Werbung

Andrea Strahm: "Alles mit scharf"

<< [ 1 | (...) | 131 | 132 | 133 | 134 | 135 | 136 | 137 | 138 | 139 | 140 | (...) | 173 ] >>

*bling*, Posteingang (1224)

Wenn Sie dies lesen, haben Sie schon wieder ein Feiertagswochenende genossen, sitzen entspannt mit einem ersten Kaffee im Büro und schalten den PC ein. Vorausgesetzt natürlich, Sie arbeiten im Tertiär- oder Quartärsektor. In andern Worten: Sie haben einen Bürojob. Und dann *bling*, und auf dem Bildschirm erscheint Posteingang (1224). Fertig lustig mit erholt vom Auffahrtswochenende, denn das heisst, dass eintausendzweihundertvierundzwanzig E-Mails reingekommen sind, die geprüft und in Weizen und Spreu geteilt werden müssen.

Natürlich haben wir einen Spam-Filter, eine Firewall und alles Mögliche in der Art. Dennoch kommen unglaublich viele Schrott-Mails rein. Ich reklamierte. Die Informatikleute schraubten daraufhin digital an irgendwelchen "Einstellungen" rum, und ich konnte ARBEITEN. Bis wir merkten, dass die Hälfte der Mails der Mandanten fehlten. Naja, ich müsse natürlich auch einen Blick auf den Spam haben, sagte die Informatik locker. Denn merke: Informatikleute sind IMMER locker, tragen seltsame Hosen und T-Shirts mit Aufdruck ("BLABLABLA" zum Beispiel). Vor 10 Uhr nehmen die kein Telefon ab, dafür arbeiten sie die ganze Nacht durch. Bref, ich müsse natürlich den Spam-Ordner auch anschauen.

Nun dient so ein Spam-Filter meiner unmassgeblichen Meinung nach exakt dazu, dass diese Mails eben gerade nicht angeschaut werden müssen. Wenn ich die Spam-Sammlung auch anschauen muss, bin ich ja wieder gleich weit, wie zuvor. Das Informatik-Team zuckte lässig die Schultern und stellte cool alles wieder zurück, kein Problem. Für sie jedenfalls. Sie werden schliesslich nicht nach jeder Abwesenheit mit einer fetten Zahl und *bling* begrüsst. Da verliert nur einer völlig den Spass an der Freude, und dieser eine bin ich.

Ich meine: Da fliegen sie auf den Mond, sie schnuppern am Mars, aber dass wir nur die Mails kriegen, die wir brauchen, das kriegt keiner hin.

Und nicht nur das. Ein neuer Drucker, ein neuer PC, und es dauert Stunden, TAGE, bis das Zeug läuft. Ein Update, und sie kleben wie Fragezeichen an den Bildschirmen, weil nichts mehr geht, den Telefonhörer in der Hand, irgendeine Hotline an der wireless-Strippe. Wenn's nur im Büro so wäre. Aber kaum sitzen Sie im Auto, rasen sieben rote Ausrufezeichen und gelbe Warnlämpchen über das Display des Armaturenbrettes und Sie schaffen es gerade noch schweissgebadet in die Garage. Der Garagist erscheint mit dem iPad, tippt auf den Touchscreen, und Sie können wieder gehen, die Lichterorgie hat aufgehört. Macht Franken fünfhundert.

Einen Touchscreen haben auch Sie, auf ihrem Handy, denn das ist in. Sie sitzen also, dem Auto entronnen und nach ein paar Atemübungen endlich entspannt, im Tram. Da hornt ein fetziger Tango los, Ihr Handyklingelton. Und Sie können und können und können nicht abnehmen, egal wie wild Sie auf dem Screen herum touchen, das Ding reagiert nicht, der Tango läuft zu Höchstform auf. Mit hochrotem Kopf verlassen Sie an der nächsten Haltstelle das Tram, laufen zum Shop (das Wort "Laden" wäre hier völlig unpassend) und der nette Mann, in solchen Shops immer in schwarzer Hose und weissem Hemd, kriegt's irgendwie wieder hin.

Irgendwann werden Sie aus irgendeinem Grund auf hartem Schragen in einen Operationssaal gekarrt, vielleicht Herzprobleme wegen zuviel Stress mit den Informatikleuten. Und fragen sich plötzlich, wieso eigentlich dort alles klappen soll, sind ja auch lauter Bildschirme, Computer und Sensoren, die Sie beatmen, einstellen, einschlafen und aufwachen lassen. Die Panik erfasst Sie knüppeldick, gerade noch bevor Sie computergesteuert das Bewusstsein verlieren.

21. Mai 2012
 Ihre Meinung zu dieser Kolumne
(Mails ohne kompletten Absender werden nicht bearbeitet)
Andrea Strahm, geboren 1955, arbeitete als Anwältin auf dem Gebiet des Geistigen Eigentums und ist seit 2021 pensioniert. Die ehemalige Präsidentin der damaligen CVP Basel-Stadt (neu: "Die Mitte Basel-Stadt") ist Grossrätin und Fraktionspräsidentin ihrer Partei. Die Mutter zweier Töchter lebt in Basel. © Foto OnlineReports.ch

andreastrahm@bluewin.ch

(Die Kolumnisten sind in ihrer Meinung frei;
sie braucht sich nicht mit jener der Redaktion zu decken.)
https://www.onlinereports.ch/fileadmin/templates/pics/echo.gif

"Herr Speiser, Sie laufen gleich doppelt ins Leere"

Sehr geehrter Herr Speiser, vielleicht kriegen Sie erst mal die Bedeutung von Fremdwörtern und Spezialausdrücken auf die Reihe, bevor Sie zum Rundumschlag gegen "staatliche Verwaltungen etc." ausholen?


Ein schnelles "Googeln" (dafür sind Computer ja auch zu gebrauchen) hätte Ihnen gezeigt: "Der Tertiär- oder Dienstleistungssektor umfasst alle Dienstleistungen, die in eigenständigen Unternehmungen oder durch den Staat sowie in anderen öffentlichen Einrichtungen erbracht werden." ALLE Dienstleistungen, auch durch Privatunternehmen, sei es nun Handel, Versicherungen, Pharma, Hotellerie und so weiter. Zum von Ihnen erwähnten "Primärsektor" gehören zum Beispiel Land- und Forstwirtschaft. Wobei inzwischen vermutlich selbst Bauern und Förster ab und zu eine E-Mail schreiben oder beantworten müssen.


In Frau Strahms Beitrag geht es auch nicht ums Herumsenden von lustigen Youtube-Videos während der Arbeitszeit, sondern um die kostbare Zeit, die mit dem Sichten eines veritablen Mail-Tsunami täglich verloren geht, nolens volens, und zwar in Büros der Privatwirtschaft und der Staatsverwaltungen. (Neu ist mir auch, dass Büros "unterbeschäftigt" sein können – ich dachte immer, wenn schon, sind es die darin Arbeitenden.)


Ihre E-Mail, verehrter Herr Speiser, läuft also gleich doppelt ins Leere: Sie trifft den Kern dessen nicht, was Frau Strahm (zu Recht und in ihrer üblichen anschaulichen Art) bemängelt, und sie interpretiert Fachausdrücke wie "Primärsektor" falsch. Ob eine Mail wie die Ihre wohl in meinem Spam-Filter hängen geblieben wäre? Verdient hätte sie's.


Andrea Bollinger, Basel



"In unterbeschäftigten Büros wird herumgezappt"

Sie beschreiben das besagte Problem in Büros im "Tertiär-Sektor", was ja wohl heisst, staatliche Verwaltungen etc.. Das wundert mich überhaupt nicht, wenn eure PC's voll von Junkmails und Spams sind. Immer in unterbeschäftigten Büros wird im Internet herumgezappt, was das Zeug hält.


Ich kenne Leute in der BL-Verwaltung, welche beinahe täglich private Serienbriefe und andere lustige und sentimentale, teils auch anrüchige pps oder videos herumschicken. In Betrieben des "gewinnabhängigen" (d.h. nicht an automatischen Pfründen hängenden) Primär-Sektors werden solche Auswüchse bemerkt und die Mitarbeiter darin gemassregelt und zurückgebunden. Ergo, weniger Spams.


Jakob Speiser, Gelterkinden


www.onlinereports.ch
© Das Copyright sämtlicher auf dem Portal www.onlinereports.ch enthaltenen multimedialer Inhalte (Text, Bild, Audio, Video) liegt bei der OnlineReports GmbH sowie bei den Autorinnen und Autoren. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Veröffentlichungen jeder Art nur gegen Honorar und mit schriftlichem Einverständnis der Redaktion von OnlineReports.ch.

Die Redaktion bedingt hiermit jegliche Verantwortung und Haftung für Werbe-Banner oder andere Beiträge von Dritten oder einzelnen Autoren ab, die eigenen Beiträge, wenn auch mit Zustimmung der Redaktion, auf der Plattform von OnlineReports publizieren. OnlineReports bemüht sich nach bestem Wissen und Gewissen darum, Urheber- und andere Rechte von Dritten durch ihre Publikationen nicht zu verletzen. Wer dennoch eine Verletzung derartiger Rechte auf OnlineReports feststellt, wird gebeten, die Redaktion umgehend zu informieren, damit die beanstandeten Inhalte unverzüglich entfernt werden können.

 

https://www.onlinereports.ch/fileadmin/templates/pics/gelesen.gif
"Entsprechend hat sie die aktuellen Proben aus dem Roemislochbach im benachbarten elsässischen Neuwiller vom entsprechenden Amt des Kantons Basel-Stadt analysieren lassen."

SDA
am 10. Juli 2024
in einer Meldung
https://www.onlinereports.ch/fileadmin/templates/pics/gelesen.gif

Das ist entsprechend ansprechend zu lesen.

RückSpiegel

 

Die BaZ und 20 Minuten beziehen sich in einem Artikel über den tödlichen Unfall im St. Johann auf einen Bericht aus dem OnlineReports-Archiv.

Die bz nimmt die OnlineReports-Recherche über den Kunst-Coup der Stiftung Im Obersteg auf.

Die bz vermeldet den Tod von Aurel Schmidt und bezieht sich dabei auf OnlineReports.

Baseljetzt, bz, Volksstimme, SDA und Happy Radio nehmen die Recherche von OnlineReports über den geschassten CEO Marcel Allemann auf.

Die bz berichtet, dass Landrat Hannes Hänggi das Mitte-Präsidium übernehmen will, und verweist dabei auf OnlineReports.

Das Portal kath.ch nimmt die OnlineReports-Recherche über die Pläne der Basler Hicret-Moschee in Reinach im Medienspiegel auf.

Baseljetzt nimmt die Recherche von OnlineReports über den "Fuck SVP"-Schriftzug am Nebiker-Turm in Sissach auf.

In ihrem Bericht über die Wahl des neuen Baelbieter SVP-Präsidenten zitiert die Basler Zeitung aus einem OnlineReports-Kommentar.

 

Das Regionaljournal Basel veweist in einem Beitrag über die Probleme der Kitas im Baselbiet auf OnlineReports.

Der Klein Report nimmt die Recherche von OnlineReports über Roger Blums Buch über die Basellandschaftliche Zeitung auf.

Die BaZ bezieht sich in einem Artikel über die Zerwürfnisse in der Baselbieter SVP auf OnlineReports.

Die bz verweist in einem Bericht über die Kita-Krise im Baselbiet auf OnlineReports.

BaZ, Baseljetzt und Happy Radio nehmen die OnlineReports-News über das geplante Ministertreffen in Basel auf.

Der Sonntagsblick zitiert OnlineReports in einer grossen Recherche über die Baselbieter SVP-Politikerin Sarah Regez.

Baseljetzt verweist im Bericht über Basler Schiffsunfälle auf ein OnlineReports-Video.

Die Volksstimme greift die OnlineReports-Recherche über das Aus des Textildruck-Unternehmens Permatrend auf.
 

Weitere RückSpiegel







In einem Satz


Der Basler Rechtsanwalt und Baurechtsexperte Daniel Gebhardt wird neuer Verwaltungsratspräsident der Rhystadt AG, der grössten Eigentümerin auf dem Klybeck-Areal. 

Die Baselbieter Grünen-Landrätin Erika Eichenberger tritt im September zurück, Natalie Oberholzer rückt nach.

Ass. Prof. Dr. Prisca Liberali wird für ihre Forschung auf dem Gebiet der Gewebebildung mit dem Wissenschaftspreis der Stadt Basel ausgezeichnet.

Sarah Mehler folgt am
1. Oktober als neue Geschäftsführerin der Kaserne Basel auf Eva Heller.

Markus Jordi,
langjähriges Mitglied der SBB-Konzernleitung, übernimmt am 1. Januar 2025 den Vorsitz des Fachhochschulrats der Fachhochschule Nordwestschweiz.

Karoline Sutter und Urs Berger treten nach über zehn Jahren per 31. März 2025 aus dem Bankrat der Basler Kantonalbank zurück, die Vakanzen werden demnächst ausgeschrieben.

Jacqueline Herrmann und Alexander Bieger lösen Brigitte Jäggi ab, die als Rektorin des Gymnasiums Muttenz in Pension geht.

Bettina Zeugin folgt als Präsidentin von insieme Baselland auf Röbi Ziegler.

Der frühere Baselbieter SP-Regierungsrat Peter Schmid gibt das Präsidium des Freundevereins Zoo Basel an seine Parteikollegin und Landrätin Miriam Locher ab.

Eine Findungskommission sucht eine Nachfolge für Anna Schmid, Direktorin des Museums der Kulturen Basel, die 2025 in Pension geht.

Grünen-Politikerin Flavia Müller aus Allschwil rückt für Biljana Grasarevic in den Baselbieter Landrat nach.

Doppel-Pensionierung am Euro-Airport: Direktor Matthias Suhr geht Ende März 2025, sein Stellvertreter Marc Steuer Ende Dezember 2025 in den Ruhestand.

Jo Krebs
übergibt nach über 23 Jahren seine Stelle als Leiter Unternehmenskommunikation von Primeo Energie an Nachfolger Fabian Hildbrand.

Die Israelitische Gemeinde Basel wählt mit Steffi Bollag als Nachfolgerin von Emmanuel Ullmann erstmals eine Frau zur Präsidentin.

Sabina Brocal wird am
1. August Förderchefin der Abteilung Kultur im Präsidialdepartement Basel-Stadt.

Die Stadtreinigung des Basler Tiefbauamts wird ab 12. August neu von Markus Müller geleitet, sein Vorgänger Dominik Egli geht in Pension.

Christoph Jorns wird am 1. Juli Finanzchef der Basler Lebensversichererin Pax als Nachfolger von Alex Flückiger.

Mirjam Christ-Crain
 von der Universität Basel erhält den mit 200'000 Franken dotierten Otto-Naegeli-Preis für ihre patientenorientierte klinische Forschung.

Kimrobin Birrer übernimmt das Parteisekretariat der GLP Baselland von Yves Krebs.

Barbara Staehelin hat am
1. Mai das Verwaltungsrats-Präsidium des Kantonsspitals Baselland von Madeleine Stöckli übernommen.

Die Baselbieter Regierung hat Kathrin Choffat und Roger Müller als neue Mitglieder des Bankrats der BLKB für die laufende Amtsperiode bis Mitte 2027 gewählt. 

Der Baselbieter Regierungsrat hat Raphael Giossi zum Nachfolger des langjährigen kantonalen Bieneninspektors Marcel Strub gewählt.

Cyril Bleisch übernimmt bei den Jungfreisinnigen Baselland das Präsidium von Lucio Sansano.

Die Basler Sozialdemokraten haben die SP queer Basel-Stadt gegründet und als neues Organ in den Statuten der Partei verankert.