enthüllung geht völlig ins Leere. Wenn Carina Braunschmidt in einem Wutexzess in breitem Zürich-Deutsch losballert, kriegt der Abend, was ihm sonst fehlt: kernige Direktheit, die über die Rampe kommt.

17. November 2018
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Claude Bühler, ist Journalist und Schauspieler in Basel. Er arbeitete erst als Freier Journalist bei Printmedien sowie als Medienverantwortlicher von act entertainment. Derzeit Redaktor und Produzent bei Telebasel. Als Schauspieler war er in verschiedenen Regie-Arbeiten der Basler Schauspielerin und Regisseurin Ingeborg Brun sehen, beispielsweise als Jean in "Fräulein Julie" (A. Strindberg), aber auch als Professor Siebegscheit im Märli "Froschkönig" des Theater Fauteuil oder als Lucky in "Warten auf Godot" (S. Beckett) des Theater Marat Sade. © Foto by OnlineReports.ch

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"Ein gebrauchter Nachmittag"

BZ Basel
Schlagzeile vom
2. Mai 2022 zur FCB-Niederlage
gegen den FC Zürich
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Eine hochinformative Schlag-Zeile.

RückSpiegel


In ihrem Bericht über den Störungs-Aufruf von "Basel nazifrei" zitierte die Basler Zeitung aus OnlineReports.

Der Tages-Anzeiger bezog sich in seinem Artikel über das "Russengrab" auf dem Friedhof "Hörnli" auf die vorausgegangene OnlineReports-Recherche.

In ihrem Bericht über die Forderung nach einer Neudiskussion über ein Windkrafwerk im Muttenzer Hardacker nimmt die Basler Zeitung auf OnlineReports Bezug.

Die BZ Basel nahm die OnlineReports-News über den Abgang von BLT-Direktor Andreas Büttiker kommendes Jahr auf.

In ihren Bericht über den Streit um öffentliche Wege durch Basler Schrebergärten zitierte die Basler Zeitung aus OnlineReports.

Der SF-Bericht von Schweiz aktuell zitiert OnlineReports mit der Erstmeldung über die defekten Gummieinlagen in Basler Tramschienen.

Die BZ Basel zog die OnlineReports-News über den Wegzug der Bank Vontobel aus der Basler Rittergasse nach.

Die BZ Basel, die Basler Zeitung, das Regionaljournal und 20 Minuten nahmen die OnlineReports-News über beschädigte Gummiprofile auf der Tram-Teststrecke im Gundeldingerquartier auf.

Das Regionaljournal bezog sich in seinem Bericht über die gescheiterte Ausschreibung zum Betrieb des Gärtnerhauses auf OnlineReports.

Die Basler Zeitung thematisiert den Flächenmiete-Vorschlag von OnlineReports zu einer kantonalen Medienförderung.

Im Bericht über den Ausstieg der BKB aus dem FCB-Sponsoring bezieht sich 20 Minuten auf OnlineReports.

Die BZ Basel nahm die OnlineReports-Erstmeldung über die Planung von fünf Kraftwerken an Birs und Ergolz auf.

In ihrem Artikel über die hohe "Swisslos"-Vergabung an "Primeo Energie" bezieht sich die BZ Basel auf OnlineReports.

Die OnlineReports-Forderung nach kantonaler Medienhilfe nahmen Bajour, das Regionaljournal und die BZ Basel auf.

Die Basler Zeitung beruft sich in ihrem Bericht über den Zubringer Bachgraben auf eine Erstmeldung in OnlineReports.

Die BZ Basel bezieht sich in ihrem Bericht über Gemeindewahlen in Riehen auf OnlineReports.

Im Einspieler zum "Sonntagstalk" nahm Telebasel Bezug auf eine OnlineReports-Kolumne von Andrea Strahm.

Die OnlineReports-News über die Beschwerde gegen "Tempo 30" auf Teilen der Kantonsstrassen wird von der BZ Basel aufgenommen.

Die Badische Zeitung bezieht sich in ihrem Bericht über den Kauf das Kleinbasler Clara-Areals durch den Staat auf OnlineReports.

Im Interview mit dem Medienökonomen Matthias Künzler stellt Bajour die Frage, ob es fair sei, dass OnlineReports, da kostenlos zugänglich, von der Medienförderung nicht profitieren könnte.

Prime News nimmt im Kommentar gegen das "Medienförderungsgesetz" auf die Position von OnlineReports Bezug.

Die BZ Basel und Happy Radio bezogen sich in ihrer Meldung über die Kündgung der Gelterkinder Schulleitung auf eine OnlineReports-News.

Die Badische Zeitung bezog sich in ihrem Bericht über die Absage des internationalen Reitsport-Turniers "CHI Classics" in der St. Jakobshalle auf OnlineReports.

In ihrer Meldung über den Widerstand gegen ein Kirchenglocken-Läutverbot geht die BZ Basel auf OnlineReports ein.

Die BZ Basel nahm die OnlineReports-Meldung über die Traiferhöhung auf den Basler Fähren auf.

Bajour interviewt OnlineReports-Gründer Peter Knechtli zu seiner Ablehnung des vor der Volksabstimmung stehenden "Medienförderungsgesetzes". Die Medienwoche nimmt das Interview auf.

Weitere RückSpiegel

 

In einem Satz


Die künftige Direktorin des Basler Waisenhauses ist Anita Conrad, die auf den Ende November 2023 persionierten Uli Hammler folgt.

In der Gemeinderats-Ersatzwahl in Füllinsdorf wurde Christoph Keigel als Kandidat der Ortspartei "Pro Füllinsdorf" und Nachfolger des verstorbenen Beat Keller gewählt.

Die Initiative zum Bau einer neuen Stadthalle für Liestal ist bei einer Stimmbeteiligung von 44 Prozent mit einer Mehrheit von fast 69 Prozent Nein-Stimmen abgelehnt worden.

Einen Unterstützungsbeitrag in Höhe von 25'000 Franken aus dem Swisslos-Fonds hat die Basler Regierung dem türkisch-islamischen Sozial- und Kulturverein an die Infrastruktur von Küche und Aufenthaltsraum am Leimgrubenweg bewilligt.

Lukas Fischler wird neuer Chefarzt Anästhesie, Chief Medical Officer und Mitglied der Geschäftsleitung der Merian Iselin Klinik.

Der bei der Basler Zeitung in Ungnade gefallene Lokalredaktor Daniel Wahl ist in Markus Somms Nebelspalter untergekommen.

Die Gemeinde Reinach budgetierte war ein Defizit von 9,2 Millionen Franken, herausgekommen ist ein Verlust von 440'000 Franken.

Samuel Meyer, Leiter des Geschäftsbereichs Vertrieb der Bank Cler, wird per 1. Mai neuer CEO und Nachfolger von Mariateresa Vacalli.

Bei einem budgetierten Defizit von 5,7 Millionen Franken schliesst die Liestaler Rechnung 2021 nun ausgeglichen ab "dank höherer Steuereinnahmen und tieferen Sozialhilfekosten als erwartet".


Susanne Fisch und Noé Pollheimer sind die Nachfolgenden von Martin Leschhorn Strebel im Präsidium der SP Riehen.


Marc-Oliver Möller wird am 1. August neuer der Zentralen Dienste im Basler Erziehungsdepartement und Nachfolger von Thomas Riedtmann, der im Sommer pensioniert wird.

Der frühere Basler Regierungsrat Baschi Dürr (45) wird Verwaltungsrat bei der Sicherheitsfirma Pantex.

Die Findungskommission für die Direktion des Historischen Museums Basel ab 1. Mai 2024 ist konstituiert und nimmt ihre Arbeit auf, während der Vertrag mit dem interimistischen Direktor Marc Zehntner bis Ende April 2024 verlängert wurde.

Anstelle des zurücktretenden André Auderset soll Anita Treml Nidecker (64) das Präsidium der "Interessen-Gemeinschaft Kleinbasel" (IGK) übernehmen.

Die 35-jährige Zahnärztin Anja von Büren wird per 25. April 2022 neue Baselbieter Kantonszahnärztin und Leiterin des Kantonszahnärztlichen Dienstes im Amt für Gesundheit – als Nachfogerin von Ludmilla Strickler, die in Pension geht.

Für die zurücktretende Grossrätin Grüne Marianne Hazenkamp-von Arx (Riehen) rückt Béla Bartha nach.

In Riehen steigen EVP, Grüne und SP im dritten Wahlgang der Gemeinderatswahlen vom 24. April mit Daniele Agnolazza (EVP) ins Rennen.

Wegen massiven Preissteigerungen der letzten Monate an den internationalen Energiemärkten bei Gas sowie laufenden Investitionen in die CO2-Neutralität erhöhen die IWB die Fernwärmetarife ab 1. April um 12,25 Prozent.

Stephan Erni wird Chefarzt der neuen "Rehaklinik Basel", die in den Neubau Hirzbrunnen des Claraspitals integriert wird.

Die Justiz-, Sicherheits- und Sportkommission (JSSK) des Basler Grossen Rates beantragt dem Plenum einstimmig, der Stimmbevölkerung die Volksinitiative "Abschaffung des Präsidialdepartements und Reduktion der Anzahl der Mitglieder des Regierungsrats von 7 auf 5 Mitglieder" ohne Gegenvorschlag zur Ablehnung zu empfehlen.

Der Betrieb des neuen Tagesrestaurants mit Cateringbetrieb, das derzeit im ehemaligen Ökonomiegebäude der Merian Gärten entsteht, wird von der Christoph Merian Stiftung an das Basler Gastronomieunternehmen "Berest" übertragen.

Das Basler Staatsarchiv sichert die Geschichte der Anti-AKW-Bewegung, die sich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts im Zusammenhang mit Plänen eines Atomkraftwerks in Kaiseraugst formierte.

Elena Kasper und Clara Bonk, beide 21-jährig, heissen die neuen Co-Präsidentinnen der Baselbieter Juso.

Die Frenkendörfer SP-Landrätin Mirjam Würth tritt per Ende Februar aus dem Landrat zurück, der Birsfelder FDP-Landrat Christof Hiltmann demissioniert per 1. Juni.

Der emeritierte Basler Soziologieprofessor Ueli Mäder wird am 21. März in Stuttgart für sein gesellschaftspolitisches Engagement mit dem Erich Fromm-Preis geehrt.

Aus 573 steuerbezogenen Selbstanzeigen im Jahr 2021 resultierten im Baselbiet zusätzliche Steuererträge in Höhe von 5,6 Millionen Franken.

Im Baselbiet funktionierten 149 von 150 Sirenen beim Test einwandfrei, in Basel-Stadt heulten alle 39 Sirenen ordnungsgemäss auf.

Aufgrund der stark gesunkenen Nachfrage nach Impfungen stellt das Impfzentrum West in Laufen seinen Betrieb Ende Februar 2022 ein.

Die Basler Kantonalbank (BKB) erweitert jetzt ihr Produktangebot für Firmenkunden, weil dort "ein wachsender Beratungs- und Finanzierungsbedarf mit Blick auf den Klimaschutz, aber auch in anderen Bereichen der Nachhaltigkeit" bestehe.

Die Juso-Initiative für ein Gratis-U-Abo für alle Baselbieter und -innen ist mit über 1'900 Unterschriften zustandegekommen.