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"Teilen Sie der Cablecom mit": Mobilisierungs-Brief von Swiss Satellite Readio

Phonstarke Mobilmachung gegen Cablecom

SRG-Spartenradio lanciert Kampagne gegen Verbannung vom Netz


Von Peter Knechtli


Weil sie befürchten, aus der Programmpalette des Kabelnetz-Giganten Cablecom zu fliegen, machen die drei Sparten-Radioprogramme der SRG mobil. Zwar drängen mehrere neue Privatradio-Sender auf das übervolle UKW-Frequenzband, doch bei Cablecom herrscht grosses Staunen über die Existenz-Ängste bei den öffentlich-rechtlichen Nachfolgeprogrammen des Telefonrundspruchs.


Radiohörer René Keller (Name geändert) staunte nicht schlecht, als er diesen Donnerstag seine E-Mails abrief: In seiner elektronischen Post fand er einen dramatischen Brief, unterschrieben mit "Ihr Radioteam". Als Absender firmierte "Radio Swiss Classic", Teil der via Satellit verbreiteten Spartensender der SRG SSR idée suisse. 5'000 weitere Mail- und Briefadressaten erhielten gleichzeitig gleichlautende Post von der Berner Giacomettistrasse.

Angst vor "Rausschmiss"

Pietro Ribi, Chef der beim Schweizer Radio International (SRI) angesiedelten Abteilung Swiss Satellite Radio, die die drei SRG-Spartensender "Classic", "Jazz" und "Pop" betreibt, begründete die Mailing-Aktion mit einer düsteren Vermutung: Weil immer mehr Radioprogramme auf die randvollen Kabelnetze des grössten Schweizer Betreibers drängten, schlage Cablecom unter anderen auch die drei SRG-Sender zum "Rausschmiss" aus dem Kabelangebot vor.

Ribis Abteilung hatte die drei Programme seit 1998 mit 17 Mitarbeitenden und einigem Erfolg als Nachfolgeangebot für den erloschenen Telefonrundspruch aufgebaut: Nach 33'000 Hörern im ersten Jahr erreichten die Spartenprogramme im dritten Betriebsjahr 127'000 Hörer - die allermeisten über Kabelnetze. "Für uns steht die Existenz auf dem Spiel", sorgt sich Ribi. "Wenn uns Cablecom abschaltet, dann würden wir 118'000 Hörer verlieren, weil auch viele kleine Kabelnetzbetreiber ihre Signale von der Cablecom beziehen."

Kampagnenbrief an Cablecom

Das Motiv, die Hörer jetzt mit vorfrankierter und adressierter Postkarte zu einer für SRG-Verhältnisse ungewöhnlichen Meinungs-Demonstration zu mobilisieren, ("Teilen Sie der Cablecom mit, wieviel Ihnen an unserem Musikradio liegt") gründet auf einer eben in der Kundenzeitschrift des Kabelriesen und in seinem Internet-Auftritt lancierten Umfrage über die Beliebtheit der angebotenen Sender.

Grund der Publikumsbefragung ist die akute Platznot auf dem UKW-Frequenzband. Nachdem das Bundesamt für Kommunikation schon vor einem Jahr Schawinskis nationales Pop/Rock-Radio "Radio 24Plus" bewilligt hatte, stossen mehr als ein halbes Dutzend zusätzliche private Anbieter nach. Bewilligt sind auch "Radio Sunshine Gold" und "Radio Ost" als sprachregionale Anbieter sowie das Ostschweizer "Radio Top Two". Fünf Gesuche sind noch hängig: "Swiss Music Radio", "Radio 105 network", "Hit radio", "Radio aktuell Two" und "Radio 32 Goldies".

Cablecom will Kundenmeinung erforschen

Cablecom sieht sich damit vor einen delikaten Entscheid gestellt: Weil alle Gesuchsteller Kabelverbreitung beantragen, müssen die Netz-Gewaltigen wohl oder übel laufende Programme abschalten - der Ärger der betroffenen Hörerschaft ist programmiert.

Ingo Buse, Kommunikationsverantwortlicher und Geschäftsleitungsmitglied der Cablecom, kann allerdings die Aufregung im Hause der SRG, von der er durch OnlineReports erfahren hat, nicht verstehen: "Wir wollen nicht nach unserem Geschmack entscheiden, sondern nach jenem unserer Kunden." Dabei wolle Cablecom die Meinung unter den Nutzern ausloten und "so wenig und so behutsam wie möglich" verändern.

Wechsel zu sprachregionalen Radio-Unternehmenseinheiten

"Absoluter Bullshit" sei die Meinung, ein Rausschmiss der drei Sender sei bereits geplant. Vielmehr, so Buse, sei sogar "relativ unwahrscheinlich, dass wir SRG-Spartenprogramme aus unserem Angebot kippen". Denn das Radio- und Fernsehgesetz verpflichte die Netzbetreiber, öffentlich-rechtliche Sender bevorzugt zu behandeln.

Auch mit Schweizer Radio DRS scheint die phonstarke Mobilmachung der Hörergemeinde nicht abgesprochen zu sein. Sprecher Peter Hunziker: "Ich weiss nichts davon, dass eine Verbreitung dieser Programme in Frage gestellt ist." Änderungen sind nach Informationen von OnlineReports aber SRG-intern geplant: Die drei Spartensender sollen künftig nicht mehr von SRI, sondern von den sprachregionalen Unternehmenseinheiten wie SR DRS oder Radio de la Suisse romande betrieben werden.

3. Dezember 2000


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vom 16. November 2019
über die Anhörung von
Marie Yvanovitch,
der früheren US-Boschafterin
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Falschübersetzung des englischen Begriffs "smear campaign", was nicht "Schmierenkampagne", sondern "Verleumdungskampagne" heisst.

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