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"Das Ziel ist die Verdichtung": Geplante Roche-Neubauten*

Neuer 205 Meter-Turm von Roche: Basel wird zur "Wolkenkratzer-City"

Roche legt mit Drei Milliarden-Investition und einem neuen Hochhaus ein deutliches Bekenntnis zum Standort Basel ab


Von Peter Knechtli


Der Pharmakonzern Hoffmann-La Roche legt ein klares Bekenntnis zu seinem Kern-Standort Basel ab, wie er heute Mittwoch bekanntgibt: Er investiert in den nächsten zehn Jahren drei Milliarden Franken in den Ausbau – darunter ein 205 Meter hohes Bürogebäude. Die Projekte werden das Basler Stadtbild nochmals markant verändern.


Beim neuen Bau mit Name "Bau 2" handelt es sich um das höchste Gebäude der Schweiz: Das 50 Stockwerke umfassende Hochhaus soll Platz für 1'700 Büro-Arbeitsplätze bieten. Das 550 Millionen Franken teure Gebäude soll im Jahr 2021 bezugsbereit sein. Das Gebäude wird optisch wie ein Zwillingsturm des sich in der letzten Bauphase befindlichen Roche-Hochhauses "Bau 1" aussehen und ebenfalls von den Basler Architekten Herzog & de Meuron entworfen.

Ziel des Investitionsprogramms ist die weitere Verdichtung des Firmengeländes an der Grenzacherstrasse. Denn auch nach dem Bezug des neuen Hochhauses gegen Ende 2015 werden noch rund 3'000 der insgesamt 9'000 Mitarbeitenden in Mietobjekten über ganz Basel verteilt sein.

Roche will "Wohnqualität gewährleisten"

Bei der Planung sei grosser Wert darauf gelegt worden, "die Wohnqualität für die Nachbarn zu gewährleisten", wie Roche ausführt. So seien beispielsweise an den Rändern des Areals "nur niedrige Gebäude vorgesehen". Hohe Gebäude würden im Inneren des Roche-Areals an der Grenzacherstrasse gebaut. Der Konzern spricht von einem "modernen Mobilitätskonzept", das Anreize für die Nutzung des öffentlichen Verkehrs und des Fahrrads schafft und verspricht, "den motorisierten Individualverkehr so gering wie möglich zu halten".

Den Mammutanteil des Investitionsprogramms bildet aber der Bau eines neuen Forschungszentrums, das aus vier Büro- und Laborgebäuden mit Höhen von 132, 72, 28 und 16 Metern besteht. Der sich jetzt dort befindliche "Bau 74" wird abgerissen. Die Gestaltung des Forschungszentrums werde gemeinsam mit der Forschungs- und Entwicklungsorganisation definiert, um die Bedürfnisse der Wissenschaftler optimal zu erfüllen. Nach heutigen Plänen werden die Gebäude voraussichtlich zwischen 2021 und 2022 bezogen werden und Platz für 950 Büro- und 950 Laborarbeitsplätze auf dem neuesten Stand der Technik bieten.

"Moderne Versuchstierhaltung"

Eines der Hauptziele ist es laut Roche, die Kommunikation zwischen den Mitarbeitenden in der Forschung zu erleichtern und die Zusammenarbeit weiter zu stärken. Zusätzlich entsteht ein Gebäude für in-vivo-Forschungsaktivitäten auf dem Gelände von Bau 61 an der Wettsteinallee, das bereits Ende 2018 fertiggestellt wird. Es werde "den höchsten Anforderungen an eine moderne Versuchstierhaltung entsprechen". Gesamtes Investitionsvolumen: 1,7 Milliarden Franken.

Weitere 700 Millionen Franken investiert Roche in die Erneuerung bestehender Gebäude und in die Infrastruktur. Zusätzlich werden die Werkstatt, die Feuerwehr, der medizinische Dienst, und die lokale Standortorganisation in die neuen Gebäude einziehen. Die Tiefgarage unter Bau 74 werde bei gleichbleibender Kapazität ersetzt. Zusätzlich werden 1'500 neue unterirdische Stellplätze für Fahrräder geschaffen.

Historisches Salvisberg-Gebäude wird renoviert

Das architektonisch herausragende Verwaltungsgebäude, ("Bau 21"), das 1937 nach einem Entwurf von Otto R. Salvisberg gebaut wurde und Sitz der Konzernleitung ist, soll mit einem Aufand von 85 Millionen Franken vollständig renoviert werden. Ziel sei es, den heutigen Anforderungen bezüglich Energieeffizienz und Gebäudeinfrastruktur gerecht zu werden. Dabei werde das Erscheinungsbild des historisch wertvollen Gebäudes bewahrt. Die Renovierungsarbeiten sollen Anfang 2016 beginnen und etwa zwei Jahre dauern.

* vom Messeturm aus gesehen

22. Oktober 2014


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"Roche hat die Treue zur Basler Baukultur gebrochen"

Mit den neuen Roche-Bauten ist es wie beim Ehebruch: Das erste Mal (Bau 1) ist das schlimmste Mal: Roche hat damit die Treue zur Basler Baukultur und zum Basler Stadtbild endgültig gebrochen. Die neuen Türme sind nur noch die Bestätigung dafür, dass die Beziehung gescheitert ist. Die neuen Hochbauten sind kein Bekenntnis zum Standort Basel, sondern weisen auf eine Distanzierung und Austauschbarkeit von Roche und Basel hin. Der Bruch ist jetzt offensichtlich. Neu nennt man das Globâlisierung. Nein, pardon, der Accent grave ist unpassend. Basel wirkt nicht mehr länger (wie früher etwa mit der Seidenband- oder der ursprünglichen Chemischen Industrie) auf die Welt ein, nein, Basel verkauft sich längst mehr und mehr an den Zeitgeist, wird, passend zur aktuellen Herbschtmäss, zur Zeitgeist-erbahn! Dazu gehört auch, dass das höchste Gebäude (der Grösste?) nicht mehr das die göttliche Grösse darstellende Basler Münster sein soll, sondern ein kulturloser Betonklotz. Wie das die Roche-Verantwortlichen mit ihrem sonst beispielslosen Kultur-Engagement vereinbart sehen wollen, bleibt ihr Geheimnis. Dank jedenfalls an Herrn Fingerhuth, dass er auf solche Negativtrends aufmerksam macht. Nützen wird es leider wenig – pecunia non oläckt ...


Dieter Stumpf, Basel



"Der Solitär dürfte neutralisiert werden"

Tatsächlich tue ich mich auch recht schwer mit dem bald fertiggestellten Bau 1 von Roche. Nach wie vor hoffe ich, der "Turm" komme letztlich besser raus als ich befürchte. Doch nun ergeben sich plötzlich neue Perspektiven. Die soeben präsentierten Pläne für die Gesamtüberbauung des Areals dürften den "Solitär" neutralisieren und in ein Ensemble integrieren. Ich mag jene Leute welchem dem guten alten und härzigen Basel nachtrauern gut verstehen, doch gibt es diese idyllische Stadt überhaupt noch? Wegzug ins angeblich grüne Baselbiet? Igitt, igitt ...


Willi Rehmann-Rothenbach, Binningen



"Regierung ist vom Sozialgrünen längst abgerückt"

Wer bestimmt eigentlich in Basel über das Stadtbild? Ist es die Regierung oder die Pharmaindustrie?

Kann letztere machen, was sie will? Oder ist die Regierung gegenüber der Pharmaindustrie hörig?

 

Es passt jedenfalls ins Konzept des verdichteten Wohnens der sozialgrünen Regierung, welche vom Sozialgrünen längst abgerückt ist. Und ich rücke ab ins Baselland, ins Grüne!


Brigitte Vonäsch, Basel


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"Ein Angriff, der im Sande verstrandet."

Schweizer Fernsehen
Fussballkommentar
FC Basel-FC St. Gallen
2. Juni 2017
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Ein Satz, der im Strand vergandet.

RückSpiegel


Telebasel online ging in seinem Bericht über die SP-Prämieninitiative auf einen Kommentar von OnlineReports ein. 

Die Weltwoche zitierte in ihrem Bericht über den Basler Scharia-Befürworter Aziz Osmanoglu aus einem Gerichts-Bericht von OnlineReports.

Die Basler Zeitung berief sich in ihrem Bericht über die "Maulwurfjagd gegen Mitarbeiter der Basler Verkehrs-Betriebe" auf einen OnlineReports-Artikel.

Im Artikel über die Versetzung eines Kadermanns im Basler Jusitz- und Sicherheitsdepartement nimmt die Basler Zeitung auf eine OnlineReports-Recherche Bezug.

In den BaZ-Standpunkten des Schweizer Fernsehens nennt NZZ-Medienredaktor Rainer Stadler OnlineReports als Element der Basler Medienvielfalt.

Die Basler Zeitung und die Volksstimme zogen die OnlineReports-Nachricht über den Massen-Exodus aus der Parteileitung der FDP Baselland nach.

Die BZ Basel nahm die OnlineReports-News über die Wahl von Beatriz Greuter zur neuen "Birshof"-Direktorin auf.

Barfi
nahm im Bericht über Waschbären in der Stadt Bezug auf eine OnlineReports-Reportage über Waschbären, die Toronto bevölkern.

Die Volksstimme nahm die OnlineReports-Erstmeldung über den Tod des früheren FDP BL-Präsidenten und Untersuchungsrichters Ernst Heimann auf.

Barfi und die Basler Zeitung nahmen die OnlineReports-News über die Schliessung des Nobel-Restaurants "Schifferhaus" auf.

Die Basler Zeitung bezog sich in ihrer Nachricht über die Absage von Saskia Schenker als FDP BL-Präsidentin auf OnlineReports.

Die NZZ nennt Pionier OnlineReports in ihrem Beitrag über die Finanzierung von Online-Medien.

Die Basler Zeitung und die Basellandschaftliche Zeitung berichteten unter Bezugnahme auf OnlineReports über die Trennung der BVB von zwei Kaderleuten.

Das OnlineReports-Interview mit dem designierten FCB-Besitzer Bernhard Burgener nahmen die Fussball-Plattform 4-4-2.com, die Basellandschaftliche Zeitung und die Schweiz am Wochenende auf.

Telebasel berief sich in seinem Bericht über die Interpellation von "Basta"-Grossrat Beat Leuthardt über den designierten FCB-Präsidenten Bernhard Burgener auf OnlineReports.

Die Basler Zeitung berief sich in ihrer Meldung über Betriebs-Wegweiser-Posse auf OnlineReports.

Die Schweiz am Wochenende nahm eine OnlineReports-Story über den Gang der BVB ans Bundesgericht wegen einer Auflösung des Arbeitsverhältnisses auf.

In ihrem Bericht über den Streit um die schmale Treppe im neuen Gelterkinder Hallenbad bezogen sich die Basler Zeitung und die Volksstimme auf OnlineReports.

Die Basler Zeitung griff die OnlineReports-Recherche über markante bauliche Veränderungen im Nord-Teil des Basler "Dreispitz"-Areals auf.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


• Die Basler Regierung hat der Bau- und Finanzgesellschaft Zum Greifen AG den Zuschlag für Bau und den Betrieb eines neuen Quartierparkings unter dem Landhof-Areal erteilt.

• Die von der UNICEF erst kürzlich rezertifizierte "kinderfreundliche Gemeinde" Riehen gibt ihr Wissen an 40 Bürgermeister aus Südkorea weiter, die die Basler Landgemeinde besuchen.

• Da der Vereinszweck erfüllt sei, hat die Generalversammlung den "Verein Kunschti Eglisee" am 16. Juni mit 30 zu 4 Stimmen aufgelöst.

• Nationalrat Christoph Eymann, der ehemalige Vorsteher des Basler Erziehungsdepartements, wurde als neues Mitglied in den Verwaltungsrat des Karger Verlags gewählt.

• Der Kanton Basel-Stadt führt eine neue, zusammenhängende Fussgängerorientierung ein, mit der sich ortsunkundige Gäste, aber auch Einheimische in Basel künftig durch neue Stadtpläne auf Stelen besser zurechtfinden sollen.

• Die kantonale Volksinitiative "Recht auf Wohnen" wurde mit bisher 3'188 gültigen Stimmen der Basler Staatskanzlei überreicht.

• Der Therwiler Gemeindepräsident Reto Wolf löst kommenden September Elisabeth Schneider-Schneiter im Präsidium der "Starken Region Basel/Nordwestschweiz" ab.

Dominik Prétôt, der frühere CEO von Telebasel, wird per 1. Januar 2018 mit einem 50 Prozent-Pensum neuer Informations-Beauftragter der Römisch-katholischen Landeskirche Baselland.

• Die Baselbieter Regierung beantragt dem Landrat, die formulierte Gesetzesinitiative "zum Ausbau des Hochleistungsstrassennetzes" für rechtsgültig zu erklären.

Massimo Di Nucci übernimmt am 1. Juni die Leitung des Basler Zivilstandsamtes und folgt damit auf Mirjam Cattin, die Ende Mai in den Ruhestand tritt.

Ruedi Illes wird ab 1. Juli neuer Leiter der Sozialhilfe Basel-Stadt und damit Nachfolger von Nicole Wagner.

• Für die Ende Jahr zurücktretende Beatrice Inglin-Buomberger sollen sich die Juristin Elisabeth Burger Bell und der Ökonom Thomas Riedtmann in derkommenden sechsjährigen Amtsdauer in der Funktion der Ombudsstelle teilen.

• Das dreitägige Hafenfest zum 75-jährigen Bestehen der Hafenanlagen in Birsfelden lockte mit seinen vielseitigen Attraktionen rund 40'000 Besuchende an.

Peter F. Rapp (71) tritt als Verwaltungsrats-Präsident der Rapp-Gruppe zurück und übergibt die Funktion Daniel Kramer (58), der dem Verwaltungsrat seit vergangenem Jahr angehört.

• Nach Auswertung der Erfahrungen aus dem ersten Jahr hat der Allschwiler Gemeinderat entschieden, die separate Kunststoffsammlung per 2018 definitiv einzuführen.

• Nach zwei Tarifsenkungen in den Jahren 2015 und 2016 erhöhen die IWB die Erdgastarife diesen Monat: Biogas-Erdgas um 0,8 Rappen pro Kilowattstunde für die Kunden im Kleinbezugstarif (Gas zum Kochen und für Durchlauferhitzer) und um 1 Rappen pro Kilowattstunde im Allgemeinen Tarif (Gas zum Heizen).

• Der Lehrerinnen- und Lehrerverein Baselland hat die Volksinitiativen "Bildungsressourcen gerecht verteilen und für das Wesentliche einsetzen!" und "Stopp dem Abbau an den öffentlichen Schulen!" eingereicht.

• Dank eines Jahresgewinns von 107 Millionen Franken können die Industriellen Werke Basel (IWB) dem Kanton Basel-Stadt eine Gewinnausschüttung von 37 Millionen Franken (Vorjahr: 20 Millionen Franken) abliefern.

• Der 24-jährige Kleinbasler Marco Natoli ist als Nachfolger von Patrick Huber neuer Präsident der Jungen CVP Basel-Stadt.

• Die LDP Riehen/Bettingen nominiert Daniel Hettich als Kandidat für die kommenden Wahlen in den Riehemer  Gemeinderat.

• Per 1. Januar 2019 stellen die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) neu auch das Fahrpersonal der Buslinie 50 ("Flughafen-Bus"), die bisher durch das PostAuto-Fahrpersonal betrieben wurde.

• Das Beschaffungsvolumen der Baselbieter Bau- und Umweltschutzdirektion fiel letztes Jahr mit rund 117 Millionen Franken gegenüber den Vorjahren "eher bescheiden" aus, wobei 60 Prozent auf Bau- und 30 Prozent auf Dienstleistungsaufträge entfielen.