© Foto by OnlineReports.ch
"Am Rand der Wirtschaftlichkeit": Basler EuroAirport

"Es ist eher dramatisch, was da abläuft"

Swiss baut nochmals Strecken ab: Basler Politiker wollen Informations-Notstand um EuroAirport beheben


Von Peter Knechtli


Über den wirtschaftlichen Zustand des EuroAirports und seine Aussichten sind die Basler Kantonsparlamentarier schlecht im Bild. Nachdem die Swiss vergangene Woche eine erneute Flotten-Verkleinerung angekündigt hat, die auch den Standort Basel betrifft, wollen Politiker aus SP und FDP den Informations-Notstand nun beheben und den Risikoposten EuroAirport jetzt fraktionsintern zum Thema machen.


Sinkende Passagierzahlen und Einnahmen, massiver Destinationsabbau - wachsende Kosten und mehr Personal: Nachdem selbst Swiss-Sprecher Peter Marthaler von einem bevorstehenden „Sturm“ gesprochen hat, steigt in Basel die Nervosität über die Lage des EuroAirports. Wie OnlineReports aus dem Swiss-Management weiss, sind vor allem schlecht frequentierte deutsche Destinationen in Gefahr. Schon heute ist der Swiss-Parkplatz am EuroAirport häufig gähnend leer.

Messe-Chef Kamm warnt vor Bedeutungs-Verlust

„Wenn sich der Luftverkehr auf Zürich konzentriert, dann würde der Messeplatz Basel an Bedeutung verlieren“, warnt René Kamm, Generaldirektor der Messe Schweiz: Deren Flaggschiffe „Uhren- und Schmuckmesse“ und die Kunstmesse „Art“ weisen bis 75 Prozent ausländische Besucher auf, zudem arbeitet die Messe an „Internationalisierungsplänen“. Andreas Burckhardt, Direktor der Basler Handelskammer, doppelt nach: „Unser EuroAirport muss optimal angebunden werden an die Welt und an Europa.“ Parlamentarischen Handlungsbedarf sieht der liberale Grossrat aber nicht.

Das sehen Vertreter anderer Parteien anders, seit zentrale Kennzahlen den Basler Flughafen zum Risikoposten machen. Sogar die Linke, dem Pistenbetrieb oft kritisch begegnend, sorgt sich nun um dessen Existenz. An der Fraktionssitzung von morgen Montag will die SP den EuroAirport zum Traktandum mit erhöhter Priorität machen. Fraktionspräsidentin Silvia Schenker: „Als Parlament wollen wir

"Es kann nicht sein,
dass der Staat irgendwelche Defizite übernimmt."


informiert sein, wie die Zukunft des Flughafens aussieht. Es kann nicht sein, dass der Staat irgendwelche Defizite übernimmt.“

Ihr Fraktionskollege Christoph Brutschin bemängelt, dass das Parlament weder über aktuelle Eckdaten noch über Informationen zu möglichen Krisenszenarien verfügt. Der Flughafen, so der Wirtschaftspolitiker, „hat hier eine Bringschuld“. Auch der Baselbieter SP-Präsident Eric Nussbaumer fordert: „Die Verantwortlichen des EuroAirport müssen die Fakten auf den Tisch legen.“ Die Kontrolle ist weitgehend an den aus Politikern bestehenden Verwaltungsrat delegiert, Basel-Stadt aber trägt zusammen mit dem Bund und Frankreich das finanzielle Risiko. Die geplante Bahnanbindung begrüsst Brutschin, doch dürfe sie nicht dazu führen, "dass Basel zum Charter-Flughafen des Mittellandes wird". Wichtig seien die Tagesrandverbindungen in die Businesszentren und Subzentren.

Ballmer spricht von "Schlieflage"

Auch die Basler Freisinnigen wollen die „gewisse Schieflage“ des Flugplatzes (so der Baselbieter Finanzdirektor Adrian Ballmer) an ihrer morgigen Fraktionssitzung thematisieren. „Es ist eher dramatisch, was da abläuft“, sagt der frühere Fraktionschef Edwin Mundwiler. „Ich sehe auch nicht genau dahinter, ob der

"Über die Finanzkosten des derzeitigen Grossausbaus schweigt der EuroAirport."


Flughafen die gegenwärtige Krise durchsteht“. Sicher aber ist für Banker Mundwiler schon heute: Der EuroAirport "ist am Rand der Wirtschaftlichkeit".

Durchblick ist für Aussenstehende schwierig. Auf Fragen von OnlineReports nach der Höhe der jährlichen Zins- und Amortisationslasten als Folge der massiven baulichen Erweiterung mochte EuroAirport-Sprecher Andreas Hatt nach Rücksprache mit den Verantwortlichen keine Zahlen nennen. Solcher Informationsnotstand führt zu vollkommen diametralen Einschätzungen über die Perspektiven von Basels wirtschaftlicher Lebensader: Während der Kommunikationsberater Manfred Messmer „den Konkurs des EuroAirport eher sieht als eine erneute staatliche Unterstützung“, sagt der Ökonomieprofessor und DSP-Grossrat Tobias Studer Basel und allen Flughäfen an guten Lagen in Zentraleuropa eine „gute Zukunft“ voraus.


Kennzahlen im Jahresbericht 2001 (in Mio. Euro)


1999 2000 2001
Umsatz 56,5 61,5 63,5
Abschreibungen 25,6 25,3 24,2
Finanzaufwand 2,5 4,1 6,3
Zuweisungen Reservefonds 0,17 0,2 -810
Finanzielle Verbindlichkeiten 110 158 190
Laufende Verbindlichkeiten 19 28 35




Zusammensetzung des Umsatzes 2001


Passagiertaxen 17%
Sonstige Flughafengebühren 15%
Industrielle Leistungen 15%
Mieten 15%
Benützungsgebühren 13%
Landetaxen 11%
Kommerzielle Einnahmen 8%
Cargotaxen 3%
Bustratnspor Vorfeld 2%
Sonstige Einnahmen 2%
9. Februar 2003

Weiterführende Links:


 Ihre Meinung zu diesem Artikel
(Mails ohne kompletten Absender werden nicht bearbeitet)

www.onlinereports.ch - Das unabhängige News-Portal der Nordwestschweiz

© Das Copyright sämtlicher auf dem Portal www.onlinereports.ch enthaltenen multimedialer Inhalte (Text, Bild, Audio, Video) liegt bei der OnlineReports GmbH sowie bei den Autorinnen und Autoren. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Veröffentlichungen jeder Art nur gegen Honorar und mit schriftlichem Einverständnis der Redaktion von OnlineReports.ch.

Die Redaktion bedingt hiermit jegliche Verantwortung und Haftung für Werbe-Banner oder andere Beiträge von Dritten oder einzelnen Autoren ab, die eigene Beiträge, wenn auch mit Zustimmung der Redaktion, auf der Plattform von OnlineReports publizieren. OnlineReports bemüht sich nach bestem Wissen und Gewissen darum, Urheber- und andere Rechte von Dritten durch ihre Publikationen nicht zu verletzen. Wer dennoch eine Verletzung derartiger Rechte auf OnlineReports feststellt, wird gebeten, die Redaktion umgehend zu informieren, damit die beanstandeten Inhalte unverzüglich entfernt werden können.

Auf dieser Website gibt es Links zu Websites Dritter. Sobald Sie diese anklicken, verlassen Sie unseren Einflussbereich. Für fremde Websites, zu welchen von dieser Website aus ein Link besteht, übernimmt OnlineReports keine inhaltliche oder rechtliche Verantwortung. Dasselbe gilt für Websites Dritter, die auf OnlineReports verlinken.

Theater Basel

"Die Dreigroschenoper"
RückSpiegel


In ihrem Bericht über die "FDP Baselland auf seltsamen Wegen" (Schlagzeile) nimmt die Basler Zeitung zentral auf einen OnlineReports-Primeur über den neu auftauchenden Namen Daniel Recher Bezug.

Die Kommentar-Plattform Infosperber geht auf die Berichterstattung von OnlineReports zum Mord an Martin Wagner ein.

In ihrem Kommentar zu "Lukas Engelberger, der Pressezensor" nimmt die Basler Zeitung eine Metapher ("medienrechtliche Namesburka") von OnlineReports auf.

InsideParadeplatz.ch empfahl den Lesern die Lektüre des OnlineReports Porträts des getöteten Medienanwalts Martin Wagner.

Die OnlineReports-Erstnachricht über den gewaltsamen Tod des Basler Wirtschaftsanwalts Martin Wagner in Rünenberg haben unter anderen der Tages-Anzeiger, BZ Basel, Le Temps, Tageswoche, 20 Minuten, Watson, Telebasel, die Volksstimme, der Blick und nau.ch aufgenommen.

Die BZ Basel zog die OnlineReports-News über die gerichtliche Niederage von Polizei-Offizier Bernhard Frey Jäggi nach.

Die Basellandschaftliche Zeitung und 20 Minuten nahmen die OnlineReports-Nachricht über die geplante Massenentlassung bei der "Küschall AG" in Witterswil auf.

In ihrer Übersicht über die Schweizer Online-Newsmedien ging die NZZ auch auf OnlineReports ein.

Die Basler Zeitung zog die OnlineReports-News über den Entscheid des Basler Appellationsgerichts gegen die Nichtanhandnahme der Strafanzeigen von Staatsanwältin Eva Eichenberger und Strafgerichtspräsident Lucius Hagemann durch die Obwaldner Oberstaatsanwältin Esther Omlin im Fall "Lehrer H." nach.

In ihrem Artikel über die "Berlusconisierung von links" zitiert die Weltwoche aus dem "dem gutinformierten Basler Internetdienst OnlineReports".

In seinem Bericht über die Gefährlichkeit des Basler Centralbahnplatzes geht Barfi auf einen OnlineReports-Bericht aus dem Jahr 2001 ein, der damals schon die Probleme thematisierte.

Blick, Tages-Anzeiger, Basler Zeitung, BZ Basel, 20 Minuten und Barfi bezogen sich in ihren Artikeln über die Schüsse einen Mann in der Basler Innenstadt auf einen News-Primeur von OnlineReports.

Der Tages-Anzeiger und 20 Minuten nahmen in ihren Berichten über den gefährlichen Zwischenfall mit einem Intercity-Zuges der SBB in Stein-Säckingen auf OnlineReports Bezug.

In ihrem Interview mit der neuen BVB-Präsidentin Yvonne Hunkeler nahm die Basler Zeitung auf OnlineReports Bezug.

Die Basler Zeitung nahm den OnlineReports-Feature über den Einbruch im Restaurant "Dalbestübli" auf.

Die Volksstimme zitierte in ihrer Presseschau über die Säuli-Metzgete in Sissach aus der OnlineReports-Reportage.

Im Bericht über Rechtsprobleme des Bordells an der Basler Amerbachstrasse zitiert Barfi aus OnlineReports.

Ausführlich geht die Basler Zeitung auf einen kritischen OnlineReports-Gastkommentar über den Eigenmietwert-Steuerfall um Rösly M. ein.

In seinem Beitrag über "Die Basler Sinnkrise" zitiert der Tages-Anzeiger aus dem OnlineReports-Leitartikel "Willkommen im Baselbiet: Nichts geht mehr", in dem es um einen "Kanton in der Sinn-Krise" geht.

barfi, die BZ Basel, die Tageswoche, die Badische Zeitung und das Baublatt haben die OnlineReports-Story über den Abbruch des "Rostbalkens" und die geplanten Hochhäuser beim Basler Bahnhof SBB aufgenommen.
 
Infosperber.ch geht in einem Kommentar über das "Dauer-Bashing" der Behörden durch die Medien auf die Konter-Position von OnlineReports ein.

Weitere RückSpiegel

fileadmin/templates/pics/gelesen.gif
"In der Elsässerstrasse kam es zu einem Unfall mit Salzsäufer."

BaZ online
vom 20. Februar 2018
über einen Salzsäure-Unfall
fileadmin/templates/pics/gelesen.gif

Vielleicht hat auch der Redaktor Salz gesoffen.

In einem Satz


• Der Frauenanteil in den Aufsichtsgremien von staatsnahen baselstädtischen Betrieben liegt per 1. Januar 2018 bei 40,9 Prozent und übertrifft somit die geforderten 33,3 Prozent deutlich.

• Da SP-Landrat Hannes Schweizer per 31. März als Präsident der Bau- und Planungskommission zurückritt, schlägt die SP-Fraktion als seinen Nachfolger den Frenkendörfer Urs Kaufmann vor.

• Die SP Pratteln-Augst-Giebenach lanciert eine Petition zur Erhaltung des Schalters der Basellandschaftlichen Kantonalbank (BLKB) in Pratteln.

BaselArea.swiss wird ab März im Mandat die Geschäftsführung des Switzerland Innovation Park Basel Area AG übernehmen.

Thomas Kessler, der frühere Basler Stadt- und Kantonsentwickler, wird Leiter eines von den AZ Medien für die "BZ Basel" ins Leben gerufenen Publizistischen Beirats.

• Nach Vandalenakten und einer Einbruchserie fordert die Riehener CVP von den Behörden "endlich die wirksame Umsetzung längst bekannter Forderungen" zur Erhöhung der Sicherheit.

• Der Münchensteiner Gemeinderat hat die Durchführung des "Tension Festivals" vom 31. Juli im Gartenbad St. Jakob sowie auf den angrenzenden Volleyball-Feldern unter Lärmauflagen bewilligt, nachdem letztes Jahr zahlreiche Beschwerden eingegangen waren.

Hans-Peter Ulmann, seit 1996 CEO von Psychiatrie Baselland, tritt auf 30. Juni 2019 in den Ruhestand.

• Im Jahr 2017 verhängte die Basler Kantonspolizei im Zusammenhang mit dem FC Basel 17 Rayonverbote – davon sieben an Fans von Gastmannschaften –, während der FC Basel acht Stadionverbote anordnete, von denen fünf Fans von Gastmannschaften betrafen.

• Die Gemeinde Allschwil plant eine Erneuerung und Erweiterung der Parkanlage sowie rund 140 Wohnungen auf dem Areal Wegmatten zwischen Baselmattweg und Bachgraben.

Thomas Bretscher wird ab 1. Februar neuer Geschäftsführer des "Business Park Laufental & Thierstein" und damit Nachfolger von Daniel Fiechter.

• Die Riehener CVP verlangt eine generelle Aufgabenprüfung (GAP), um die Diskussion um Aufgaben und Leistungen der Gemeinde und die dafür benötigten Ausgaben und Einnahmen zu versachlichen.