Claude Bühler – Premiere am Theater Basel

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Theater Basel, Kleine Bühne
Uraufführung
17. Mai 2014
 
"Schildkrötensoldat"
 
Von Melinda Nadj Abonji
 
Regie und Stückfassung: Patrick Gusset
Bühne: Chasper Bertschinger
Kostüme: Svenja Gassen
Dramaturgie: Eva Böhmer
Musik: Janis Giger, Lukas Huber
 
Mit David Berger, Andreas Bittl, Joanna Kapsch
 
Musiker: Lukas Huber


Wenn der Leutnant wie ein Schwein grunzt

Stürmisch klatschte das Premiere-Publikum. Die Botschaft des Stücks gegen Militär und Männlichkeitswahn war offenbar angekommen. Soweit so gut. Vielleicht würde uns aber das Schicksal des jungen Zoltan Kertész mehr anrühren, wenn uns ein Roman in die genauen Umstände einführte. Denn die in Jugoslawien (im heutigen Serbien) geborene, preisgekrönte Schriftstellerin und aktuelle Hausautorin Melinda Nadj Abonji erzählt augenscheinlich in ihrer zweiten Bühnenarbeit ein Drama aus ihrer früheren Heimat, wo das Militär nicht wie hier als unnützer, dilettantischer Pannenclub verlacht wird, sondern – wie es der Krieg zeigte – eine todbringende Realität ist.
 
Die Dichte ihrer Sprache, bunt, bildkräftig und sinnlich, entwickelt sie aus der streng subjektiven Perspektive, aus dem Innenheraus der gegeisselten Kreatur, die in Worten "Unterschlupf" sucht, in ausschweifenden, lyrischen Ergüssen vor der Welt flieht, diese mit suchtartig betriebenem Kreuzworträtsellösen abstrahiert. Und Zoltan steht trotz der vielen Schmähungen zu sich: mit Sätzen wie "Ich bin ich ohne Zoli" bringt er seinen Vater (Andreas Bittl) zur Weissglut. Bei diesem Menschen möchte man gern länger verweilen, um ihn besser kennen zu lernen. Um auch den Eindruck, den die Aussenwelt auf eine solche Natur macht, differenzierter empfinden zu können. Nadj Abonjis Sprache ist sicherlich, auch in der Spielfassung von Regisseur Patrick Gusset, nicht für die Darstellung eines Modelfalls gedacht.
 
Hier auf der Kleinen Bühne aber präsentiert sich die Geschichte wie ein Aussenseiterdrama-Stereotyp: Hochsensibles Talent in bildungsferner, derb-grober Zigeunerfamilie. Nach einem Sturz von Papas Motorrad: Zittern und Stottern. Wird runter gemacht in der Bäckerlehre. Wird terrorisiert im Militär, wo der einzige Freund Jenö bei einem Gewaltsmarsch stirbt. Starke Schuldgefühle (hat den Befehl zum Weitermarschieren nicht verweigert). Diagnose der Epilepsie. Zoltan verstummt endgültig.

Woran liegt das? Zum ersten daran, dass der junge Regisseur Patrick Gusset Nadj Abonjis Sprache überhetzt: Im Reporterstil lässt er die Sätze, oft in sagenhaftem Tempo, ausstossen. Als hätte er sich, zweitens, vor zuviel Sentimentalität gefürchtet, sind viele Szenen in einen überdrehten, karikierenden Bildwitz gedreht. Zum dritten lässt Gusset Zoltans Welt nicht aus dem Innern seines Helden wuchern, vielmehr will er sie von aussen her bebildern, dazu stilisieren und sie mit Brüchen und Verfremdungen potenzieren. Dazu zieht er das grosse Effekt-Register. Und den grossen Zeigefinger.
 
Ohne Unterlass diktiert eine vielschichtige Tonspur aus Bach-Präludien, Popsongs, Marschmusik, psychedelischen Klängen und Störgeräuschen im raschen Wechsel: jetzt Empathie, jetzt Ironie, jetzt Epilepsie. Ganz tragisch ertönen zu Beginn Basstöne und Mollakkorde, fallen rote (Blut!) Konfetti vom Bühnenhimmel.
 
Zoltan ist kein ganzer Mann? Also wird er von Joanna Kapsch verkörpert (Andersartigkeit, erhöhte Sensibilität!). Zoltans Mutter war als Mädchen unerwünscht? Also spielt sie David Berger, auf hohen Hacken (Rollenerwartungen!). Zoltans Leutnant grunzt (Schwein!). Das Personal ist oft bizarr überkostümiert. Zoltan trägt einen mit Augen übersäten Pulli (Wahrnehmungsmensch!). In den auf Kopfhöhe hängenden Scherenschnitten (Kinderwelt!) verwirrt er sich. An roten Stoffbahnen hängen die Militäruniformen, als müsste man das so zeigen, damit das Publikum die Marionettenhaftigkeit auch wirklich versteht. Und die Uniform-Schulterstücke sind mit der Fratze eines Raubtiers versehen, so dass man sich fragt, ob es sich um Zoltans Blick handelt, oder ob der Stil des Abends uns zusehends in einen Kindergarten versetzt.
 
Ganz sicher aber verdrängte das überreizte, virtuose Formspiel das eigentliche Drama vollends, wenn nicht Joanna Kapsch als Zoltan eine Überlebenstechnikerin in fremder, feindlicher Umwelt vorstellte, mit der man mitfühlen kann. So zupackend, leidenschaftlich, souverän den Raum füllend hat man die Kapsch am Theater Basel noch nie erlebt. Konzentriert und präzis agiert auch David Berger als Mutter und als Leutnant A. Ihnen verdankte die Aufführung die tragende Stütze über 75 Minuten und den Applaus.

17. Mai 2014
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Claude Bühler, ist Journalist und Schauspieler in Basel. Er arbeitete erst als Freier Journalist bei Printmedien sowie als Medienverantwortlicher von act entertainment. Derzeit Redaktor und Produzent bei Telebasel. Als Schauspieler war er in verschiedenen Regie-Arbeiten der Basler Schauspielerin und Regisseurin Ingeborg Brun sehen, beispielsweise als Jean in "Fräulein Julie" (A. Strindberg), aber auch als Professor Siebegscheit im Märli "Froschkönig" des Theater Fauteuil oder als Lucky in "Warten auf Godot" (S. Beckett) des Theater Marat Sade. © Foto by OnlineReports.ch

Claude.Buehler@gmx.net

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Das Maskulin.

RückSpiegel

 

In ihrem Leitartikel über den Zustand des Kantons Basel-Stadt zitierte die BZ aus dem OnlineReports-Interview mit Michael Hug.

Die BZ nahm die OnlineReports-Geschichte über den Abbruch des Hauses an der Basler Rufacherstrasse 73 auf. Die Basler Zeitung verzichtete auf eine Quellennennung.

Die BZ nahm die OnlineReports-Story über eine umstrittene Eichen-Fällung auf.

In ihrer News über das Debakel um die Wahl des Gemeindepräsidenten in Schönenbuch nahm die Basler Zeitung auf OnlineReports Bezug.

Die Basler Zeitung bezog sich in ihrem Artikel über die Kandidatensuche der Basler SVP auf ein Interview in OnlineReports.

In ihrem Beitrag über den Protest gegen das "General Sutter"-Denkmal in Rünenberg nahm die BZ auf OnlineReports Bezug.

Die BZ zog die OnlineReports-News über den Rücktritt von Beat Jans als IWB-Verwaltungsrat nach.

Auch das Regionaljournal zog die OnlineReports-Geschichte über Probleme in den Familiengärten nach, verzichtete aber vornehm auf eine Quellenangabe.

Die BZ nahm die OnlineReports-Recherche über die erneute Schliessung der Familiengärten an der Landesgrenze auf.

Die BZ nahm die OnlineReports-Nachricht über die Berufung des Staatsanwalts im Fall der FCZ-Schlägerei im Lehenmattquartier auf.

Das Regionaljournal griff die OnlineReports-Geschichte über Kurzarbeit bei BaZ und BZ auf.

Die BZ nahm die OnlineReports-Nachricht über die Stadtpräsidenten-Ambition von Kantonsspital-CEO Jürg Aebi auf.

Die Volksstimme nahm die OnlineReports-Story über den anstehenden Gerichtsfall zum Rothenflüher Blechpolizisten-Sprenger auf.

In ihrem Basler Medien-Epos nahm die Medienwoche auch auf OnlineReports Bezug.

Die Basler Zeitung, Prime News und die BZ berichteten unter Berufung auf OnlineReports über Adrian Plachesis Abgang bei Telebasel.

In ihren Bericht über den Abbruch des einstigen Kutscherhauses an der Rufacherstrasse in Basel bezogen sich 20 Minuten und die Basler Zeitung auf OnlineReports.

Die BZ nahm auf die OnlineReports-Recherche zum Konkurs der "Gallenacher"-Schule Bezog.

Die BZ nahm die OnlineReports-Meldung über die Beton-Elemente auf dem Basler Centralbahnplatz auf.

Die OnlineReports-News über die technische Panne bei Swisslos wurde von der BZ aufgenommen.

In ihrem Bericht über die Bereitschaft zur Regierungskandidatur von Beatriz Greuter zitierte die Basler Zeitung aus OnlineReports.

Die BZ online bezog sich in ihrem Bericht über den Tod des Baselbieter Lehrerverbands-Geschäftsführers Michael Weiss auf OnlineReports.

Die Volksstimme zitierte in ihrem Bericht über den Konkurs von "Die Medienmacher" aus OnlineReports.

Telebasel bezog sich im Bericht über den Widerstand gegen die Basler IBA-Rheinterrassen auf einen Bericht von OnlineReports.

Die Basler Zeitung nimmt in ihrem Bericht über den Neujahrs-Empfang der Handelskammer beider Basel auf OnlineReports Bezug.

Die BZ schrieb in derselben Ausgabe zwei OnlineReports-Meldungen ab, ohne die Quelle zu deklarieren. Wiederholungstat!

In ihrem Bericht über Verkehrsprobleme am Aeschenplatz zitierte die Basler Zeitung aus OnlineReports.

Die OnlineReports-Nachricht vom Tod des ersten Baselbieter Kantonsgerichtspräsidenten Peter Meier wurde von der BZ, Telebasel, der Basler Zeitung und vom SRF-Regionaljournal nachgezogen.

Telebasel, die BZ und die Badische Zeitung nahmen die OnlineReports-News über die technisch bedingte Umkehr einer "Austrian Airlines"-Maschine nach Wien auf

Die Basler Zeitung und die BZ nahmen die OnlineReports-Nachricht zum Tod des Konjunkturforschers Christoph Koellreuter auf.

20 minuten online, Blick, nau.ch, das SRF-Regionaljournal und Telebasel nahmen den OnlineReports-Primeur über den Unfalltod des Basler Umweltschützers Martin Vosseler auf.

nau.ch schrieb die OnlineReports-Recherche über den FDP-Wahlversand an Basler Neu- und Jungwähler zu einem eigenen Artikel um und verwertete auch die OnlineReports-Illustration dazu.

Weitere RückSpiegel

 

In einem Satz

 

Der Baselbieter Landrat wird vorläufig – mindestens bis zu den Herbstferien – weiterhin im Basler Kongresszentrum tagen, wie die Geschäftsleitung beschlossen hat.

Der Kanton Basel-Stadt unterstützt über den Pendlerfonds das Veloverleihsystem Basel mit 2,15 Millionen Franken.

Wegen der Corona-Situation haben der Gewerbeverband und das Erziehungsdepartement entschieden, die 8. Basler Berufs- und Weiterbildungsmesse  vom 15. bis 17. Oktober nicht durchzuführen.

Auf der A2 bei Birsfelden wurde in der Nacht des 3. August ein in der Region wohnhafter Italiener als Raser erwischt, der bei erlaubten 80 mit 140 Stundenkilometern in Richtung Bern/Luzern unterwegs war.

Der Kanton Basel-Stadt, die IWB und Pro Innerstadt Basel gaben heute den offiziellen Startschuss für die Erneuerung der Freien Strasse und der angrenzenden Gassen.

Weil bei Bauarbeiten am Hochbergerplatz ein Stromkabel durchtrennt wurde, kam es am 30. Juli kurz vor 7.30 Uhr in Teilen von Kleinhüningen zu einem Stromunterbruch.

Die Friedhöfe Basel schreiben die Dienstleistungen für die Einsargung und die Überführung von Verstorbenen im Rahmen der unentgeltlichen Bestattung neu aus.

Die Universität Basel hat entschieden, ihren Dies academicus auf Grund der Corona-Pandemie nicht durchzuführen.

Die Baselbieter Corona-Abklärungs- und Teststation befindet sich neuerdings im Spenglerpark in Münchenstein.

Daniela Martin wird neue Geschäftsführerin der Basel Sinfonietta.

Am 8. Juli wurde im Basler Rathaus die Initiative für echten Wohnschutz und das Referendum gegen das "mieterfeindliche Nichtwohnschutzgesetz" eingereicht.

Mit über 4'000 Unterschriften ist in Basel-Stadt das Referendum gegen den umstrittenen Bau des Hafenbeckens 3 zustande gekommen, so dass es am 29. November zur Volksabstimmung kommt.

2. Juli: Einreichung der Initiative "Basel baut Zukunft", die 50 Prozent gemeinnützigen Wohn- und Gewerberaum auf Transformations-Arealen verlangt.

Niggi Rechsteiner übernimmt die Geschäftsführung der Basler "Stiftung Sucht" und folgt damit auf Francesco Castelli, der die Stiftung während neun Jahren geführt hat.

Jeanne Locher, seit 2016 Vizepräsidentin des Gemeinderates, ist mit 1'276 Stimmen neue Gemeindepräsidentin von Münchenstein, während Herausforderer Daniel Altermatt (GLP) auf 906 Stimmen kam.

Eveline Sprecher (SP) wurde in Aesch mit 1'087 Stimmen zur Gemeindepräsidentin gewählt, wobei FDP-Gemeinderat Stephan Hohl 726 Stimmen und Andreas Spindler (SVP) 305 stimmen erzielte.

In Allschwil setzte sich FDP-Gemeindepräsidentin Nicole Nüssli mit 2'989 Stimmen klar gegen Gemeinderat Christoph Morat (SP) durch, der 1'696 Stimmen erzielte.

Mike Keller (FDP) bleibt mit 2'162 Stimmen Binninger Gemeindepräsident; seine grüne Herausforderin, Landrätin Rahel Bänziger Keel, kam auf 1'140 Stimmen.

"Teufelhof"-Chef Raphael Wyniger wird neuer Präsident des Basler Hotelier-Vereins und Nachfolger von Felix W. Hauser, der dieses Amt seit 2014 ausübte.

Der Baselbieter FDP-Landrat Heinz Lerf wurde heute Donnerstag, 25. Juni, mit 76 von 81 gültigen Stimmen zum Landratspräsidenten für das Amtsjahr 2020/2021 gewählt.

Die BLT und die AAGL nehmen ab Montag, 29. Juni, den Ticketverkauf durch das Fahrpersonal auf ihrem Liniennetz wieder auf.

Mit Carmen Kolp übernimmt zum 1. Juli erstmals eine Frau die Geschäftsführung der IG Kleinbasel (IGK), als Nachfolger von Benny Zeuggin.

An seiner Sitzung vom 22. Juni wählte der Vorstand der CVP Basel-Stadt Marco Natoli zum neuen Vizepräsidenten.

Nachdem die Baselbieter Polizei ihren Postenbetrieb aufgrund der Corona-Pandemie vorübergehend an einigen zentralen Standorten konzentriert hat, wird sie per 29. Juni alle Polizeiposten wieder öffnen.

OnlineReports-Kolumnistin Andrea Strahm wurde per brieflicher Wahl einstimmig als neue Präsidentin der CVP-Sektion Grossbasel-West gewählt.

Ein Baselbieter Automobilist fuhr mit seinem Mercedes auf einer 80 km/h-Strecke bei Schöftland AG mit 131 km/h in eine Tempokontrolle der Aargauer Kantonspolizei.

Die Gemeinde Gelterkinden ist mit 3'824 Franken pro Kopf (6'300 Einwohnende) verschuldet.